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Full text of "Zwei altfranzösische Dichtungen; La Chastelaine de Saint Gille, Du Chevalier au barisel"

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Zwei altfranzösische Dichtungen 



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K^X-JCA. 



ZWEI ALTFRANZÖSISCHE DICHTUNGEN 

LA CHASTELAINE DE SAINT GILLE 
DU CHEVALIER AU BARISEL 



NEU HEEAUSGEGEBEN 
MIT EINLEITUNGEN, ANMERKUNGEN UND GLOSSAR 

VON 

O. SCHULTZ -GOEA 



VIERTE AUFLAGE 



QS© 



HALLE a. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYER 

1919 





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lato 



Vorwort 



Bei vorliegender Neuausgabe zweier Dichtungen, welche 
den besten Erzeugnissen altfranzösischer Literatur zugezählt 
werden dürfen, habe ich in erster Linie die Bedürfnisse 
von Studierenden im Auge gehabt. Daher das Glossar und 
vieles Elementare in den Anmerkungen sowie auch in den 
Einleitungen, das für den Anfänger oder wenig Vor- 
geschrittenen berechnet ist. Desgleichen erklärt sich aus 
jenem Zwecke die Tatsache, dass ich von dem , Ritter 
mit dem Fässlein' nicht eine kritische Ausgabe nach allen 
vier Handschriften biete — eine solche behalte ich mir 
vor — , indem der Variantenapparat, der übrigens erf ahrungs- 
mässig doch nicht benutzt wird, zu viel Raum beansprucht 
haben würde; vielmehr beruht dieser Text nur auf zwei 
Handschriften, von denen Hs. 837 zu Grunde gelegt und 
Hs. 1553 da, wo es durchaus »nötig schien (unter Beseitigung 
der Picardismen) , zu Hilfe genommen worden ist, nicht 
ohne dass es sich jedesmal in einer Anmerkung angezeigt 
und begründet findet. 

Was die äussere Behandlung der Texte betrifft, so 
habe ich, wie üblich, die handschriftlichen Abkürzungen 
aufgelöst, Eigennamen gross geschrieben und v für w, j für 
i in den Fällen gesetzt, wo gewiss kein vokalischer Laut 
vorgelegen hat; selbst Tremata und den Wortton be- 



— VI — 

zeichnende Accente sind zur Erleichterung für den weniger 
Geübten angebracht worden. Dagegen habe ich mich 
zu einer Uniformierung der Orthograhie nicht verstehen 
können. Wie ein nicht zurechtgemachter Text aussieht, 
kann der Studierende an der diplomatischen Wiedergabe der 
m. W. noch nicht abgedruckten Version der Vies des Peres 
(S. 123 ff.) erkennen; dieselbe mag ihm zugleich späterhin 
als Vorübung zum Handschriftenlesen dienen. — Bei der 
ersten Dichtung schien es mir angemessen, die von der 
Handschrift abweichenden Lesarten oder Schreibungen im 
Recucil von Montaiglon und Raynaud unter dem Texte an- 
zugeben, während bei der zweiten ein gleiches Verfahren 
gegenüber Meon, der aus verschiedenen Handschriften nach 
Belieben kombiniert hat, entbehrlich war. Der Titel La 
chastelaine de Saint Gille ist dem Eocplicit entnommen, indem 
die Überschrift de la chastelaine de saint Gile von späterer 
Hand herrührt. Die zehn Initialen, welche Hs. 837 im 
Innern der zweiten Dichtung bietet, habe ich nicht berück- 
sichtigt, da sie mehrfach äusserst unglücklich angebracht 
sind, z. B. bei V. 923, wo garnicht einmal ein neuer Satz 
beginnt. Der Titel, Da Chevalier au barisel f den ich 
nach Meon und Hertz beibehalten wollte, stammt nicht 
aus Hs. 837, woselbst eine Ueberschrift fehlt und das 
Explicit abweichend lautet, sondern aus den andern Hand- 
schriften. 

Ich darf diese Vorbemerkung nicht schliessen, ohne 
den Herren Thomas und Coulet für Vergleichung von ein 
paar Stellen in den Handschriften, sowie meinem verehrten 
Lehrer Adolf Tobl er für einige Fingerzeige sehr ver- 
bindlichen Dank auszusprechen. 

Berlin, im Dezember 1898. 

0. S.-G. 



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Vorwort zur zweiten Auflage, 



Der Aenderungen, Besserungen und Erweiterungen 
sind es so viele geworden, dass diese Auflage wohl eine 
Neubearbeitung genannt werden kann. In erster Linie 
sind mir dabei die Recensionen der ersten Auflage zu gute 
gekommen, vor allem die sehr eingehende und äusserst 
lehrreiche Besprechung von Ebeling in der Zeitschrift für 
französische Sprache und Literatur XXV 2 , 1 — 46, welcher 
sich damit um mein Buch besondere Verdienste erworben 
hat. Wenn ich den Herren Recensenten in einer Anzahl 
von Punkten (ich meine nicht zweifellose Irrtümer) nicht 
gefolgt bin, so mögen sie überzeugt sein, dass dies erst 
nach reiflicher Ueberlegung und Durchprüfung des von 
ihnen Vorgebrachten geschehen ist. 

Die Anmerkungen sind vielfach ausgestaltet und ver- 
mehrt worden. Es kam mir eben darauf an zu zeigen, 
wessen es zum Verständnis eines altfranzösischen Textes 
bedarf, um so die Studierenden zu wirklich philologischer 
Lektüre hinzuleiten. Natürlich ist nicht alles und jedes 
erklärt worden, nicht nur aus räumlichen Gründen, sondern 
vornehmlich, weil verschiedenes auch der Selbsttätigkeit 
überlassen bleiben muss. 

Dem Verlangen einiger Recensenten entsprechend habe 
ich mich entschlossen, dieses Mal der zweiten Dichtung 



— VIII — 

eine Varia lectio beizugeben, in der wenigstens alle Sinn- 
varianten von irgendwelchem Belang sowie auch bemerkens- 
wertere Wortgestaltabweichungen verzeichnet sind, und ich 
wünsche nur, dass die Studierenden darauf auch wirklich 
einen Blick werfen mögen. — Was den Titel der zweiten 
Erzählung angeht, so habe ich JÜu Chevalier au barisei 
beibehalten; diese Bezeichnung, welche als Ueberschrift 
und im Explicit der Handschriften CD figuriert, stimmt 
zwar nicht zu V. 1060 und auch nicht zum Explicit von 
Hs. A, allein ich ziehe sie besonders deshalb vor, weil 
sie die Hauptfigur namhaft macht. 

Den praktischen Bedürfnissen der Studierenden glaubte 
ich weiterhin mit einem Index der in den Anmerkungen 
besprochenen wichtigeren Wörter und Erscheinungen ent- 
gegenkommen zu müssen. 

Es bleibt mir noch übrig, den Herren Kollegen Appel 
und Behrens für briefliche Mitteilungen sowie Herrn Biblio- 
theksdirektor Dr. Alfred Schulze für mancherlei Beistand 
meinen Dank auszusprechen. — Herr Dr. Stroloke hat die 
Freundlichkeit gehabt, die Correcturbogen mitzulesen, so 
dass dank seiner Hilfe wohl nicht viele Druckfehler stehen 
geblieben sein werden. 

Königsberg, im Juli 1911. 

0. S.-G. 



Vorwort zur dritten Auflage. 



Auch diese Auflage hat ziemlich viele Abänderungen 
und Zusätze erfahren, namentlich sind die Anmerkungen 
noch weiter ausgestaltet worden. Bei der zweiten Dichtung 
habe ich nunmehr alle Sinnvarianten und stilistischen 
Varianten aufgeführt, andere aber nur in Gemeinschaft 
mit diesen verzeichnet. Dazu wurde ich durch den ein- 
dringenden Aufsatz von Alfred Schulze, , Textkritisches 
zum Chevalier au barisei' in der Zeitschrift für französische 
Sprache und Literatur XXXIX 2 , 160 ff. veranlasst. Seine 
Auffassung von der Bedeutung der einzelnen Handschriften 
habe ich mir zwar trotz erneuter Durchprüfung nicht zu 
eigen machen können, wenn ich auch an ein paar Stellen 
mehr von A zu Gunsten der anderen Handschriften ab- 
gegangen bin, um so wertvoller aber waren mir seine 
Bemerkungen zu einer Reihe einzelner Textstellen. Der 
Index zu den Anmerkungen ist nicht unbeträchtlich ver- 
mehrt worden. 

Noch ein Wort zu den diakritischen Zeichen. Ein 
Trema ist jetzt überall (auch im Reime) gesetzt, indessen 
grundsätzlich nur dann, wenn entsprechende diphthongische 
Verbindungen vorhanden sind, z. B.: päis ,Land c gegen- 
über pais , Friede 1 , dagegen cria. Accente habe ich zur 
Erleichterung für die Studierenden vielleicht mehr als 



— X — 

nötig ausgeteilt; auch wo ie < iee vorliegt, hat das i einen 
Akut erhalten. 

Heim Koll. Levy schulde ich für verschiedene brief- 
liche Mitteilungen warmen Dank. — Herr Lektor Gautier 
hat mich bei der Durchsicht der Korrekturbogen aufs 
Freundlichste unterstützt. 

Strassburg, im Mai 1916. 

0. S.-G. 



Vorwort zur vierten iluflage. 



Text und Anmerkungen haben nur wenige Aenderungen 
und Zusätze erfahren, denn mein Handexemplar der dritten 
Auflage mit allerlei Eintragungen und Notizen stand mir 
nicht zur Verfügung: durch die Reichsregierung gezwungen, 
auf meinem Posten in Strassburg bis zur Besetzung durch 
den Feind auszuharren, habe ich es, als die Beamten- 
ausweisung erfolgte, mit meiner gesamten Bibliothek zurück- 
lassen müssen; sie befinden sich noch jetzt daselbst, und 
zwar mehr als en aventure. Nur der Index zu den 
Anmerkungen ist stärker ausgestaltet worden, was, wie ich 
denke, nicht unwillkommen sein wird. 

Zustatten gekommen ist mir noch die Besprechung 
der dritten Auflage durch Alfred Schulze in der Zs. f. 
frz. Spr. u. Lit. XLV, 380 ff., der damit aufs neue sein 
sachkundiges Interesse an dem Buche bekundet hat. Für 
verschiedene briefliche Hinweise und Anregungen bin ich 
den Herren Kollegen Appel und Walther Suchier zu 
Danke verpflichtet. 

Jena, im August 1919. 

0. S.-G. 



Inhalt. 



Seite 
Einleitung zur C haste Zaine de Saint Gille 

1. Drucke und handschriftliche Ueberlieferung . . 3 

2. Inhalt, Charakter und literarischer Wert der 

Dichtung 4 

3. Die Refrains 10 

4. Mutmassliches Alter der Dichtung 23 

5. Sprache und Heimat 27 

6. Metrum und Keim 30 

Text der Chastelaine de Saint Gille 37 

Anmerkungen 49 

Einleitung zum Chevalier au barisei 

1. Drucke und handschriftliche Ueberlieferung . . 73 

2. Inhalt, Wert und etwaige Quelle der Dichtung . 76 

3. Sprache und Heimat, Metrum und Keim .... 85 

Text des Chevalier au barisei 91 

Die Version der Vies des Peres 131 

Anmerkungen zum Chevalier au barisei 145 

Glossar 179 

Verzeichnis der Eigennamen 222 

Index zu den Anmerkungen 223 






Verzeichnis der Abkürzungen 
yon hüu Hg angeführten Schriften und Texten. 



Arch. = Archiv für das Studium der neueren Sprachen und 
Literaturen, begr. von L. Herrig, herausg. von A. Brandl 
und H. Morf, zuletzt von A. Brandl und 0. Schultz -Gora 
Bd. 1 — 138. 1846 — 1919. 

Auber. = Auberee, altfranz. Fablel, mit Einleitung und An- 
merkungen herausg. von G. Ebeling. 1895. 

Diez , EW. 4 = Fr. Diez , Etymologisches Wörterbuch der roma- 
nischen Sprachen. 4. Ausgabe. 1878. 

Diez, Gr. 4 = Fr. Diez, Grammatik der romanischen Sprachen 
3 Bde. 4. Auflage. 1876. 

Godefroy, = F. Godefroy, Dictionnaire de l'ancienne langue fran- 
gaise . . 8 Bde. 1880—95. Dazu ein Complement. Bd. 8—10. 
1895-1902. 

Gröber, Gr. = Grundriss der romanischen Philologie, herausg. 
von G. Gröber. Bd. I— IL 1888—1901. Bd. 1 in zweiter 
Auflage 1904—06. 

Jeanroy, Org. = Les origines de la poesie lyrique en France au 
moyen äge par A. Jeanroy. 1889. 

M.-B., Fabl. = Kecueil general et complet des fabliaux des 13 e 
et 14 e siecles p. p. A. de Montaiglon et G. Kaynaud. 6 Bde. 
1872-90. 

Meyer -Lübke, Gr. = W. Meyer -Lübke, Grammatik der roma- 
nischen Sprachen. 3 Bde. 1890—99. 

KuP. = Altfranz. Bomanzen und Pastourellen, herausg. von 
K. Bartsch. 1870. 

Romania = Romania, recueil trimestriel consacre a l'etude des 
langues et des litteratures romanes p. p. P. Meyer et G. Paris, 
zuletzt von Mario Roques. Bd. I— XLIV. 1872—1917. 

Schulze, Frgs. = A. Schulze, Der altfranz. direkte Fragesatz, 
ein Beitrag zur Syntax des Französischen. 1888. 

Schwan-Behrens, Gr. = E.Schwan, Grammatik des Altfranzösischen, 
neu bearbeitet von D. Behrens. 10. Auflage. 1914. 



XVI — 

Tobler. Vb. 4 — a. 'Fobler, Vom franz. Versbau alter und neuer 

Zeit 5. Auflage. 1910. 
Tobler j YB. Vermischte Beiträge zur franz. Grammatik, ge- 
sammelt, durchgesehen und vermehrt von A. Tobler. 188H. 

Erste Reihe, 2. Auflage 1902. Zweite Reihe, 2. Auflage 1906. 

Dritte Eeihe, 2. Auflage 1908. Vierte Reihe 1908. Fünfte 

Reihe (ed. R. Tobler) 1912. 
Tobler, W. = Adolf Toblers Altfranzösisches Wörterbuch, aus 

dem Nachlass herausgegeben von Erhard Lommatzsch, 1. — 4. 

Lieferung. 1915—1918. 
Ztschr. = Zeitschrift für romanische Philologie, herausg. von 

(i. Gröber, zuletzt von E. Höpffner. Bd. I — XXXIX. 

1877-1919. 

Mit I und II wird in den Einleitungen und Anmerkungen auf die 
erste und zweite der herausgegebenen Dichtungen verwiesen. 



Einleitung 



zur 



Chastelaine de Saint Gille. 






1. Drucke und handschriftliche Ueberlieferung. 

Die Dichtung von dem Schlossfräulein von Saint Gille 
ist zuerst i. J. 1756 von Barbazan, Fabliaux et contes 
III, 21 — 38 bekannt gegeben worden. Gleichfalls einen 
vollständigen Abdruck boten dann Barbazan-Meon, Fabliaux 
et contes III, 369 — 79 (1808) und Montaiglon et Raynaud, 
Becueil general et complet des fabliaux des XIII e et 
XIV e siecles 1, 135—46 (1872), wozu noch II, 293—4 und 
VI, 272 zu vergleichen ist. Uebersetzungen beziehentlich 
Prosaauflösungen hatten schon vorher Sainte-Palaye in Les 
amours du bon vieux temps (1756) und Le Grand d'Aussy 
in Fabliaux ou Contes III, 177—82, 2. Ausg. IV, 38—44 
(1781), 3. Ausg. IV, 89 — 93 (1829) gegeben. Zu einer 
Nachdichtung fühlte sich B. Imbert angeregt in seinem 
Choix d'anciens fabliaux, mis en vers, 1795, II, 33 (1. Ausg. 
1788). Schliesslich nahm Paulin Paris in der Histoire 
litteraire de la France XXIII, 540 — 4 (1856) eine Analyse 
unserer Dichtung vor, indem er zugleich sieben Strophen 
daraus vollständig und verschiedene andere bruchstück- 
weise mitteilte. 

Die Cliastelaine ist uns ohne Verfassernamen auf 
fol. 114v° — 16r° der grossen Sammelhandschrift der Pariser 
Bibliotlieque nationale, fonds frangais n° 837 überliefert, 
deren Abfassung man in das Ende des 13. Jahrhunderts 
setzt. Die letzte Strophe enthält leider eine kleine Lücke, 
indem der Schreiber eine Zeile übersprungen hat, ohne 
seines Versehens gewahr zu werden. Am Schlüsse heisst 
es: Eocplicit la cliastelaine de S. gille, während die Ueber- 
schrift De la chastelaine de saint Gile nicht ursprünglich 
ist, sondern erst von späterer Hand herrührt. Abwechselnd 
blau und rot ausgemalte Initialen eröffnen die einzelnen 

1* 



— 4 — 

Strophen. Der Beginn des jedesmaligen Refrains ist durch 

ein besonderes Zeichen am Bande kenntlich gemacht. Es 
kann auf lallen, dass eine Dichtung von der Lieblich] 
der unsrigen, welche begründeten Anspruch auf Beifall 
erheben durfte, nur von einer Handschrift dargeboten wird, 
indessen fehlt es in der altfranzösischen Literatur — es 
sei nur an „Aucassin und Nicolete" erinnert — nicht an 
Parallelen hierzu. 

2. Inhalt, Charakter und literarischer Wert 
der Dichtung. 

Ein verarmter Schlossherr will durchaus seine Tochter 
einem reichen Bauern zur Frau geben. Sie sträubt sich 
um so energischer gegen eine solche Verbindung, als sie 
einen jungen Grafensohn zum ami hat; allein der Vater 
hält an seinem Plane fest, indem er von dem Bauern schon 
im voraus Geld empfangen hat, und dieser erscheint als- 
bald, voll froher Siegesgewissheit und nicht wenig stolz 
darauf, ein Schlossfräulein errungen zu haben. In der 
Tat unterwirft sich das Mädchen dem Willen des Vaters, 
wiewohl mit Groll und ohne gute Absichten im Herzen. 
Sie werden von einem Priester getraut. Da kommt plötz- 
lich ihr sehnsüchtig erwarteter Geliebter herangesprengt, 
hebt sie auf sein Ross und entführt sie in seine Heimat. 
Unterwegs jedoch wird das Paar von dem Schlossherrn 
und dem Bauern eingeholt und letzterer begehrt von dem 
Entführer in leidenschaftlicher Klage seine junge Frau 
zurück. Er wird aber von dieser selbst mit bitterem Hohne 
abgewiesen, und als zugleich die Freunde des Grafensohnes 
hilfsbereit nahen, flieht er angsterfüllt nach Hause, wo er 
von seinen Verwandten gute Lehren anhören muss, und 
auch einsieht, wie töricht sein Unternehmen gewesen ist. 
Inzwischen wird das Schlossfräulein in der Heimat ihres 
Geliebten bewillkommnet und eine Vermählung (s. V. 295) 
steht wohl zu erwarten. 

Dieser Inhalt wird uns hauptsächlich in der Form 
von Dialogen vorgeführt, an denen der Vater, die Tochter 
und der Bauer am stärksten beteiligt sind; ausserdem 



— 5 — 

stellen die Verse 71 — 111 einen Monolog des Bauern dar. 
Kaum fünfzig Zeilen, die bald hier, bald da zwischen den 
Gesprächen liegen, hat der Dichter sich für die Erzählung 
vorbehalten, und nur einmal redet er in der ersten Person 
(V. 285, 286). Wohl eine Folge der dialogischen Ein- 
kleidung ist es, dass Zwischenglieder der Handlung über- 
sprungen werden, und dass manches nur eine leise An- 
deutung empfängt, ein Verfahren, das zwar durchaus nicht 
des Reizes entbehrt, indem die Phantasie des Lesers stark 
angeregt wird, das aber doch, wie wir nachher sehen 
werden, zu ein paar Unklarheiten und Unwahrscheinlich- 
keiten im einzelnen geführt hat. 

Eine Aehnlichkeit unserer Dichtung mit „Aucassin 
und Nicolete", wie sie Paulin Paris hat finden wollen, ist 
kaum vorhanden und höchstens sehr allgemeiner Art, indem 
z. B. der glückliche Liebhaber bei uns nur mit flüchtigen 
Strichen gezeichnet ist und keinerlei besonderes Interesse 
einflösst. Ganz abzusehen ist von der Vermutung, welche 
derselbe Gelehrte, durch den Ortsnamen Saint Gille ver- 
anlasst, mit Vorbehalt geäussert hat, dass eine Nachahmung 
irgendeiner provenzalischen Dichtung vorliegen könnte: 
die Chastelaine trägt nicht nur in ihren Refrains einen 
durchaus nordfranzösischen Typus, sondern auch ihr ganzer 
Charakter kennzeichnet sie als ein echtes Produkt nord- 
französischen Bodens. Das hier behandelte Thema ist, im 
Grunde genommen, identisch mit dem Motiv der mal mariee 
(vgl. das von Bedier, Les Fabliaux S. 31 Geäusserte), 
dem wir in den Romanzen und besonders oft in den sons 
d'amors begegnen, und zwar ist auch hier der verabscheute 
Gemahl gerade ziemlich häufig ein vilain. An der Aehn- 
lichkeit ändert nichts der Umstand, dass der Bauer in 
unserer Dichtung als ganz schmuck erscheint, und dass 
nur sein Geiz hervorgehoben und die Standesungleichheit 
betont wird. 1 ) Es kann auch keinen rechten Unterschied 
begründen, wenn bei uns das Mädchen tatsächlich noch 
nicht des Bauern Frau geworden ist; in einer Romanze 



*) Auf die beiden letzten Züge treffen wir auch RuP. I, 64 
V.15-6 und 1,4 V. 13. 



— G — 

\<>n Andefroi le Bastari (RuP. 1,58) findet die Entführung 
ebenfalls Matt, bevoi ee zur Vermählung mit einem un- 
geliebten .Manne kommt : in einer anderen Romanze <; 
selben Audefroi (RuP. I, 60) wird die Frau von ihrem 
Gemahl durch ihren ..Freund" befreit und in dessen Land 
gebracht, und eine ähnliehe Szene, nur ins Ilirtenleben 
abersetzt, Bebildert uns eine Pastourelle (RuP. II, 27). 
Solche Situationen und Vorgänge brauchte unser Dichter 
nur zu modifizieren, indem er Standesungleichheit einführte 
und den unglücklichen Bewerber zum v ilain machte. Ueber- 
3 scheinen solche ungleichen Heiraten wirklich vor- 
gekommen zu sein, denn auch in dem Fablel Du vihün 
nitre (M.-R., Fabl. III, 156 f.) gibt ein armer Ritter seine 
Tochter einem reichen Bauern zur Frau. l ) Die Rolle nun, 
welche der vilain in der CJiastelaine spielt, entspricht 
ganz der Verachtung, welche die vornehme Gesellschaft 
dem Bauern angedeihen liess und welche wieder in den 
sons d'amors besonders deutlich zu Tage tritt. Allerdings 
ist auch der Schlossherr keine sympathische Figur, allein 
er erscheint doch nicht als lächerlich, und so kann man 
sagen, dass der ganze Ton der Chastelaine , abgesehen 
von ein paar Refrains volkstümlicher Natur, ein durchaus 
höfischer und aristokratischer ist. Wie das Entführungs- 
motiv, so rinden wir auch den Widerstand des Mädchens 
gegen den väterlichen Willen in den Romanzen und sons 
tVamors wieder: aber auch formale Züge hat unsere Dichtung 
mit den letzteren gemein, nämlich die Anwendung des 
Dialogs und die Ausschmückung der Strophenschlüsse mit 
fremden Refrains. Der verschiedene Umfang — der längste 
son damors 2 ) (RuP. I, 38) hat nur 108 Verse — bezeichnet 
kaum eine innere Verschiedenheit, wiewohl die weit grössere 
Länge unserer Dichtung zu einer viel genaueren Charak- 
teristik wenigstens der beiden Hauptfiguren geführt hat. 
Durch die grössere Zahl der auftretenden Personen hat 



*) Eiu paar weitere Fälle aus literarischen Denkmälern ver- 
zeichnet C. Zipperling*, Das altfranzösische Fablel du vilain mirc 
(1912) zu V. 23—9. 

2 ) Man kann dieses Gedicht auch als eine aubc ansehen, 
s. Jeanroy, Org. S. 77. 



— 7 — 

freilich die Chastelaine eine besondere dramatische Färbung 
erhalten, doch ist diese nicht kräftig genug, um dem 
lyrischen Elemente, welches am stärksten in den Aeusse- 
rnngen des Schlossfräuleins und des Bauern hervortritt und 
welches ja auch in den sons d'amour überwiegt, ernstlichen 
Eintrag zu tun. So darf man vielleicht die Chastelaine 
einen son d'amors mit spezifisch dramatischem Charakter 
nennen. 

Ist, wie wir sahen, eine Aehnlichkeit mit einer ganzen 
Gruppe anderer Gedichte unverkennbar, so lässt sich doch 
kein bestimmtes Vorbild für das kleine Werk nachweisen, 1 ) 
das unser Dichter kaum vor der Mitte des 13. Jahrhunderts 
verfasst haben wird; der letztere ist vielmehr in der Art, 
wie er vorhandene Motive benutzt, variiert und aus- 
gesponnen hat, original, und original ist auch seine Art 
der Darstellung. Es wurde schon oben bemerkt, dass die 
Schilderung an manchen Stellen eigentümlich skizzenhaft 
ist und unvermitteltes darbietet: so überrascht es z. B. zu 
sehen, wie das Mädchen zu dem Grafensohne, der in den- 
selben Saal getreten ist, in welchem sich auch Schloss- 
herr und Bauer befinden, sagt, er möchte dafür sorgen, 
dass sie unbemerkt enteilen könnten, wie denn Schlossherr 
und Bauer auch gar nichts zu bemerken scheinen, oder 
vielmehr wie sie plötzlich als gar nicht vorhanden zu 
denken sind. Einer besonderen Mitteilung, dass die beiden 
letzteren sich zur Verfolgung aufmachen, bedurfte es aller- 
dings nicht, da das Folgende darüber aufklärt, aber nach- 
dem nun die Fliehenden eingeholt sind, erhält man insofern 



! ) Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass es mir scheinen 
will, als ob der Verfasser eine uns anonym überlieferte Pastou- 
relle (RuP. II, 11) benutzt habe. Die genaue Uebereinstimmung 
eines Refrains (V. 21 — 2) mit Chastelaine V. 134 — 5 kann zwar 
nicht ins Gewicht fallen, aber etwas auffallend ist die hier wie 
da vollzogene Strophen Verknüpfung vermittelst Aufnahme des 
Refrainschlusses, indem die Beispiele solcher Verbindung bei 
fremden Refrains (s. auch Str. 4 und 5 der Pastourelle) in der 
nordfranzösischen Lyrik wenig zahlreich sind. Hinzu kommt, 
dass sich Pastour. V. 10—1 und 53—4 nahe berühren mit Chastel. 
V. 142 und 139-40. 



— 8 — 

kein ganz klares Bild des Vorganges, als der Schlossherr, 
der doch zusammen mit dem Bauern angelangt ist, mit 
einem Male ganz im Hintergrunde bleibt, indem es heisst, 
dass der Bauer (nach fruchtlosem Wortwechsel mit der 
Entführten) zu ihm zurückkehrt (V. 249). Unmotiviert 
ist es auch, dass der Priester nicht wissen soll, welches 
die zu Vermählende ist (V. 115). Solche Unebenheiten 
sind schwerlich beabsichtigt worden, sie finden wohl ihre 
Erklärung in der Gesprächsform und in den fremden 
Refrains, die sich einer ausgeglichenen Kompositionsweise 
entgegenstellten. Diese Hindernisse sind dagegen sehr 
glücklich überwunden in der Trauszene, indem hier inner- 
halb kaum mehr als zweier Strophen (V. 116 — 35) trotz 
mehrfach wechselnder Rede und Gegenrede alles aufs 
Anschaulichste herausgekommen ist. Kunstvoll ist auch 
die Art, wie durch Worte der Sprechenden selbst die 
Handlung vorwärtsgeschoben wird, so wenn der Bauer 
plötzlich den Priester anredet (V. 112), von dessen Anwesen- 
heit wir noch gar nicht unterrichtet waren, oder wenn etwas 
Wesentliches die Handlung Förderndes im Refrain selbst 
(V. 116 — 7), oder sogar in der ersten Zeile einer Strophe, 
die ja hier immer einen Teil der voraufgehenden Wörter 
zu wiederholen hat, beigebracht wird (V. 245). — Sein 
bestes Können hat unser Dichter in der Charakteristik der 
beiden Hauptfiguren, des Schlossfräuleins und des Bauern, 
an den Tag gelegt. Sie sind äusserst lebensvoll und 
plastisch. Das Mädchen ist die Verkörperung kecker und 
selbstbewusster Grazie; recht hässlich ist für unser Gefühl 
der Vorbehalt, den sie bei der Trauung macht (V. 128), 
aber derartiges entsprach ja ganz der herrschenden An- 
schauung, welche vielleicht ihren einfachsten und un- 
verblümtesten Ausdruck in den Versen gefunden hat: Barne 
qui a mal mari, S'el fet ami, Wen fet pas a blasmer 
(RuP. I, 49 V. 44— 6; 1,64 als durchgehender Refrain). 
Die Zeichnung des Bauern ist nicht schablonenhaft, sondern 
im besten Sinne realistisch, ja entbehrt nicht eines An- 
fluges von Humor. Er ist zwar geizig und feige, aber er 
ist wirklich verliebt in das Schlossfräulein, und als er 
verzweiflungsvoll bittet, dass man ihm alle seine Habe 



— 9 — 

nehmen 1 ) und nur die Geliebte wiedergeben möge, und 
ferner, als er ohne Frau nach Hause kommt und wieder 
an die Arbeit zu gehen sich entschliesst, da erregt er fast 
unser Mitleid. Doch ist dafür gesorgt, dass er uns nicht 
sympathisch werde, indem wir gleich bei seinem Auftreten 
erfahren, dass er dem Vater noch vor der Vermählung Geld 
gegeben, also das Mädchen gleichsam gekauft hat; auch 
macht er sich lächerlich durch eine indirekte Klage über 
jenes Geld (209 — 10), sowie durch die Worte, mit denen 
er seine Flucht vor dem Nebenbuhler einleitet (V. 251 ff.). 
Die übrigen drei Figuren treten stark zurück und sind ohne 
rechte Farbe; indessen genügt die Art, wie die beiden Haupt- 
personen dargestellt sind, vollkommen, um den Dichter als 
Mann von bedeutendem Talente und Geschmacke zu kenn- 
zeichnen. — Beachtenswert sind schliesslich in hohem Grade 
die stilistischen Vorzüge unserer Dichtung. Der Ton des 
Ganzen ist ein einheitlicher. Der Ausdruck ist gewandt 
und nicht selten besonders glücklich und treffend, z. B. bei 
der Schilderung der plump -naiven Vorfreude des Bauern, 
bei dem Auftreten der Tochter gegen den Vater, sowie der 
energischen Abfertigung, die der Bauer von ihr erfährt 2 ) 
(V. 31— 4, 39—43, 58—9, 82 — 6, 110—1, 218—21). 
Ein paar Wiederholungen von schon gebrauchten Wendungen, 
oder Anklänge an solche (V. 15,231; 51,230; 169,288; 
146,173; 154,277) wird man kaum beanstanden wollen. 
Der Vers fliesst glatt dahin, indem stärkere enjambements 
sichtlich vermieden sind. Nirgends finden wir Schwerfällig- 
keit, überall Anmut und Eleganz mit einem Stich ins Zier- 
liche, denn auch im Anschliessen der fremden Refrains an 
das Voraufgehende und im Verweben derselben mit dem 
Folgenden bekundet der Dichter, wie wir im folgenden 
Abschnitte sehen werden, grosses Geschick. 



J ) Dieser Zug, den uns der Inhalt eines fremden Eefrains 
(V. 206 — 7) liefert, ist freilich wegen V. 39 — 40 und 209 — 10 
nicht recht glaubhaft. 

a ) Besonders originell scheint mir das Bild gram povretez 
Vavirone (V. 75, s. Anm.) zu sein; auch auf die übertragene 
Bedeutung von sechier in sechier le euer (V. 40, vgl. V. 176) 
möchte ich hinweisen. 



— 10 — 

>l. Die Refrains. 

Einen eigenartigen Reiz hat die Chastelaim durch die 

Refrains erhalten. Kin grosser Teil derselben begegnet 
auch anderweitig, sei es in ganz identischer, Bei efl in nur 
ähnlicher Gestalt; mehrere sind schon von Paulin Paris. 
Bartsch, Bfont&iglon- Raynaud, Jeanroy und Gröber re- 
kognosziert worden, was ich in der folgenden Liste stet- 
besonders vermerke, andere habe ich selber aufgefunden. 

V. 8 — 9 Ostez le moi, cd vilain lal 

sc plus Vi voi, je morrai ja. 

Ztschr. XXIV, 365 V. 56 — 7 in der Antwort auf einen salu 
d'amors : 

Ostez le moi cd vilain la ! 
sc plus le voi, je morrai ja. 

RuP. 11,57 V. 81—4 

Ostes cd vilain, ostes ! 
se vilains atouche a moi, 

nis del doi, 

ja morrai. 

Verglichen von Bartsch, RuP. 8. 372; vgl. auch Ostez, 
savroit donc vilains amer? (RuP. III, 46 V. 70). 

V. 17 — 8 Ci le me foule, foule, foule, 
ci le me foule le vilain. 

Ebenso RuP. 1,67 V. 44 — 5 (Gille le Vinier), s. Bartsch, 
RuP. S. 353 und Gröber, Gr. II, 1 S. 667. 

V. 35 — 6 J'aim miex un chapelct de flors 
que mauves mariagc. 

Ebenso in den Tournois deChauvenä ed. DelmotteV. 4413 — 4 
(hier mon für un). 

V. 44 — 5 Se je sui jol'iete, 

nus ne m f en doit blasmcr. 

Ebenso RuP. II, 71 V. 32 — 3, s. Gröber, Gr. II, 1 S. 667; 
vgl. für die zweite Zeile auch RuP. I, 43 V. 18. 



— II — 

V. 89—90 Nule riens 

a bele dame ne sc prent 

Ebenso am Schluss von Str. 4 eines unedierten Liedes (Ray- 
naud, Bibliographie des Chansonniers frangais n° 128H), s. 
Jeanroy, Melanges d'ancienne poesie lyrique S. 58 n n XVII. 

V. 98 — 9 Diexl com est douz li pensers 
qui vient de ma damel 

Vgl. Li dous pensers ou je si souvent sui 

vient de ma dame et li tres hon espoir. 

(Bibliotheque de l'ecole des chartes 1867 8. 134, 
am Anfange eines Gedichtes.) 

V. 107 — 8 En regardant m'ont si vair oeil 
donez les maus dont je me dueil. 

Vgl. Vostre oeil vair, riant et clair 
m'ont pris par lour regardeir. 

(Arch. Bd. 99 S. 363 n° 88.) 

Vgl. Li regart de ses vairs ieus m'ocit. 

(Raynaud, Becaeil de motets francais I, 52.) 

Vgl. Et Dieus ! por quoi la regardai, 

qiiant si vair oel träi m'ont? 

(ib. I, 98; gleichlautend Oeuvres de Philippe 
de Bemi ed. Suchier II, 315.) 

Vgl. Tant vous aim que partout m'en dueil] 

se je muir, ce m'ont fet si oeil. 

(Jubinal, Nouveau recueil de contes, dits, 
fabliaux II, 237.) 

Vgl. auch Arch. Bd. 42 S. 315 n° 227 St. 2 — 3, und für 
die zweite Zeile im Ovide moralise (Histoire litteraire 
XXIX, 480) : le doulx mal dont je me dueil. 

V. 134 — 5 Je n'ai pas amoretes 

a mon voloir, si en sui mains jolie. 

Ebenso in der Cour d'amour (Romania X, 522), nur dass 
hier mie für pas steht, s. Raynaud ib. und M.-R., Fabl. 
VI, 272; ebenso ferner RuP. II, 11 V. 21—2. 



— 12 — 

V. 161 — 2 Amis, on m'i dcstramt por t 
et si nr vom puls oubVU r. 

V^l. RuP. 1,41 V. 28 — 9 

Bous amiSy 
por vous mi destraint mes marls. 

V. 170 — 1 Acolez moi et besiez cloucement, 

quar li maus (Vamcr me tlent jottement 

Die erste Zeile lautet ebenso im Meliaein am Anfange eines 
Liedes (Ztschr. X, 463); die zweite Zeile lautet im Renart 
le novel (Roman de Benart ed. M6on IV, 413); 

Jol'ietement 
me tient li maus d'amer. 

V. 188 — 9 Nus ne doit lez le bois aler 
sanz sa eompalgnete. 

Ebenso RuP. 111,24 V. 12—3 (Jehan Erart), s. Gröber. 
Gr. II, 1 S. 667; ferner RuP. I, 49 V. 14 — 5. Beide Stellen 
hat schon Bartsch, RuP. S. 347 herangezogen. Weiterhin 
am Schluss von Str. 5 eines Liedes (Raynaud, Bibliogr. <l. 
chans. frang. n° 548), s. Brandin, Inedita der altfrz. Hs. Pb 5 
S. 20 und Jeanroy, Melanges S. 56 n° XII. 

V. 197 — 8 Ai'nsi doit aler ftns cuers 
qui bien aime. 

Vgl. Ainsl doit aler qui aime (Guillaume de Dole 
ed. Servois V. 296, 299, vgl. S. 76; Cour d'amour (Romania 
X, 524); Dex, ainsi va qui aime, Ainsl va (Raynaud, Rec. 
de mot. II, 58 und fast genau so Roman de la Violete 
ed. Michel S. 38, worauf schon Bartsch in Ztschr. VIII, 462 
hingewiesen hat); Ainsi va qui amors maine im Lai 
d'Aristote (Barbazon-Meon, Fabl. et cont. III, 111) vgl. 
Jeanroy, Org. S. 396; Tout ainsi va qui d'amors vit Et 
qui bien aime in der Cour de paradls (Barbazan-Meon 
III, 137; Tout ansi vait qui aimment (sie) Jolietement 
(Arch. Bd. 99 S. 360 n° 79); Ainsi doit on aler a son 
ami (Tournois de Chauvenci V. 3178; Raynaud, Rec. de 



— 13 — 

mot. II, 94 — 5); Ensi doil aler dame a son ami in der 
Cour de paradis (Barbazan-Me'on III, 139): Ansi va bete 
dame a son ami (RuP. I, 36 V. 59). 

V. 206 — 7 Por Bleu, tolez moi quanques j'ai, 
si me rendez m'ami'e! 

Fast ebenso am Schlüsse von Str. 5 eines unedierten Liedes 
(Raynaud n° 1943), s. Jeanroy, Melanges S. 63 n° XXXII. 

V. 224 — 6 Vostre Jalousie 
est plus enragie 
que li maus des denz. 

Im Ovide moralise (Hist. litter. XXIX, 480) heisst es : 

Mal de Jalousie est plus enragiez 
que nul mal de denz. *) 

V. 234— 5 Bele, quar balez, je vous en pr% 
et je vous ferai le virenli. 

Vgl. RuP. II, 35 V. 21— 2 

Je ferai une estampie 

si jolie, 
balle un petit, je Van proi. 

V. 243 — 4 Espringuiez et balez cointement 

vous qui par amors amez leaument. 2 ) 

Ebenso (ausser liement für cointement) am Schluss von Str. 1 
eines unedierten Liedes (Raynaud n° 1367), s. Jeanroy, 
Melanges S. 58 n° XVIII. Entfernte Aehnlichkeit zeigt 

1 ) In der Auberee liest man V. 246 — 7: 

Quar Jalousie Va souspris, 
qui est pire de mal de denz. 

In der Anmerkung dazu verweist Ebeling auf unsere Stelle in 
der Chastelaine. 

2 ) Ungenau angeführt von Jeanroy, Org. S. 395 und darnach 
von G. Paris, Orig. d. 1. poes. lyr. S. 55 Anm. 5; der letztere zitiert 
gleich darauf (Anm. 6) einen Refrain , der aus der Chastelaine 
stammen soll, allein er kommt daselbst nicht vor. 



— 14 

o>- de Vespringuier I ja me renvoiserai (Raynaud, Rec. de 

mot. 1, 109) und noch entferntere ib. I n" 107, s. Gröber, 
Gr. II, l & 667. 

V. 270—1 Sc j'ai fct ma fol'icte, 

nus n'en avra pis de mi. 

Vgl. den Anfang der zweiten Strophe eines Liedes: 

Se j'ai fete ma folie, 

bien i connois mon outrage. 

(Tarbe, Chansomiiers de Champagne 7 S. 49.) 

V. 279 — 81 J'ai trove le ni de pie, 

mais li piot n'i sont m'ie; 
ü s'en sont trestuit vole. 

Hievon kann ich nur die erste Zeile nachweisen; in 
einem Liede nämlich des Gillebert de Berneville ed. Waitz 
in den Beiträgen zur Romanischen Philologie (Gröber-Band) 
n° XVI bringt Hs. U eine Strophe, die S. 107 mitgeteilt ist 
und deren Schluss lautet: 

Et s'ai bien .c. sols tout sans dongier, 

mais je ne les gaingnai mies (1. mie); 
m j'a (dial. für j'ai) troveit lou nit de pie. 

Vgl. noch bei Raoul de Soissons ed. Winkler n° 10 St. V: 

Bien cuidai prendre Ja pie, 
mais encor ne Vai je mie. 

V. 289 — 90 Jolietement m'en vois, 
joü'etement. 

Ebenso Tournois de Chauvenci V. 2524, s. M.-R., Fabl. 
VI, 272 ; vgl. ferner Je m'en vois si mignotement (Raynaud, 
Rec. de mot. I, 23) und Je tie[n]g par la main m'am'ie, 
S'en vois plus mignotement (ib. I, 192); letzterer Refrain 
fast gleichlautend auch Cour de paradis (Barbazan-Meon 
111,143), vgl. Jeanroy, Org. S. 395, ingleichen RuP. II, 27 
V. 93 — 4, vgl. ib. S. 369. 

V. 298 — 9 J'ai amoretes a mon gre, 
s'en sui plus jol'iete assez. 



— 15 — 

Ebenso RuP. II, 71 V. 68—9, s. Bartsch, ib. S. 375; vgl. 
ferner . . . J'ain par amorette . . . s'an suis joliete . . . 
(Arch. Bd. 99 S. 363 n° 89), J'ai amors fait a mon gre, 
Miels en voudra ma v'ie {Roman de la Violete, S. 13; 
Michel verweist auf unsere Stelle in der Chastelaine), Or 
ai hone amor novele A mon voloir (RuP. II, 117 V. 5), 
Amors ai a ma volente Teles con je veill (Roman de Ja 
Poire ed. Stehlich V. 2793 — 4), J'ai trouve fines amoretes 
A mon gre (Hist litter. XXIX, 483), Amouretes ai jotieies, 
S'amerai (Raynaud, Rec. de mot. I, 247), ausserdem von 
Bartsch (Ztschr. VIII, 460) in zwei Liedern nachgewiesen, 
Fines amouretes ai (RuP. II, 106 V. 11 und Adam de la 
Halle ed. Coussemaker S. 214); endlich klingt an eine 
Stelle im Meliacin (Ztschr. X, 466 n° 16). 

V. 307 — 8 A gironees derart amors, 
a gironees. 

Ebenso 1 ) Cour de paradis (Barbazan-Meon III, 142), nur 
dass hinter depart noch ein mes steht, s. P. Paris in Hist. 
litter. XXIII, 544 und M.-R., Fabl. II, 294. 

Erwähnt sei noch, dass, wie schon Bartsch, RuP. S. 381 
bemerkt hat, von V. 26 — 7 Ja n'ere au vilain donee, Se 
cuers ne me faut wenigstens gleiche Verslängen und 
gleicher Reim wiederkehren in RuP. III, 6 V. 44 — 5: Se 
Robins m'a mal guardee, Mal dehait qui cliaut Auch 
mögen gleich hier ein paar mehr oder weniger deutliche 
Anklänge verzeichnet werden, welche man bei im Innern 
der Strophe stehenden Versen an anderweitig begegnende 
Refrains wahrnimmt: Chast. V. 139 — 40: Biexl or i puet 



*) Wenn Jeanroy, Org. S. 399 Anm. 1 sagt, es gäbe fast 
keinen Refrain, der uns nicht in verschiedener Form überkommen 
wäre, so lässt sich dagegen eine Anzahl oben nachgewiesener 
Korrespondenzen anführen, also Chast. V. 17 — 8, 44 — 5, 89 — 90, 
188—9, ferner V. 35— 6, 134—5, 206—7, 243-4, 307-8, indem 
in den letzten fünf Fällen die Varianten so leicht sind, dass sie 
keine Verschiedenheit der ganzen Form konstituieren können. 
Ausserhalb der Chastelaine erscheint z. B. auch Dame qui a mal 
mari etc. an den beiden Stellen, wo der Refrain begegnet (RuP. 
1, 64 V. 5—7 und 1, 49 V. 44—6), in ganz identischer Gestalt. 



— 1 6 — 

trop dvmorcr Mos a/mis Q moi rrccoir und KuP. II, 11 
V. 53 — 4: Bobins ait trop demore A lu belle reveoir 
(vgL Raynaud, Rec. de mot. II, 95), Chast. V. 142: Trop 
lone tens oubliee m'a und RuP. 11,11 V. 10 — 1: IIa amis 
li biauls U doz, Trop m'aveis obliee, Chast. V. 195: J'ai 
hone amoretc trovee und im Ovide moralise (Hist. litter. 
XXIX, 483) : J'ai trouve fmes amouretes A mon gre, Chast. 
V. 291 — 2: Jol'ietement m'i demaine Bone amor und RuP. 
I, 72 V. 7 — 8 Amors, amors, amors Mi demeine, demeine . . ., 
sowie Einsi nos meine li maus d' amors (Rom. de la Poire 
V. 1151). 

Die in der Chastelaine zur Anwendung kommenden 
Refrains werden dort selbst changons oder changonetes 
genannt (V. 52, 78, 187, 296), eine Bezeichnung, die man 
auch sonst für jene kleinen Gebilde findet, welche ein so 
eigentümlich reges und selbständiges Leben auf nord- 
französischem Boden geführt haben. Man tut jedoch nicht 
unrecht daran, den mehr charakteristischen Ausdruck 
refrain x ) zu gebrauchen, indem man sie mit Jeanroy als 
Bruchstücke uns nicht erhaltener 2 ) Tanzlieder 3 ) ansieht; 
mehrfach wiederholt innerhalb der letzteren, prägten sie 
sich leicht dem Gedächtnisse ein und lösten sich so von 
der Umgebung, in der sie ursprünglich standen, los, um 
in eigener Gestalt aufzutreten. Solche Refrains findet man 
bekanntlich, ebenso wie ganze Strophen aus Trouveres- 
Liedern in viele erzählende Dichtungen des 13. Jahrhunderts 



! ) In dieser Verwendung treffen wir refrait bei Jubinal, 
Nouv. rec. II, 236. Beiläufig begegnet refrain, refrait = „ Kehr- 
reim eines Liedes " schon am Anfange des 13. Jahrhunderts , und 
zwar im Meraugis (ed. Friedwagner V. 2974, 2976), was Jeanroy, 
Org. S. 105 entgangen zu sein scheint, s. Zeitschr. XI, 250. 

2 ) Ich sehe dabei ab von der Aelis- Strophe, s. G. Paris in 
Melanges de Philologie romane dedies ä Carl Wahlimd (1896) 
S. lff. 

s ) Dass später zuweilen auch Stellen aus höfischen Liedern 
zur Bildung von Refrains verwandt worden sind, ist vielleicht 
nicht ausgeschlossen, so dass ich denn bei den obigen Parallelen 
auch Changons herangezogen habe. Allerdings ist das Umgekehrte 
ebenso möglich: eine Verwebung von Refrains in das Innere 
höfischer Lieder. 



— 17 — 

eingeschaltet, 1 ) deren Reihe der „Guillaume de Dole" (ed. 
Servois) gegen 1200 eröffnet. Je später, desto zahlreicher 
werden sie daselbst, während die Liederstrophen zurück- 
treten. 2 ) Ingleichen erfuhren diese fremden Refrains, doch 
auch nicht vor dem 13. Jahrhundert, reichliche Verwendung 
in der strophischen Dichtung, in der chanson, im son 
d'amors, in der pas toureile, im saht d'amors (soweit der 
letztere strophisch ist), indem entweder ein und derselbe 
Refrain am Schlüsse jeder Strophe wiederkehrt oder mit 
jeder neuen Strophe ein neuer Refrain erscheint. Jeanroy, 
Org. S. 102 Anm. 2 zählt 54 so gearteter Gedichte. Das 
in der Chastelaine beobachtete Verfahren ist also nichts 
weniger als vereinzelt, dagegen treffen wir innerhalb der 
strophischen Poesie wohl nur in dem S. 10 erwähnten 
salu d'amors ein Spezimen von annähernd gleichem Um- 
fange, und in Anbetracht der Schwierigkeit, die es haben 
musste, 35 fremde Refrains in ziemlich nahen Abständen 
sinngemäss an Strophen zu fügen, deren Inhalt nicht ein- 
mal ausschliesslich lyrisch ist, muss man fragen, ob diese 
Refrains denn wirklich alle fertig übernommen sind. Unter 
denjenigen, welche wir nicht anderweitig haben reko- 
gnoszieren können — nur solche kommen in Betracht — 
dürften wenigstens ein paar auf eigener Erfindung des 
Dichters beruhen, so V. 116 — 7, indem durch diese Zeilen 
die Handlung allzu gut fortgeführt wird, so wohl auch 
V. 252 — 3 und V. 261—2. Bezüglich V. 71—2 und 
V. 215 — 6 w 7 age ich keine Entscheidung zu treffen. Die 
übrigen tragen, obgleich sonst nicht nachgewiesen, doch 
das Gepräge von Gemeingut. 

Was den Charakter unserer Refrains angeht, so dürften 
einige wirklich volkstümlichen Ursprunges sein, nämlich 



') Jeanroy, Org. S. 116 hat eine Liste solcher Dichtungen 
gegeben; hinzuzufügen wäre Le chastelain de Coucy (ed. Cra- 
pelet), La panthere d'amour (ed. Todd), Adenets Cleomades (ed. 
van Hasselt), und La chastelaine de Vergi (Barbazon-Meon IV) 
sowie Li contes d'amours von Baudouin de Conde (ed. Scheler 
no IX) wegen je einer Stelle. 

2 ) Jeanroy, Org. S. 117. 
Schultz-Grora, Zwei altfrz. Dichtungren. 2 



— 18 — 

Je prendrai Voiselet Tout en volant (V. 80 — 1), Mes 
cuers est si jolis, Vor un poi qu'il ne s'en vole (V. L79 
bis 80), J'ai fröre le ni de p'ie, Mais U pfot n'i sont 
mXe; II s'en sont trestuit voU (V. 279 — 80), Für den 
zweiten derselben ist zu vergleichen Fole, man < ole! 

in zwei Volksliedern bei M. Haupt, Französisch»* Volks- 
lieder S. 42, und Jeanroy, Org. S. 186 sowie die gleich- 
falls in einem Volksliede begegnende Stelle West avis <[ar 
je vole, Colin (Jeanroy S. 414); von dem dritten sagt 
P. Paris (Hist. litter. XXXIII, 543), dass er ihn oft habe 
auf dem Lande singen hören. Unter den auf den Tanz 
bezüglichen Refrains zeigen vielleicht bäuerlichen Charakter 
V. 243 — 4 und V. 234 — 5; ländlichen Anstrich hat des- 
gleichen V. 188 — 9. Dagegen stammen gewiss aus höfischen 
Kreisen V. 88 — 90 und V. 98 — 9, wie schon der Ausdruck 
dame lehrt, ebenso V. 8 — 9, 17 — 8, 26 — 7, in welchen 
die Verachtung gegenüber dem vilain zu tage tritt, 1 ) die 
nur aristokratischen Ursprungs sein kann; V. 197 — 8 und 
V. 289 — 90 dürften sich auf höfische Tänze beziehen. 

Wie die Refrains abzuteilen seien, kann zuweilen 
zweifelhaft erscheinen; jedenfalls aber verdient es keine 
Billigung, wenn Montaiglon-Raynaud bei einer Anzahl der- 
selben gar keine Abteilung vornehmen, sondern dieselben 
in eine Zeile zusammenziehen (V. 53 — 4, 71 — 2, 80 — 1, 
89 — 90, 143 — 4, 197— 8).2) Es ist offenbar, dass, wenn 
zwei Refrainzeilen nicht miteinander reimen, 3 ) der Dichter 



*) Mehrere solcher Refrains bei Jeanroy, Org. S. 179, wo 
übrigens Chast. 17—8 fehlt (die Stelle steht S. 20 aus einem 
anderen Fundorte angeführt). Warum man übrigens diese Refrains 
nicht als den wahren Ausdruck vorhandener Anschauungen be- 
trachten soll, vermag ich nicht einzusehen; was G.Paris, Les 
origines de la poest'e lyrique en France au moyen äge (Sonder- 
abdruck aus dem Journal des Savants 1892) S. 21 dagegen an- 
führt, kann nicht überzeugen. 

2 ) Es beruht wohl nur auf einem Druckversehen, wenn an 
dieser Stelle auch noch zwei dem Refrain voraufgehende Zeilen 
als kursiv erscheinen. 

3 ) Gereimt sind in der Chastelaine zwei Refrainzeilen im 
ganzen sechsmal, nicht bloss viermal, wie Jeanroy, Org. S. 108 sagt. 



— 19 — 

die erste derselben als reimlos belassen wollte, indem die 
Verbindung mit der Strophe erst durch den Reim der 
folgenden Zeile erfolgen sollte. Dasselbe Verfahren haben 
die Trouveres, welche fremde Refrains in strophischen 
Gedichten zur Anwendung bringen und auch Baudouin 
de Conde in seiner Prison tVamour beobachtet. Damit soll 
nicht gesagt sein, dass der erste Vers ursprünglich reimlos 
gewesen sei. Zweimal habe ich den Refrain in drei Zeilen 
geschrieben (V. 224 — 6 und 279 — 81), indem bei An- 
nahme von Zweizeiligkeit der erste Vers Binnenreim zeigen 
würde; einen solchen könnte man zwar im ersten Falle 
annehmen, nicht wohl aber bei V. 279 — 80, weil sonst ein 
15 silbiger Vers entstünde. Der Refrain der letzten Strophe 
erscheint sogar in vierzeiliger Gestalt; allerdings wäre auch 
hier wieder Binnenreim möglich, einfacher oder doppelter, 
indessen sei z. B. auf RuP. III, 12 verwiesen, wo auch ein 
vierzeiliger Refrain a a ab — Binnenreim ist wegen der 
Länge der Verse ausgeschlossen — begegnet, der, ebenso 
wie es an unserer Stelle geschieht, mit b an die letzte 
Zeile der Strophe angeknüpft wird. Wo kein Gegengrund 
vorlag, habe ich stets zwei Zeilen geschrieben, und so er- 
halten wir V. 171 einen elfsilbigen Vers, der jedoch auch 
sonst in der Lyrik und auch in Refrains *) vorkommt ; 
wollte man diesen trotzdem zerlegen, so ergäbe sich ein 
reimloser Vers an einer Stelle des Refrains, an der er 
in unserer ganzen Dichtung nicht begegnet. In V. 8 — 9 
liegt zwar ein Reim vor (moi : voi), ohne dass ich dem- 
entsprechend abgetrennt habe, allein diesen Reim wird 
man als zufällig ansehen müssen, anderenfalls würden vier 
kreuzweise gereimte Viersilbler entstehen, die meines 
Wissens in dieser Aufeinanderfolge und Reimstellung sonst 
nicht anzutreffen sind, ausserdem aber würde das Prinzip, 
welches der Dichter zu befolgen scheint, bei mehr als 
zweizeiligem Refrain die Reimkorrespondenz zur Strophe 
erst mit dem letzten Verse zu bringen, verletzt sein. 
V. 261 — 2 bezeichnen keinen analogen Fall, da -iez und 
-eis nicht miteinander reimen dürfen. — Eine weitere 

i) RuP. 1, 67 V. 35-6; I, 68 V. 9-10 (vgl. I, 49 V. 60-1). 

2* 



20 — 

Präge ist es, wie man die beiden nicht miteinander 
reimenden /»ihn eines Refrains abzuteilen habe. Die 
Schreibung der Handschrift kann dabei nicht massgebend 
Bein, denn dort linden wir folgende unannehmbare Ab- 
trennungen: Se je sui joü'ete, /ms j ,. m'en doit blas\ 
(V. 44 — 5), Je n'ai pas amoretes a mon \ voloir s 
sui malus joli'e (V. 134 — 5), S'ä ne se haste mes \ um 
perdue m'a (V. 143—4). Auch in V. 307—8 verfahrt der 
Schreiber unnatürlich: A (jlronees depart \ amors, a gü 
ronees. Bei V. 89 — 90 lässt sich die Abtrennung in der 
Handschrift Ntrfe riens a bele clame \ ne se prent allen- 
falls rechtfertigen, doch habe ich sie nicht beibehalten 
weil das enjambement etwas hart ist, und weil man für die 
Einteilung 3 + 8 eine Stütze findet an RuP. I, 41 V. 28—9 
Dons amis, Por vos ml destraint mes maris, indem hier 
der Reim beweisend ist. V. 134 habe ich schon mit 
amoretes geschlossen und nicht erst mit voloir, da RuP. 
II, 11, wo derselbe Refrain begegnet (s. oben), amoretes 
mit dem vorletzten Verse der Strophe durch den Reim 
gebunden ist. Bei V. 143 kann man schwanken, ob mit 
haste oder amis zu schliessen sei. In den übrigen Fällen 
lag keine Veranlassung vor, von der Handschrift ab- 
zuweichen. — Die nicht miteinander reimenden Verse 
der Refrains haben zum grösseren Teile ungleiche Länge, 
und dabei würde es bleiben, auch wenn man hier und da 
anders abteilen wollte als wir es getan haben. Von den 
sechs Refrains, deren beide Zeilen miteinander reimen, 
zeigen gleiche Länge V. 8 — 9, 107 — 8, 234 — 5 (s. Anm.), 
V. 261—2, ungleiche dagegen V. 170—1, 243 — 4. Das 
letztere ist weder bei eigenen noch bei fremden Refrains 
das Gewöhnliche, doch keineswegs ohne Beispiele (RuP. 1, 2, 
4, 8, 9, 12; I, 41 V. 28—9; II, 32 V. 4—5; II, 36 V. 9—10; 
11,48 V. 5 — 6; 11,27 V. 5 — 6; 111,46 V. 11— 2), und 
zwar differieren an den drei letzten der angeführten Stellen 
die Verse, ebenso wie bei uns, nur um eine Silbe. — Von 
den zehnsilbigen Versen haben V. 135 und 170 die regel- 
mässige Zäsur, nämlich nach der vierten Silbe; V. 244 
zeigt einen Einschnitt nach der fünften Silbe, was ja in 
der Lyrik begegnet (Tobler, Vb. 4 S. 102); in dem elf- 



— 21 — 

silbigen Verse 171 kann man Zäsur nach der siebenten 
Silbe annehmen. 

Der Refrain ist mit der Strophe stets durch den Reim 
in Verbindung gesetzt, und zwar so, dass in den Fällen, 
wo die Refrainzeilen nicht untereinander reimen, die 
Korrespondenz zum siebenten Verse der Strophe erst durch 
die letzte Zeile der Refrains gebracht wird; der Anschluss 
erfolgt auch da erst durch die letzte Zeile des Refrains, 
wo dieser aus drei oder vier Versen besteht, von denen 
die ersten untereinander reimen. Obiges Verfahren ist 
in den Gedichten mit fremden Refrains durchaus die Regel; 
daneben kommt es vor, dass schon die erste Zeile des 
Refrains mit der vorletzten der Strophe reimt, z. B. RuP. I, 36 
V. 35; 11,11 Str. 1, 2, 4; 11,71 Str. 1, 2,' 3. Eine be- 
sondere Korrespondenz stellen Jaques de Cisoing und Pierre 
le Borgne dadurch her, dass sie entsprechend der Länge 
der letzten Refrainzeile dem letzten Verse der Strophe sechs 
Silben statt acht Silben geben. 1 ) Wenn in der Chastektine 
die beiden Refrainverse mit einander reimen, so zeigen sie 
denselben Reim wie der letzte Vers der Strophe, und dies 
ist wiederum, entgegen dem was Jeanroy, Org. S. 399 
Anm. 1 sagt, auch anderw r ärts das Gewöhnliche, indem 
Gedichte mit eigenem Refrain ausser Betracht bleiben: 
unter den zahlreichen sons cVamors und Pastourellen z. B. 
weisen keinen Anschlufs auf nur RuP. 1,61; 11,2; 11,32 
(mit Ausnahme der ersten Strophe); 11,39; 111,25; 111,39. 
— Obwohl man hinter der letzten Zeile der Strophe immer 
eine stärkere Interpunktion setzen kann, so liegt darum 
doch mehrfach auch eine syntaktische Beziehung des 
Refrains zum Voraufgehenden vor, indem er entweder mit 
chanter, changon, changonnete, einmal auch mit dem Plural 
vers (im ganzen zehnmal) angekündigt wird, oder indem 
er in die Rede, die eben erst begonnen hat, so geschickt 
eingeflochten wird, dass er wie eine ganz natürliche 



Scheler, Trouveres beiges 11,84 V. 28; 11,144 V. 18. 
Scheler hat dies an der ersten Stelle besonders angemerkt, nur 
dass er auffallenderweise die Refrainzeilen unrichtig abteilt (in 
der letzten Zeile darf nur stehen Qui ainsi nous maine). 



— 22 — 

Fortsetzung derselben erscheint (V. 8— 9; 25—7; 252 — 3). 
Ks gehl schon hieraus hervor, dass der Dichter sichtlich 
bemüht war, den Inhalt dv< Refrains in gute Ueber- 
einstimmung zum sinn und Gedanken der vorangehenden 

Strophe Ell setzen, oder, wenn man will, immer solchen 
Refrain auszuwählen, der in den Zusammenhang und in 
die jeweilige Situation hineinpasste; zu diesem Zwecke be- 
reitet er ihn manchmal durch ganz ähnliche Wendungen 
vor (V. 107 — 8; 270 — 1). Daher spüren wir denn in dem 
Refrain, was seinen Inhalt angeht, nur selten den Fremd- 
ling, wohl nur V. 8 — 9, da liier auf den v Ilain als an- 
wesend hingezeigt wird, während derselbe doch erst später 
erscheint, und ferner V. 161 — 2 (s. Anm. zu V. 161), 
vielleicht auch V. 215 — 6, 224 — 6, denn der xVusdruek 
Jalousie ist, auf den Bauern angewendet, der seine ihm 
eben angetraute Frau zurückverlangt, wenig angemessen. 
Besondere Beachtung verdienen noch V. 116 — 7 insofern 
als hiermit eine durch kein dist eingeleitete Gegenrede 
beginnt und schliesst, doch sahen wir schon oben, dass 
diese Verse vom Dichter selbst herrühren dürften. 

Eine noch viel engere Verknüpfung als mit dem Vorauf- 
gehenden hat der Refrain mit der jedesmal folgenden 
Strophe erfahren, und zwar in der Art, dass das letzte 
Wort oder die letzten Wörter (bis zu fünf) des Refrains 
unmittelbar am Anfange der nächsten Strophe wiederkehren. 
Nur einmal steht das Anfangswort einer Strophe schon 
in der ersten Zeile des Refrains, aber gleich darauf folgen 
die drei Schlusswörter desselben (V. 91). V. 254 kehrt 
das Schlussw T ort a'ie in anderer Lautgestalt wieder {a> 
Indem nicht selten der ganze Gedanke des Refrains re- 
kapituliert wird, erscheinen auch noch weiter voranstehende 
Wörter aus dem Refrain wiederholt; einmal begegnen wir 
sogar dem letzten Verse einer Strophe von neuem in der 
zweiten Zeile der folgenden (V. 124, 128), wozu man noch 
die Wiederholung von trop lonc tens (V. 142, 146) ver- 
gleichen möge. Die eben gekennzeichnete Verbindung des 
Refrains mit dem Folgenden hat unser Dichter fast immer 
äusserst geschickt vollzogen, namentlich empfindet man die- 
jenigen Stellen als reizvoll, an denen zugleich mit dem 



— 23 — 

wiederaufgenommenen Refrainworte die Rede eines anderen 
beginnt (V. 19, 46, 118, 263). Wie bekannt, nennen die 
Leys cVamors I, 280 in vorliegender Art verknüpfte 
Strophen coblas capfinidas. 1 ) Bartsch hat in Eberts Jahr- 
buch für romanische und englische Literatur I, 178 ff. die 
betreffenden provenzalischen Gedichte zusammengestellt. 
Wir werden im folgenden Abschnitte sehen, in welchem 
Umfange dieses Verfahren auch in Nordfrankreich geübt 
worden ist, und wir werden aus dem Umstände, dass 
Strophenverknüpfung und fremde Refrains zu gleicher Zeit 
in unserem Denkmal auftreten, wenigstens einen ungefähren 
Schluss auf das Alter desselben zu ziehen versuchen. 



4. Mutmassliches Alter der Dichtung. 

Da unser Denkmal ohne Verfassernamen überliefert 
ist, so haben wir zunächst keinen weiteren Anhalt für eine 
Zeitbestimmung als das Alter der Handschrift (Ende des 
13. Jahrhunderts). Die Tatsache jedoch, dass der Ver- 
fasser des „Guillaume de Dole" sich i. J. 1200 als den 
ersten nennt, der fremde Refrains zur Anwendung gebracht 
habe, verhilft uns zu einem terminus a quo, der nicht vor 
dem Beginne des 13. Jahrhunderts liegen kann. Es fragt 
sich nun, ob es möglich ist, den terminus a quo und den 
terminus ad quem näher aneinander zu rücken. 

Der Umstand, dass unser Dichter offenbar bestrebt ist, 
reich zu reimen, macht nichts Weiteres wahrscheinlich als 
dass er dem 13. Jahrhundert angehört. 2 ) Die Beobachtung, 
dass die Chastelaine einen ziemlich starken Prozentsatz 
von reichen Reimen aufweist, fördert nur wenig, da schon 
Gautier de Coinci (f 1236), wie bekannt, den reichen Reim 
besonders gepflegt hat. Ingleichen ist für eine nähere 



*) Cobla capfmida im Singular bezeichnet eine Strophe, 
deren Reim Wörter von Zeile zu Zeile aufgenommen werden. 
Eine solche wohl unbeabsichtigte Verknüpfung stellen bei uns 
V. 103—4 (ardant) dar. 

2 ) Vgl. Freymond, Ueber den reichen Reim bei altfranzösischen 
Dichtern in Ztschr. VI, 177. 



— 24 — 

Datierung von keiner Wichtigkeit die Tatsache, dass die 
Reimpaare in unserem Denkmal häufig gebrochen sind, 1 ) 
(1. h. dasfi ein Sinneseinschnitl in der Mitte eines Reimpas 
eintritt, denn Bchon Raoul de Hondeno, Iluon de M 
Qirbert de Montreuil, Dichter der ersten Hälfte dea 
13. Jahrhundert.-, huldigen diesem Verfall ren in ausgedehntem 
Masse; 2 ) ausserdem wäre es bedenklich, hierauf bei eine] 
strophischen Dichtung etwas zu geben, in der Lebhafte 
Reden und Gegenreden geführt werden, und in der die 
Sirbenzeiligkeit der Strophe wiederholte Brechung nahe- 
legte. Ein anderes Moment aber dürfte von einiger Be- 
deutung sein: die im vorigen Abschnitte gekennzeichnete 
Strophenverknüpfung. Was lyrische Gedichte angeht, so 
hat wohl zuerst Mätzner, Altfranzösische Lieder 8. 160 
einige dahin gehörige Beispiele angeführt. Eine Prüfung 
der gedruckten Liedertexte ergibt folgende Liste so ge- 
arteter Gedichte: 436 (Jeanroy, Org. S. 507 n° XX VII) 450, 
508, 536, 607, 824, 1102, 1217, 1267, 1271, 1457, 1488, 
1528, 1560, 1586, 1621, 1662, 1668, 1669, 1745, 1813, 
1957, 2035, 2122 (die Nummern sind die von Raynaud 
Bibliogr. d. chans. fran£. II), indessen muss man hinzufügen, 
dass in mehr als der Hälfte dieser Lieder 3 ) der Anschlug 
nicht konsequent durchgeführt ist, 4 ) sich sogar oft nur auf 
zwei Strophen erstreckt. Neun Lieder unserer Liste sind 
anonym überliefert. N° 1102 gehört Gace Brule an (ed. 
Huet N° VII, vgl. eb. S. XL VIII), und da dieser schon im letzten 
Viertel des 12. Jahrhunderts dichtete und bis 1212 zu verfolgen 
ist, 5 ) so würde dies allerdings beweisen, dass schon zu jener 



x ) Es sei im besonderen auf fünf Anfangszeilen je einer 
Strophe hingewiesen (V. 154, 199, 236, 245, 300), welche schon 
deshalb eine starke Interpunktion hinter sich verlangen, weil mit 
ihnen die Kede einer Person abschliesst. 

2 ) S. Paul Meyer, Le couplet de deux vers in Romania 
XXIII, 20, 21. 

3 ) No508, 12 L7, 1457, 1528, 1560, 1586, 1662, 1668, 1669, 
1745, 1813, 2122. 

4 ) Solche Inkonsequenz begegnet zuweilen auch in Trobador- 
liedern, s. Bartsch in Eberts Jahrbuch 1, 180. 

5 ) S. Romania XXII, 127, Ausg. von Huet (1902) S. VI U. 
XVII und Gröber, Gr. II, 1, S. 677. 



— 25 — 

Zeit coblas capfinidas in Nordfrankreich bekannt waren, 
doch ist zu bemerken, dass die Strophenverkettung in 
n° 1102 insofern als nicht gleichartig mit derjenigen in der 
Chastelaine gelten kann, als das letzte Wort der Strophe nicht 
sofort, sondern erst am Ende der folgenden Zeile erscheint, 
indem der ganze Gedanke wieder aufgenommen wird, und 
andererseits verdient es Berücksichtigung, dass die beiden 
einzigen, zeitlich fixierbaren Minnesänger, welche (in n°450 1 ) 
und n° 536) ebenso konsequent und genau verfahren, wie der 
Verfasser unserer Dichtung, Jacques de Cisoing und Philippe 
de Remi, erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts 
gelebt haben, s. Scheler, Trouveres beiges II, S. XI und 
(Euvres de Philippe de Remi, Sire de Beaumanoir ed. 
Suchier I, S. IX. Werfen wir einen Blick auf die Dichtungen 
in nicht lyrischen Strophen, welche durchgängige oder 
teilweise Verkettung der letzteren aufweisen, und welche 
Naetebus, Die nichtlyrischen Strophenformen des Alt- 
französischen, S. 43 zusammengestellt hat, so finden wir, 
entweder dass sie im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts 
oder später entstanden sind, oder dass, falls man sie nicht 
datieren kann, doch keine Handschrift aus früherer Zeit 
als dem Ende des 13. Jahrhunderts zu stammen scheint. — 
Obige Erwägungen sind freilich noch nicht ausreichend, 
um ein späteres Datum der Chastelaine wahrscheinlich zu 
machen; allein es tritt noch ein Umstand hinzu: die Ver- 
wend ung von fremden Refrains. Dieser Brauch findet sich, 
wie schon Jeanroy, Org. S. 118 bemerkt hat, bei keinem 
älteren Liederdichter, und, was für uns besonders wichtig 
ist, eine Verknüpfung solcher Refrains mit der jedesmal 
folgenden Strophe, wie wir sie in der Chastelaine so 
strenge und zugleich so virtuos durchgeführt sehen, lässt 
sich als in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts üblich auch 
nicht mit annähernder Sicherheit feststellen. Die hierher 
gehörigen chansons sind Rayn., Bibl. n° 536, 2 ) 607, 824, 



*) S. Romania XXVI, 531 n° VIII. 

2 ) Diese Nummer ist ebenso wie 607 und 1586 in die Liste 
einzuschalten, welche Jeanroy, Org. S. 102 Anm. 3 von chansons 
avec des refrains aufgestellt hat. 



— 26 — 

1586, 1957, 2035; dazu gesellt sich ein unvollständiger 
strophischer $alu d'awnrs des Philippe de Remi (CEutrefl 
ed. Suchier II, 313) sowie eine strophische complamt 
d'amors (Bibl de Vccole d. chartes 1867 S. 154). *) N° 607, 
1586, 2035 sind anonym, was nicht etwa für ein höheres 
Alter beweisend ist: n" 824 wird von sieben Handschriften 
ebenfalls ohne Namen überliefert, während zwei es dem 
Pierre le Borgne de Lille zuschreiben; n° 1957 rührt von 
Jaquemin de la Vente her und n° 536 wohl bestimmt von 
Jaqnes de Cisoing, da von acht Handschriften sechs ihn 
nennen, während nur zwei keinen Verfasser angeben, lieber 
die Zeit von Pierre le Borgne de Lille und Jaquemin de 
la Vente wissen wir nichts Näheres; Jaques de Cisoing 
und Philippe de Remi lebten in der 2. Hälfte des 13. Jahr- 
hunderts; die complainte d'amors soll „wahrscheinlich - 
aus der Regierungszeit Ludwigs IX. stammen, doch gibt 
P. Meyer 1. c. S. 127 keinen Grund für diese Datierung an, 
ausserdem hat mit Bezug auf sie schon Naetebus 1. c. S. 43 
bemerkt, dass zwar überall der Gedanke, aber nur zuweilen 
ein Wort vom Schlüsse des Zitates wieder aufgenommen 
wird. Wollte man noch Gillebert de Berneville heran- 
ziehen, dessen Lieder n° 1528 und 1560 teilweise Strophen- 
verknüpfung, aber eigene Refrains zeigen, so würde man 
zeitlich damit nicht hinaufrücken, da auch Gillebert erst 
der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts angehört. In einem 
anonymen salu d'amors, den ich nebst einer dazu ge- 
hörigen Antwort in Ztschr. XXIV, 359 ff. herausgegeben 
habe, liegt endlich ebenfalls Strophenverknüpfung mit 
eigenen und fremden Refrains vor, und zwar ist sie 
ziemlich strenge durchgeführt, doch brauchen diese beiden 
Gedichte nicht vor die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zu 
fallen, da sie in derselben Handschrift stehen wie die 
Üliastelaine. In Anbetracht der ganzen obigen Sachlage 
dürfte es wenig glaublich erscheinen, dass die Chastelaine, 



*) In der ebenda S. 150 publizierten anonymen complainte 
(Tumors wird das letzte Wort eines vorangestellten fremden 
Refrains (= RuP. II, 11 V. 31 — 2) am Anfang des eigentlichen 
Gedichtes wiederholt, das in achtsilbigen Reimpaaren ge- 
schrieben ist. 



— 27 — 

in welcher das fragliche Verfahren vollkommen ausgebildet 
erscheint, vor der Mitte des 13. Jahrhunderts verfasst 
worden sei. 

Für eine spätere Entstehungszeit spricht schliesslich 
m. E. auch folgendes. Der oben erwähnte saht des Philippe 
de Remi hat nicht nur Verwendung fremder Refrains und 
Strophenverkettung mit unserer Dichtung gemeinsam, sondern 
er weist auch denselben Bau und dieselbe Reimstellung auf : 
aa bb cc d, *) vgl. Naetebus 1. c. S. 143. Es fällt schwer, 
dies als einen Zufall anzusehen. Hat der Verfasser der 
Chastelaine den saht zum Vorbilde gehabt, so könnte sie 
kaum vor 1270 entstanden sein, da man mit Suchier 1. c. I 
S. IX die poetische Tätigkeit Philippes in die Jahre 1270 
bis 1280 setzen darf. Ist da3 Umgekehrte der Fall, und 
dies dünkt mich in Berücksichtigung des Alters unserer 
Handschrift das Wahrscheinlichere, so lässt sich wenigstens 
soviel annehmen, dass beide Erzeugnisse zeitlich nicht 
allzu weit voneinander abliegen werden. So geht man 
wohl nicht sehr fehl, wenn man die Entstehungszeit der 
Chastelaine ungefähr mit den Jahren 1250 und 1270 ab- 
grenzt. Die sprachlichen Erscheinungen des Textes wider- 
sprechen einer solchen Datierung nicht. 



5. Sprache und Heimat. 

Die Lautgestalt der Wörter unseres Denkmals trägt 
im ganzen den Charakter des Franzischen oder Zentral- 
französischen, d. h. der Sprache der Ile de France, aus 
der die französische Schriftsprache erwachsen ist. Daraus 
folgt jedoch noch nicht, dass die Dichtung darin abgefasst 
gewesen sei, es fragt sich vielmehr, ob die Natur der Reime 
nicht dagegen spricht. Will man nämlich die ursprüng- 
liche Sprache eines poetischen Denkmals erkennen, so gilt 
es, die Reime zu prüfen. Diese gewähren wenigstens einige 



J ) Allerdings zeigt auch noch der oben erwähnte anonyme 
salu d'amors wenigstens für die ersten fünf Strophen (von da ab 
immer nur fünf zeilige Strophen + Refrain) das gleiche Schema 
(s. Ztschr. XXIV, 358). was bei Naetebus nachzutragen ist. 



— 28 — 

Sicherheit, indem die Abschreiber, auch wenn Bie da- Ganze 
absichtlich in einem anderen Dialekt transponierten, die 
Lautgestalt der im Keime stellenden Wörter nicht SO leicht 
antasten konnten, weil sie immer darauf achten mussten, 
oh durch einen Eingriff nicht auch der Keim zerstört 
würde. Je kürzer das Denkmal ist, desto unsicherer wird 
im allgemeinen das Bild sein, welches wir von der ur- 
sprünglichen Sprache desselben gewinnen, da natürlich e 
kleinere Anzahl von Keimen für gewöhnlich nicht einen 
so bestimmten Schluss gestattet als eine grössere, welche 
mehr Beobachtungsmaterial bietet. Was nun unsere Dichtung 
angeht, so dürften immerhin die Reime genügen, um uns 
wenigstens ungefähr über das Sprachgebiet, dem dieselbe 
ursprünglich angehört hat, zu orientieren; dabei lassen wir 
die Refrains aus dem Spiele, da sie, wie wir gesehen haben, 
zum grössten Teile fremder Herkunft sind und daher sich 
nichts auf sie gründen lässt. 

Zunächst wird sie durch alavne (70) und demaine (291) 
das bnrgundische Sprachgebiet ausgeschlossen, indem sich 
in alaine < halenam und demaine < üanlnat lat. e und 
/, die vulgärlat. zu e wurden, als ai darstellen, was in 
burgundischen Denkmälern nicht der Fall ist. Ferner ver- 
bietet cuite (32) < cöetam, also ein tit, welches aus ö -f- 
einem aus c entwickelten i erwachsen ist, an den Süd- 
westen zu denken. Endlich schliesst deprie (205) < de- 
precat, also i, dem ein e + einem aus c entstandenen i 
zugrunde liegt, den ganzen Osten und Westen aus. — Gibt 
es nun auf der anderen Seite in den Reimwörtern unseres 
Textes Erscheinungen, welche für eine der so übrigbleibenden 
Mundarten sprechen? 

Dass wir keinen Reim en -f- Kons, mit an -f- Kons, 
haben (dolant [79] < dolentum macht, wie bekannt, eine 
Ausnahme), ist nicht ohne weiteres für das Pikardische 
beweisend. Die Tatsache, dass in solaz : Nicolas (111) 
auslautendes z mit s gebunden ist, deutet zwar für das 
12. Jahrhundert auf das nördliche Sprachgebiet (s. Förster 
zum Erec V.3870), jedoch kaum mehr für das 13. Jahrhundert 
(s. Suchier bei Gröber, Gr. I 2 , 744). Wiederum nicht be- 
weisend ist das Vorkommen der dem Pikardischen geläufigen 



— 29 — 

Pronominalform nti in V. 271, weil hier das Reimwort im 
Refrain steht. 1 ) Dagegen fällt nun ins Gewicht das Auf- 
treten von ie für iee in sechie (= sechiee) : raverdie (176), 
indem ein Infinitiv sechir (s. Risop, Studien zur Geschichte 
der französischen Konjugation auf -ir S. 5 Anm. 1 nur auf 
englischem Boden zu begegnen scheint, ferner wohl auch 
in liement (169), indem ein leoninischer Reim zu joliement 
(171) vorliegt. 2 ) Diese Erscheinung gehört dem Norden 
und Osten an, und da der letztere, wie wir oben sahen, 
nicht in Betracht kommen kann, andererseits aber ie für 
iee dem Zentralfranzösischen so gut wie fremd ist und im 
Dialekt der Champagne, sowie in den südlichen Mund- 
arten gar nicht begegnet, so bleibt nur der Norden übrig. 
Hierher führt auch durch das Metrum gesichertes und 
dem Pikardischen eigenes vo (50, 183, 185) für zentralfr. 
vostre, sowie dreisilbiges averai (127), sofern das letztere 
nicht vielleicht durch das averai des Refrains (125) her- 
vorgerufen ist. Ferner darf man die Reime rieheee : seche 
(39), destrece : seche (174), sachiez : faciez (129) (leonin. 
Reim) heranziehen, „Zwitterreime", die vorzugsweise in 
ursprünglich pikardischen Texten begegnen. Liegen somit 
schon einige Kennzeichen des Pikardischen, durch Reim 
oder Metrum gesichert, vor, so ist es auch erlaubt, auf 
die speziell pikardische Form prendoie (38) hinzuweisen, 3 ) 
wiewohl sie nicht im reichen Reime steht, und schliesslich 
noch die pikardische Akkusativform des weiblichen ver- 
bundenen Fürwortes le (93, 196) 4 ) anzuführen, obgleich 
dieselbe natürlich nur ausserhalb des Reimes begegnet. 5 ) 



J ) Vgl. mi im Innern des Verses und zugleich ausserhalb 
des Refrains in V. 273 , doch wird hier das mi von V. 271 ein- 
gewirkt haben. 

2 ) Im Refrain steht enragie : Jalousie (225). 

3 ) S. Foerster zum Aiol V. 688 und Schwan-Behrens, Gramm, 
d. Altfranz. 9 §398. 

*) Auch V. 116 treffen wir auf dieses le, allerdings im 
Refrain, der jedoch vermutlich vom Verfasser selber herrührt, 
s. S. 17. 

5 ) - laus < -ellus , das in biaus (12,122) begegnet (vgl. 
biaute [85] und biau [313]) ist nicht ausschliesslich pikardisch, 
s. Förster, Cliges S. LXIX. 



— 30 — 

Obige Kennzeichen, anter denen namentlich secMe: 
raverdi'e nicht vom Kopisten herrühren kann, dürften in 
Anbetracht der Kürze i\v* Denkmals geniigen, am in 
dem Verfasser einen Pikarden sehen zu können. Eine 
nähere Abgrenzung jedoch innerhall) dv^ pikardischen 
Sprachgebietes lässt sich kaum vornehmen. Denn Belbst 
angenommen, der Autor habe bei dem Orte Saint Gille 
(V. 1), wohin er den Hauptschauplatz verlegt, ein 
bestimmtes Saint Gille im Auge gehabt und es wäre 
eine von den drei gegenwärtig in dem fraglichen Gebiete 
liegenden Ortschaften Saint-Gilles *) (dep. Somme und dep. 
Manche) gemeint gewesen, so würde daraus noch nicht 
folgen, dass der Verfasser aus der Nähe einer derselben 
gestammt hätte. 



6. Metrum und Heim. 

Unsere Dichtung besteht aus 35 Strophen, deren 
jede 7 Zeilen -f- zweizeiligem oder mehrzeiligem Refrain 2 ) 
umfasst. Jeder der 7 Verse zählt 8 Silben. Der achtsilbige 
Vers hat keine Zäsur. Die Reimstellung ist aa bb cc d, 3 ) 
indem der Reim zu d erst durch den Refrain gebracht 
wird, in der Regel erst durch die zweite Zeile desselben. 
Reimkorrespondenz von Strophe zu Strophe besteht natürlich 
nicht, ebensowenig Uebereinstimmung im Geschlechte der 
Zeilenausgänge, wie diese bei den zum Gesänge bestimmten 
lyrischen Gedichten erforderlich ist. Aeusserst selten finden 
wir stärkeres Uebergreifen der Konstruktion aus einem 
Verse in den anderen (enjambement) , eigentlich nur 

J ) S. Joanne, Dictionnaire des communes de France. P. Paris 
(Hist. litter. XXIII, 544) weist auf die in Südfrankreich gelegene 
Stadt Saint-Gilles hin, die allerdings als Wallfahrtsort auch dem 
Nordfranzosen bekannt sein konnte; Montaiglon- Raynaud, Fabl. 
11,293 denken dagegen an einen in der Champagne befindlichen 
kleinen Flecken dieses Namens. 

2 ) Ueber die metrische Gestalt der Refrains habe ich im 
dritten Abschnitte der Einleitung gesprochen. 

3 ) Gleicher Art ist die Reimstellung in der S. 25 erwähnten 
Complainte d'amors aabbeeddeef, nur dass hier die eigentliche 
Strophe um vier Zeilen länger ist. 



— 31 — 

V, 285 — 6, wo nach vilains in der Mitte des Verses eine 
starke Interpunktion eintreten muss (vgl. S. 9). 

1. Silbenzählung. 

a. Im Wortinnern. a) Ein Hiatus ist eingetreten nacli 
Ausfall eines intervokalen Konsonanten: mte (28), marie 
(57), espousee (115), agree (117), feroie (37) etc. — manage 
(4), escriez (70), öil (181), päis (185), veu (200), eusse 
(210), aerdre (227), veoir (110), viole (278) etc. Die Endung 
-iens (< -ebamus) ist schon einsilbig: aviens, seriens (184, 
185), was nach Suchier, Aue. et Nicol. 7 S. 80 im Pikardischen 
und Wallonischen allgemein war. Vortoniger Hiatvokal ist 
immer erhalten, ausgenommen in sole (138), s. Anm. dazu. 
ß) Zwei ursprüngliche Hiatvokale zeigen sich bewahrt in 
souef (193) und esetent (284); das letztere ist kein volks- 
tümliches Wort, während die Erhaltung des Hiat in ersterem 
bis jetzt nicht erklärt ist. 

b. Im Wortausgang. Es findet Hiatus statt zwischen 
betontem auslautendem Vokale und vokalischem Anlaute 
des folgenden Wortes: respondi a (6), ja a (29), m'a il 
(77), vole en (282) etc. Was die einsilbigen Wörter betrifft, 
so wird in ihnen auslautendes a elidiert bei ma und la 
(Pronomen und Artikel): m'ame (97), Vest venuz qiierre 
(156), V eure {WO) etc. Auslautendes i in einsilbigen Wörtern 
wird nicht elidiert bei si (< sie): si en (135, 136), bei qui: 
qui est, qui ert (94, 159), beim verbundenen Pronomen 
U 1 ): li otroie (105), li agree (117) etc. Der männliche 
Artikel des Sing, li kann seinen Vokal verlieren: Vavoirs 
(71), Vescuiers (311), braucht es aber nicht: li avoirs (42), 
li enfes (47). 2 ) Auslautendes e in einsilbigen Wörtern wird 
elidiert: Vavrai (7), Vi (9), d'ire (12), sHl = se (wenn) 
il (31), s'a = se (wenn) a (32), m'en (45), s'en*) = se 



J ) Die Elision tritt hier nur ein vor folgendem en, also 
Yen, wofür in unserem Texte kein Beispiel begegnet. 

2 ) Der Nom. Plur des männlichen Artikels, der gleichfalls 
li lautet, duldet niemals die Elision. 

3 ) In s'en von V. 296, 299 ist se die Nebenform zu nach- 
satzeinleitendem si. 



— 32 — 

(Pron.) en (51), n'avret (65), j'aie (111) etc . dagegen linden 
wir ee est (104) und je nie ( 167), da ce und je zu den 
Wörtern gehören, bei denen die Elision nicht obligatorisch 
sondern nur fakultativ ist, s. Tobler, VbA 8. 60; bei gue ist 
die Elision gleichfalls nur fakultativ (c'uns = qu'wts [2]). 
In mehrsilbigen Wörtern erfährt auslautendes nnbeton 
e Elision, ohne dass dies in der Schrift zum Ausdrucke 
kommt: riche ere (5), fille a (16), n'ere au (26), s 
amie (29), haute alaine (70) etc. In dem Vers A girot 
ai mon voloir (309) findet Elision trotz dahinter stehendem 
s statt, indem letzteres schon verstummt gewesen sein 
muss; einige weitere derartige Fälle verzeichnet Tobler, 
Vb. i S. 71. 

2. Reim. 
In der altfranzösischen Dichtung reimt offenes e und o 
(£, q) nur mit offenem e und o, geschlossenes e und o (e, o) 
nur mit geschlossenem e und o. Ere (5) < erat sollte £ 
haben, trotzdem muss das e ein geschlossenes gewesen 
sein, da es in unserem Denkmal, wie auch sonst, mit pere 
reimt, dessen aus freiem lat. a entstandenes e geschlossen 
war, s. Suchier, Altfrz. Gramm. S. 22. In joie müsste das 
o gemäss seiner Herkunft aus lat. au offen sein, aber das 
Wort macht eine Ausnahme und reimt hier (83, 104, 181, 
315) und anderswo mit Wörtern, deren oi ein geschlossenes 
o hat, da es auf älterem ei beruht, das lat. e oder t zur 
Grundlage hat, s. Cliges ed. Förster S. LXIV und Ebeling, 
Aub. S. 149. *) — Steigende Diphthonge, ausgenommen ie, 
werden öfter dem einfachen Vokale gegenübergestellt, der 
mit ihrem zweiten Elemente gleichlautet, s. Tobler Vb. 4 
S. 147. Hierher gehört der Reim cuite , gekocht 1 : euite 
(= quite, spr. kite) , ledig' (32 — 3), eine Reimwort- 
verbindung, die sich auch sonst findet, z. B. bei Baudouin 
de Conde ed. Scheler S. 109 V. 61- 2; M.-R., Fabl. IV, 8 
V. 109-10. 



l ) Anders G. Paris in Romania XI, 605, Suchier, Altfrz. 
Gramm. S. 51, Schwan -Behrens 9 §225. 



— 33 — 

Unser Dichter strebt unverkennbar nach dem reichen 
Reime *) und zeigt entschiedene Vorliebe für eine besondere 
Art desselben, den leoninischen Reim im engeren Sinne, 
also den Gleichklang, welcher mit dem der Tonsilbe voran- 
gehenden Vokal beginnt z. B. despont : respont (23), de- 
niers : greniers (30), voloir : doloir (50, 229, 309), poli 
:joli(68) etc. 2 ) Mehr als der vierte Teil aller Reime sind 
leoninische. Auch der äquivoke Reim, bei dem ein Wort 
lautlich mit zwei Wörtern zusammenfällt, ist vertreten: 
dire : d'ire*) (12), amis : a mis (145, 172). Doppelreim 
finden wir bei a celiim'abeli (91), en priivirenli (234), 
la vieiaie (251 — 3), ferner bei porter ai foiimaugre moi, 
vorausgesetzt, dass auch auslautendes ai für den Dichter 
den 6-Laut hatte, 4 ) vgl. Meraugis ed. Fried wagner 8. XXXVI. 
In Anbetracht der Neigung des Verfassers für möglichst 
viele gleichlautende Silben im Ausgange der Verse wird 
man es auch wohl nicht als Zufall ansehen, dass sich vor 
ja (7 — 9) und m'a (142 — 4) morrai und aorai einerseits 
oubliee und perdue andererseits finden. 

Wörter gleicher Bedeutung und gleicher Herkunft 
sollen nicht im Reime gepaart werden. In mari : mari (61 — 3), 
anuitianuit (190 — 1) ist beides verschieden, es sind also 
echte Homonyma, während in ja (7 — 9), fet (46 — 7), pas 
(64 — 5), avoir (86 — 7, 120 — 1) nur die Bedeutung eine 
andere ist, oder doch als verschieden empfunden wird. 

1 ) Ueber den reichen Reim bei altfranzösischen Dichtern 
hat eingehend gehandelt Freymond in Ztschr. VI, 1 ff. 

2 ) Hierher rechne ich auch den Reim d'amer : blamier (43), 
indem das s wahrscheinlich nicht mehr gesprochen wurde, s. 
Scheler zu Baudouin de Conde S. 409. Darf man in covient : ou 
(älter o) vient (66) gleichfalls einen beabsichtigten leoninischen 
Reim erblicken? 

3 ) Dieser Reim begegnet auch anderweitig oft, s. Freymond 
1. c. S. 195. 

*) Inlautend vor t finden wir e geschrieben in den Reimen 
fet : fet (46—7), fet : plct (113—4), vor r in den Reimen contrere : 
fere (212—3), fere : brere (236—7), dagegen faire : douaire (295—6), 
vor s im Reime reson : meson (154, 276) und im Innern der Verse 
in häufigem mes (aber mais 480), mauves (36, 37 etc.), bester (170), 
lessiez (261). Alle diese Fälle beweisen freilich nichts für die 
Aussprache des Dichters. 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungen. 3 



— 34 — 

Eine Ausnahme bilden in der alten Dichtung die Formen 
von twoir und estre, mögen diese als Bilfsverba funktionieren 
oder nicht: m'a (142 — 4). — Kompositum mit Simplex zu 
reimen war erlaubt: ravoir : avoir (208 — 9), «reiches letztere 
Wort allerdings Substantiv ist, mesprent : prent (88 — 90). 
covient: vient(66 — 7), ReimpäarwQrter, deren Bedeutung 
ziemlich weit auseinanderliegen, so dass die Stammes- 
gleichheil nicht sofort ins Geftthl tritt. — Die Forderung, 
dass innerhalb eines lyrischen Gedichtes ein einmal ge- 
brauchtes Reimwort nicht an einer anderen Stelle in gleicher 
Bedeutung wiederkehren dürfe, wird natürlich bei einer 
längeren strophischen Dichtung nicht erhoben: pere (6, 48, 
74), joie (83, 104, 181, 315) etc.; puceles (302) und pueele 
(311) wirken w r egen der Nähe, in der sie stehen, nicht 
angenehm, besonders da sich schon pucelete V. 301 im 
Keime findet. Aber auch je zwei Reimwörter erscheinen 
von neuem gepaart: avoir \ avoir (86 — 7, 120 — 1), mieiaml'e 
(28 — 9, 163 — 4), conte: honte (14 — 5, 231 — 2), reson: meson 
(154—5, 276—7), querre : terre (156 — 7, 240— 1), plorer: 
demorer (138-9, 260—1), amisiamis (145—6, 172—3), 
und zw r ar ist vor a mis noch lone tens wiederholt, voloir : 
doloir (50—1, 229 — 30, 309 — 10); vgl. noch Uement : 
joliement (169 — 71) und liement : jol'i 'dement (288 — 90). 
Es sei schliesslich hingewiesen auf die Wiederkehr einzelner 
Verse in mehr oder weniger ähnlichem Wortlaute : Doit 
bien avoir U vilains honte (15) und Vilains y bien devez 
avoir honte (231), Mes trop me fet le euer doloir (51) und 
Trop m'avez fet le euer doloir (230), Morir doi je bien 
par reson (154) und S'en doi bien dire par reson (277), 
Chanterai de euer liement (169) und qui ehantoit de euer 
liement (288), vgl. S. 9. 



La chastelaine de Saint Gille. 



3* 



f. 114 v° col. 1. 11 avint Tautrier a Saint Gille 
c'uns chastelains ot une fille, 
qui mout estoit de haut parage. 
Doner la volt par mariage 
5 am vilain qui mout riche ere; 
ele respondi a son pere: 
„Si m'äit Diex, ne l'avrai ja; 
ostez le moi, cel vilain la! 
se plus Vi voi, je morrai ja." 

10 „Je morrai ja", dist la pucele, 
„se plus me dites tel novele, 
biaus pere, que je vous oi dire; 
si me gart Diex d'anui et d'ire, 
li miens amis est filz de conte; 

15 doit bien avoir li vilains honte, 
qui requiert fille a chastelain? 
Ci le me foule, foule, foule, 
ei le me foule le vilain!" 

„Le vilain vous covient avoir", 
20 dist li peres, „par estavoir, 
si avrez a plente monoie, 
cainture d'or et dras de soie." 
Ainsi li peres li despont; 
mes la pucele li respont: 
25 „Quanques vous dites rien ne vaut; 
ja n'ere au vilain donee, 
se cuers ne me faut 

21. M.-B. arez\ nachträglich verbessert 11,294. 



— 38 — 

Cnere ae me laut enoore niie 
qne ja a quI jor soie amie 
30 a oel vilain por ses deniers; 
B'il a du ble piain ses greniers, 

^'a cliar de bacon crue et cuitc 
Bi La menjust, je li claim cuite: 
Je garderai mon pucelage. 
.'35 J'aim miex un chapelet de flors 
que mauves manage. 

Mauves mariage feroie, 
peres, se le vilain prendoie, 
quar son avoir et sa richece 

40 d'avarisce le euer li seche; 

mes mon euer me dit et semont 
que toz li avoirs de cest mont 
ne vaut pas le deduit d'amer. 
Se je sui joliete, 

45 nas ne m'en doit blasmer." 

„Blasraer, bele filleV Si fet; 
sachiez que li enfes qui fet 
contre le voloir de son pere — 
f.ll4v°col.2. sovent avient qu'il le corapere." 
50 „Peres, je ferai vo voloir, 

mes trop me fet le euer doloir 
ceste chanC;Ons et me tormente: 
nus ne se mar'ie 
qui ne s'en repente. 

55 Repente? Ce vueil je bien croire, 
peres, que la chancon soit voire : 
Cil se repent qui se mar'ie; 
quar je me sui ja repentie 
d'avoir mari, ainz que je Taie. 

60 Li parlers tant fort m'en esmaie 
que j'en ai tout le euer mari, 



49. M.-R. sovient; dieser Druckfehler findet sich schon bei 
Barbazan-Meon 111,371. 



— 39 — 

J'aim miex morir pucele 
qu'avoir mauves mari." 

„Mauves mari n'avrez vous pas; 
65 mes fiancier, isnel le pas", 

dist li peres, „le vous covient." 
A tant ez le vilain ou vient, 
qui mout avoit le cors poli; 
au miex qu'il puet, de euer joli, 
70 s'est escriez a haute alaine: 
„L'avoirs done au vilain 
fille a chastelaine" 

„ Chastelaine fu ja sa mere, 
chastelains est encor son pere; 

75 mes granz povretez l'avirone, 
quar por F avoir que je li done 
m'a il done la pucelete, 
s'en doi bien dire changonnette, 
quar je n'ai pas le euer dolant: 

80 Je prendrai Voiselet 

tout en volant 

En volant Foiselet prendroie; 

tant est li miens cuers plains de joie", 

dist li vilains, „que ne puis dire; 

85 quant je sa grant biaute remire, 
lors cuide paradis avoir. 
Qui por tel dame done avoir, 
si m'äit Diex, riens ne mesprent. 
Nule riens 

90 a tele dame ne se prent 

Nule ne se prent a celi 
dont li regars tant m'abeli 
que son pere le m'a donee; 
rose qui est encoloree 

67. M.-R. li vilains qui v.\ 11,294 wird nachträglich be- 
merkt, dass statt <jiä in Hs. ou steht. — 78. M.-K. chango)iette. 



— 40 — 

95 ne se prent pas a >a Dolor: 
Je ne Bent ne mal ne dolor, 
DD taut qu'il m'en BOvient, par m'ame. 
Diex ! com est douz li pcnssers 
f. 115 r° coL 1. gut vient de ma damel 

100 De ma dame ai un douz pensser, 
dont je ne puis mon euer oster; 
ades i pens. En regardant, 
si vair oeil vont mon euer ardant; 
ardant? Voire, ce est de joie. 

105 Por son douz regart li otroie 

mon euer, ne partir ne Ten vueil. 
En regardant m'ont si vair oeil 
donez les maus dont je me dueil. 

Je me dueil, se Diex me sequeure, 
110 quar je ne cuit ja veoir Teure 
que j'aie de li mon solaz. 
Ha! gentiz prestres Nicholas, 
espousez nous tost sanz nul plet." 
Dist le prestre: „Ce fust ja fet, 
115 mes ne sai quels est l'espousee." 
„Veez le la! demandez li, 
se m'amors li agree." 

„Agree vous ceste novele", 
dist li prestres a la pucele, 

120 „que vous doiez prendre et avoir 
cel vilain la por son avoir?" 
Ele respondi: „Biaus douz sire, 
je n'ose mon pere desdire, 
mes ja ne li porterai foi. 

125 Averai je dont, lasse, 

mon mari maugre moi? 

Maugre moi, voir, je Taverai, 
mes ja foi ne li porterai. 



105. imr Hs. und M.-E. — 114. M.-R. le prestres. 



— 41 — 

sires prestres, bien le sachiez." 
130 „II ne me chant que vous faciez", 
dist li prestres, „je vous espouse." 
En chantant s'escrie la touse, 
de dolant euer, come esbahi'e: 
„Je n'ai pas amoretes 
135 a mon voloir, si en sui mains jolie." 

„Mains jolie? Si en serai, 
ne ja mes jor ne passerai 
ne soie sole de plorer. 
Diex! or i puet trop demorer 
140 mes amis a moi reveoir. 

Par tens li porra mescheoir; 
trop lonc tens oubl'iee m'a. 
S'il ne se haste, mes amis, 
perdüe m'a. 

145 Perdüe m'a li miens amis. 

Je croi que trop lonc tens a mis 
a moi venir reconforter; 
quar li vilains nr'en veut porter 
f. Hör» col. 2. tout maintenant en sa contree. 
150 Douz amis, vostre demoree 

me fet de duel le euer partir. 
Au departir d'amoretes 
doi je bien morir. 

Morir doi je bien par reson." 
155 A tant ez vos en la meson 

son ami qui Test venuz querre; 

du palefroi mist piet a terre, 

et s'en entra dedenz la sale. 

Cele qui ert et tainte et pale 
160 en chantant li prist a cri'er: 

„Amis, on m'i destraint por vous, 

et si ne vous puis oublier." 



134. M.-E. amouretes. 



— 42 — 

„(Dublier ne vous puis je mle 

que je ae soie vostre amie 
165 trestoz les jors que je vivrai, 

ne ja mes jor ne vous faudrai, 

tant com je aie el cors la vi'e; 

por le vilain crever d'envie 

chanterai de euer liement: 
170 Acolez moi et besiez doucement, 

quar li maus cl'amer me tient joUement, 

Jolüement me tient, amis, 

li maus qui si lonc tens a mis 

mon euer por vous en grant destrece. 

175 Si com gelee la flor seche, 
m'a li vilains ades sechie; 
mes des or mes sui raverdie 
quant lez moi vous sent et acole. 
Mes cuers est si jolis, 

180 por un poi qu'il ne s'en vole. 

Vole mes cuers V Oi'l, de joie. 
Or tost, amis, c'on ne vous voie, 
si me montez sor vo cheval! 
Se nos aviens passe cel val, 
185 par tens seriens en vo päis." 
Cil qui ne fu pas esbahis 
la monte et dist tel chanconnete : 
„Nus ne doit lez le bois aler 
sanz sa compaingnete." 

190 „Compaignete, ne vous anuit, 
quar en tel lieu serons auuit, 
ou li vilains n'avra poissance. 
Alons souef, n'aiez doutance; 
je chanterai, s'il vous agree: 

195 J'ai bone amorete trovee; 

or viegne avant eil qui le claime. 

187. M.-ß. changonette. — 189. M.-R. compaignete. 



— 43 — 

Ainsi doit aler fins cuers 
f. 115 v° col. 1. qui bien atme. 

Qui bien aime, ainsi doit aler. tt 

200 A tant ont veu avaler 

le chastelain sor son destrier; 
li vilains li fu a Festrier, 
qui sovent son duel renovele, 
et quant a veu la pucele 

205 lez son ami, se li deprie: 

„Por Dieu y tolez moi quanques j'ai, 
si me rendez m'amiel 

M'amie me covient ravoir, 

quar j'en donai mout grant avoir, 

210 avant que Teusse espousee." 
Dont s'est la pucele escriee, 
se li dist un mot par contrere: 
„Vilains, force le me fist fere, 
si n'est pas droiz que vous m'aiez. 

215 Pis vous fet la Jalousie 

que li maus que vous traiez. 

Vous traiez mal et paine ensamble. 
La rage vous tint, ce me samble. 
quant vous a mon pere donastes 

220 Tavoir de quoi vous m'achatastes, 
ausi com je fuisse une beste: 
Cranche les .II. iex de la teste 
vous menjust et le euer dedenz. 
Vostre jalousze 

225 est plus enragie 

que li maus des denz. 

Li maus des denz vous puist aerdre, 
ain^ois que ja mes me puist perdre 
eil qui me tient a son voloir; 
230 trop m'avez fet le euer doloir, 
vilains, bien devez avoir honte." 
Dont s'escria li filz au conte, 



— 44 — 

cui ceste parole abeli: 
„Bele, qua/r balez, je vous m pri, 
235 et je vous ferai le rircnl/r 

„Le virenli vous covient fere." 
Et li vilains comence a brere, 
quant la parole a entendüe; 
mes riens ne vaut, il l'a perdüe. 
240 Cil est entrez dedenz sa terre; 
si ami le venoient querre, 
qui tuit chantoient liement: 

„Espringuiez et balez cointemcnt, 
vous qui par amors amez Veaument" 

245 „Leaument vous venons aidier." 
Adonc n'ot eure de plaidier 
li vilains quant les a veus; 
fuiant s'en va toz esperdus, 
f. 115 v° col. 2. au chastelain s'en vient arriere, 
250 se li a dit a basse chiere: 

„Fuions nous en, sauve la vife. 
La sainte croiz cVoutre mer 
nous soit hui en aie! 

En aide nous puist hui estre 
255 la sainte croiz au roi celestre", 

dist eil qui vousist estre aillors. 

Fuiant s'en va plus que le cors, 

quar de paor li cuers li tramble; 

toz ses parages i assamble, 
260 qui li ont dit, sanz demorer: 

„ Vilains, lessiez vostre plorer, 

si vous prenez au läborer." 

„Au laborer me covient prendre". 
dist li vilains, „sanz plus atendre, 

234. et je Hs. und M.-K. — 244. M.-R. amor. — 250. M.-R. 
dist; dieser Fehler schon bei Barbazon-Meon. — 252. M.-R. Croix, 
ebenso V. 255. 



— 45 — 

265 et gaaignier novel avoir. 

Bien sai que ne fis pas savoir, 
quant me pris a si haut parage, 
et se g'i ai fet mon domage, 
ne m'en blasniez, por samt Remi; 

270 se j'ai fet ma fottete, 

nus n'en avra pis de ml 

De mi ne cuit je qu'il ait homme 
qui soit mananz de si a Romme, 
a cui il soit pis avenu. 

275 Mes encor m'a Diex secoru, 
quant revenuz sui en meson; 
s'en doi bien dire par reson 
les vers que j'ai tant viole: 
J'ai trove le ni de p'ie, 

280 mais li piot n'i sont mte; 

il s'en sont trestuit vole. 

Vole en sont tuit li piot, 
c'est a dire que tel i ot, 
mien esci'ent, qui les en porte." 

285 Ainsi se plaint et desconforte 
li vilains. Or m'en partirai; 
de la pucele vous dirai, 
qui chantoit de euer liement: 
„Joltetement m'en vois, 

290 joUetement" 

„Jolietement m'i demaine 
bone amor, qui n'est pas vilaine, 
qui du vilain m'a delivree. 
Or sui venüe en la contree 
295 dont mes amis m'a fet douaire, 

s'en doi bien par droit chanf^on faire, 
quar j'ai toz mes maus trespassez: 
J'ai amoretes a mon gre, 
f. 116r° col. 1. s'en sui plus jol'iete assez. 



272. M.-R. mais; nachträglich verbessert II, 294. 



46 



300 Assez en sui plus joliete." 
Au de8cendre la pucelete 
ot assez dunes et puceles, 
qui ohantoient chancons noveles: 
et quant ce vint au congie prendre, 

305 la pucele, sanz plus atendre, 
les avoit a Dieu comandees : 
„A gironees depart amors, 
a gironees. 

A gironees ai mon voloir; 
310 li vilains s'en puet bien doloir." 
L'escuiers devant la pucele, 
qui tant estoit cortoise et bele, 
dist: „J'ai en biau lieu mon euer mis, 



315 ne sera que ne face joie; 
j'ai am'iete 
sadete, 
blondete, 
tele com je voloie." 



Explicit la x ) chastelaine de Saint Gille. 



*) M.-R. de la. 



Anmerkungen. 



1. Nicht ein Geschehnis wird zunächst berichtet, sondern 
eine Tatsache, so dass, genau genommen, avint nicht der zu- 
treffende Ausdruck ist; zwei weitere Beispiele für solche Ver- 
wendung von il avint gibtEbelingin Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 5 
und noch verschiedene andere Zipperling zum „Fablei du vila/n 
mire" V. 1. Der ganze Anfang erinnert ziemlich lebhaft an den- 
jenigen des bekannten Gedichtes von Conon de Bethune Uautrier 
avint en chel autre päis C'uns clievaliers . . . (ed. Wallensköld 
n° X). — Uautrier, häufiger Eingang kürzerer erzählender 
Dichtungen, namentlich von Pastourellen. Das Wort ist ein 
zusammengewachsenes V autre ier ,an dem anderen gestern' und 
dann , neulich' vgl. ital. l'altrieri; dass die ursprüngliche Be- 
deutung nicht mehr gefühlt wurde, zeigt z. B. l'autrier un jor 
(RuP. III, 21 V. 1). — Saint Gille, s. S. 30. Gille ist mit Aphärese 
der ersten Silbe aus Aegidium entstanden. 

2. C'uns; die Schreibung c für apostrophiertes que finden 
wir auch in c'on (182). 

3. Mout steigert den Inhalt der ganzen Aussage, ebenso 
V. 68; II, 4, 7 etc. — De haut parage, auch noch jetzt nicht un- 
gebräuchlich; altfrz. begegnet daneben de grant parage, auch ein- 
faches de parage ,von hoher Abkunft'. 

4. Doner ist vorangestellt, indem ein Ha volt doner un- 
möglich war, weil altfrz. kein tonloses Pronomen einen Aussagesatz 
beginnen darf. 

5. Eiche für riches, also Obliquus in der Funktion des 
Nominativs, s. zu V. 39; da ein riches eine Silbe zu viel ergeben 
würde, so ist die Obliquusform nicht auf Rechnung des Kopisten 
zu setzen. — Ueber den Reim ere : pere s. S. 32. 

7. Si m'ait Diex, häufige Beteuerungsformel ; ähnlich sime 
gart Diex (13). Auf si « sie) folgt das Verbum und dann erst 
das Subjekt (Inversion). In gleichem Sinne begegnet si Diex 
m'äit (auch se m'äit Diex 11,175), se Diex me gart, wiewohl 
hier se von lat. si kommt und die ursprüngliche Bedeutung des 
Ganzen ist ,wenn ich wünsche (und das wünsche ich doch), dass 
mir Gott helfe' oder ,wenn es wahr ist, dass mir Gott helfen 
möge', vgl. se Diex me sequeure (109). S. Gaspary in Ztschr. 
XI, 136 f. — Diex. Das x ist eine Schreibung für auslautendes s 
mit vorangehendem u, wenn noch ein oder zwei Vokale davor 
stehen, mit denen das u einen Diphthong oder Triphthong bildet- 
ebenso miex (35), iex (222). 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungren. 4 



— 50 — 

St Mii le wird auf da« folgende Objekt hingewiesen , so 
auch V. 17. Afot ist, wie me in V. 17 ethischer Dativ. Die 
Stellung der beiden Pronomina ist auch neufrz. die gleiche aber 
altfrz. kennen rie, einsein oder zusammen, beim positiven Im- 
perativ auch vor dem Verbum stehen (nur musfl etwas vorher- 
gehen), wobei denn für moi natürlich die unbetonte Form me 
hciiit : ci le me foule (17). 

9« LH. M.-R., Fabl. schreiben li. indem sie wahrscheinlich 
darin das pikardische li (für hri) erblicken, so dass denn die 
betonte Form des Pronomens, ohne doch einen besonderen Ton 
zu tragen, vor dem Verbum stünde. Letzteres begegnet aller- 
dings zuweilen, aber man tut gewiss besser, mit Barbazan-M6on 
und P. Paris Vi zu schreiben. S. im übrigen 8. 22. 

11. Tel novele geradezu — , solche Sache' ,so etwas'; eben- 
falls in abgeschwächter Bedeutung finden wir novele V. 118 und 
11,374; s. Li biaus Desconneus ed Hippeau V. 1316: ci avroit 
mont male novele ,das wäre eine sehr üble Sache ; und vgl. auch 
Scheler, Trouveres beiges II, 109 V. 23 sowie Boccaccio, Decamerone 
VII, 2: et io, misera me! percJie son buona e non attendo a < 
fatte novelle, ho male e mala Ventura. 

12. Biaus pere. In der Anrede bedeutet bei bei einem 
Substantiv ,lieb'; häufig erscheint es so zusammen mit douz (122). 
Der Vokativ lautet wie der Nominativ; über die Form biaus 
s. S. 29 Anm. 5; sonst begegnet für Nom. und Vokat. in unserem 
Denkmal die spätere Form peres. — Oi « audio) ist nicht zu 
verwechseln mit zweisilbigem öi « audivi). 

18. D'anui. Für regelrechtes cnui, ennui «*w Mio), be- 
gegnet oft die Schreibung mit a (s. Glossar), so auch in anuier, 
anideus; vgl. anemi für enemi. 

14. Li miens amis. Vor dem Substantiv kann ebensowohl 
die betonte Form des Possessivs stehen wie die unbetonte, doch 
hat die betonte Form den Artikel bei sich, also: li miens amis 
oder mes amis, vgl. li miens cuers (83) son pere (74). — Füz. 
Das flexivische s stellt sich nach ursprünglich mouilliertem / als 
z dar. Das z in gentiz (112), das auch in anderen Texten nicht 
selten begegnet, wird auf Kechnung pikardischer Schreiber kommen 
oder aus einer Zeit stammen, als überhaupt kein Unterschied 
mehr in der Aussprache von z und s bestand; Suchier, Altfrz. Gramm. 
§ 63 nimmt freilich eine Nebenform gentil mit mouilliertem / an. 

15— 16. Wir haben es hier mit einer jener positiven Fragen 
zu tun, die sich mehrfach an Stelle von zu erwartenden nega- 
tiven Fragen finden und auf die man keine Antwort erwartet, 
da das in die Frage Gestellte für den Kedenden ausser allem 
Zweifel steht. Ueber solche Fragen hat Schulze, Frgs. § 29 
und 100 gehandelt; neufranzösische Beispiele sind ebenda S. 27 
Anm., von Tobler VB. III 2 , 21 und von Ebeling in Ztschr. f. frz. Spr. 
u. Lit. XXIV, 5 — 6 beigebracht worden. Die Deutung des bien, 
das auch in den altfrz. Beispielen bei Schulze § 100 begegnet, 



— 51 — 

macht einige Schwierigkeit; an unserer Stelle scheint es mir 
, reichlich' zu heissen (vgl. V. 231 und Ven Ven doit malt bien fere 
honte im Rom. de Renart ed. Martin I, 367 V. 921), und so ver- 
stehe ich es auch M.-R., Fabl. IV, 95, wo Haimet, der einen 
glänzenden Diebstahl ausgeführt hat, voller Stolz fragt: ,Seignor', 
dist ilj ,que vous en samble? Doit bien vivre qui sibien emble?' 
(das zweite Fragezeichen fehlt im Text) = ,Muss reichlich d. h. 
bequem leben wer so gut stiehlt?' (natürlich muss er das). Jeden- 
falls ist es anderer Natur als das bien in gewissen Fragesätzen 
des Neufranzösischen, von denen Tobler VB. IV, 61 f. handelt. — 
Fille a chastelain. Bei persönlichen Begriffen wird der Besitz 
auch durch den Dativ ausgedrückt, ebenso z. B. fitte a chastelaine 
(72), filz au conte (232), s. Diez, Gramm. 4 III, 141. 

20. Par estavoir , notwendigerweise'. Estavoir mit a trifft 
man häufig für regelrechtes estovoir , nötig sein', z. B. auch II, 272. 
Verstärkung mit fin ,rein' begegnet Cleomades ed. van Hasselt 
V. 8024 : par fin estouvoir. 

21. Si « sie) verbindet, wie hier, Hauptsätze miteinander 
und erscheint auch zusammen mit et (11,15. 315 etc.); es führt 
aber auch den Nachsatz ein (33, II, 351 etc.). Immer muss gleich 
das Verbum folgen und nur verbundene Fürwörter dürfen da- 
zwischentreten. 

23. Ainsi . . li despont. Der Acc. le ,es' ist, wie oft, vor 
li nicht zum Ausdruck gekommen. Ebenso wie le ,es', ,ihn' 
kann auch la (so V. 33) und les vor li oder auch vor lor unter- 
drückt werden. Das Verfahren im Lateinischen bietet die Er- 
klärung hierfür, vgl. Anm. zu 11,205 — 6. 

25. Quanques. Diese Form begegnet neben dem ursprüng- 
lichen quant que schon im 12. Jahrhundert. Dem s liegt kein 
lat. s zu Grunde ; es ist wie z. B. auch in onques (II, 43 etc.) 
sanz (113 etc.) ein sogenanntes adverbiales, das hier wohl durch 
das meistens adverbial gebrauchte auques hervorgerufen sein wird. 
— Vaut. Ein l vor Konsonant erscheint in unserem Denkmal mit 
Ausnahme von volt (4) und filz (14, 232), immer zu u vokalisiert 
oder ganz geschwunden {gentiz 112; nus 45, 53, 188, 271). 

26. N'ere. Der Sinn verlangt das Futurum ; lat. ero ergab 
ier, aber es hat hier, wie auch sonst, Vermengung mit der Im- 
perfektform ere « eram) stattgefunden, s. Förster zu Aiol V. 710. 

27. ,Wenn mir das Herz nicht den Dienst versagt', d. h. 
wenn ich nicht die Besinnung verliere, wenn ich Kraft behalte. 
Dieselbe Wendung II, 953 und oft anderweitig ; gleichen Sinnes 
ist das häufige li cuers li ment. Für die hier vorliegende Be- 
deutung von faut sowie weitere Entwicklung desselben s. Tobler, 
VB. I 2 , 213 — 4. — Das Fortbleiben des bestimmten Artikels bei 
cuers ist auffällig, doch nicht vereinzelt, s. Tobler, VB. II-, 110, 
Ebeling in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 6 und Vengeance Alixandre 
von Jehan le Nevelon ed. Schultz -Gora V. 710. 



— 53 — 

-'.). A nul jor , jemals'; mU steht, da der sinn des ganzen 
Satzes ein negativer ist. Pur a zur Bezeichnung einer Zeit- 
bestimmung s. I tlossar und I >iez, Gramm. ' III. 157. Derganze Neben- 
satz steht, wir ESbeJing treffend l)emerkt, als oh vorherginge 
wird nicht geschehen '. 

81. In s'/'l Ist ein e apostrophiert , indem , uvnir alt fr 
heisst. — Du lautet schon ausnahmslos in unserem Denkmal das 

aus ^^Entstandene, dessen ältere Form den (dou) ist. Es lii 
hier, wie auch II, 601 der sogenannte Teilungsartikel vor, der, m 
der ältesten Zeit noch recht selten auftretend, sich erst allmählich 
herausgebildet hat, s. S. Schayer, Zur Lehre vom (iebr. d. unto 
Artik. und d. Teilungsartikels im Altfrz. und im Neufrz. Berlin. 
1897. — Playn. Ueber ai für ei aus lat. c oder / vor n 
und vgl. viains (135), tarnte (159), destraint (101), paine (217). 
Wenn der Schreiher kein s hinter jfiain fortgelassen hat, so wäre 
zu sagen, dass piain nicht mit dem folgenden Substantiv, zu dem 
es gehört, kongruiert, indem es wie eine Präposition behandelt 
erscheint; weitere Beispiele hierfür bieten Scheler im Glossar zu 
Bueves de Comarchis S. 177 und Tobler im Jahrbuch XV, 254 
und zu Julian 4763 (Arch. Bd. 102 S. 178). Auch heute sagt 
man noch 11 a de Vargent plein ses poches, und j>l<>in begegnet 
so auch noch, ohne dass das Verb avoir vorhergeht, s. Ebeling 
in Vollmöller's Jahresberichten V, 194. Daneben trifft man in der 
alten Sprache auch auf Kongruenz , s. Ebeling in Zs. f. frz. Spr. 
XXV 2 , 7 (vgl. Dante, Inf. VI, 26: con pieiie le pngna), und dies 
Verfahren dürfte sogar das ursprüngliche darstellen. Die Voran- 
stellung erklärt sich daraus, dass die Idee ,voir sich vor das 
übrige drängt. 

82. S'a. Das Subjektspronomen beim Verbum braucht in 
der alten Sprache nicht gesetzt zu werden. 

38. Si la menjust ,so mag er es (sc. das Fleisch) essen'. 
Ueber Einleitung des Nachsatzes durch si s. Anm. zu V. 21. Die 
Schreibung mit e für a in menjust trifft man auch sonst an, um- 
gekehrt in unserem Texte sanz<Cshie (113 etc.), ensamble : samble 
(217—8), tramble : assamble (258—9), vgl. Meraugis ed. Friedwagner 
S. L. Was die Form angeht, so hätte mandüeet ein *manäusi 
(eigentlich *manduist) ergeben sollen, wie wir denn auch im 
Ind. Präs. *mandu, *mandues, *mandue zu erwarten hätten ; aber 
das j der endungsbetonten Pluralformen des Präsens ist frühe in 
die stammbetonten Personen eingedrungen, so dass wir ausschliess- 
lich manju, manjues, manjue haben. — Je li claim cuite. Ueber 
Fehlen von la vor li s. Anm. zu V. 23. Ueber Schreibung cuite 
für quite vgl. Diez, Gramm. 4 I, 459. Zum Reime s. S. 32. Für 
Gedanken und Ausdruck vgl. RuP. III, 7 V. 53 : s'il a sa richece, 
je l« li mit (es ist vom Könige von Frankreich die Rede), sowie 
M.-R., Fabl. IV, 8 V. 110. 

88. Prendoie, s. S. 29. 



— 53 — 

39. Son avoir ist Subjekt, der Obliquus steht also in der 
Funktion eines Nominativs; ebenso mon euer (41), sonpere (74, 93), 
le prestre (114), vgl. die Anm. zu V. 5. Es liegt mithin Beginn 
von Verfall der Nominalflexion bei den Masculinen vor, und auch 
bei den Femininen der 3. Deklination bemerken wir Schwinden 
des flexi vischen s in changon (56), amor (292) gegenüber ursprüng- 
licherem changons (52), povretez (75), amors (117), vgl. Cliges 
ed. Förster S. LXXV. 

40. D'avarisce. Die Schreibung mit .sc für ss findet sich 
in diesem Worte auch sonst, z. B. bei B. de Conde ed. Scheler 
S. 2 V. 36; der Ausdruck des Ganzen ist wenig korrekt, indem 
man eher avarisce als Subjekt zu sehen erwartet. — Seche. 
Sechier in übertragener Bedeutung begegnet auch anderweitig; 
V. 176 wird das mit diesem Verbum beginnende Bild wirksam 
fortgesetzt. Es steht der Singular, weil die Subjekte son avoir 
und sa richece als ein einziges, nur zusammengesetztes Subjekt 
angesehen werden, vgl. Tobler, VB. I 2 , 236. Zum Keime s. S. 29. 

41. Me dit et semont. Das Pronomen braucht bei einem 
zweiten koordinierten Verbum nicht wiederholt zu werden, auch 
nicht, wenn dies zweite Verbum wie hier (semondre regiert den 
Akkus.) einen anderen Kasus erfordert als das erste. Bei me ist 
die Diskrepanz äusserlich nicht sichtbar, aber z. B. in aineeis lor 
fait dire et semundre bei Burguy, Grammaire de la langue d'oil 
1, 135. Für die ganze Erscheinung s. Tobler, VB. I 2 , 111—2. 

42. Li, s. S. 31. 

43. Ne—pas ist als Verneinung beim Verbum in der alten 
Sprache noch nicht so häufig wie das einfache ne «nori). — 
Le deduit d'amer ,die Liebeslust'; bei valoir steht die Wert- 
bezeichnung im Akkusativ, und auch V. 239 ist riens Akkus., da 
dieses Wort indeklinabel sein kann. 

44. Joliete , lustig, vergnügt'; die gleiche Bedeutung hat 
das Wort V. 299, ebenso z. B. auch RuP. 11,68 V. 27—8: Et si 
serez plus joliete Que Valoete au point du jor. 

40. Si fet. Si ist Adverb und zeigt das Verhältnis des 
Folgenden zum Voraufgegangenen an, s. Tobler, VB. I 2 , 105—6. 
Faire ist verbum vicarium d. h. es vertritt ein voraufgehendes 
Verb; noch deutlicher ersieht man dies an Fällen wie 11,88—9: 
Diex se doit bien de vous vengier, Si fera il certes encore. Ist 
nun der erste Satz negiert, so kommt in den zweiten leicht der 
Sinn eines Gegensatzes hinein, so dass denn si ferez, si ferai 
(II, 207, 277, 296) geradezu mit , doch ■ wiedergegeben werden 
kann. Unser Fall ist nun insofern etwas eigentümlich, als fet 
ein aus dem negierten Satze herausgenommenes und in rhetorische 
Frage gestelltes Verbum {blasmer) vertritt. Aehnliche Beispiele 
liegen vor Arch. Bd. 43 S. 287 no 380, Scheler, Trouv. belg. II, 262 
V. 396 f., Clig. 479 (das letztere mit non feit von Schulze, Frgs. 
S. 263 angeführt), nur dass hier immer auch das vor dem in 



— 54 — 

Frage gestellten Worfo Stehende von derselben Person cr^sa^t 
wird. I >!♦* Portsetzling von unserem st fait ist neufrz. si'fait 
,doch'! (Lücking § :;sjj. Plattner § 362 Anm. 1). das nicht etwa 
von {sie) furtum kommt. 

I!>. Es liegt ein leichtes Anakoluth vor; das Subjekt infei 
wird durch ü wiederaufgenommen. 

50. Vo ist eine pikardisehe Form für vostre, S. 29. 

51« Me ist Dativ. 

53 — 4. An den Gedanken dieses Refrains klingt leise an 
Rom. d. 1. Viol. (ed. Michel) S. 8: ja ne me marierat, Met j>ar 
amors amerai. 

55. Bepente? Auch Cliges ed. Förster V. 4517 wird ein 
Konjunktiv fragend wiederholt. 

59« Ainz que je Vaie d. h. bevor ich ihn wirklich habe. 

60. Li parlers ist ein substantivierter Infinitiv, wie cm 
(42 etc.); ein solcher erhält ein flexivisches $ im Nomin. — Toni 
steht altfrz. nicht nur beim Verbum, sondern, wie si, auch beim 
Adjektiv oder Adverb. — Fort zählt zu den Adjektiven, welche 
die Stelle eines Adverbs einnehmen können , ebenso souef (193), 
parfont (11,766), s. Diez, Gramm. 4 , 460, 111,9. — En gehört 
dem Sinne nach zu parlers; .das Reden davon macht mich so 
sehr verzagen'. 

63. Qu'avoir. Der zweite Infin. nimmt in der alten Sprache 
kein de vor sich, neufrz. müsste es heissen que d'avoir. 

65 — (>. Fi ander . . . le vons covient. Bei den unpersön- 
lichen Verben (hier covient) kann il fortbleiben. Wie man 
fiancier une ferne sagte = ,sich mit einer Frau verloben' (Tobler 
in „Gott. Gel. Anz." 1877 S. 1629), so auch fiancier un ome (RuP. 
11,5 Z. 30: fiancie Tai), le bezieht sich also auf den Bauern, und 
obwohl es dem Sinne nach zum Infin. fiancier gehört, ist es zum 
regierenden Verbum gezogen, wie denn altfrz. in solchem Falle 
mit dem tonlosen Pronomen immer so verfahren wird. Vous ist 
Dativ. Also heisst das Ganze : , Ihr müsst Euch mit ihm ver- 
loben'. Dieselbe Konstruktion von covient finden wir V. 19, 
V. 208, II, 540 etc. Bezüglich der Stellung der verbundenen 
Fürwörter untereinander ist zu bemerken, dass der Akkus, des 
Pronomens der 3. Person in der alten Sprache vor den Dativ 
des Pronomens 1. — 3. Person tritt, vgl. Anm. zu V. 8. — Isnel 
le pas , eilig' ist adverbialer Obliquus zur Bezeichnung der Gang- 
art, vgl le petit pas, l'ambleure, les galos u. a. In ähnlichem 
Sinne wird en es le pas (es «< ipsum) gebraucht, das wohl den 
Anstoss zu isnel le pas, wie die Artikelstellung in letzterem ver- 
muten lässt, gegeben hat, s. Meyer -Lübke in Ztschr. XXIV, 280. 

67. A tant heisst eigentlich ,bei so viel' d.h. bei dem ge- 
kennzeichneten Stand der Dinge, provenz. ab tan. s. Glossar. — 
Ez le vilain ou vient wörtlich , siehe da den Bauern, wo er 



— 55 — 

kommt'. In unserem Denkmal finden wir auslautend da ein z 
geschrieben , wo assibiliertes c oder t -f s zu Grunde liegt (aus- 
genommen veus, esperdus 247, 248), aber auch in sanz. Das, 
worauf mit ez «ecce) hingewiesen wird, folgt im Akkusativ. 
An diesen schliesst sich häufig ein Kelativsatz an, wie in V. 156; 
hier haben wir ou, das auch sonst begegnet (s. Eichars li Maus 
ed. Förster, Anm. auf S. 159), wie wir denn auch beim Verbum 
veoir solch ein ou finden, z. B. vi pastoure ou cuet muguet 1 ) 
EuP. II, 52 V. 3). Nicht selten wird dem es (ez) noch ein Dat. 
ethic. vos angefügt, z. B. V. 155. 

69. Au miex qu'ü puel eig. ,auf das beste, was (d. h. wie 
viel) er kann', indem que vielleicht beziehungsloses Eelativ ist, 
s. Tobler, VB. I 2 , 175; eine andere Auffassung des que vertritt 
Ebeling zu Aub. 411. 

70. S'est escriez. Das Part. Perf. reflexiver Verba, das zu 
estre tritt, kongruiert immer mit dem Subjekt, zeigt also die 
Form des Nominativs, s. Tobler, VB. II 2 , 65 ff. — A haute alaine 
dürfte aus einer Kombination von a graut alaine und a haute 
voiz erwachsen sein. 

73. Fu. Auslautendes t ist in diesem Worte nicht mehr 
erhalten, ebensowenig wie in der 3. Sing. Perf. der schwachen 
Konjugation. 

75. Die übertragene Verwendung von avironer ist recht 
bemerkenswert, vgl. li faillimen vironatde follia ,die ganz törichten 
Fehler < bei dem Trobador Lantranc Cigala (Bertoni, Trovatori 
d'Italia S. 359 V. 2). 

77. M'a il done. Wenn Adverbia oder eine adverbiale 
Bestimmung (hier por Vavoir) an der Spitze des Satzes stehen, 
tritt altfrz. gewöhnlich das Verbum vor das Subjekt (Inversion), 
s. V. 51 — 2, 132 etc. Zu done ist zu bemerken, dass, wenn Hilfs- 
verb und Part. Perf. zusammen vor dem Objekte stehen, das 
Partizip im Numerus und Genus mit dem Objekt kongruieren 
kann, aber nicht braucht ; es kongruiert z. B. V. 108. Geht das 
Objekt beiden voraus, oder steht es in Gestalt eines Pronomens 
zwischen Partizip und Hilfsverb, so findet meistens Ueberein- 
stimmung statt, z.B. V. 93, 142, 143, 238, s. Busse, die Kon- 
gruenz des Part. Prät. in aktiver Verbalkonstruktion (Gott. Diss. 
1882) S. 55. 

78. S'en doi. Es ist ein e apostrophiert, indem se eine 
Nebenform des sätzeverbindenden (und nachsatzeinleitenden) si 
ist. En und i stehen ebensowenig wie tonlose Pronomina vor 
dem Infinitiv, sondern werden zum regierenden Verbum gezogen, 
so z. B. auch V. 45, vgl. Anm. zu V. 65—6. Zu der Bedeutung 



*) Viele Beispiele für veoir . . . ou und auch es ... ou 
bietet, wie ich nachträglich bemerke, Tobler in Ztsciir. XX, 57—8, 
jetzt VB. III 2 , 76-7. 



— 56 — 

von ilmur. die ich hier und an anderen Stellen des Textes zu 
erkennen glaube (s. Glossar), s. Tobler, VP>. IV, 7 f. — In ehan- 
connetie (desgleichen V, 187), bezeichnet das erste n wohl Ns 
lierung dr> o\ sonst finden wir Gemination auch in 
(98, L00) und in Bomme (278), vgl Paulde in Ztschr IY..m;t 

sl. Totti en volant bezieht sich natürlich auf das OI)jekt 
Voitelei vgl. Diez, Gramm.* HE, 259. 

84. Que ne puis dtre; ein Objekt le , es' ist nicht besonders 
zum Ausdruck gekommen, s. Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV J , !). 
Ztschr. XXXVII, 238 zu V. 326 und eb. XXXIX, 6f/2. 

sr>. Remire ist keine lautgesetzliche Form, ebensowenig 
wie cuide (86), ofrw (105), ose (123), espouse (131), «cote (178): 
•las <°, welches zum Xeufranzösischen hin ausschliessliche Geltung 
erlangte, ist erst in Analogie an solche erste Personen Ind. Präs. 
der ersten schwachen Konjugation wie semble, tremble entstanden, 
wo auslautendes o sich wegen der vorangehenden Konsonanten- 
gruppe als e erhalten musste, s. Meyer-Lübke, Gramm. IL § 136; die 
genannten Formen sind durch Metrum und Reim als unserem 
Dichter angehörig gesichert. 

86. Paradis ist ein gelehrtes und kein volkstümliches Wort. 
Man nennt gelehrte Wörter solche, welche sich nicht laut- 
gesetzlich aus dem Lat. entwickelt haben. Intervokales d von 
paradisum musste lautgerecht schwinden, wie denn auch die Form 
parets neben paradis begegnet. Ebenso ist z. B. laborer (262) 
gelehrt, indem intervokales b lautgesetzlich zu v werden musste 
(das o kann sich aus Einwirkung des Subst. labor erklären). 

88. Riens ne mesprent ,er greift in keiner Weise fehl, 
macht durchaus keinen Fehler'. Riens ist Akkus.; zusammen mit 
ne hat es den Wert einer starken Verneinung. 

1)3. Sau pere ist Subjekt, s. Anm. zu V. 39. Ueber le als 
pikardische Pronominalform für la s. S. 29. — Die Verbindung 
mit dem Voraufgehenden ist keine logische ; man würde erwarten : 
,dass ich um sie geworben habe', statt dessen gleich das Ergebnis. 

94 — 5. Sinn: Das Rot der Rose kommt nicht gleich dem 
Rot ihrer Wangen; es liegt sogenannte kompendiarische Ver- 
gleichung vor, s. Ebeling in Zs. f. frz. Spr. XXV 2 , 9 f. Encoloree 
(coloree, colorie) von der Rose gesagt, begegnet häufig, ebenso 
der ganze Vergleich. 

97. En tant que bedeutet hier dasselbe was taut com be- 
deutet: ,so lange als' (que steht oft im Norden für com), vgl. 
Mätzner, Altfrz. Lieder S. 327. — II m'en souvtent ,ich erinnere 
mich an sie'; en und i wird in der alten Sprache häufig mit 
Bezug auf eine Person gebraucht. Die ursprüngliche Konstruktion 
ist auch heute nicht ganz ausser Verwendung (ü m'en souvinit: 
autant qiCil m'en souvienne). 

101. Dont bezieht sich auf ma dame; oster son euer d'aucun 
heisst ,von jem. lassen'. 



— 57 - 

102-3. Der Wortlaut von V. 107—8 legt es nahe, en 
reaardant mit dem Folgenden zu verbinden : , indem ihre 
schillernden Augen mich ansehen , versengen sie mir das Herz ' ; 
freilich wird der Bauer wohl als des Mädchens noch nicht 
ansichtig geworden gedacht, aber auch das Folgende lässt sich 
nur als nach der Erinnerung gesagt auffassen, bis dann mit 
V. 112 ein schneller Sprung erfolgt. Das Objekt ist bei en 
regardant, weil aus dem Zusammenhang leicht zu entnehmen 
(sc. mich), ebenso wenig ausgedrückt wie V. 107. Der Regel 
nach tritt zwar nach Adverbien und adverbialen Bestimmungen, 
die an der Spitze des Satzes stehen, Inversion ein, aber, wie 
Ebeling in Zs. f. frz. Spr. XXV 2 , 10 — 1 zeigt, mangelt es keines- 
wegs an Ausnahmen. 

108. Vair, sehr häufig von den Augen ausgesagt, wird 
gewöhnlich als , schillernd' gedeutet « varium). Vair oeil galten 
offenbar als besonders schön. Über die schwierige Frage der 
eigentlichen Bedeutung von vair in dieser Verbindung zuletzt 
Friedwagner zu V. 2090 ff. seiner Ausgabe der Vengeance 
Raguidel. — Vont . . . ardant. Die Umschreibung des Aktivs 
mit aler und dem Gerundium ist in der alten Sprache sehr beliebt, 
s. Diez, Gramm. 4 III, 199. 

104. Die affirmative Wiederholungsfrage, die nur einen 
Teil des Vorangehenden wiederholt, wird hier von dem Kedenden 
selbst gestellt und durch voire kräftig bestätigt, vgl. V. 136, 181. 
Ueber solche Wiederholungsfragen sowie über voire s. Schulze, 
Frgs. S. 255-7. 

106. Ne partir ne Ven vaeil , und nicht will ich es (sc. mein 
Herz) von ihr trennen 4 . Das zweite ne ist aus non entstanden, 
während das erste ne zur Grundlage nee hat. Dieses erste 
ne verbindet Sätze miteinander, und zwar schliesst es einen 
negativen Satz nicht nur an einen voraufgehenden negativen 
Satz an, sondern auch an einen positiven, wie hier, s. Anm. zu 
Auber. V. 250. 

107 — S. Sinn: Der Blick ihrer schillernden Augen hat mir 
die Liebespein verursacht, an der ich leide; vgl. Li regart dr 
ses vairs ieus m'oeit (Raynaud, Rec. de mot. 1,52). — Oe für 
ne in oeil (ebenso V. 103) ist keine lautliche, sondern nur eine 
orthographische Eigenheit ; wenn Förster, Cliges S. LXV bemerkt, 
dass man immer nur Vueü finde, so hat schon Ebeling auf Voel 
im Wilhelmsleben ed. Förster V. 2793 hingewiesen, ich füge Voeul 
in Aucassin et Nicolete 7 ed. Suchier 21, 10 hinzu. 

109. Seqneure. Subcurrat musste socorre, später socourre 
ergeben, wie cursum zu cors (257) wurde; trotzdem trifft man 
häufig ue, eu in den stammbetonten Formen des Präsens, was 
sich aus analogischer Einwirkung (morir) erklärt, s. Schwan- 
Behrens, Gramm. 9 § 412. Secorre socorre erklärt sich aus 
Vokaldissimilaaion, s. Förster zum Erec V. 2456. 



— 58 — 

110. Veoit hat hier den Sinn von , erleben'. — L'eure. 
Wenn Apostrophierung eintritt, wird niemals ein h geschrieben, 
also nicht, wie neufrz., I'heurr. Lat. freies ö erscheint sonst in 
unserem Denkmale vor /• noch als o: color: dolor (95— 6), während 
vor 8 sich ou zeigt: espouse : touse (13u — 1). 

111—2. Ueber den Reim solaz : Nichoh. 28. — Ch. 

in Nichölas hat den fc-Laut, vgl. die Schreibung im Ancasnn 
ed. Suchier Niclwlete, Nickole, 

114. 7>*s< le prestre. Der Satz beginnt, wie dies besonders 
oft in der epischen Dichtung der Fall ist, mit dem Verbum, ob- 
wohl kein Nachdruck auf demselben liegt, s. Diez, Gramm. 4 
III, 461. — Der Akkusativ le prestre (s. Anm. zu V. 39) setzt 
eine Deklination prestres — prestre neben der ursprünglichen 
prestre — prevoire voraus. 

118. In der altfranzösischen Bestätigungsfrage tritt auch 
dann gewöhnlich das Verbum voran, wenn das Subjekt, wie hier, 
ein Substantiv ist, ebenso V. 181: Voile mes euer*?, s. Schulze, 
Frgs. S. 189. Uebrigens kleidet der Priester die Frage wesent- 
lich anders ein als der Bauer im Sinne gehabt hat und ihm lieb 
sein kann. 

122. Sire erscheint hier als ursprüngliche Nominativform 
(< senior) durch den Keim gesichert, während wir V. 129 späteres 
sires haben, vgl. Anm. zu V. 12. 

124. Li bezieht sich auf den Bauern; sie meint, dass sie 
ihm nicht die eheliche Treue halten werde. 

125. Ueber dreisilbiges averai (auch V. 127) für regelrechtes 
averai s. S. 29. — Dont = donc, ebenso V. 211, 232, wo es , da' 
bedeutet. 

126. Maugre moi begegnet schon altfrz. nicht selten für 
ursprüngliches maugre mien. 

130. Que vous faeiez. In der alten Sprache steht que nicht 
nur in der direkten, sondern auch, wie hier, in der indirekten 
Frage, wo neufrz. ein ce un erlässlich ist. 

137 — 8. ,Ich werde künftighin keinen Tag zubringen, dass 
ich nicht satt sei von Weinen ' d. h. nicht sehr viel weinen müsste, 
s. Parise la duchesse ed. Martonne S. 83: Ainz ne fu un souz 
jorz acompliz et passez Qu' eile ne fu des foiz saulee (= soulee) 
de plorer, Alexanderroman ed. Michelant S. 522 V. 18 : Antig onus 
fait dol, de ploorer (eig. plorer) se soole. Auch sonst wird saoler 
übertragen gebraucht, so mit Bezug auf querre (Yvain ed. Förster 
V. 1250 Hs. H), baisier und veoir (Amis und Amiles ed. Hof mann 
V. 3418, Sachsenkrieg ed. Menzel und Stengel V. 4342), vgl. 
Rcnnert, Studien zur altfrz. Stilistik , Diss. Göttingen 1904, S. 3. 
Im Neufranzösischen begegnet etre soül de geh. im fig. Sinne 
und pleurer tout son soül. Einsilbiges sol, das wohl weniger 
aus saol « satullum) als aus sool (Vokalassimilation) entstanden 



sein wird (vgl. coule für cooule , Kapuze' in Romania XXV, 823) 
kann ich sonst aus dem 13. Jahrhundert nicht nachweisen (erst 
im Schwan enritter finde ich es, s. Gachet, Glossaire roman . . . 
S. 426), doch darf auf mole <C medidla in Pyrame und Tisbe ed. 
de Boer V. 142 und in einem Fablel (M.-R., Fabl. I, 326 V. 247) 
hingewiesen werden. Ueber Fortbleiben der Konjunktion que in 
Fällen wie der vorliegende s. Diez, Gramm. 4 III, 381 — 2. 

139— 40. Die Klage, dass der Geliebte zu lange ferne 
weilt, begegnet recht oft in Refrains, z. B. RuP. II, 11 V. 53 — 4 ; 
111,26 V. 23— 4; III, 28 V. 9— 10; Tourn. de Chauv. V. 4447, hier- 
selbst lautend: Diexl trop demore, quant verra? Sa demoree 
m'ocirra; vgl. Cleomades V. 5533 ff. und Ztschr. X, 460. Demorer 
ist dabei der stehende Ausdruck. Dem pooir an unserer Stelle 
ist eine besondere Bedeutung kaum zuzusprechen ; man kann nur 
sagen, dass es wie umschreibend bei Bezeichnung eines tatsäch- 
lichen Tuns erscheint. Ebenso Parise la duchesse ed. Martonne 
S. 62: ,Dame', ce dit li dux, Arop poez demorer', Claris u. Laris 
ed. Alton V. 4239—40 (diesen Beleg verdanke ich Alfred Schulze) : 
Quant Matidas le puet veoir, A rire prist trop durement = , Als 
M. ihn sieht, . . .', im Eracle ed. Löseth: Taut durement te poi 
amer Que je te fis dame clamer (4974 — 5) und vielleicht beim 
Renclus de Moiliens, Li romans de Carite et Miserere ed. van Hamel 
S. 237 n° CXCI V. 9: Cliil por cui tant porent oser. 

140. A moi reveoir. Ein syntaktisch zu einem Infinitiv 
gehöriges und unmittelbar vor demselben stehendes Personal- 
pronomen erscheint immer nur in seiner betonten Form (also 
moi, toi, soi etc., nicht me, te, se), ausgenommen den Fall, dass 
ein Infin. mit ne als verneinter Imperativ fungiert, z. B. nel me 
celer; s. V. 147 (a moi venir reconf orter), II, 116 {por lui prendre), 
II, 127 (pour eus trufer). Auch in II, 80 {pour nous metre) liegt 
ein betontes Pronomen vor, wiewohl seine Form mit der des 
unbetonten identisch ist. 

148. En gehört logisch zu porter ; die beiden Elemente, 
die in neufrz. empörter (vgl. emmener) zusammengewachsen 
erscheinen, sind altfrz. noch immer getrennt. — Veut. Ein *volet 
ergab zunächst vuelt, dann mit Vokalisierung des / vueut, um 
weiter zu veut fortruschreiten s. Suchier , Altfrz. Gramm. § 31 b ; 
in puet (310) < *pÖtet haben wir noch den steigenden' alten 
Diphthongen. 

149. Mainteiiant hier wie immer , sogleich'. 

151. Da beim Infinitiv reflexiver Verba das Pronomen oft 
fortfällt, so kann man nicht wissen, ob soi partir oder einfaches 
partir vorliegt. Allerdings ist partir, vom Herzen gesagt = 
, zerspringen ', , brechen' (für diese Bedeutung, die bei Godefroy 
ganz fehlt, s. Bartsch -Wiese, Chres. frang., Glossaire) meistens 
intransitiv, doch begegnet es auch reflexiv: Li departirs me fait 
dolor si grant Qua pou Dies cuers ne s'en pari en plourani 
(Tarbe\ Dhans. de Champagne S. 49). Me ist Dativ. 



— 60 — 

166« Satzunbetontes VOS erscheint hier in der älteren 

(Testalt, ebenso V. 184 nos, sonst immer nous, vom. 

157. Piet, einziges Beispiel in unserem Text von Erhaltung 
eines freien, in den Auslaut getretenen Dentals; ein Bolchi 
wird im 13. Jahrhundert nur noch im Pikardischen, Wallonischen 

und Lothringischen festgehalten. 

ir>s. S'en entra. Bei Verben der Bewegung findet man 
Behr oft ein pleonastisches cn. — Dedenz ist nicht nur Adverb, 
sondern auch Präposition. 

159« Ert ist häufige Nebenform zu ere<^erai. Tainte 

ei pale, eine stehende Verbindung. Was tainte besonders betrifft, 
so scheint die Anschauung zugrunde zu liegen, dass das Gesicht, 
welches sonst hell und glänzend sei, infolge von seelischen oder 
körperlichen Leiden eine trübe, graue Farbe annehme, vgl. Mätzner, 
Altfrz. Lieder, S. 164; IL 647 wird tains mit Bezug auf den ganzen 
Körper gesagt. 

160. Vrendre a faire auc. rien heisst , anfangen, etwas zu 
tun', neufrz. se prendre ä. 

161. On mi destraint. Da auch im 13. Jahrhundert zuweilen 
noch eine betonte Obliquusform des Personalpronomens bei dem 
Verbum steht, ohne dass ein rhetorischer Akzent darauf ruht, so 
würde man ein gewisses Recht haben, für denjenigen Fall mi zu 
schreiben, dass das betreffende Denkmal diese für moi stehende 
dialektische Form auch sonst aufweist. Da wir jedoch in unserem 
Texte mi in absoluter Stellung nur im Refrain (271) finden und 
de mi (272) nur den Schluss des (fremden) Refrains aufnimmt 
(vgl. S. 29 Anm. 1), so habe ich im vorliegenden Verse, ebenso 
wie V. 291 m'i geschrieben, indem ich in i ein fast pleonastisches 
i erkenne, wie in V. 291. Wenn Raynaud in zentralfranzösischem 
Texte des Jean Moniot de Paris (Bulletin de la Societe de l'histoire 
de Paris, 1882) ein paarmal ohne weitere Erläuterung mi schreibt, 
z. B. lors mi semont wie amorete, so lässt sich dieses mi ganz 
gut als nCi fassen. — Die Worte des Mädchens sind nicht ganz 
zutreffend, denn man bedrängt sie doch eigentlich nicht ihres 
Geliebten wegen, aber der Refrain entstammt dem Ausdrucks- 
kreise der mal mariee- Gedichte, wo der Mann die Frau, welche 
immer an ihren ami denkt, schlecht behandelt; destraindre ist 
daselbst der Terminus technicus , so z. B. RuP. 1 , 41 V. 29 und 
Jeanroy, Org. S. 179. 

162. Et si ,und doch'. Auch et allein und si allein können 
,und doch' bedeuten, s. Tobler, Dit dou vrai aniel zu V. 158 und 
II, 800, 853. 

164. Der Vers ist abhängig zu denken von einem im Vorauf- 
gehenden liegenden Gedanken ,ich kann nicht umhin'. 

166. Der Vers steht parallel zu V. 163. 

167. ,So lange wie ich das Leben im Leibe haben mag'. 
Tant com heisst ,so lange wie', während tant que , bis* bedeutet 
vgl. Anm. zu V. 97. 



— 61 — 

1()S. Le o Ilain ist logisches Subjekt des Infinitivs crever, 
der letztere ist also intransitiv, s. Tobler, Vß. 1 2 , 89 ff. — D'envie. 
Man könnte versucht sein , handschr. enuie so geschrieben zu be- 
lassen, indem ein bei Godefroy fehlendes enuie ,Verdruss' sich 
nachweisen lässt und indem ja der Reim i:ui auch sonst in der 
Chastelaine begegnet (s. S. 31), allein da unser Dichter den reichen 
Reim sucht und envie dem Sinne ebensosehr genügt wie enuie, 
so dürfte envie zu schreiben sein. 

Iö9. De euer ,von Herzen', ebenso V. 288, 11,74. Häufig 
ist amer de euer; auffälliger erscheint das Fehlen des Artikels in 
sospirer de euer (Elie de S. Gille ed. Förster V. 2707) neben s. 
del euer (II, 924; RuP. I, 59 V. 59), s. Anm. zu V. 27 und vgl. 
Ebeling in den Tobler -Abhandlungen (1895) S. 343. 

170. Acoler (, umhalsen') und besier bilden eine stehende 
Verbindung (s. viele Belege bei Holland zum Löwenritter 2448), 
deren völlige Formelhaftigkeit aus Beispielen erhellt, wie Quant 
me remembre del dous viaire der Que je soloie baisier et acoler 
(Jeanroy, Org. S. 498). 

171. Li maus d'amer. D'amer kann auch fehlen, wenn 
der Zusammenhang über den Sinn von mal keinen Zweifel lässt, 
so z. B. in V. 216. Das Oxymoron, das durch Beifügung von 
joliement entsteht, erscheint noch deutlicher, falls, wie oft, douz 
oder joli zu mal tritt, z. B. RuP. I, 25 V. 1; Hist. litter. XXIX, 521. 
Tenir ist neben demener 1 ) ein sehr gebräuchlicher Ausdruck von 
der Liebe, die jemanden beherrscht. 

176 — 7. Vgl. Anm. zu V. 40. Sechier mit persönlichem 
Objekte dürfte ebenso selten vorkommen wie ramer dir mit einer 
Person als Subjekt. Das letztere Verbum trifft man oft im 
Eingange von Liedern, die an den Frühling anknüpfen, so dass 
denn das hier begegnende weibliche Partizip raverdie, zum 
Substantiv erhoben, geradezu , Frühlingslied ' bedeutete, s. meine 
Notiz in Ztschr. IV, 150 und G. Paris, Orig. de la poes. lyr. en 
France (Journal des Savants 1891 — 92) S. 14, 18 Anm. 5. — Des 
or wies, eig. ,von jetzt an weiter', erhalten in neufrz. desormais 
, nunmehr ', , künftighin '. 

178. Lez flatus , Seite' ist Präposition, ebenso V. 188. 205; 
es ist als Ves noch neufrz. erhalten in Ortsnamen wie Passy-Ves- 
Paris, Plessis - Ves - Tours. 

180. Der Satz steht parataktisch zum Voraufgehenden ; die 
innere Beziehung wird durch si gebildet. — Por un pol que . . . 



l ) Dass demener in diesem Sinne häufig begegnet, wird von 
Stimming (Ztschr. XXIV, 397— 8) mit Unrecht bezweifelt, s. hier 
in Chastelaine V. 291, ferner Rom. u. Past. I, 72 V. 8, II, 59 V. 44, 
47, III, 48 V. 20; auch einfaches wiener erscheint in gleicher Ver- 
wendung im Rom. de la Poire ed. Stehlich V. 1151 und an 
anderen Orten. 



— 62 — 

ne , last * eig. .<•- ist am ein Weniges, dass ... nicht 1 (es fulgt 
itetfl der lud.) ebenso pot poi ne, pot poi que . . . ne, Wendungen, 
welche zeigen, dass in dem gleichbedeutenden a poi ne and a 
poi que , , . ne das a Präposition Ist 8. Tobler Im Jahrbuch XV, 257 
ninl für das weitere Verständnis VB. [*,58f. Vole macht i 
Ausnahme von der Regel, dass freies ö zu ><<- diphthongiert, 
Suchier, Altfrz. Gramm. S. 17. Voler % vom freudebewegten Herzen 
gesagt, 1 ) begegnet nicht häufig, b. Schittenhelm, Zur Stilist. Ver- 
wendung des Wortes euer in der altt'rz. Dichtung, Diss, Tübingen 
L907 S.71; man vergleiche noch B. von Ventadorn (II canzoniere 
prov. A. ed. De Lollis S. 26'2): Veiaire m'es qe'l cors al cel mi 
satüa und Walter von der Vogelweide ed. Paul 55, 21 : Min h 
siechte in sunnen ho, auf welche Stelle mich Kollege Rödiger 
freundlichst aufmerksam gemacht hat. 

L81« yöle mes cuers kann nicht als Imperativ gefa 
werden, wie es ein solcher an den 8. 18 aus späteren Volksliedern 
angeführten Stellen zu sein scheint, denn sonst wäre oll nicht 
verständlich, da es den steigernden Sinn unseres ,ja' nicht hat; 
auch kann dagegen der leichte Widerspruch zwischen diesem und 
dem voraufgehendem Verse mit seinem por u/n poi nicht ins 
Gewicht fallen. 

182. Vous. Natürlicher wäre nous. 

184 —5. Aviens — serieus. Die erste Pers. Plur. des Imperf. 
und des Kondit. zeigen im Pikardischen und im Osten noch die 
alte Endung -iens. Ueber Einsilbigkeit derselben, wie sie hier 
vorliegt, s. S. 31, vgl. Tobler, Vb. 4 S. 77. 

187. Bist könnte man wegen des vorhergehenden monle 
als pikardische Präsensform ansehen (zentralfrz. dit), s. Förster, 
Chev. as. II. esp. S. LX und Anm. zu 4816, allein schneller 
Tempuswechsel ist in der alten Sprache sehr gewöhnlich, so dass 
ein Entscheid schwer fällt. 

189. Compaingnete, aber unmittelbar darauf wird der 
mouillierte Laut nur durch gn dargestellt; die Schreibung ugn 
finden wir sehr häufig im CJwv. au bans. 

193. Souef, s. Anm. zu V. 60. 

197. Fins cuers. Fins ,eder findet man auch sonst bei 
euer (Raynaud, Kec. de mot. I, 52, RuP. I, 38 V. 95), ebenso gentil 
(Baudouin de Conde S. 259 V. 460, Venus la deesse d'amör ed. 
Förster 155 a, 183 a, 185 a, 187 a, 279 c), beide Epitheta zusammen 
ib. 138 d; de euer flu in RuP. III, 48 V. 75 bedeutet nur , freund- 
lich «, bei Jean de Conde (ed. Scheler) I, 89 V. 130, 335 V. 1033, 
351 V. 1556 , treuen, aufrichtigen Herzens'. An unserer Stelle 
liegt, wie aler zeigt (vgl. S. 12), eine umschreibende Verwendung 

*) Li vostre cuers vole im Folque de Candie ed. Schultz- 
Gora I V. 1898 heisst ,Euer Herz ist flatterhaft*. 



_ 63 — 

vor, wie sie auch sonst mehrfach nachgewiesen ist, s. Scheler zu 
Li regret Guillaume 2038 und Literaturbl. f. germ. u. rom. Phil. 
XXIX, 372. 

202. Der Vers kann nicht wohl etwas anderes bedeuten 
als , der Bauer war an seiner Seite \ denn dass es heissen könnte 
,der Bauer war ihm beim Absteigen behilflich' wird durch den 
ganzen Zusammenhang ausgeschlossen : es ist nirgends von einem 
Absteigen der beiden die Rede, und es würde das auch, wo es 
sich, wie hier, um eine Verfolgung handelt, sehr unangebracht 
sein. Wenn estre a Vestreviere bei Watriquet ed. Scheler S. 141 
V. 128 , behilflich sein ' heisst, so braucht es dazu nicht von einem 
Sinne ,den Steigbügel halten' gekommen zu sein. 

208. Qui geht natürlich auf den Bauern; das Beziehungs- 
wort braucht in der alten Sprache nicht unmittelbar vor dem 
Kelativum zu stehen. — Die Form duel, welche schon V. 151 be- 
gegnete, scheint auf ein *dölum zurückzugehen, während sonstiges 
deuü auf dölium beruht, s. Suchier, Altfrz. Gramm. S. 87. 

205. Se, Nebenform zu si s. Anm. zu V. 78. — Wie prier 
mit dem persönlichen Dativ allein begegnet (s. Ebeling zu Aub. 
V. 21), so auch hier deprier. 

206 — 7. Moi — me, vgl. Anm. zu V. 8. 

212. Un mot, obwohl doch viele folgen, s. Ebeling in Ztschr. 
f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 16. — Par contrere ,in feindseliger Weise'. 

213. Me ist Dativ. — Mit le ist gemeint: da3s ich mich 
Euch antrauen liess. 

216. Für maus s. Anm. zu V. 171. — Traire un mal ist 
eine sehr häufige Verbindung. 

218. Lavage. Es ist wohl hier nicht , Liebeswut ' gemeint, 
sondern , Torheit, Tollheit', eine Bedeutung, die z. B. vorliegt 
Ch. de Roland V. 2279: par sun orguill cumencet mortel rage; 
Evangile aux femmes (ed. Keidel) S. 38 V. 33 : qui trop se fie en 
ferne, bien a el euer la rage ; Romania I, 84 V. 431 : il semble que 
vous eiez le rage; Aimeri de Narbonne ed. Demaison V. 536: bien 
diroit en c'avroie el cors la rage. 

220. De quoi. Die gewöhnliche Schreibung ist quoi oder 
cot. De quoi wird in der alten Sprache neben dont mit Bezug 
auf Substantiva gebraucht. — Die Form achater mit a in der 
zweiten Silbe ist altfrz. die vorherrschende und [der Herkunft 
(< adeaptare) entsprechende; in dem Verbalsubstantiv achat ist 
jenes a noch neufrz. erhalten. 

221. Ausi com ,als ob' hat immer den Konjunktiv nach 
sich: neufrz. comme si c. Ind. Auch einfaches com genügt schon: 
sis ocioit cum fussent bestes (Münchener Brut ed. Hof mann und 
Vollmöller V. 1488). — Fuisse, dialektische, dem Osten und Norden 
eigentümliche Form für fasse. 

222. Cranche. Diez, EW* S. 171 bezeichnet cranche als 
eine wallonische Form ; Scheler belegt im Jahrbuch X, 250 cranke 



— 64 — 

aas den Pikardischen. Zugrunde liegt wohl ein *cranea all 
Nebenform zu Cancer, b. Horning in Ztschr. XXVI. 327. Die Be- 
deutung tat hier unzweifelhaft, jKrebsgeechwür', ebenso wie trotz 
des Einspruches von (».Paris im Jahrb. XI, 150, an einer der 
\(»n Scheler beigebrachten Stellen, b. auch Etev. d. Lang. rom. 
XXXVIII, 160. Für den frommen Wunsch selber, den da« 
Mädchen ausspricht, vergleiche man das mehrfach brgegnende 
prov. PusteY en son oüe creme!) b. Bertran de Born 1 ed. Stimming 
Anm. zu 2, 15. — Die Zahlen werden in den Handschriften 
meistens nicht ausgeschrieben, sondern durch römische Ziffern 
bezeichnet; die Auflösung für .11. wäre im Akk. dous, sp 
deus. — Ueber den Akk. Plur. iex (=ietts) aus uelz<ÖcuU 
Schwan -Behrens, Gramm. !) §245 Anm. 

225—6, S. S. 13 Anm. 1. 

284. Quar muss entsprechend der Herkunft von qua re 
auch in Nordfrankreich die Bedeutung , warum' gehabt haben, 
die sich im Altprovenzalischen noch nachweisen lässt. Zur Er- 
klärung der Verwendung beim Imperativ ist auszugehen von 
negierten Sätzen wie quar ne balezf ,warum tanzet ihr nicht?' 
Sätzen, die bei der Verwandlung der Frage in den Ausruf die 
Negation verloren, s. Diez, Gr. 4 III, 215 Anm. — Et der Hand- 
schrift streiche ich mit Alfred Schulze (Ztschr. XXIX, 489). Je 
vous en pri, auch noch neufrz. , indem sich in dieser Wendung 
die dem Altfranzösischen geläufige Konstruktion prier aueun 
d'aucune rien (neben prier aueune rien a aueun) erhalten hat. 

235- Fere le vircnli heisst hier ,das v. dichtend oder vor- 
tragend singen ', ebenso fere une estampie in RuP. II, 35 V. 21, 
vgl. oben S. 13; dagegen bedeutet derselbe Ausdruck in der 
folgenden Zeile ,den (zum Liede gehörigen) Tanz ausführen', 
indem es aus verschiedenen Gründen nicht wahrscheinlich ist, 
dass V. 236 etwa Worte des Mädchens darstellen soll. Die 
gewöhnliche Form ist vireli, und das n in vircnli wird ein 
unorganisches sein, wie sich denn mehrfache Einschiebung von n 
nicht nur (und besonders) vor Gutturalen, sondern auch vor 
anderen Konsonanten findet, s. Förster, Chev. as. IL esp. S. L. 
Allerdings dürfte vireli ursprünglich nichts anderes gewesen sein 
als ein Ausruf, wie ich vor G. Paris, Org. de la poes. lyr. S. 24 
Anm. 4 im Literaturblatt f. germ. u. rom. Phil. VIII, 445 bemerkt 
habe. Aus der Stelle im Cleomades V. 5529 ff., welche Jeanroy, 
Org. S. 426 ff nicht berücksichtigt hat, geht hervor, dass das vireli, 
welches in Anlehnung an lai auch als virelai auftritt, schon im 
13. Jahrhundert die Form des rondet aufweist. 

236. Die Konstruktion von covient mit Dativ der Person 
und Infinitiv -f Objekt, das vorangestellt ist, begegnete schon 
V. 19 und V. 208 an Strophenanfängen. 

243. Espringuier, ein Tanzausdruck, von ahd. springmi, 
s. Diez, EW* S. 304; die korrektere Form ist espringuer. — 
Cointement , zierlich', ebenso in einem Refrain, der ganz entfernt 



— 65 — 

an den unserigen anklingt: Ales cointement et seri, Se vous 
m'ames (Rom. d. 1. Viol. S. 7); vgl. aler mignotement in anderen 
Refrains, s. G. Paris, Orig. d. 1. poes. lyr. S. 55 Anm. 9, S. 56 
Anm. 1. 

244. Amer par amors , wahrhaft, treu lieben* begegnet sehr 
häufig, desgleichen amer leaument; hier sind die beiden näheren 
Bestimmungen verbunden. Amors ist Akk. Plur., wie V. 307; 
ebenso amoretes als Plur. V. 134, 152, 298. 

246. N'ot eure de p. eig. ,er kümmerte sich nicht . . .', 
dann ,er trug kein Verlangen . . .' ,es war ihm durchaus un- 
erwünscht*, ,er vermied es'. Es liegt hier, wie in n'avoir soing 
eigentlich Litotes vor, also die Figur der Schlichtheit, bei der 
weniger gesagt wird, als gemeint ist. Ebenso 11,49. 

248. Fuiant s'en va, ebenso V. 257. Fuiant ist Gerundium, 
s. Anm. zu V. 103. — Toz esperdus. Tot in der Bedeutung 
,ganz' zu einem Adjektiv gehörend kongruiert mit dem Subjekt 
(oder Objekt), s. Tobler, VB. I 2 ,83— 4. 

249. Vgl. S. 7—8. Man wird sich etwa zu denken haben, dass 
der Bauer dem davonreitenden Paare noch ein Stück nachgefolgt 
war und erst, als er die Freunde des Grafensohnes herannahen 
sieht, sich zur Umkehr wendet und mit dem zurückgebliebenen 
Burgherrn wieder zusammentrifft. 

250. Sauve la v'ie, eine im absoluten Akkus, stehende Be- 
stimmung zum Inhalte des Hauptsatzes, indem die prädikative 
Bestimmung ein Adjektiv ist: , indem das Leben gerettet sei'. 
Neufrz. sauf ist erstarrt und wird wie eine Präposition ver- 
wendet, ein Gebrauch, dessen Anfänge schon ins Altfranzösische 
zurückreichen, s. Nehry, Ueber den Gebrauch d. absol. Cas. obl. 
d. altfrz. Subst. S. 66. 

252. ,Das heilige Kreuz von jenseits des Meeres', d. h. 
das Kreuz Christi. Outre mer bezieht sich in der alten Zeit 
vorzugsweise auf Palästina; es wird einem Substantive mit de 
angeschlossen, so in dem häufigen pelerinage d' outre mer , Fahrt 
nach dem hl. Lande'. 

254. Aide. Dass a'ie bei so naher Wiederholung in anderer 
Lautgestalt erscheint, befremdet und dürfte wohl auf Unachtsam- 
keit des Schreibers beruhen. Ate ist die ursprüngliche Form. 

255. Au rot celestre. Ueber den Dativ zur Bezeichnung 
eines Besitz Verhältnisses s. Anm. zu V. 15 — 6. Das r in celexlrc 
ist ein unorganisches wie z. B. auch in den Adjektiven lionestre, 
tristre. Alle drei Wörter sind gelehrt. 

257. Plus que le cors ,mehr als im Laufe' d. h. , äusserst 
schnell '. 

259. Toz ses parages ist Nom. Sing. — I bezieht sich auf 
die Heimat des Bauern. Zwar ist nicht ausdrücklich gesagt 
worden, dass er dorthin geflohen sei, aber dies ergibt sich aus 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungren. 5 



— H6 — 

dem ganzen Zusammenhange; auch spricht er V. 275 von seiner 
glücklich bewerkstelligten Heimkehr. 

"IVA). Oni dit. Das Yerbum steht im Plural, da parages 
, Verwandtschaft' ein Kollektivum ist, s. Tobler, Vi;. 1-'. 230 f. 
Dafür, dass, wie hier (assamble . . . oni dit) beim Kollektiv das 
nähere Verb im »Singular, das entferntere im Plural erscheint, 
geben weitere Belege Bisop in Arch. Bd. 105 S. 448 und Ebeling 
in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 18. 

202. Labor er, s. Anm. zu V. 86. 

2(*3. Prendre. Das Reflexivpronomen ist beim Infinitiv 
fortgeblieben, s. Anm. zu V. 151. Einer Erklärung aus Haplologie, 
wie sie Stimming in Ztschr. XXXIX, 648 vornimmt, bedarf es nicht. 

26(>. Faire savoir heisst , etwas Verständiges tun', 
faire folie, folor , etwas Törichtes tun'. 

268« G'i. Ge für je hat der Schreiber hier wohl des) 
bevorzugt, weil er, zwischen dem i- Laute und dem palat. 
Laute in der Schrift keinen Unterschied machend, ein ii (= 
vermeiden wollte, s. g'irai 11,228. — Mon domage , etwas. 
mich schädigt'. Das Possessivum steht hier in einer Funkt, 
die sich mit der des latein. Gen. objekt. vergleichen lässt. 
Tobler, VB. II*, 83. 

209. Die Meinung, dass man für eine begangene Torheit 
nicht getadelt zu werden brauche, wird auch ausgesprochen BuP. 
1,43 V. 17 — 8: Si an fi une foliette Dont nuns ne m'an den 
blasmeir. — Saint Bernt. Es ist der bekannte Remigius, Erz- 
bischof von Reims, gemeint, der 533 starb und später kanoni- 
wurde : er wird auch II, 176 genannt. 

270. Ma foliete zeigt eine eigentümliche Anwendung des 
Possessivums ; dasselbe begegnet unter gleichen Umständen 
folie in einer S. 14 angeführten Stelle und erscheint wieder bei 
folor RuP. 11,79 V. 78: Sire, se j'ai fet ma folor. Je vos pH 
par vostre valor etc. Die von der betreffenden Person gemachte 
Torheit wird als eine ihr angehörig gewordene aufgefasst. 
Godefroy, der unsere Stelle aus der Handschrift zitiert (unter 
foliete), lässt ma fort. Foliete eig. .kleine Torheit', wiewohl 
es in Wirklichkeit eine ziemlich grosse war. Das Wort seheint 
nicht mehr recht als Deminutivum empfunden worden zu 
sein , wie auch der Zusammenhang bei der in Anm. zu V. 269 
angezogenen Stelle vermuten lässt; oder liegt Selbstironie vor? 

271. Avoir pis , Schlimmeres haben', , übler daran sein', 
häufige Wendung, s. Mätzner, Altfrz. Lied S. 146. — De mi. , Als' 
nach einem Komparativ kann in der alten Sprache auch durch 
de ausgedrückt werden, heute nur noch gestattet und verlangt 
nach plus und moins, wenn Zahlwörter folgen. Für mi s. S. 29. 

272. De mi ne cuit je .mit Bezug auf mich glaube ich 
nicht'. — Qu'ü ait komme. Bei il a ,es gibt' (t kann fehlen, 
desgleichen il, s. V. 302) steht das, was als vorhanden bezeichnet 



— 67 — 

wird , immer im Akkus. ; der Nom. Sing, zu komme lautet hom 
« homo). 

273. De si a steht für ursprüngliches de ci a (wie de si 
que II, 418 für de ci que) eig. ,von hier nach', d. h. ,bis', s. Meyer- 
Lübke, Gramm. III, 280 f. 

275. Encor steht neben encore, wie or neben ore; noch 
jetzt ist encor den Dichtern gestattet. An unserer Stelle be- 
deutet es , immer noch', , immerhin '. 

276. Quant hat hier kausalen Nebensinn, s. Glossar. — 
En meson steht ohne Artikel, obwohl der Bauer ein bestimmtes, 
sein eigenes Haus meint; so auch unter gleichen Verhältnissen 
bei den Präpositionen a, vers, de, s. Ebeling zu Aub. 538 und 
Tobler, Prov. au vil. Anm. zu 100,5. 

277. Das en (,deswegen') in s'en ist schwer als eine korrekte 
Beziehung habend zu rechtfertigen. 

278. Violer ,auf der Fiedel spielen ' nicht zu verwechseln 
mit altfrz. violer , Gewalt antun'. Ersteres, das hier am frühesten 
zu begegnen scheint, gehört zu dem Substantiv viole, einem 
Bogeninstrument, das — vielleicht ein Lehnwort aus dem Pro- 
venzalischen — wohl zuerst in Aucassin und Nicolete ed. Suchier 
33, 8 auftritt. Bemerkenswert ist, dass der Dichter hier dem 
Bauern einen Besitz und ein Können zuschreibt, welche für ge- 
wöhnlich doch nur bei Spielleuten vorausgesetzt werden. Man 
würde für tant viole etwa erwarten ein sovent chante, aber viel- 
leicht hat das Streben nach dem reichen Reime die Einführung 
von viole (: voler) verursacht. Das tant lässt darauf schliessen, 
dass der folgende Refrain bei der Landbevölkerung sehr beliebt 
gewesen ist, wozu auch die S. 18 angeführte Bemerkung von 
P. Paris stimmt. 

279. Der Sinn ist: ,Ich habe Glück gehabt', s. den Beleg 
auf S. 14. Littre führt unter nid an : trouver la pie au nid = faire 
une trouvaille, avoir bonne Chance mit einem Beleg aus Regnier. 

283. Tel bezieht sich auf den Grafensohn. 

284. Mien escient, ein modaler Akkusativ, , meines Wissens', 
wird nicht selten als Lückenbüsser verwendet, und so auch hier, 
da ja der Bauer selbstverständlich weiss, dass ihm jemand das 
Mädchen entführt hat. Wie mien escient begegnet par le mien 
escient und mon escient, und so noch neufrz. ä mon escient vgl. 
ä bon escient. Escient, das als ein Substantiv empfunden wurde, 
ist gelehrt, wie die Erhaltung des i «sciente) zeigt. — Porte. 
Bemerke die Inkongruenz des Tempus zu voraufgehendem ot. 

286. Or m'en partirai ,nun werde ich mich von ihm (sc. 
dem Bauern) trennen', d. h. ich will nun von dem Bauern nicht 
mehr reden. 

291. MH demaine, s. Anm. zu V. 161 und V. 171. 

295. Douaire. In den Coiitumes de Beauvaisis des Philippe 
de Beaumanoir (13. Jahrh.) ed. Salmon § 460 heisst es : Douaires 

5* 



— 68 — 

est aquis a le ferne w tost com loiax mariage ei compaignie 
earnete est feie entre li et son ma/riei a/utrement non. Vgl. Änm. 
zu V.311. 

2M. "Faire hier geradezu , singen', vgl. Anm. zu V. 235 
801« Au ässcendre. Der Infinitiv bat hier, wo a einen 
Zeitpunkt angibt, den Artikel bei sich, s. Tobler, VB. [* f 90. 

301. An congie prendre. Bei einem vom Artikel begleiteten 
präpogitionalen Infinitiv tritt das Akkusativobjekt nicht selten 
vor den Infinitiv, s. Tobler, VB. II' 2 , 102. Einfaches , Abschied 
nehmen' heisst prendre congie, und, wenn das hier vorläge, müsste 
man sagen, dass in au der Artikel des Infinitivs stäke, der des- 
halb von diesem getrennt stehen könnte, weil con; ndte 
als einen Begriff bildend empfunden wurde. Aber es ist zu be- 
achten, dass es Flore und Blanceflor ed. Bekker V. 1168 heisst: 
quant vint au prendre le congie. Es handelt sich da um einen 
durchaus erwarteten Abschied, daher der Artikel, und auch an 
unserer Stelle wird wohl von Seiten des Liebespaares ein Abschied 
erwartet, vgl. das nämliche quant (ce) vint. Dann wäre in au 
der Artikel des Substantivs zu erblicken, indem der Artikel des 
Infinitivs verloren ging, s. Tobler a. a. 0. 

306. Avoit . . . comandees. Nicht selten begegnet in der 
alten Sprache das Plusquamperfekt an Stelle des historischen 
Perfekts, s. Stimming in Ztschr. XXIV, 398 und Ebeling in Ztschr.f. 
frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 21. 

307. Departir ist hier transitiv und heisst, wie auch sonst 
altfrz. und noch neufrz. departir , austeilen', ,verteilen'; amors ist 
also Akkus. Plur. (s. Anm. zu V. 244), vgl. A gironees depart 
mes amors in der Cour de paradis (s. S. 15). A gironees heisst 
,in Fülle', indem gironee eine Ableitung von giron ,Schoss' ist 
und , einen Schoss voll' bedeutet, wie neufrz. brassee einen Arm 
voll. Den Gedanken, dass die Liebe ausgeteilt wird, trifft man 
auch RuP. III, 11 V. 45 — 6: Male honte ait ü qui amors parti, 
Quant g'i ai faüli. 

309. Zur Silbenzählung dieses Verses s. S. 32. 

310. ,Der Bauer hat Anlass, darüber Schmerz zu empfinden', 
nämlich darüber, dass mein Wunsch erfüllt ist und er mich ver- 
loren hat. Wir haben hier ein Beispiel von pooir = , Grund, 
Anlass haben', s. Diez, Gramm. 4 III, 226 und Tobler im Arch. 
Bd. 91, S. 107. 

311. Der Grafensohn wird hier als eseuiers , Knappe' be- 
zeichnet, er war also noch nicht Ritter und muss als sehr jung 
gedacht werden. Wenn V. 295 von einer Gegend die Rede ist, 
welche die Geliebte als douaire empfangen habe, so soll man 
sich das vielleicht so zu denken haben, dass er ihr einen Teil 
des Landes als Eigentum vorherbestimmt hat, in dessen wirk- 
lichen Besitz sie mit dem Zeitpunkte käme, wo er regierender 
Graf würde. 



— 69 — 

313. Biau lieu. Wie im Innern des Wortes vor Konsonant 
hat sich hier auslautendes l von bei vor konsonantischem Anlaut 
des folgenden Wortes vokalisiert, dagegen novcl avoir (V. 265). 
Lieu mit Bezug auf eine Dame gesagt, der man sein Herz zu- 
wendet, ist ein gewöhnlicher Ausdruck in der höfischen Lyrik; 
er begegnet namentlich in Verbindung mit haut, prov. aut luec. 

314. Den vom Kopisten übersprungenen Vers möchte man 
ergänzen: si en doi estre liez; nus dis ... * 

316 — 7. Sadete ist Deminutiv zu sade «< sapidum, das noch 
in neufrz. maussade erhalten ist. Sade und sadete trifft man nicht 
selten zusammen mit blondete z. B. in einem motet (Raynaud, 
Rec. de mot. 1,232), bei Thibaut de Navarre ((Euvres ed. Tarbe 
S. 34) , bei Adam de la Halle ((Euvres ed. Coussemaker S. 257) ; 
dagegen ist RuP. II, 67 V. 9 sade mit brunete verbunden, ebenso 
in einem gleich anzuführenden Beispiele. Blondheit beim Mädchen 
wurde im Nordfrankreich des Mittelalters sehr geschätzt, wie die 
häufige Erwähnung solcher da, wo von Schönheit die Rede ist, 
beweist; bezeichnend ist eine Stelle in RuP. II, 198 V. 10 ff.: En 
non Deu, j'ai bei ami, Cointe et joli, Tant soie je brunete, und 
wenn es im Benart le nouvel heisst: Ades sont les sades brunetes 
Les plus jolietes (Rom. de Renart ed Meon IV, 417), so dürfte 
diese Aeusserung ziemlich vereinzelt dastehen. 

319. Tele ist keine lautgerechte Form, indem talem tel 
ergab, das auch V. 11, 87, 187 als Femininum begegnet; sie ist 
erst in Analogie an die Feminina der zweigeschlechtigen Adjek- 
tiva (z. B. bone, male) entstanden. Tele ist schon im 13. Jahr- 
hundert häufig, ob es jedoch unserem Dichter angehört, lässt 
sich nicht sagen, da es hier im fremden Refrain steht. 



Einleitung 



zum 



Chevalier au barisei. 



1. Druck und handschriftliche Verhältnisse. 

Die Dichtung vom Ritter mit dem Fässlein wurde 
zuerst von Meon zum Abdruck gebracht (Barbazon-Meon, 
Fabliaux et contes [1808] I, 208 — 4>>). Der Urtext ist 
m. W. seitdem nicht wieder dargeboten worden, dagegen 
hat Wilhelm Hertz in seinem „Spielmannsbuch" 1. Aufl. 
(1886) S. 187—207, 3. Aufl. (1905), S. 218 — 36 eine 
freie poetische Uebertragung geliefert, und Carl Wahlund 
im „Om ridaren med ambaret" (1890) eine Uebersetzung 
in schwedische Prosa. 6. Paris gab dann in seinem Bccits 
extraits des poetes et prosateurs da moyen äge, 2 e ed. 
(1898), S. 126 — 41 eine Uebersetzung ins Neufranzösische 
und 6. Gourdon nahm 1903 eine Nachdichtung vor in 
seinen Chansons de geste * 2 unter dem Titel : La Penitence 
du Chevalier. 

Die vorliegende Redaktion des Stoffes ist uns ohne 
Verfassernamen m. W. in vier Handschriften aufbewahrt, 
die sich sämtlich auf der Pariser Nationalbibliothek be- 
finden: a) f. fr. 837 fol. 1 r<>,— 6r°; b) f. fr. 25462 fol. 
157 v° — 74 v°; c) f. fr. 1553 (alte Nummer 7595) fol. 
413 r° — 19r°; d) f. fr. 1109 fol. 179 r° — 85 v°. *) Von 
diesen vier Handschriften hat die beiden ersten mit ihren 
alten Nummern 7218 und Notre Dame M 7-) schon Meon 
aufgeführt, während später die „Histoire litteraire" XXIII, 



J ) Im Catalogue des manuscrits frcmcais 1, 187 wird irrtüm- 
lich fol. 188 angegeben. 

2 ) Wahlund I.e. S. 46 sagt, die neue Nummer von N. Dame 
M 7 wäre fonds lat. 17217, in welcher Handschrift unsere Dichtung 
nicht stehe. Das letztere ist richtig, aber auf einem Irrtume muss 
die erste Angabe beruhen, denn die neue Nummer von N. Dame 
M 7 ist 25462, und hier findet sich die Dichtung, s. oben. 



— - 71 — 

166 — 7 für unsere Version nur eine Bandschrift anzieht: 

7995 fol. 415 — 21 (lies dafür 7595, die alte Nummer von 
f. fr. 155a. und für fol. 415 — 21 lies: 413 — 19). Die 
vierte obiger Handschriften hat C. Wahlund 1. c. 8. 47 an- 
gegeben. (Tat. (1. mss. frane. I, 187.) Die dritte ist von 
Gröber, Gr. II, 654 Anm. 5 hinzugefügt worden (s. Cat. d. 
mss. Franc.. I, 250). — Erwähnt sei noch, dass es im 
Catalogue des manuscrits des bibliotheques pubUques de 
Paris, Bibliotheque Sainte-Genevieve (1896) II, 358 anter 
n° 2474 heisst: Pecueil de fabliaux copies d' apres le 
manuscrit cote N. 2 de VEglise de Paris (myourd'hui 
Bibliotheque Nationale ms. fr. 25545). Les pieccs con- 
tcnnes dans la presente copie sont: la chastelaine de Vergi 
— le Chevalier au barizel — la confession du renard — 
Marguet converti. Dagegen ist zu bemerken, dass. wie mir 
A. Thomas freundlichst mitteilt, Bibl. nat. 25 545, wovon die 
Handschrift in der Sainte-Genevieve eine Kopie sein boU 
(18, Jahrh.), nur la chastelaine de Vergi, la confession du 
renart und Marguet convertie enthält, und nicht den Chevalier 
au barisei. 

Ich bezeichne im folgenden 

f. fr. 837 mit A 

„ „ 1109 „ B 

„ „ 1553 „ C 

„ „ 25462 „ D. 
Ich habe die Hs. A zugrunde gelegt und bin nur 
dann von ihr abgewichen, wenn nach meiner Ansicht 
zwingende Gründe dazu vorlagen. Dass ich dies in den 
Anmerkungen vielfach nicht besonders erwähne, wird 
man begreiflich finden; ein Blick in die Varianten lehrt, 
wann es geschehen ist, und einige Ueberlegung wird dem 
Studierenden sagen, warum es geschehen. BCD bilden 
eine Gruppe gegenüber A, mit der Einschränkung, dass B 
nicht selten mit A gegen C D zusammengeht, so dass diese 
Handschrift vermutlich mit der Quelle von A affiliiert ist. 
C und D stehen sich ganz besonders nahe. Wie aus vielen 
Stellen hervorgeht, haben sie zum mindesten eine gemein- 
same Quelle gehabt, und dass die Quelle Fehler aufwies, 
beweist u. a. die Reihenfolge, in der V. 563 — 4 in CD 



— 75 — 

stehen sowie der V. 560 wiederkehrende V. 528, der an 
letzter Stelle im Hinblick auf V. 534 gewiss nicht 
ursprünglich ist; das zeigt auch deutlich die Lesart 
bei V. 661, auf den V. 662 und dann V. 665 folgt. Es 
erscheint sogar nicht ausgeschlossen, dass eine der anderen 
vorgelegen habe, denn V. 930 mit dem sehr eigentümlichen 
und unverständlichen sa grans biautes bie le demist legt 
eine solche Möglichkeit ziemlich nahe. Auch wo B mit 
CD zusammengeht, lässt sich wenigstens an einer Stelle 
ein offenbarer Fehler nachweisen, nämlich V. 1042, wo 
alle drei saint komme schreiben, während aus V. 1047 f. 
hervorgeht, dass nur der Ritter gemeint sein kann, nicht 
der Eremit. A bietet keineswegs einen einwandfreien Text, 
und ich habe mehrfach aus den anderen Handschriften 
aufnehmen müssen: immerhin stehen demgegenüber nicht 
wenige Stellen, an denen A, beziehentlich AB das richtige 
oder das bessere aufweisen. Dazu kommt, dass in CD 
gegen den Schluss hin zahlreiche Reimpaare fehlen. Von 
diesen lässt sich schwer wahrscheinlich machen, dass sie 
dem Originale nicht angehört hätten, wohl aber ist an 
einer Stelle zu beweisen, dass CD gekürzt haben: die 
Verse 857 — 8 fehlen CD, und C fährt mit einem in der 
Luft schwebeuden 7 une biele cortoisie fort, liest also: 
7 dex Jci vit son desirier Ml li voloit adroit aidier 

7 une biele cortoisie. Es ist klar, dass CD das Reim- 
paar 857 — 8 ausgelassen haben und dass C versäumt 
hat, den folgenden Vers 7 u/ne b. c, der ja V. 857 — 8 
zur Voraussetzung hat, leidlich anzuschliessen, während 
D das mit la li fist wenigstens versucht hat. *) — Einen 
schönverzweigten Stammbaum hinzuzeichnen unterlasse 
ich, da ich solche Stammbäume schon deshalb für wertlos 
halte, weil wir nie wissen können, inwieweit der Schreiber 
einer Handschrift nicht schon verschiedene Handschriften 
benutzt hat und also sein Text nicht schon ein kontami- 
nierter ist. 



*) Bei der Lesart in A liegt keine Schwierigkeit vor, denn 
leichtes Anakoluth begegnet ja oft, und im übrigen 's. Anm. zu 
der Stelle und zu V. 1041. 



— 76 — 

2. Inhalt. Werl und etwaige Quelle der Dichtung. 

Ein mächtiger Herr, der auf einem zwißchen der Nor- 
mandie and der Bretagne gelegenen Schlosse haust, ist 
wegen Beiner Freveltaten und seines gottvergessenen Lebens 
der Schrecken der Umgegend. An einem Karfreitage will 
er, wie gewöhnlich, das Fastengebot nicht beobachten und 
ausserdem mit seinen Kittern auf Raub ausziehen, allein 
diese stellen ihm die Sündhaftigkeit seines Vorhabens 
sowie seines ganzen Lebens vor Augen und fordern ihn 
auf, mit ihnen einen frommen Einsiedler aufzusuchen, um 
ihm zu beichten. Entrüstet weist er ihr Ansinnen zurück 
und entschliesst sich erst zu der Fahrt, als sie ihn bitten. 
doch ihnen zuliebe mitzukommen. Auf dem Wege nach 
dem Walde setzt er ihnen mit allerhand Hohnreden zu, 
und als sie vor der Einsiedelei anlangen, ist er durch 
nichts zu bewegen, vom Rosse zu steigen und die Kapelle 
zu betreten. Seine Begleiter legen vor dem Altare die 
Beichte ab, und nach empfangener Absolution bitten sie 
den Eremiten, doch ihren Herrn, der draussen auf sie 
warte, zum Eintritt zu veranlassen. Nach längerem Be- 
mühen des heiligen Mannes willigt der Uebeltäter unter 
der Bedingung ein, dass er im Gotteshause keine Andacht 
zu verrichten brauche. Kaum hat er jedoch dasselbe 
betreten, so lässt ihn der Einsiedler nicht wieder los, 
sondern, der Todesgefahr trotzend, bestürmt er ihn mit 
immer dringender werdenden Ermahnungen, ihm seine 
Sünden zu bekennen. Zornerfüllt zählt sie der Ritter 
schliesslich alle auf. Um ihn zur Reue zu führen, versucht 
der Eremit, ihm äussere Bussen aufzulegen, und da er alle, 
selbst recht leichte, verwirft, verlangt er weiter nichts, als 
dass er ein leeres Fässlein an der nahen Quelle fülle. Dies 
dünkt dem Unbussfertigen nicht zu schwer, und er gelobt 
sogar ausdrücklich, nicht zu ruhen, bis er es gefüllt dem 
Klausner zurückgebe. Doch wie gross sind sein Erstaunen 
und sein Grimm, als er an der Quelle sieht, dass ungeachtet 
immer erneuter Versuche kein Tropfen Wassers in das 
Fässlein dringt! Der Eremit vergiesst Tränen aus Mitleid 
mit dem Sünder, über dessen Missetaten Gott so erzürnt sei; 



— 77 — 

allein eine weitere Mahnung zur Busse bleibt ohne Wirkung. 
Der trotzige Mann befiehlt seinen Begleitern, nichts von 
ihm daheim verlauten zu lassen, und schwört, zu Fuss die 
Welt zu durchziehen, alle Wasser aufzusuchen und nicht 
eher zu rasten, als bis er das Fässlein gefüllt zurück- 
bringe. — Allein, ohne Geld oder Nahrungsmittel mit- 
zunehmen, macht er sich auf den Weg. Um dem Hunger 
zu wehren, muss er bald seine Kleider gegen ein elendes 
Gewand eintauschen, und als das erlöste Geld ausgegeben 
ist, muss er sich das Brot erbetteln. Das Fässlein taucht 
er in grosse Ströme und kleine Bäche, in Seen und Tümpel, 
ohne dass es sich jemals füllt; doch beugt der stets gleiche 
Misserfolg nicht seinen Sinn, sondern vermehrt seinen Zorn 
und macht ihn nur noch verstockter. Sein Aussehen war 
inzwischen ein derartiges geworden, dass sich die Leute 
vor ihm fürchten und ihn nicht mehr beherbergen wollen, 
so dass er oft gezwungen ist, auf freiem Felde zu nächtigen. 
So durchwandert er unter unsäglichen Leiden, zuletzt an 
einem Stabe einherwankend , viele Provinzen und Länder, 
bis er nicht mehr ertragen kann als er schon ertragen hat. 
Da beschliesst er, zur Einsiedelei zurückzukehren. — Es 
ist gerade ein Jahr vergangen und wiederum Karfreitag, 
als der unselige Wanderer beim Eremiten eintrifft. Dieser 
blickt ihn ganz verwundert an und ist weit davon entfernt, 
in dem Jammerbilde, das er vor sich sieht, den mannes- 
kräftigen und übermütigen Ritter wiederzuerkennen, dem 
er Jahrs zuvor eine so leichte Busse auferlegt hatte. „ Ihr 
seid es", sagte der letztere, „der mich in solchen Zustand 
gebracht hat " ; er gibt sich darauf zu erkennen und erzählt, 
was er alles durchgemacht und wie er vergeblich das 
Fässlein in alle Wasser eingetaucht habe. Aber der 
fromme Klausner gerät nun in grossen Zorn und schilt 
ihn heftig, dass er seine Busse ohne innere Reue vollzogen 
habe: darum hasse ihn Gott; dann bricht er in laute 
Klagen aus, welche in einem innigen Gebete zu Gott 
endigen, dass er sich doch des Sünders erbarmen und 
seinen Sinn zur Reue kehren möge. Betroffen sieht der 
Ritter, wie der alte Mann von leidenschaftlichem Schmerze 
um ihn, den Fremden, bewegt wird, wie seine Sünden ihm 



— 78 — 

.•ins Herz greifen und wie er selbst, der doeh mit ihnen 
behaltet [fit, unberührt bleibt. ET wird seiner ganzen 
Schlechtigkeit inne, der wilde Trotz ist endlich gebrochen, 
und mit brünstigem Verlangen wendet er sich zum ersten 
Male Gott zu. lind Gottes Gnade beginnt zu wirken: 
Demut kehlt in sein Herz ein, ein Tränenstrom stürzt aus 
Beinen Augen; überwältigt kann er nicht sprechen, aber 
er gelobt Gott im Innersten, nie wieder Böses zu tun. 
Allein das Fässlein ist noch immer leer, und doch ist 
sein heissester Wunsch, es gefüllt zu sehen. Da fällt eine 
grosse Träne, die sich von seiner Wimper löst, gerade in 
das Fässlein hinein und füllt es so, dass das Nass nach 
allen Seiteu überquillt. Gerührt stürzt der Eremit zu 
seinen Füssen nieder und kündet ihm, dass Gott ihm seine 
Sünden vergeben habe. Grenzenlos ist die Freude des 
nunmehr Erlösten, aber er fühlt sein Ende herannahen. 
Noch einmal beichtet er jetzt, aber zerknirschten Herzens. 
Der Einsiedler reicht ihm das Abendmahl und umarmt ihn 
dann auf seine Bitte. Gleich darauf legt sich der Ent- 
sündigte zum Sterben vor dem Altar nieder; das Fässlein, 
welches er auch im Tode nicht lassen will, ruht auf seiner 
Brust. Schon steht der Teufel auf der Lauer, um die Seele, 
welche sich vom Körper scheiden will, zu erhaschen, aber 
die Engel bemächtigen sich ihrer und tragen sie davon. 
Wiederum wie vor einem Jahre treffen die Ritter zur 
Beichte bei dem Eremiten ein. Sie erkennen ihren Herrn, 
welcher entseelt vor dem Altare liegt, aber sie wissen nicht, 
wie er gestorben sei. Da erzählt ihnen der Einsiedler 
von allem und von dem gottseligen Ende, das derselbe 
gefunden habe. Unter mancherlei Ehrungen begraben sie 
den Leichnam und kehren dann froh in die Heimat zurück, 
wo sie das Schicksal ihres Herrn berichten, zur Freude 
und Erbauung für jedermann. — Der Dichter ermahnt 
zur Demut und Bussfertigkeit und schliesst mit einer Lob- 
preisung Gottes. 

Eine kurze Analyse unserer Dichtung findet man in 
der Histoire litte>aire XXIII, 166 f.; einige Worte haben 
darauf G. Paris in seiner Litterature frangaise au moyen 
äge (1888) S. 291 f. und Gröber, Grundr. II, 654 derselben 



— 79 — 

gewidmet. — Der „Ritter mit dem Fässiein" gehört zu 
den rührendsten und am besten erzählten Busslegenden 
des französischen Mittelalters. Der Vorzüge unserer Stoff- 
behandlung wird man am deutlichsten gewahr, wenn man 
eine Vergleichung mit der Version vornimmt, welche uns 
die Vies des Peres bieten und die ich als Anhang bei- 
gegeben habe. Um nur ein paar wesentliche Punkte zu 
berühren, so wird in jener (weit kürzeren) Version der reiche 
Mann mit leichter Mühe von einem Diener bestimmt, zur 
Beichte zu gehen, während es bei dem Ritter erst infolge 
mehrerer geschickt abgestufter Einzelmomente zu einer 
Sündenaufzählung kommt. Jener ist von vornherein reu- 
mütig und man sieht nicht recht ein, warum denn das 
Fässlein so lange ungefüllt bleibt, während dieser in 
Verstocktheit verharrt und daher der Gnade Gottes nicht 
eher teilhaftig wird als bis die repentance bei ihm eingekehrt 
ist. Dort fehlt es an jeder Tiefe der Auffassung, und den 
unverrichteter Sache Heimkehrenden tröstet der Eremit 
damit, dass es ihm mit einer anderen Bussübung schon 
besser gelingen werde — bis dann mit einem Male das 
Wunder eintritt ; hier dagegen erkennt der Einsiedler, dass 
Gott, nicht zufrieden mit äusserer Busse, dem Sünder nicht 
hat verzeihen wollen, und das Wunder erfolgt erst mit der 
Zerknirschung des letzteren. Dort endlich der hausbackene 
Schluss mit seichter Moral, hier ein poetisches Ausklingen. 
Betrachten wir noch einen Augenblick unsere Fassung 
allein. Durchaus glaubhaft erscheint es, dass der Ritter, 
nachdem er sich einmal in die Kapelle begeben hat, durch 
das sichere und kühne Auftreten des Eremiten unwillkür- 
lich gebannt wird; höchst anschaulich ist darauf das Bild 
der in schneller Rede und Gegenrede Ringenden. Den Zug, 
dass der Einsiedler, bevor er das Fässlein füllen heisst, 
viele andere Bussen namhaft macht, darf man nicht als 
müssige Spielerei des Dichters ansehen: er dient vielmehr 
wegen der Bemerkungen, zu denen jene Vorschläge beim 
Ritter Anlass geben, zu völliger Charakterisierung des 
letzteren. Wie fein empfunden ist es ferner, dass nicht 
etwa Mitleid, sondern Zorn sich des wahrhaft frommen 
Mannes bemächtigt, als der Heimkehrende ihm von der 



— 80 — 

Erfolglosigkeit Beines Mühen« berichtet! Wie wirkungsvoll 
endlich die Schilderang Beiner demütigen Ergriffenheit, als 
er sieht, dass Gtott dem Benigen verziehen hat ! Aber nicht 
nur an wirklicher Charakterzeichnung und psychologischer 
Motivierung, sondern auch in stilistischer Hinsicht steht 
unsere Dichtung weit über der holprigen und farblosen 
Erzählung in den Vies des Vires. Fluss, Lebendigkeit. 
Detailmalerei werden kaum irgendwo vermisst, und zuweilen 
trifft man auf recht glückliche Gedanken und Ausdrücke, 
z. B. V. 518, 612, 644, 757 ff., 831, 968, währeud V. 868 
allerdings wenig geschmackvoll ist. Die Komposition 
ist insoforn nicht ganz fehlerfrei, als stellenweise die 
Spannung durch Längen etwas beeinträchtigt wird, so 
hat sich der Dichter namentlich in der Darstellung der 
Mühsale des Wandernden und seines immer schrecklicher 
werdenden Aussehens nicht genug tun können, und dabei 
sind denn ein paar lästige Wiederholungen nicht aus- 
geblieben; auch sonst ist Wiederkehr von eben Gesagtem 
zu beobachten, z. B. bei V. 145, 275, und die nicht weit 
voneinander stehenden Verse 426, 435, 441 sind sogar 
ziemlich gleichlautend, vgl. auch 528 und 551 und die 
Anmerkung zu 551. Nicht ohne weiteres rechne ich hierher 
V. 416 — 8. Diese Verse möchten überflüssig erscheinen, 
da ja der Ritter nachher (V. 452 — 5) das Gleiche, wenn 
auch in etwas stärkerer Form, tun zu wollen verheisst, 
allein sie sind doch insofern existenzberechtigt , als 
sie noch glaublicher erscheinen lassen, wie es zu dem 
folgenden Schwüre kommt, von dem daher die Auffassung 
statthaft ist, dass der Ritter ihn nicht bloss aus Trotz 
dem Eremiten gegenüber, sondern auch aus eigenwilligem 
Festhalten an dem einmal voreilig Gesagten schwört. — 
Man könnte vielleicht meinen, dass die Schilderung von 
den Untaten des Ritters an starker Uebertreibung litte, 
d. h. dass derartiges, dazu noch ungestraft Bleibendes, 
selbst in damaliger Zeit kaum vorgekommen wäre, jedoch 
sei auf Luchaire, La societe frangaise au temps de Philippe- 
Auguste, 2 e ed. 1909 S. 265 ff. verwiesen; namentlich fallen 
die dort S. 270 — 2 und 290 angeführten Aeusserungen 
des Jacques de Vitry und des Pierre de Blois schwer ins 



— 81 — 

Gewicht und lassen einen Schluss auf weit mehr als blosses 
Raubrittertum zu. 

Der ungenannte Verfasser unserer Dichtung beruft 
sich V. 870 auf eine eseripture und sagt V. 1041 ff. aus- 
drücklich, dase er erzählt habe, was die saint pere uns 
berichten. Gewiss will er damit als seine Quelle die 
lateinisch abgefassten und dem hl. Hieronymus zugeschrie- 
benen Vitae patrum hinstellen, allein hier scheint sich, 
wie schon Hertz, Spielmannsbuch 1. Aufl. S. 332 bemerkt 
hat, unsere Legende nicht vorzufinden. 1 ) Dies darf nicht 
weiter überraschen, denn wir glauben auch von anderen 
Dichtungen, deren Verfasser sich gleichfalls auf die Vitae 
patrum berufen, zu wissen, dass ihre angeblichen Quellen 
dort nicht stehen, 2 ) was man sich so erklärt, dass die 
Vitae als eine altehrwürdige Sammlung galten und dass 
die Dichter ihren Erzählungen einen grösseren Wert zu 
verleihen glaubten, wenn sie dieselben als aus jener 
Sammlung geschöpft bezeichneten. Immerhin wäre es 
möglich, dass die Quelle unserer Dichtung sich doch in 
einer der vielen nicht immer Gleiches enthaltenden Aus- 
gaben oder in einer der noch nicht zu Rate gezogenen 
Handschriften 3 ) der Vitae fände, denn es ist zu berück- 
sichtigen, dass derselbe Stoff von den französischen Vies 
des Peres*) gebracht wird, und es wäre zu kühn, auf 
Grund der verschiedenartigen Behandlung zu behaupten, dass 
nicht eine möglicherweise in den Vitae stehende Geschichte 
die Grundlage für die Erzählung in den frz. Vies und 
für unsere Dichtung gewesen sein könne. Auf der anderen 
Seite ist bei der Bearbeitung der Vitae in den frz. Vies 
des Peres manches moderne Gut hinzugenommen worden, 

J ) Ich habe neben der Lyoner Ausgabe von 1617 die am 
häufigsten zitierte von Rosweyd. Antwerpen 1615, durchgesehen. 

2 ) A.Weber in Komania VI, 328—9; G.Paris. Litter. franc. 
au moyen äge 3 S. 231. 

3 ) Die lat. Handschriften der Vitae weichen sehr vonein- 
ander ab, und manche Geschichten werden nur von manchen 
geboten, s. G. Paris, La poesie frangaise au moyen äge 1, 166. 

4 ) Er ist nicht in allen, aber doch in recht vielen der 33 
Handschriften (s. Ward, Catalogue of Romances III, 337) dieser 
Sammlung zu finden. 

Schul tz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungren. Q 



— 82 — 

und da die beiden Hauptredaktionen der Vics erst um die 
Mitte des 13. Jahrhunderts abgefasst Bein dürften, 1 ) so i-t 

für den Fall. da88 der Stoff nirgends in den Vitae be- 
gegnet, die Möglichkeit nicht unbedingt ausgeschlossen, 
dass die Version der Vies unter starker Kürzung und 
entsprechender Abänderung der Lokalfarbe auf unserer 
Erzählung fusst. Am wenigsten hat aus verschiedenen 
Gründen eine etwaige Annahme für sich, dass umgekehrt 
unsere Dichtung erst auf der Version der Vics beruhe. 
Wenn Hertz, Spielmannsbuch 8. 417 der dritten Auflage 
sagt: „Wahrscheinlich gehen beide auf eine gemeinsame, 
uns unbekannte Vorlage zurück, die aus mündlicher Ueber- 
lieferung stammte," so ist das doch nur eine Annahme. 
Wir sind somit zu keinem irgendwie sicheren Ergebnisse 
bezüglich der Quelle des Chevalier au barisei gelangt, 
und ebenso fehlt es an Anhaltspunkten für eine nähere 
Zeitbestimmung. Man setzt die Erzählung gewöhnlich in 
das 13. Jahrhundert, und dazu möchte es stimmen, dass 
die Beichte des Fuchses vor dem Weih erwähnt wird 
(V. 130 — 1), die in einer Branche des Roman de Benart 
vorkommt, welche schwerlich vor der ersten Hälfte des 
13. Jahrhunderts entstanden sein wird, s. Gröber, Gr. II, 
630; weniger dürfte der Umstand Berücksichtigung ver- 
dienen, dass das Rittertum in einer wenig günstigen Be- 
leuchtung erscheint, 2 ) s. oben. Zu beachten ist dagegen 
andererseits, dass die Nominalflexion in unserer Dichtung 
noch strenge gewahrt zu sein scheint, denn die verschiedenen 
Obliquusformen für den Nominativ in Hs. A ausserhalb 
des Reimes (s. Anm. zu V. 128 und 143) beweisen natürlich 
nichts und was ermite in V. 698 angeht, so kann dies trotz 
hermites : dites (313 — 4) die ursprüngliche Nominativform 
sein. Allerdings begegnet auch einmal im Reim (V. 668) 
der Obliquus für den Nominativ, aber dieser Vers ist viel- 

*) Schwan in Romania XIII, 257 ; vgl. P. Meyer in der Histoire 
litteraire XXXIII, 256. 

2 ) Es ist nicht unwahrscheinlich, wie schon Littre in der 
Histoire litteraire XXIII, 167 bemerkt hat , dass der Dichter mit 
seiner Erzählung den Nebenzweck verfolgt hat, zügellosen und 
raubtreibenden Rittern eine Mahnung zur Gottesfurcht zu erteilen. 



— 83 — 

leicht nicht unverdächtig, wenn auch das von B C und D 
Gebrachte teils (syntaktisch) unverständlich, teils wenig 
befriedigend ist. — Der Stoff ist noch einmal in Versen von 
einem gewissen Jehan de Blois (de la Chapelle) behandelt 
worden; diese Bearbeitung, welche uns in zwei Handschriften 
aufbewahrt ist, *) berührt sich nahe mit der Version der 
Vies. Schliesslich haben wir noch eine Prosaredaktion in 
der Hs. Bibl. nation. f. fr. 25 440 fol. 274 ff.; dieselbe beruht 
augenscheinlich auf einer Kombination unserer Dichtung 
und der Version der Vies. — Eine Erzählung, in der es 
sich gleichfalls um eine erlösende Träne handelt, ist 
wie man durch Hertz 1. c. S. 417 erfährt, in den Predigt- 
Beispielen (Speculum exemplorum) aufgezeichnet: „Hier 
wird ein Sünder, der zufällig einen berühmten Prediger 
mitanhört, von Reue ergriffen, dass er zu weinen beginnt. 
Der Prediger sieht, wie ihn der Teufel an einer Kette 
festhält, aber eine Träne fällt darauf und die Kette 
zerspringt." Ferner begegnet das Motiv von der Reue- 
träne, worauf mich Koll. Braunholtz hinweist, noch in ver- 
schiedenen lateinischen Sammlungen (nicht den Vitaepatrum), 
die uns von Handschriften des Britischen Museums über- 
liefert sind: Arundel 406 f. 25 b col. 11,506, f. 57, Additional 
11284 f. 18 b (Speculum laicorum), Harley 3244 f. 74 b , 
Egerton 1117 f. 189, s. Ward, Catalogue of Romances in the 
department of Manuscripts in the British Museum II, 664, 
III, 558, 380, 459, 475. Hier handelt es sich um einen Räuber, 
dem aufgegeben wird, einen Krug aus einem aufwärts fliessen- 
den Strome zu füllen, und diese Version scheint auch in 
den Vies des Peres der Hs. Addit. 32 678 f. 48 b und f. 99 
col. 2 vorzuliegen, s. Ward III, 341, 344, während die in 
der Hs. Burney 361 f. 146 b erzählte Geschichte wieder mit 
der üblichen der Vies des Peres identisch sein dürfte, s. 
Ward III, 642. Infolge des Krieges kann ich die betreffen- 
den Handschriften nicht einsehen; auch ist mir die durch 



2 ) Hs. Phillips n° 3643 in Cheltenham (s. Notices et Extraits 
des manuscrits de la Bibliotheque nationale et autres bibliotheques 
XXXIV, 1 S. 160) und Bibl. nation. f. fr. 1807 fol. 131 ff. (Catal. d. 
nianuscr. frang. I, 318). 

6* 



— 84 — 

Warner besorgte Ausgabe von Mielot's Miracles de New 
Dame, printed for the Koxbnrghe Club, 1885 nicht zu- 
gänglich, wo nach Ward 11,664 eine andere Gestalt des 
Stoffes (n° 72) zu finden ist. — Auch in der bildenden 
Kunst hat unsere Erzählung Spuren hinterlassen: wie mir 
Koll. Baist mitteilt, befindet sich auf der Predella einer 
dem Zeitblom zugeschriebenen Dreikönigsanbetung in der 
Kirche von Bingen (bei Sigmaringen) ein Relief, das den 
Ritter mit dem Fässlein darstellt. 

Unser Denkmal scheint nicht ganz ohne Einwirkung 
auf andere Dichtungen geblieben zu sein. Die Schilderung 
der Wanderungen im Julian ed. Tobler 1372ff., 4025 ff.. 
4101 ff. (Arch. 102 S. 125, 158, 159) erinnert lebhaft an 
die Darstellung in unserer Dichtung, und wenn man auch 
zunächst der Aehnlichkeit der Situation Rechnung tragen 
muss, so gibt doch eine Anzahl wörtlicher oder fast wört- 
licher Uebereinstimmungen einiges Recht, an einen Zu- 
sammenhang zu denken: Jul. 4034 Et corent par pluie et 
par vent, Chev. 547 Oirre par pluies et par vent; Jul. 
4038 — 9 Que mais nus ne les coneust, Ja tant reu ne 
les eust, Chev. 649 — 50 Qu'a grant paine Je coneust 
Nus hom qui tant veu Veits t (BC: tant reu ne V'eust)\ 
Jul. 4106 Or sont passe tot lor dangier, Chev. 694 Or 
sant passe tuit si dangier. — Ingleichen dürften die An- 
klänge in dem ersten der beiden Gedichte über Simon 
von Crepy, welche Walberg herausgegeben hat (Deux 
poemes inedits sur Simon de Crepy, Lund 1909), zu stark 
sein, als dass ein zufälliges Zusammentreffen wahrschein- 
lich wäre; hier handelt es sich ebenfalls um eine wenn 
auch etwas anders geartete Busswanderung. Freilich lässt 
es sich aus der Gleichheit der geschilderten Lage erklären, 
wenn es Simon 263 (S. 52) heisst: Por povres heraudies 
changerent leur bons dras und Chev. 540 — 2: Sc li cor Inf 
sa robe vendre Et changier, qoi que nus rous die, Por 
une povre kiraudi'e, schwerer aber wiegt folgende Kon- 
kordanz: Simon 277 — 8 Sovent ont pesme ostel, dar Ut, 
froide cuisine, Enuis est lor compaings, [disete] lor voisine 
und Chev. 524 — 6 . . . mes durs osteus et povres lis Et 
poi pain et froide cuisine: Poverte ert sovent sa voisine, 



— 85 — 

denn, obwohl froide cuiside, wie Ebeling nachweist, auch 
im Wilhelmsleben 451 begegnet, so ist doch die Ueber- 
einstimmung im Reim wort der darauf folgenden Zeile und 
in seiner bildlichen Verwendung recht auffällig. 



3. Sprache und Heimat, Metrum und Beim. 

Die Sprache der vier Handschriften (s. S. 72) ist mehr 
oder weniger dialektisch gefärbt, am wenigsten diejenige 
der Hs. A 1 ), doch zeigt auch sie eine ganze Anzahl 
dialektischer Züge, z. B. das ai in amaisse (176, 900), 
alaissent (178), remuaisse (899), oder das ei in bareil 
(458, vgl. 425 B D) und in pereilleus (380) oder das c in 
mance (545), in sauvecines (561) und in carchiez (818), oder 
das ch in contrichion (911) und in carchiez (818), oder le 
als Artikel und verbundenes Fürwort des Femininums (599; 
356, 359, 1027). Aber natürlich zeugen diese Züge nur 
für die Sprache der Schreiber, nicht für die des Verfassers. 
Für letztere beweisend, sind dagegen Erscheinungen, die 
durch Metrum und Reim gesichert sind, und da bietet sich 
eine Anzahl pikardischer Eigentümlichkeiten dar, von denen 
uns einige schon in der Chastelaine de Saint Gille ent- 
gegengetreten sind. Wir haben zunächst dreisilbiges averai 
(455), avera (595) und mouverai (164), sowie häufiges no 
und vo (71, 95, 294, 348 usw.). Ferner begegnet der Wandel 
von iu zu ieu in plaidieu (222), viex (803) und fiex (915), 2 ) 
sowie eu für ou in eurent (1029); auch , Zwitterreime 1 wie 
niche : riche (39 — 40), estanche : repentance (833 — 4) (s. S. 29) 
und ingleichen die Form ent < inde (490), deren t sich 
länger im Pikardischen hielt, dürfen angeführt werden. 
Folgende Züge sind nicht ausschliesslich dem Pikardischen 
eigen, sondern begegnen auch entweder im Wallonischen 
oder in einem Teile des Ostens oder im Westen, doch sind 



*) Habe ich Wörter aus den anderen Handschriften auf- 
genommen, so sind sie, soweit es nötig war, der Orthographie 
von A angeglichen worden. 

2 ) S. Förster zum Chevalier as deus espees S. XLIV und 
Meyer-Lübke, Hist. Gramm, d. frz. Spr. I § 74. 



— 86 — 

mehrere derselben dem Pikardischen beson< "läutig: 

die Einsilbigkeit der Endung 4ez in & 
porrie* (246), voliez (350), avriez (351 . donriet (367), 
voudriez (358), 1 ) während sie in aviiee (292) zweisilbig 

ist. die Nichtvermischung von en + Kons, mit aw + Ken-.. 
denn dolanz 29— 30 und ton*, Zeit' 77—8, 361—2. 1023—4 

bilden bekannte Ausnahmen, weiterhin diePronomiiialforiii mt 
(175, 957, vgl. S. 28), die 1. Pers. Plur. auf -mefl in irotm 
(68), vgl. Schwan-Behrens, Gramm.'' £ 339,2 Anm. 3, <in ans 
$ + Kons, in aus < ?7fos (995), vgl. Förster, Cliges S. LX VIII 
und Liedloff, Ueber die Vie Saint Franchois S. 40, oi < ö + p 
(moi 406), ' 2 ) s. Förster, Aiol S. XXXIX, meinen Artikel in 
Ztschr. XXXV, 733 ff. und vgl. Schwan -Behrens, Gram." 
8. 309 n° 8. Hierher würde auch au für ou (< ö + l) 
gehören, wenn nicht der Reim assaut : sauf (927 — 8) ein 
indifferenter wäre, s. über die Erscheinung die Anmerkung 
zu V. 185. — Durch die Gesamtheit obiger Züge wird die 
Annahme nahe gelegt, dass der Verfasser unserer Dichtung 
ein Pikarde gewesen ist, und diese Annahme erhält eine 
weitere Stütze in dem Verse 617 qu'entre la <mer ga 
d'Engleterre, der gewiss das Ursprüngliche ist, und den 
der vermutlich mehr aus dem Inneren stammende Kopist 
von A unter Fortschaffung des ga modifiziert hat (s. 
Varianten). So konnte sich füglich nur jemand ausdrücken, 
der in einer dem Meer nahe liegenden Landschaft wohnte. 
Zur Silbenzählung sei bemerkt, dass nient (762, 772) 
einsilbig ist und angele (982, 985, 1028) als zwei Silben 
rechnet, indem das erste e in der Aussprache keine Geltung 
gehabt hat. Wegen der Endung iez s. S. 86 oben. In 
june (597) und junerez (361) ist vortoniges Hiat-e ge- 
schwunden, während es in jeuner und desjeuner (81 — 2) 
mit dem folgenden Vokal kontrahiert erscheint. Die Elision 
des i im männlichen Artikel des Singular ist, wie in der 
Chastelaine (s. S. 31), fakultativ: Vermites (471), U an< 



l ) H. Suchier, Aucassin et Xicolete, 7 e ed. S. 80 n° 4. 

-) Dass dies das einzige Beispiel in unserer Dichtung neben 
sonstigem ui ist, beweist nichts gegen die Auffassung von moi 
als Substantiv; ähnlich findet man z. B. in einem kürzeren Fablel 
bei M.-R., Fabl. I. 76 den Reim doi: anoi und S. 74 Int: anm. 



— 87 — 

(987), vgl. Ztschr. XXXIV, 98. Nicht aspiriertes h hindert 
die Elision nicht: vraie humilite (136), regoive hui (914), 
wohl aber das aspirierte: estre j honiz (46), povre j hiraud'ie 
(542), s. Tobler, Vb. 4 , 57. Wegen anderem s. Einleitung 
zur Chastelaine S. 31 — 2. — Was den Reim angeht, so 
ist zu bemerken, dass oi < ei 21 mal mit sich selber 
reimt. Dass dieses oi etwa den offenen Laut gehabt habe, 
wird durch den Reim 405 — 6 moi (< me) : moi (mödium) 
nicht bewiesen, denn demgegenüber steht 767 — 8 voiz 
(< vöcem) : (voiz « vides). Man wird also nur sagen 
können, dass ein Anfang der Vermengung der drei oi vor- 
liegt. x ) Hom : renon (3 — 4), preudom : reson (347 — 8) und 
an -.Abraham (368 — 9) reimen nur fürs Auge nicht; das 
Gleiche gilt von Reimen wie tans (= Zeit) : granz (77- 8), 
da in unserem Denkmal kein Lautunterschied zwischen s 
und z besteht, wie z. B. die Reime 437 — 8 grains (< granus 
irempains (< re-impinctus), 579 — 80 chans « campos) : 
chans (< cantus) beweisen. 2 ) In puet, das 183 — 4 mit 
seut reimt, ist gewiss schon ein ö-Laut gesprochen worden, 
wie der Reim 788 — 9 deus ,Leid l deus (< duos) lehrt. 
Ein ungenauer Reim, den man freilich auch sonst findet, ist 
dagegen esprueve : uevre (551 — 2); in coupe : tonte (963 — 4) 
liegt sogar nur Assonanz vor. 3 ) Ein ue darf einem ie 
gegenüberstehen: euer : requier (209 — 10), s. Tobler, Vb. 4 
S. 147. Anceles < ancillas sollte ein geschlossenes e haben, 
hat aber doch ein offenes, s. Suchier, Altfrz. Gramm. S. 19, 
so dass der Reim puceles : anceles (37 — 8) korrekt ist. 
Wegen Bindungen von tans ,Zeit c und dolanz , bekümmert' 
s. oben S. 86. Die Bedeutungsverschiedenheit des mit 
sich selbst reimenden Substantivs fin (913 — 4) ist nur 
eine geringe. 



a ) Ueber joie, das V.235 und 889 mit voie reimt, s. Einleitung 
zur Chastelaine S. 32. 

2 ) remez (155), fez «fascem- 460), rez (464), venrediz (78) 
u. a. sind sogenannte umgekehrte Schreibungen. 

3 ) Das Verspaar fehlt in CD, während B den V. 964 anders 
gewendet hat; CD weisen ihrerseits an einer anderen Stelle 
(s. Varianten zu V. 1029—1032) eine Assonanz auf mit lenfueent 
(lenfeuent C) : sesmiienent (se miwuet C). 



Du Chevalier au barisei. 



f. 1 r° col. 1 . untre Normendi'e et Bretaingne, 
en une terre mout estraingne, 
manoit jadis .1. mout liaus hom, 
qui mout estoit de grant renon. 
5 Pres de la marche sor la mer 
avoit fet .1. chastel ferraer, 
qui mout estoit bien batilliez, 
si fors et si bien artilliez 
qu'il ne cremoit ne roi ne conte 

10 ne duc ne prince ne visconte. 
Et li hauz hom dont je vous di 
estoit, si com je l'entendi, 
trop biaus de cors et de visage, 
riches d'avoir et de lignage; 

15 et si paroit a son viaire 

qu'el mont n'eust plus debonaire, 
mes fei estoit et desloiaus, 
et si trahitres et si faus, 
et si fiers et si orguilleus, 

20 si estouz et si desdaingneus 

qu'il ne cremoit ne Dieu ne nomine: 
tout le päis, ce est la somme, 
avoit destruit environ lui. 
II ne pooit trover nului 

25 qu'il ne feist honte du cors : 



5 de la mer C D — 6 son c. f. (fremer B) BD — 8 atillies C 
— 10 ne nul conte C — 11 v. conte C — 12 e. ensi que on le 
conte C — 19 et si estoit si courecous C — 20 et si estoit si 
tres crueus BD, et fiers et si orgillous C — 22 ce nest B — 
24 tenir n. B — 25 fesist BCD: del c. BT 



— 92 — 

trop <Tt t'ii lui grans Li descors. 
II gardoil si pres Ica rhrinins 
<i n"i 1 retenoil Lee pelerim 
ei desroboit Les marcheanz: 

BO mout en fist sovent de dolanz. 
11 n'espargnoit ne elerc ne moine 1 

renclus n'ermite ne ehanoine; 
et les Qonnaina et les convera 

«jiii plus erent a Dieu aers, 

35 eeus fesoit il a honte vi vre, 
quant il les tenoit a delivre, 
et les dames et les puceles 
et les veves et les anceles. 
f. lr cbl. 2. II n'espargnoit sage ne niche, 

40 tout prenoit, le povre et le riche, 
mout de gent ot chacie a honte, 
tant en ocist, n'en sai le conte. 
Onques ne vout prendre moillier, 
quar trop se cuidast avillier; 

45 s'a une fame fust mariz. 
il cuidast bien estre honiz. 
En toz tens voloit char mengier, 
ja n'en vousist jor espargnier. 
De messe öir n'avoit il eure 

50 ne de sermon ne d'escripture. 
Toz les preudoumes honissoit. 



27 gaitoit B — 28 7 retenoit A, kil tuoit tous les p. Bi'P 
— 29 destorboit A, desreuboit B C D ; markans C — 30 m. en i 
fist de mescheans B C D — 31 abbe ne m. B — 32 r. ne hermite 
ne moigne C, enclus hermite ne canoine BD — 33 ne 1. n. ne 1. 
C, 7 le nounains D; converses A — 34 o pl. A, 7 cö plus sert 
B, cö pl. e. C, serent D; aherses A — 36 v il estoient B, com 
il C — 38 iones A , et le v. D — 39 povre ne riche A B D — 
40 prendoit C ; q'l ne feist a honte viure A. il nespargnoit sage 
ne niche BD — quil ne (nes D) cacast tous iors a. h. BD, 
tout chiaus kil tient metoit a. h. C — 42 t. en houni BD — 
43 nonqnes B CD — 45 se fust pris (mis B) BCD — 46 bien 
felüt B. trahis C — 47 vousist A, toustans v. il C, et toustanfl 
v. D — 48 folgen in BCD: ne venredi ne quarentaine ne ionr 
qui fust en la (le CD) semaine 



— 93 — 

Je ne cuit que ja mes hom soit 

qui tant par fust de put afere. 

Penssez toz les maus c'om puist lere 
55 en diz, en fez et en penssez: 

toz les ot en lui amassez. 

Ensi vesqui plus de .XXX. ans, 

ainz de ses maus ne fu restans. 

Ensi passa li tens et vint, 
60 et tant qu'a un quaresme avint 

tout droit au jor du bon devendres. 

Cil qui vers Dieu n'estoit pas tendres 

se fu levez mout tres matin; 

as keus a dit en son latin: 
65 „Atirez tost mes venoisons, 

quar il est de mengier sesons 

je voudrai matinet mengier, 

et puis s'irommes gaaingnier. 

Li keu furent tuit esbahi, 
70 si respondent triste et mari: 

„Nous ferons vo volente, sire, 

mes vous pöez assez miex dire u ; 

et quant si Chevalier l'öirent, 

qui plus de euer a Dieu tendirent, 
75 lors li disent sans contredit: 

„Lerres", fönt il, „ qu'avez vous dit? 

II est quaresmes et sains tans, 

et si est li venrediz granz 

que Diex souftri la passion, 
80 pour nous metre a sauvacion, 



53 soit de B — 54 1. 1. maus penssoit c. puet f. A, p. tous 
mauls q on puet faire B, p. or tout c. puet faire C — 58 cains B, 
cainc D; cessanz A — 60 q. vnes pasqs vint C — 61 t. d. le 
iour du lonc deuenres B, del grant deueres C — 62 estoit peu 
tenres D — 64 a ses genz dist A — 65 ces (ches D) venisons 
BCD — 68 si irons B, iroumes D — 69 ki furent e. C, tot B, 
tout esmari D — 70 tristre BD, trit C, folgt in BCD: com 
(et B) eil qui ne losent desdire — 72 fehlt BCD — 73 quant 
si (li C) eh. lentendirent BCD — 74 se tinsent C — 75 si (se C) 
li BCD — 76 sire D — 80 por la nostre redemption B 



-o 



— 94 — 
qU6 fcOZ li mons doit hui j<*uiier. 

ei vous, vons roulez desjeuner 
et mengier char a male estrine! 

Toz li mon> est en descipline, 
85 en jriines, en abstinanee; 

nis li enfant fönt penitanoe, 
et vous volez hui char mengier! 
Diex se doil bien de vous vengier, 
f. 1 v° col. 1. si fera il certes encore." 

90 „Par foi", fet il „ce n'ert ra'ie ore, 
angois avrai mout de maus fez, 
hommes penduz, ars et desfez." 
„Avez en vous", fönt il, „respit 
de fere Dieu tant de despitV 
95 Or deussies sanz nul sejour 
a Jhesucrist no Creatour 
erier et plorer voz pechiez 
dont vons estes si entechiez." 
„Plorer" V fait il, „est ce gabois? 

100 Je n'ai eure de tel harnois; 
mais vous plorez, et je rirai, 
que ja certes n'i plorerai." 
„Sire", fönt il, „ce est la somme: 
En cel bois a un mout saint homme, 

105 ou les genz se vont confesser 
qui de lor maus vuelent cesser; 
alons, si nous i confessons 
et noz malices delessons. 
On ne doit pas toz jors mal fere, 

110 ainz se doit on a Dieu retrere." 
„Confesser?" fet il, „ .c. diable! 
Enterrai je de ce en fable? 



85 iunes (iune B) et BCD — 90 ce nest B — 92 mors 7 B 

— 93 aves v. en (ent D) BD — 94 de diu faire C, folgt in BCD: 
leres ia naues vous nul iour — 96 fehlt BCD — 100 teus h. C 

— 101 plourres D — 102 car D, ke iou ia certes ni plourai C — 
103 chen e. D — 104 en cest C — 106 de fehlt B — 108 delaions ( ! 

— 109 tos iors C — 109 — 110 stehen in D vor 107 — 111 cest 
dyables C, chente d. D 



— 95 — 

Honiz soit qui por ce ira 

ne qui les piez i portera. 
115 Mes s'il avoit auques a prendre, 

je iroie bien por lui pendre." 

„Sire", fönt il, „i vendrez vous? 

Fetes ceste bonte por nous." 

„Por vous", fet il, „irai je bien, 
120 quar por Dieu n'en ferai je rien: 

vostre compaigni'e m'i maine. 

Amaine mon ckeval, amaine! 

s'irai avoec ces papelars. 

Miex ameroie .II. marlars, 
125 voire .II. bien petiz moissons 

qae toutes leur confessions 

mes je i vois pour eus trufer. 

Quant il s'erent fez confesser, 

s'iront rober de mainte part; 
130 c'est la confessions Renart 

qu'il fist entre lui et Tescoufle: 

tels confesse chiet a un soufle." 

„Sire", fönt il, „or montez donques; 

que eil Diex qui ne menti onques 
135 face de vous sa volente 

et vous doinst vraie humilite." 

„Par foi", fet il, „ja ce n'aviegne 

que point d'umilite me viegne 
f. lv° col. 2. ne que je deboneres soie, 

140 que ja mes cremus ne seroie." 

A tant se sont a voie mis. 

Cil en qui est li anemis 

113 mal dehait (maudehait D) q. BCD — 114 ses pies BC 

— 115 perdre BCD — 116 giroie tost (bfi. B) pour lui aerdre 
BCD, folgen: car autrement niroie (nirai iou B) mie | si feres 
viaus par cöpaignie — 120 ke ia por dieu ne ferai r. B, mais 
(car C) pour diu nen f eroie r. C D — 124 maslars D — 125 boins 
petis pincons C — 127 e ie A, mais ke iou i (que gi D) v. BD 

— 128 seront (sereut D) f ait B C D — 129 sirons B C, reuber BCD, 
par m. p. B, de toutes pars C — 130 eiert C, chert D — 132 tel 
9fiesse ieta .i. s. C — 133 car m. D — 138 dumilites B — 140 car 
D — 142 fu B C D 



96 



va derriere eng trestout ckantant, 
et eil vont devant lui plorant. 

145 8i homme vont tuit devant lui: 
il ne Leur fait tOTB dire anui, 
et ramposner, pincier et poindre, 
et eil aussi com por lui oindre 
dient tout a sa volente. 

150 Tant vont ie droit cherain ferre 
qu ? il sont venu ganz nul arest 
en Fermitage en la forest. 
Leenz entrerent, c ? est la BOmme, 
el moustier truevent le saint homme; 

155 et lor sire e3t remez defors, 
qui mout estoit et fei et fors, 
et outrageus et plus irous 
que chiens derves ne leus warous 
ses piez regarde mout sovent, 

160 si se rafiche fierement. 

„Sire", fönt il, „quar descend< ; >, 
venez ens, si vous amendes, 
si proierez viaus Dieu merci.~ 
„Je ne me mouverai de ci", 

165 fet il, „por coi le proieroie, 

quant je por lui rien ne feroie? 
Mes esploities tost vostre afere 
quar la dedenz n'ai je que f ere : 
bien croi que toute ma jornee 

170 me toudra ceste demoree. 
Or oirrent fort li pelerin 



146 f. que a. D — 147 fors ramprosner B — 149 d. ades 
(adies C) sa v. BCD — 150 t. ont le d. eh. ale C, ante (hante D) 
BD — 152 a lermitaige C, al hermitage BD — 153 laiens entrent 
chou est C — 155 cha fors BD — 156 7 molt C, crueus et f. 
B C D — 157 et fei et fiers BCD — 159 fierement BCD - 
160 si sestent (et si s. C) BCD — 161 cor d. D — 162 venes et 
si C, se v. 9mandes B — 165 li p. (prieroie D) CD, li prierai B 
— 166 ferai B — 167 tout v. C — 169—70 b. voi que ceste 
(eheste D) demouree (seiournee CD) me taurra (torra C, taura D) 
toute ma (me CD) iournee BCD — 171 or criröt C 



— 97 — 

et marcheant par le chemin 

que deusse deschevauchier, 

or s'en iront sanz encombrier; 
175 se m'äit Diex, ce poise mi: 

J'amaisse miex par saint Remi 

vous ne fussiez ja mes confes 

qu'il s'en alaissent si en pes." 

Cil voient bien, n'en fera el, 
180 el moustier vont devant l'autel, 

s'i parlerent au Saint hermite; 

chascuns a sa besoingne dite 

au plus belement que il puet: 

et Termites, si come il seut. 
185 les a rassaus mout doucement, 

mais que ce fu par un couvent: 

qu'a toz jors mes se garderont 

de mal fere taut com porront. 
f. 2r° col. 1. II li otroient bonement, 

190 et puis li proient doucement: 

„Sire, no mestre est 9a devant; 

por Dieu, quar l'apeles avant, 

quar il n'i veut venir por nous; 

173 q. iou (ie D) deusse desrochier (derrochier B, derochier 

C) BCD — 174 sen D — 175 si m. B, se d. (dex C) mait 
CD — 177 auen confies C, confes jamais D — 178 empais D — 
182 parole d. B, confesse d. D — 183 au pl. tres belement q. 
seut (pot B, sot C) BCD — 184 au pl. tres briement (briefment 

D) quii peut (sot B, pot C) B C D — 185 il les assaut m. humlement 
BCD — 187 que BCD, garderoient D — 188 de malisse B, 
quanquil (tant kil C) p. (porront C, porroient D) BCD — 
189 humlement B — 190 apres li disent boinement B, puis se li prient 
humlement C — 191 maistres (maistre C) no sires (sire C) BC 
— 192 folgen in BCD: car il ne (ni CD) veut pour riens (velt 
mie C, pour nous D) venir | mais bien se (mout bien D) poroit 
avenir | qu'il i venroit (verroit C) por vo priere (prijere C, proijere 
D) | sil veoit vous 7 vo maniere und weiter in BD: qui tant 
porroit dire ne faire | kil le peust a bien (a diu D) atraire | il 
aroit (mout a. D) fait boine (bone D) iournee | des ie wi main 
(tres hui matin D) a la iornee (iournee D) | voloit il char mengier 
a force (forche D) | il nous atent chi en (a D) cest porce 
ehest porche D — 192 cor 1. D — 193 fehlt C, mais il B. enz ne 
veut point D 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungren. 7 



— W — 

ne sai >\\ i vendra por \<«u>.- 

195 „Certes u , fet il, „seignor, ne sai, 
je ni'cn vucil bien metre en 1*688 
mes je le vois rnuut redoutant." 
Adont s'en vait tout apoiant 
li foibles hom a .1. baston, 

200 au seignor dist a mout bas ton: 
„Sire, bien soiez vous venus! 
On doit hui metre toz maus jus 
et repentir et conf'esser 
et doucement a Dien penser." 

205 „S'i penssez bien! Qui vous desfantV 
Que je n'i pensserai neant." 
„Si ferez, voir, biaus sire chiers; 
puis que vous estes Chevaliers, 
vous devez avoir gentil euer. 

210 Je sui prestres, si vous requier 
por celui qui la mort souffri, 
quant en la croiz por nous s'offri, 
que vous parlez .1. poi a moi. u 
„Parier! deable, et je de qoi? 

215 Qu'avez vous a moi a partirV 
Je sui legiers a departir 
et de vous et de vo nieson, 
miex ameroie un cras mouton." 
„Sire", fet il, „je le croi bien; 



194 fehlt C, or iuerra (iuenra D) ie cuit (quit D) BD — 
195 signeur fait il B, fait li preudom D — 196 al asai (assai D) 
BD — 198 _a tant BCD, en va B — 199 de (a CD) sonb. BCD — 
200 esraumet a dit au baron A, son B — 202 bie m. A — 
204 orer A, parier B — 205 q v. B, q. le vous desfent D — 206 car 
iou C — 207 hiefür in BCD: lermites (li boins hom B C) lot ne 
ot point dire | mout humlement (m. doucement B) li prist a dire | 
car descenrtes, biaus sire chiers — 209 v. d. estre sanz orgueil A — 
210 ie v. recueil A — 211 q. por (pour CD) nous soffri BCD — 
212 q. en le crois le mort souffri B, 7 ki la mort en crois souffri 
C, en crois lau jl la mort souffri D — 214 et fehlt BCD - 
217 de vous 7 de vostre m. B — 218 oison BCD — 219 ce (che D) 
croi ie (jou D) b. BD 



— 99 — 

220 or ne fetes dont por moi rien 

fors que tant seulement por Dieu. u 
„Or a en vous trop fier plaidieu", 
fet li sires; „quant leenz iere, 
ja n'i ferai bien ne proiere 

225 ne aumosne ne oroison." 

„Sire, au mains verez no meson 
et no chapele et no couvent." 
„G'irai", fet il, „par tel covent 
que ja aumosne n'i ferai 

230 ne patrenostre n'i dirai." 
„Sire", fet il, „or i venez; 
s'il ne vous siet, si retornez." 
„Vous ne cesseriez", fet il, „hui". 
Lors descendi tout par anui. 

235 „Or enz"! fet il, „a male joie 
fust hui emprise ceste voie; 
mar me levaisse je si main." 
Li bons hom le prist par la main, 
f. 2r<> col. 2. mout doucement avant l'apele, 

240 si le mena en sa chapele 

tant qu'il vint devant son autel. 
„Sire tt , fet il, „il n'i a el: 
or estes vous en ma prison; 
or nel tenez a mesprison, 

245 s'il a moi vous covient parier. 
Por tant me porriez decoler 
que vous ja mes m'eschapissiez 
por rien que fere peussiez, 
si m'avrez dite vostre vie." 



220 nen CD — 223 7 quant ie irai B, 7 quant gi ere (jere 
D) CD — 224- ja proiiere ni ferai B — 225 ni B — 226 vous 
venres (veres C, uerres D) fait il no maison BCD — 228 je irai 
f ait il par couuent B — 232 reuenes BCD — 233 cesseres C — 
234 1. descent (deschent D) par tres fin a. BCD — 235 ore fait 
ü BCD — 237 mal BD, 1. hui C, 1. je hui D — 238 lermites le 
pr. D — 240 len B — 241 et t. D, lautel D — 242 or ni a el 
CD — 244 ne le t. B, nel tenes mie (pas D) CD 

7* 



— 100 — 

250 Oil qüi tvi ert < i t plains d'envfe 
Ii responi : „Ortes, dod ferai 
et por tant, voir, vou> tuerai, 
quar ja de moi n'orrez neent; 
lessiez m'aler delivrement \ u 

255 „Sin--, fet eil, „von 8 n'en irez. 
.lingois, s'il vous plest, nie direz 
et vostre vie et voz pecliiez 
dont vous estes si entechiez; 
je vueil savoir trestout vostre estre." 

260 „Non ferai, voir", dist il, „dant prestre. 
Ja mon couvine ne savrez: 
je ne sui pas si enyvrez 
que je deisse rien por von-.- 
„Non, mes por Dieu le glorious 

265 le me dites et je Forrai." 

„Ja certes ne m'entremetrai. 
M'amenastes vous por ce ci? 
Pres va que je ne vous oci, 
s'en seroit li mondes delivres; 

270 vous me samblez ou fols ou yvrea 
qui mon estre volez savoir, 
et encore par estavoir 
me volez fere a force dire: 
or estes vous, voir, plus que sire 

275 qui par force me volez fere 

dire ce dont je n'ai que fere." 
„Si ferez", fet eil, „biaus amis; 
que eil qui en la croiz fu mis 
vous mete a vraie penitance 



250 est B C — 251 nou f. B. — 252 p. itant vous B. desferai 
BCD — 253 q BCD — 255 ni ires B — 25G mais BCD, se v. C, 
vous me dires BCD — 259 fait il s. vostre e. B — 260 n. 
feres C, n. sares D — 261 me c. BC — 263 je fehlt B — 265 le 
mes d. 7 ies orrai B, dires CD — 266 ja fait il ne men meslerai 
(merlerai B) BCD — 269 li siecles BCD — 270 vous (v vous C) 
estes v sos (fos C) v yvres BCC — 271 q. par forche CD - 
-274 certes (chertes D) trop s. B CD — 276 jehir (gehir D) BCD 
277 il BCD — 278 




— 101 — 

280 et vous doinst tant de repentanee 
que vous connoissiez voz pechiez; 
j'escouterai, or commenciez!" 
Lors le regarde li tyranz 
qui fei estoit et mal queranz. 

285 Li preudom ot paor mout fiere, 
ne garde Teure eil le fiere; 
mes il met tout en aventure, 
se li ramentoit l'escripture 
f. 2v°col. 1. et li dist mout tres doucement: 

290 „Frere, por Dieu omnipotent 

dites moi viaus un seul pechie; 
se vous aviiez commencie, 
bien sai que Diex vous aideroit 
a raconter vo vie a droit." 

295 „Ja, voir", fet il, „nul n'en orrez." 
„Si ferai, voir." „Vous non ferez." 
„Comment? Si ne m'en direz rien 
ne si ne vaudrez fere bien?" 
„Non, voir; a tout cest duel morrez 

300 que ja riens dire ne m'orrez." 
„Si ferai, voir, cui qu'il anuit; 
ainz serez ci dusqu'a la nuit 
que je n'en sache aueune chose. 
Or vous di tant a la parclose: 

305 Je vous conjur de Dieu meisme 
et de sa grant vertu hautisme. 
II est hui jors que Dieu souffri 
la mort et en la croiz pendi; 



283—94 fehlen C — 283 dont le D — 286 quil (ki le D) 
BD — 288 ramaine B, raconte D — 289 puis li a dit ml't 
douchement D — 290 tout en priant deuotement D — 291 cor 
me dites vn seul pechies D — 292 a vies viaus coffienchiet B — 
294 a ramener BD — 295 .1. nen orres B — 296 voir n. (nou D) 
feres BCD — 297—300 fehlen CD — 298 et si B — 300 ia moi 
pechiet dire norres B — 301 si ferez A — 302 ains iseres B — 
303 ne B — 305—6 fehlen B — 306 la gr. A C — 307_ soffri 
BCD — 308 7 ke por nous le mort souffri B, 7 kil ia (et Z\ la D) 
mort en crois souffri CD 



— 1 02 — 

je vdii.s conjur d<- cele mort 
310 qui L'anemi destrnit et mort. 

des sainz. des saintes, des martira 

que voz cuers ne soit plus entirs 1 
ainz vous eommant", fet li hermit 
„que vous toz voz pechiez me dites, 

315 et si n'alez plus atendant!" 

„Or me menez vous trop tendant". 

fet li sires, qui toz fu pris; 

lors fu si mas et si sorpris 

qu'il en devint trestous honteus. 
320 „CommentV" fet iL „Kstes vous teus 

que par force dire m'estuet? 

Puis qu'autrement estre ne puet. 

maugre mon nes les vous dirai. 

mes ja certes plus n'en ferai." 
325 Lors li commence en une tire 

toz ses pechiez par mout grant ire. 

mot a mot trestout li conta 

que onques riens n'i mesconta. 

Quant il ot sa confesse dite, 
330 lors si a apele Termite: 

„Or vous ai contez toz mes fais; 

estes vous ore bien refaisV 

Qu'en estes vous ore encressiez? 

Ja mes, je cuit, ne fussiez liez, 
335 se n'eusse dit tout a fait 

tout ce que j'ai el monde fait. 

Or ai tout dit; qu'en ert ii oreV 

310 destruist D — 311 de s. de s. de m. (martires B) BCD 

— 312 entires B — 313 dist BCD - 314 nes (?) p. C — 
316 bien t BCD — 318 dont BCD, fu mas 7 si tres soupris B, 
souspris CD — 320 cöment dyable e. v. t. B -- 323 m. moi voir A, 
maugres B; le v. AD — 325 par grant ire B — 826 a vne tire B 

— 328 q ains de mot n. m. B, onqs .1. mot n. m. CD — 330 si 
apela (apiela C) le saint hermite BCD — 333 or (ore D) e. v. 
bien encraissies BCD — 334 je cuit iamais B; ne finiscies BCD 

— 335 seusse (seusce B, si eusse D) dit trestout a. f. BCD — 

— 336 quanqs (quanque C) iai (iou ai CD) el m. f. BCD — 337 7 
qn (quant C) ert 0. BCD 



— 103 — 

Lerez me vous en pais encore? 
f. 2v°col. 2. Or m'en puis je viaus bien aler. 

340 Ja mes ne quier a vous parier 
ne vous veoir d'ueil que je aie; 
vous m'avez bien batu sanz plaie, 
qui par force m'avez fet dire." 
Li bons hom n'ot talent de rire, 

345 ainz en pleure raout tendrement 
por ce que eil ne se repent 
„Sire", ce a dit li preudom, 
„vous avez bien dit vo reson, 
mes que ce est sanz repentance; 

350 s'or voliez fere penitance, 
si m'avriez auques rapaie." 
„Or m'avez", fet eil, „bien paie, 
qui peneant me volez fere. 
Dehez ait qui en a que fere 

345 ne qui ja veut que je le soie! 
Et se je fere le voloie, 
quel penitance me donriez?" 
„Certes tele com vous voudriez." 
„Dites le dont." „Volentiers, sire: 

360 Por toz voz pechiez desconfire, 
Vous junerez un poi de tanz, 
les vendredis dusqu'a .VII. anz." 
„,VII. anz? fet iL Non ferai." „Trois. u 
„Non, voir." „Les vendredis d'un mois." 

365 „Tesiez vous en, riens n'en feroie, 
c'est ce que fere ne poroie. u 
„Si alez deschauz un seul an." 
„Non ferai, par saint Abraham." 



338 me laires vous D — 339 ml't b. A — 340 ne ruis 
B C D — 341 ne veoir de lueil A — 342 or m. D — 344 lermites 
CD — 346 il CD; sen BD — 348 v. aues d. dusquason B — 
351 si seroie C — 352 il CD — 354 mal dehait q. BCD — 
358 quele q B, t. q D — 363 — 6 hierfür in A: non feroie mie 
dun mois | tesiez vous en rie nen ferois | tesiez vous en rie neu 
ferai | a nul fuer fere nel porrai — 363 n. f. vois B — 367 nou f. C 



— 104 — 
Alez en langes Banz chemi-c" 

:^7<» ..Ma char seroit tantosl reinige 

et estranglee de vermine. 4 * 
„Si prenez une discipline 

cliascune nuit d'une vergele. u 
„Ci a u , fet il, „pesme novele; 

Mi> ce ne poroie je souffrir, 

ne mon cors batre ne ferir." 
..Si alez u , fet il, ..outre mer." 
„Cist mot", fet il, „sont trop amer; 
tesiez vous en, ce est oiseuse, 

380 quar la mer eßt trop pereilleuse." 
„Alez a Romme ou a Saint Jame." 
: ,Je n'irai point u , fet il, „par m'aine." 
„Alez chascun jor au moustier, 
s'i escoutez le Dieu mestier, 

385 si ßoiez tant a genillons 
qu'aiez dites .11. oroisons 
la patrenostre et le salu, 
por ce que Diex vous doinst salu." 
f. 3r°col. 1. „Trop i avroit", dist il, „grant liüte. 

390 Toz eis aferes riens n'afruite, 
quar, certes, je n'en ferai rien." 
„Comment? Si ne ferez nul bien? 
Si ferez, se Dieu plest et vous, 
aineois que vous partez de nous. 

395 Or me fetes seulement tant 

por amor Dieu le tout poissant 
que portez mon bariseiet 
ci devant a cest ruisselet; 



369 sales C D — 373 caseun (chascun D) matin B C D — 
375 ie ne p. ce s. B — 376 ne ma car (char D, me char C) rompre 
(batre D) B CD — 378 eil (chil D) m. CD; fet il fehlt B — 
381 sales CD — 383 sales caseun iour fait il au mostier B, sales 
CD — 385 et soies D — 389 fait il BCD — 391 — 2 coment si 
nen f eres dont rien | si ne pores (porres D) faire nul bien CD — 
393 si d. A — 396 pour lamour (lamor B) B C D ; le roi p. D — 
397 — 8 q vous portes men barisei (barisiel C) | ichi desous (chi 
<le desous B) a cest (cel C) ruissel (ruissiei C) BCP 



— 105 — 

en la fontaine le puißiez, 

400 si ne serez raie bleciez, 

et se vous piain le m'aportez, 
euites serez et deportez 
des pechiez et de penitance, 
dont vous ja mes n'avrez doutance, 

405 ainz praing toz voz pechiez sor moi. 
Or avez penitance a moi. u 
Li sires Tot, de desdaing rit, 
et puis parla, se li a dit: 
„Ci n'a"; fet il, „mi'e grant paine, 

410 se je vois a cele fontaine; 

ceste penitance ert tost faite. 

Or ga", fet il, „puis qu'il me haite!" 

Li preudora le baril li baille, 

et eil ausi com lui ne chaille 

415 prist le baril mout vistement. 

„Jel praing", fet il, „par tel couvent 
que ja mes repos ne prendrai 
de si que piain le vous rendrai." 
„Et jel vous baille ainsi, amis." 

420 Et eil s'est a la voie mis. 

Si homme voudrent apres corre, 
mes il s'en sot mout bien rescorre; 
„ja, voir", dist il, „n'i vendra nus." 
A la fontaine en est venus, 

425 dedenz la fontaine le boute, 

mes ainz dedenz n'en entra goute, 
et si Fessaie de toz sens ; 



402 c. soies (soiies B, soijes D) B CD — 403 de p. BCD — 
407 fait li sires si a sourris C, fait li hermites si sousrist D, rist B 

— 408 a pres (a pries C) p. et si (se C) li dist BCD — 409 chi 
n. mie fait il gr. p. D — 411 — 2 in D in umgekehrter Folge — 
412 qoi q. A, ql kil B — 413 lermites D — 414 nen caille BD 

— 415 viuement BCD — 416 jel porc B — 417 ke ie repos ni 
prenderai B — 419 v. kerke (kierke C) B CD — 420 a tant s. B, 
7 il s. C — 421 li h. A — 422 les sot B, se set C — 423 fait 
il BCD — 424 est tost v. BCD — 425 le baril (bareil BD) tont 
de piain i. b. BCD 



— 106 — 

i poi qne il nist fors del sens. 
Dont CUide < i n "i I l'ait estoup» 1 : 
im baston a dedenz boute. 
mes il le trueve mit par tont; 

et eil qui le euer ot estout 
le reboute par graut iir 
en la fontaine por emplir. 

435 mes ainz goute n'en i entra. 

„Por la mort Dieu, ce que seraV" 
fet il, „n'en i enterra grains?" 
Dont fu li barisiaus rempains 
f.3r°coL2. en la fontaine de rechief; 

440 mes s'il deust perdre le chief, 
n'en entrast il goute dedenz. 
Cil qui d'angoisse estraint les denz 
par mout grant ire se leva. 
a Termite s'en retorna, 

445 trestoz plains d'angoisse et d'ardure : 
mout durement s'afiche et jure 
et dist: „Par Dieu, je n'en ai goute 
et s'i ai mis m'entente toute; 
ainz ne m'en soi tant entremetre 

450 ne le baril par dedenz metre 

c'onques dedenz en entrast lerme, 
mes par celui qui me fist Terme 
ja mes nul jor repos n'avrai 
ne nnit ne jor ne finerai. 



428 kil nist (nest C) hors de son sens B C D, folgen in B C D : 
dont se cömencha (smencha B, se commenche D) airer (a airer 
BD) | 7 mort 7 plaies a jurer — 432 eil (chil D) q. le c. ot 
trop e. B C D — 435 mais dedens goute ne entra CD — 436 qst 
chou est ca B, q che s. D — 437 n. e. il gr. D — 438 respains B 

— 440 folgt in B: ou de sa bouce tous ies dens — 442 fehlt B 

— 444 — 7 al hermite (en lermitage C, al hermitage D) s. reva 
BCD | a lermite (al hermite BD) dist saventure | et a ses honie« 
(homes C, hommes D) et leur (lor CD) jure | par les sains dieu 
(diu CD) ie ne ai goute BCD — 450 la dedens BCD — 451 por 
q dedens en entrast goute B — 452 par lärme de mon cors 
toute B — 453 certes ne cesserai C — 454 ne iour (ioir C) ne 
uuit BCD 



— 107 — 

455 si l'averai tout piain rendu." 

Adonc apela le rendu : 

„Vous m'avez mis en mal trepeil 

por le deable de bareil; 

mar fust il charpentez ne fez 7 
460 quant por lui avrai si grant fez, 

que ja mes jor n'avrai sejor 

ne bien ne aise nuit ne jor, 

ne ja mes n'ert mes chiez lavez, 

ne ne serai tonduz ne rez, 
465 ne mi ongle n'erent tondu 7 

s'erent mi eovent atendu; 

et tout a pie ne finerai, 

et sanz monoie m'en irai, 

que ja n'en porterai denier, 
470 pain ne viande en mon doublier." 

L'ermites Tot, tendrement pleure. 

„Frere", fet il, „a com male eure 

vous nasquistes onques de mere! 

Com vostre vi'e est tres amere! 
475 Certes, s'uns enfes l'eust mis 

en la fontaine et ademis, 

si l'eust il puisie tout piain, 

et vous n'en avez nis un grain. 

Lerres, ce est par voz pechiez 
480 que Diex s'est a vous corouciez, 

mes or veut Diex par sa pitance 

que vous fetes vo penitance 

et que vo cors por lui grevez; 

455 si li arai BD — 456 a tant ACD — 457—8 trepel B, 
trepiel C | pour (por B) vo dyable de barel (de barisiel C) BC — 

460 por lui emprenderai tel fais D — 461 — 2 fehlen CD — 

461 car iamais voir B — 463 ke ianiais CD — 464 ne ie nere 
(niere C) B C, na nul jour mais pinies ne res D — 466 sarai cest 
(ehest D) c. a. B C D — 467 enfin irai B C D — 470 p. ne paston 
/baston C) B C, ne pain ne el D — 472 sire f ait il C D ; cöme a 
mal heure B — 473 nasquistes vous D — 474 et vo v. B — 
478 mie .1. seul (seul fehlt D) gr. CD — 480 si a vous eourchies 
BC — 481 v. (velt C) il B C D — 482 fachies B CD — 483 7 5 
soies C 






or ae Boiez mle dervez, 

485 meß Bervez Dien bien doucement.~ 
E1 eil responi ireement: 
t Por Dien, certes, nel faz je mie. 
ains le faz par fine arrami'e 
1 :>v -(»Li. et par graut ire et par anui; 

490 ce n'est por bien nc por autrui." 
A ses hommes dist fierement: 
„Or tost", dist il, „alez vous ent, 
et mon cheval en remenez, 
en vo päis qois vous tenez; 

495 se vous de moi öez parole, 
ne leur en dites nule escole, 
ne un ne el, ne ce ne coi, 
raes tenez pais, si soiez qoi, 
et si vivez a vo inaniere, 

500 quar je sui eil qui ja mes n'iere 
jor sanz travail ne sanz escil 
por cest deable de baril, 
que maus feus et male flambe aide : 
li maufe Font eu en garde 

505 qui Tont, je cuit, tout enchante, 
mes je vous di par verite: 
Ainz chercherai a la roonde 
trestoutes les eves du monde 
que je tout piain ne Fi raport." 

510 Adonc s'en va sanz nul deport, 
si est issuz fors de la porte, 
le barisei a son col porte, 
mes tant sachiez, au dire voir, 



185 molt d. C, b. humlement D — 486 7 il C — 487 voir 
ne le B CD — 490 p. dieu B. pour diu CD — 492 fait il D — 
494 q v. tenes B — 495 - 6 se nus (saueuns D) de moi a vous 
parole (vous aparole D) | ne lor (leur B, li C) en dites ia parole 
BCD — 499 en vo m. C — 501 jour sans paine 7 sans travail 
B, et sans e. (essil D) CD — 502 pou le B; bareil B — 504 car 
m. B — 510 atant BCD — 511 — 2 in CD in umgekehrter Folge 
— 511 issus sen est pmi la p. CD — 512 7 (7 frhlt B) le baril 
(bareil CD) BCD — 513 a d. v. B 



— 109 — 

qu'il n'en porte nes tant d'avoir 
515 dont il preist .IUI. festus, 

fors les dras qu'il avoit vestus. 

Ainsi se mist toz seus a voie, 

que nus fors Dieu ne le convoie. 

Or sachiez que par tens savra, 
520 quels privances il trovera 

et nuit et jor, et soir et main; 

puis qu'il va par estrange main, 

il avra pou de ses delis, 

mes durs osteus et povres lis 
525 et poi pain et froide cuisine; 

poverte ert sovent sa voisine, 

assez avra paine et travaus. 

Passa les tertres et les vaus; 

a chascune eve que il trueve 
530 son baril i met et esprueve, 

mes ne li vaut, quar rien n'en prent; 

et toz jors alume et esprent. 

Sa grant ire trop le demaine 

bien pres de deini'e semaine 
535 c'ainc de mengier ne li sovint 

ne que volentez ne Ten vint. 

Par ire met tout en la mine, 

mes quant il voit que la famine 
f. 3 v° col. 2. l'assaut qu'il ne s'en puet desfendre, 
540 se li covint sa robe vendre 

et changier, qoi que nus vous die, 

por une povre kiraudie, 



514 u. (ne B, nen D) porta BCD — 515 d. il B — 517 et 
si se m. B, ensi se met CD — 519 et sachies CD ; a ptans C — 
520 privautes D — 521 7 nuis et iours B C ; et soirs 7 mals 
BCD — 522 estranges mains BCD — 524 7 d. A, mains d. D 

— 526 pouretes erlt molt (mout D) sa v. CD — 527 souuent ara 
CD — 528 oire (oirre D) par frois oire (oirre D) par caus C D 

— 530 i fehlt B, s. barisiel (barizel D) m. CD — 532 car tous C 

— 533 sile d. B, tant (et tant D) le d. CD — 535 ains A, ainc B 

— 537 p. air D, p. grant air tous en lumine C — 538 7 q. B 

— 539 ne se BCD — 541 ql q B — 542 au.BCD 



— 110 — 

qui nnnit estoit povrc et ßhincheuge 
et a tel homme mout honteuse: 

545 n'avoit mance ne mancheron 
n'il n'a chape ne chaperon. 
Oirre par pluies et par vent; 
le vis qu'ot bei et rouvelent 
ot bien changie et noir et taint. 

550 A chascune eve qu'il ataint 
son barisei met e esprueve, 
mes mout poi li profite s'uevre, 
quar n'en puet goute recevoir 
por nul travail qu'il puist avoir, 

555 et s'en sueffre trop et endure: 
sa chauchemente petit dure, 
tost fu escillie et alee. 
Trespasse a mainte valee 
et maint grant tertre toz deschaus; 

560 oirre par froiz, oirre par chaus, 
oirre parmi ces sauvecines, 
parmi roinsces, parmi espines: 
Sa char est en maint leu desroute, 
li sanz en chiet par mainte goute; 

565 Granz paines a et granz anuis. 
Or a maus jors et males nuis, 
or est povres, or est mendis, 
or a ramposnes et lais dis, 
or n'a ne robe ne chatel, 



543 honteuse A, hideuse B — 544 cincheuse A — 545—6 fehlt 
C; D bringt die Verse erst nach V. 666 — 545 ni a voit B — 
546 n. not BD; capel B — 547 oirre p. plaines 7 p. vaus A, pluie 
B — 548 le v. q*l auoit cler 7 biaus A, le v. quil ot bei 7 iouent B 

— 549 ot tost cangie noirci (noirchi D) 7 t BD, or tont noirci 
canchie 7 t. C — 551 s. baril i met 7 esfroie C, met 7 espaint B, 
boute et reboute D — 552 fehlt CD, 7 li respreuue 7 li respaint B 

— 553 receceuoir A, mais il ne puet goute recnoiure (nis goute 
auoir B, recboiure goute D) BCD — 554 fehlt CD — 556 ml't 
auoit poure vesteure A — 557 gastee CD — 563 — 4 in CD in 
umgekehrter Folge — 563 route CD — 565 or a p. or a a. B, 
or a grans p. 7 a. CD — 566 fehlt B 



— 111 — 

570 or ne puet iltrover ostel, 

ainz trueve les gens si embrons, 
si tres crueus, si tres felons 
por ce qu'il le voient si nu, 
si grant, si fort et si membru, 

575 si lait, si taint et si halle, 
jusqu'aus cuisses estrumele, 
si que chascuns, n'est mi'e doute, 
a herbregier mout le redoute, 
si que sovent gisoit aus chans. 

580 En lui n'avoit ne ris ne chans, 
mes mout grant ire et grant anui; 
et tant vous puis dire de lui 
qu'ainc ne se pot humelier 
ne son las euer amolier, 

585 fors tant qu'a Dien se dementoit 
des granz mesaises qu'il sentoit; 
mes c'estoit en esmerveillant, 
quar ce n'ert mi'e en repentant. 
f. 4r<> col. 1. Quant li avoirs fu despenduz 

590 de qoi il ot ses dras venduz, 

si n'ot mi'e de pain ou prendre; 
or l'estovra par force aprendre 
a truander, s'il veut mengier; 
Or sont passe tuit si dangier, 

595 quar ja mes aise n'avera, 

mes mal assez tant com vivra. 
Sovent june .IL jors ou .III. 
et quant ses cuers est si destrois 
qu'il ne puet plus le fain souffrir, 



570 ne il ne puet trouuer o. B — 571 or t. il A — 572 si 
cruex 7 si f. B D — 576 jusqs es c. B, dusqua c. tout desnue C, 
dusques as quisses desnue D — 577 q caseuns ce (che C) n. 
BCD — 578 trop le BCD -r- 580 ne geus ne eh. A — 581 m. 
tat A, mais tres B — 582 et bü B — 583 puet (peut BD) BCD 
— 586 de se (le D) mesaise CD — 588 che nestoit m. D — 589 q. 
li argens CD — 591 du (dou C) p. BCD — 592 or li couuint CD, 
a. f. B — 595 q j. C, ke iama aise B, jamais aaise n. D — 
596 mais malaise CD — 599 p. de pain soffrir B 



— 112 — 

6uO si va ({Urne par grant air 

du pain, on morselet ou pie 

apres si oirre une grant piece. 
Ainsi cercha trestout Anjou, 
Le Maine, Toraine, Poitou, 

605 Normendi'e, France, Borgoingne, 

Provence et Espaingne ei Qascoingne 
et Hongueri'e et Moriane 
et Puille et Calabre et Toscane 
et Alemaingne et Komenie 

610 et toz les plains de Lombardie 
et Loheraine et tout Ausai, 
par tout met son euer a essai. 
Ne sai que plus vous conteroie : 
trestoute jor conter porroie 

615 toutes les tristeces qu'il ot, 

mes tant vous di a .1. seul mot 
qu'entre la mer ca d'Engleterre 
qui cest päis clot et enserre 
jusqu'a Barlet, qui siet sor mer, 

620 ne savroie terre trover 

que il n'ait cherchie et fustee. 
ne riviere qu'il n'ait tentee, 
lai ne vivier, tai ne fontaine, 
eaue enferme ne eaue saine 

625 ou n'ait son barisei plongie, 
mes il n'en a goute puisie; 
onques dedenz n'en entra grains 
ne por le plus ne por le mains, 



601 de p. B — 603 erra t. poito (poitau D) CD — 604 7 
toraine (touraine B) BC; 7 angieu (ango C, angau D) BCD — 
609 — 10 fehlen CD — 612 mist s. cors BCD; al (eu D) assai BD 

— 614 hui toute iour conte (contei C) naroie BCD — 615 destre- 
ces B, le grant destreche q il ot CD — 617 q a la mer vint d. 
A — 618 enclot 7 siere (serre D) CD — 620 nomer (nömer C, 
noumer D) BCD — 621 kil n. 7 cerkie (cherkie D) 7 f. BCD 

— 623 lai viuier rui ne f. B, tai ne riuiere riu ne fontaine C, 
ne tai ne rnissel ne f. D — 625 kil n. BC. q'l ni ait son bareil 
plonchie D — 627 — 8 fehlen CD — 627 nonqs B 



— 113 — 

et s'i a mis toute sa force, 

630 et plus et plus ades s'esforce. 
Et parmi trestoute sa paine 
qu'il ot si forte et si grevaine 
une merveille li avint 
quar onques en cel leu ne vint 

635 qu'il trovast qui bien li feist 
ne bien par amor li deist, 
mes ausi que tout le häissent, 
le ledengent et escharnissent; 
f. 4r°col.2. nus ne li dist se honte non 

640 a champ n'a bois ne en meson, 
ne por honte c'om li puist dire 
ne veut ne tencier ne mesdire 
a nului, quar tant ne l'adaingne, 
ainz het tout le mont et desdaingne. 

645 Que vous diroie? Tant ala 
et sus et jus, et 9a et la, 
tant que ses cors fu si atains 
et si tres noirs et si tres tains 
qu'a grant paine le coneust 

650 nus hom qui tant veu l'eust: 
les cheveus Ions et hericiez 
dusqu'aus espaules toz loquiez; 
le front, le visage et les canes 
avoit ausi noir com couanes; 

655 le col qu'il soloit avoir gros 
ot lonc et gresle jusqu'a Tos; 
de faim estoit trestoz peius, 



630 tous iours (7 tous iors C, 7 ades D) croist sire 7 en- 
force (esforche CD) B CD — 631 toute sa grant p. B — 632 si 
grant B — 633 rauint B — 634 conqs B — 635 desist B — 
636 ne par amours bien BD — 640 na camp n. bos ni B, a camp 
na uile nen maison D — 643 nes adaigne BCD — 647 t. quer 
D — 648 silas sinoirs 7 si destains B, si las et si mors (mas D) 
et si vains CD — 650 tant veu ne leust (leuist C) BC, que t. D 

— 651 caviaus (caveus D) ot 1. et hirechies (hurechies D) CD 

— 653 — 6 fehlen CD — 654 couane B — 656 iusquas os B — 
657 velus B 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. D ichtun gen. g 



— 114 — 

lee Borciüfl granz, Lee iei repus 

et les costez toz descouvers 
660 et le cuir si aus 08 aerfi 

que les costes qui desouz ercnt 

parini la ]>el toutes li perent; 

les cuisses et les jambes nües, 

noires et gresles et menües : 
665 les ners li perent et les vaines 

des les orteu> jusques es aines, 

ne n'ot ne tissu ne lile: 

mout est noir et taint et halle. 

Avoec ce qu'il estoit si ta'm^ 
670 ert si foibles et si atains 

qifa paines se puet soustenir : 

A un baston l'estuet tenir, 

dont il s'apoie quant il va: 

li barisiaus mout li greva 
675 qu'il ot porte sanz nul sejor 

un an et par nuit et par jor. 

Que vous diroie? En tel ahan 

fu li siens cors trestout un an. 

Merveille est qu'il a tant dure. 
680 Tant a souffert et endure 

qu'il set mout bien que plus ne puet. 

Grant chose a ou fere l'estuet. 

Arriere dist qu'il s'en rira, 

mes ja Termite n'en rira, 
685 ainz plouerra, mes qu'il le voie. 

A tant se met eil a la voie 

tout apoiant de son baston, 

658 lex iex ot granz sorcis velus A , folgen in BCD: les 
braceles Ions 7 petis | jusquas espaulles (dusqas espeules C, duscas 
espaulles D) tous rostis (tos C; roestis B; — 660 aos B - 
661 7 les vaines (uaines D) ki auoec e. CD — 663 — 4 fehlen OD 
— 666 folgen inj) V. 545 -6', s. daselbst unter den Varianten — 
667 navoit ne t. ne f. B D, il auoit ne t. ne f. C — 668 mais tout 
noir (molt noirci C, cors noirchi D) t. et ii. (harle B C) BCD — 
670 estoit si noirs 7 si a. A, ensi febles 7 si a. B — 677 — 82 fehlen 
D — 683—8 fehlen C — 681 sent B — 685 ains en (en fehlt B) 
plourra BD — 686 se mist tantost a v. BD 






— 115 — 

sovent se plaint a mout bas ton; 
f. 4 v° coli, toutes voies tant s'esforga 
690 qu'a Fermitage s'adrega. 

Au chief de Tan, Je jor meisme 

qu'il departi del leu saintisme, 

le jor del tres grant vendredi, 

trestous si fez que je vous di 
695 a Termitage s'en revint. 

Huimes orrez com lui avint : 

Leenz entra mout dolereus ; 

Termite estoit leenz toz seus, 

qui de lui ne se prenoit garde, 
700 a grant merveille le regarde 

por ce que il le vit si fait, 

si desrochie et si desfait, 

onques de lui ne connut rien, 

mes son baril connut il bien, 
705 qu'il avoit a son col pendu, 

autre foiz l'avoit il veu. 

Adonc Fapela li sainz pere, 

se li a dit: „Biaus tres douz frere, 

quel besoing vous amena 9a? 
710 Et cel baril qui vous charja? 

Je Tai veu par maintes foiz; 

hui a un an, tout sanz defoiz 

le charjai au plus tres bei homme 

qui fust en l'empire de Romme 
715 et au plus fort, ce m'est a vis; 

je ne sai s'il est mors ou vis, 

quar onques puis ne revint ci. 

Mes or ine di par ta merci 

688 haut t. A — 690 radrecha D — 692 q il parti B, q. se 
parti D — 695—6 fehlen CD — 696 entre laiens CD; tous d. B 

— 698 li sains hom laiens B , li ermites i estoit (lermites jestoist 
D) CD — 699 donnoit (dounoit D) g. CD — 701 voit D; lait C 

— 702 si mal are (arre D) CD — 703 c. il r. C — 704 mais le 
b. (bareil CD) BCD — 706 car autre fois L v. (veut C) BC, car 
maintes fois 1. v. D — 707 adont demanda D — 712 an que CD 

— 713 je le carcai au p. bei honie B — 715 au mien auis D — 
716 ne sai s. e. v m. v uis D — 717 mais 0. C 

8* 



— 116 — 

qucls hom tu es et si te nomine; 

720 ainz raes ne vi si tres povre nomine 
corne tu es ne si despris; 
Be BarrasiD t'8uB8ent pris, 
s'es tu assez povres et nus. 
Je ne sai dont tu es venus, 

725 raes tu as trove male gent." 
Es eil respont ireement, 
qui ert encore en sa grant ire, 
par mautalent li prist a dire: 
„En si fet point m'avez vous mi>. • 

730 „Ha! Je? CommentV u , fet il, „amis. 
Ne sai que je te veisse onques. 
Que t'ai mesfetV Di le moi donqnes; 
se je puis, si l'amenderai." 
„Sire", fet eil, „je vous dirai: 

735 Je sui eil que vous confessastes, 
hui a .1. an, et me charjastes 
en penitance vo baril, 
qui m'a mis en si grant escil 
f. 4v° col. 2. eom vous veez." Lors li raconte 

740 de son voiage tout le conte 
et des päis et des contrees 
et des terres qu'il a outrees 
et de la mer et des rivieres 
et des eaues granz et plenieres. 

745 „Sire", fet il, „tout ai ante, 
par tout ai le baril boute, 
mes ainz dedenz n'en entra goute, 
et s'i ai mis m'entenfe toute, 



719 7 si me di B — 720 ains mais si poure home ne vi B — 
727 q. encore ert trestous en sire (estoit tous en s. CD) BCD 

— 728 li dist biaus (biau D) sire CD — 730 ba BCD — 731 q. 
mais te B — 73^ di le me BCD — 734 fait il iel (jele D) v. d. 

— 737 — 8 die ersten Buchstaben dieser Zeilen sind in A nicht 
mehr vorhanden, weil ein Stück von der Ecke des Blattes fort- 
gerissen ist — 737 cest (ehest D) b. CD — 745 tempte BD, 
tampre C — 746 vo baril (bareil D) CD; gete B — 747—8 mais 
als (ainc D) dedens ne entra graTs | ne pour le plus ne pour 
(por C) le mains CD, s. V. 627 — 8 des Haupttextes. 



117 



et bien sai que par tens morrai 

750 et que plus vivre ne porrai." 

Li preudom Tot, s'en ot grant ire, 
par mout grant duel li prist a dire : 
„Lerres, lerres", dist li herinites, 
„tu es pires c'uns sodomites 

755 ne chien ne leu ne autre beste. 
Je cuit par les iex de ma teste, 
s ? uns chiens Teust tant trahine 
par tantes eves, par tant gue, 
si l'eust il puisie tout piain; 

760 et tu n'en as nis un seul grain! 
Or voi je bien que Diex te het, 
ta penitance nient ne set, 
quar tu l'as fet sanz repentance 
et sanz amor et sanz pitance." 

765 Lors plore et crie et tort ses poins, 
dont tu ses cuers si parfont poins 
qu'il s'escria a haute voiz: 
„Diex, qui tout pues et sez et voiz: 
regarde ceste creature 

770 qui a raene v'i'e si dure, 

qui cors et ame a tout perdu 
et le tens por nient despendu! 
Sainte Marie, douce niere, 
quar proiez Dieu vo souvrain pere 

775 par son plesir que il le gart 
et de ses biaus iex le regart! 
S'onques fis rien qui bonne fust, 
tres douz Diex, ne qui vous pleust, 



719 q b. AB — 751 lermites 1. CD; si eu eut i. D — 752 p. 
inaltalent (mautalent D) CD — 753 fait B — 754 ke herites B 

— 760 as mie BCD — 762 riens ne (petit D) s. BCD — 765 1. 
crie 7 pleure CD — 767 hautes vois B — 768 ses 7 pues BCD 

— 770 q. si va a male aventure BCD — 773 fait il mere CD 

— 774 car prie a diu CD; ton s. p. C; ton tili ton pere D — 

775 par sa douchour CD; quil le resgart B, que il lesgart CD — 

776 s. pius (piex B) BCD — 777 se onqs f. riens que boin f. B, 
diex sainc f. D — 778 ne fehlt B, dous diex ne q. a v. pl. D 



— 118 — 

dont vous pri je orendroit ei 
780 (juc 70U8 fetefl ßestni merci 

qui par moi est en tel destrece. 
Diex, ne suefrea que >a povrece 
soit perdfie par vo pitance, 
mes tornez li a penitance! 

785 Diex, s'il i muert par m'achoison, 
rendre me couvendra reson, 
si en ert trop aigres nies deus. 
Diex, se tu prens Tun de DOUfi .11., 
f. 5r° col. 1. lesse moi qoi en aventure 

790 et si pren ceste creature!" 

Lors pleure mout tres tendrement. 
Li Chevaliers mout longuement 
l'a regarde sanz dire mot 
et dist en bas, qne nus ne Tot: 

795 „(Wertes, je voi une merveille, 

de qoi mes cuers mout s'esmerveille. 
que eis hom ci ne m'apartient, 
ne tant ne quant a moi ne tient 
fors que de Dieu le souvrain roi, 

800 et se destruit ainsi por moi, 

por mes pechiez pleure et souspire. 
Or sui je certes toz li pire 
qui soit et li plus viex pechiere, 
que eis hom a m'ame si chiere 

805 qu'il se destruit por mes pechiez, 
et je, qui en sui entechiez, 
n'ai mi'e en moi tant d'amistie 
que je en aie nes pitie; 
et il en est si adolez. 



780 facies (fachies CD) BCD — 781 — 4 fehUm CD 
782 destrece B — 787 dex si me e. aigres li d. C, si men e. tr. 
aigres li d. D — 791 si tr. tenrement CD — 792 et li eh. longhe- 
ment (longement D) CD — 793 que ne dist in. CD — 797 qui 
ne B — 800 qui se destruist issi B, 7 si se d. ein CD — 803 grans 
p. D, trichierre A — 804 7 ie q' sui si viex pechierre A — 
805—6 fehlen A — 806 q. sui si e. B — 808 q. ieusse de moi 
p. A — 809 et eil B 



119 



810 Ha! Tres douz Diex, se vous volez, 
donez moi tant de repentance 
par vo vertu, par vo poissance 
que eist preudom soit confortez 
qui si en est desconfortez ! 

815 Diex, ne souffrez que ceste paine 
soit a m'ame vuide ne vaine; 
toutes voies por mes pechiez 
me fu li barisiaus carchiez, 
et je por mes pechiez le pris. 

820 Douz Diex, se je i ai mespris, 
or en fetes vo volente, 
et vez me ci tout apreste!" 
Et Diex tout maintenant i oevre, 
quar son euer descombre et descuevre 

825 d'orgueil et de toute durte, 
si l'empli tout d'umilite 
et d'amor et de repentance 
et de paor et d'esperance, 
dont se prist ses cuers a confondre 

830 et par ses iex en lermes fondre. 
Lors geta puer trestout le mont, 
et lermes rampent contremont 
de son euer, qui onques n'estanche, 
toutes ardanz en repentance, 

835. et getoit uns si granz souspirs 
que ce sambloit que ses espirs 
a chaseun cop li sailloit hors. 
Sa repentance fu si fors 
que ses cuers fust par mi crevez, 



812 pitance B — 814 q. p est d. A, q. taut B, q. pour moi D 

— 815—6 fehlen CD — 820 tres d. diex se iou ai m. B, folgen 
in B C D : vrais (dous B) dex a vous men renc (ren D) coupables | 
merchi vous pri (cri C) vois veritables (merchiables D) — 824 ki 
s. B CD — 826 silemple B, si lemplist CD — 827 — 34 fehlen CD 

— 829—30 in umgekehrter Folge in B — 830 7 p. les B — 835 7 
(si D) iete ( gete) B C D : u. si tres grans s. B, si tres grans s. D 

— 836 samble (sanle B) BCD — 837 saille (saüe C) fors BCD 

— 839 en deus creues OD 



— 120 — 

840 i'en lermes ae Eusl escnr 
t. .")r ooL2. mefl il les reni par tel Eoison 

que ee n'est se merveille non. 
Si grant dolor au euer li touche 
qu'il ne puet parier de la bouehe, 
845 mes il a Dien bien en coveni 

dedenz son euer tout qoiement 

que ja mes peehie ne fera 

ne vers Dien riena ne mesfera. 

Or voit Diex bien qu'il se repent. 

850 Li barisiaus a son col pent, 
qui li a t'et trestant d'anuis, 
mes encore est li baris vuis. , 
et c'estoient tout si desir 
qne le baril peust emplir. 

855 Et Diex, qui vit son desirrier 
qu'il se voloit a droit aidier 
qu'il n'i avoit point de faintise, 
lors fist Diex une graut franchise 
et une bele cortoisie; 

860 et por ce ne le di je mie. 
viloni'e ne fist il onques; 
mes or oiez que Diex fist donques 
por son ami reconforter, 
qui mout se pot desconf orter: 

865 Parmi ses iex a grant destrece 
une grant lerme si s'adrece, 
que Diex atret d'un vrai sorjon; 



840 escreues BOD — 841—2 fehlen CD — 841 a t. fuison B 
— 843 le t. D — 844 sab. CD — 845 mais ü ot CD; biei 
diu C — 846 ml't tendremt A — 848 ne envers diu ne m. D, 
il ne m. C — 849 bie (lex (diex D) CD; sen r. B — 850 ot fais 
(fait D) CD; si grans anuis B — 853 nil mais nauoit (si nauoit 
mais D) autre desir CD — 854 veist e. B — 856 q. (et D) li v. 
CD — 857 — 8 fehlen CD — 857 car n. B — 859 la li fist une 
courtoisie D — 861 vilaine ne le f. B — 864 de son euer fait 
liaue (laigue B) monter BCD — 865 p. son oel B — 866 7 u. 
grans lärme (lärme grans B) s. (sadreche C D^ BCD - - 867 q. d. 
(dex C) atraist (tramist CD) de BCD 



— 121 — 

ausi que d'un trait de boujon 
vole el baril tout a droiture; 

870 ce nous raconte Fescripture 
que li baris fu si emplis 
et de la lerme raemplis 
que li combles de toutes pars 
en est espanduz et espars; 

875 cele lerme fu si ardanz 

de repentance et si boillanz 
que li boillons en vint deseure. 
Et li hermites li cort seure, 
devant ses piez s'est estendus, 

880 an .IL li a besiez toz nus. 

„Frere", fet il, „biaus douz amis, 
li sains Espirs s'est en toi mis! 
Frere, Diex vous a regarde, 
Diex t'a tel puis d'enfer garde, 

885 ja mes n'en seras entechiez: 
Diex t'a pardonez tes pechiez. 
Or soies liez, si te rehaite, 
quar ta penitance as parfaite." 
Lors ot li Chevaliers tel joie 

890 que je ne cuit que ja mes voie 
f. 5v°col. 1. fere tel joie a un seul homme, 

et toz jors pleure, c'est la somme. 
Lors apela le Saint hermite, 
se li a sa volente dite: 

895 „Peres", fet il, „je sui toz tiens, 
peres, tu m'as fet toz les biens. 
Tres douz pere, se je peusse, 



868 aussi (aissi C) com on t. B C, tout ausi con t. dun bouion 
D — 869 chiet C D — 870 orn.BCD- 872 de cele (tele C, 
chele D) lärme 7 r. BCD — 873—6 fehlen CD — 880 les a D — 
881 se (si D) li disfc freres (frere D) dous a. CD. tres dous a B 
— 882—4 hierfür in CD: tu ies (es D) del (du D) grant jnfier 
(jufer D) garis — 882 soit enti m. B. — 883 resgardes B — 
884 vous estes du puc dinfer gardes B — 887 — 8 fehlen CD — 
890 doie CD — 891 t. feste CD, tel h. C, nus a hounie D — 
892 7 tous dis (toudis D) CD — 897 ha t. dous pere se je p. D 



— 122 — 

com volentiers avoec vous fasse 
Ja mes, roir, ne m'en remuaisse, 

900 toz taue von* servisse et amaisse, 
mes je ne porrai plus du irr, 
la mort nrestovra endurer, 
tres douz pere, por Dieu mercL 
Hui a un an que je Eni ci 

905 si marvoiez et si dervez, 

niaus douz pere, com vous savez, 
si vous contai toz mes pechiez 
par mout grant ire et corouciez, 
sanz repentance et sanz cremor: 

910 or les vueil dire en grant amor 
et a tres grant contrichion; 
ce soit par tel condicion 
qne Diex qui est vie sanz fin 
me recoive hui a bone fin." 

915 Dist li hermites: „Biaus douz fiex, 
löez en soit li tres douz Diex 
qui cest corage t'a preste, 
et vez me ci tont apreste; 
or les di donc et jes orrai." 

920 Et eil commence; de euer vrai 
toute sa vie li conta, 
onques nul mot n'i mesconta, 
a mains jointes et en plorant, 
del euer tendrement souspirant: 

925 a granz flos en issent les lermes. 



898 molt (mout D) v. CD — 899 jamais certes (chertes D) 
ne m'en iroie CD, ne me remuaisce B — 900 certes anchois vous 
seruiroie CD — 901—2 fehlen CD — 906 tres dous peres (pere B) 
q BCD — 908 a m. D — 909 amour BCD — 910 cremour BCD 
— 911 et en CD, deuotion CD — 912 deuision C — 912 — 4 q. 
d. (dex C) ki est 7 ert tous dis (toudis D) | meche mame em- 
paradjs (en sen paradis D) CD — 915 b. amis CD — 916 vrais d. 
B, aoures en soit ibücris CD — 917 q. tel CD — 919 or 1. di et 
je les 0. D — 921-2 fehlen CD — 922 0. de m. B — 928 tout en 
B — 924 de c. B, 7 dou c. (de c. D) formt souspirant CD — 
92f> a fuison li chient (chieent D) CD, li keurent B 






123 



Quant li bons honi vit qu'il fu termes 
de lui assandre, si l'assaut 
et si tres grant avoir li saut 
com tout le cors de Jhesucrist, 

930 sa grant bonte bien i descrist: 
,,Douz fiex, vez ci ta sauvete, 
vez ci ta vi'e et ta sante! 
Crois le tu si V" „Oil, biaus pere, 
bien croi que ce est mes sauvere, 

935 c'est eil qui toz sauver nous puet. 
Hastes vous, quar morir m'estuet." 
Et li sains hom s'i abandone, 
le cors Dieu tout entir li done, 
et eil le prent, ne se deeoit, 

940 en bien tres grant bien le reeoit, 
f. 5v° col. 2. en amor et en verite 

et en tres grant humilite. 
Quant il fu acommeniez, 
si fu si purs et si niez 

945 qu'il n'i remest goute de lie 
ne de pechie ne de folie. 
Dont apela le saint hermite, 
se li a sa volente dite: 
,, Biaus douz pere, je m'en irai, 

950 proiez por moi, ja finerai; 
je ne puis plus ci remanoir, 
querre m'estuet autre manoir; 
li cuers me faut, peres tres dous, 
je ne puis plus parier a vous. 



926 q. li preudom (preudös G) B C D — 928 grans auoirs C 

— 929 9me dou cors de j. (du saint cors j. D) CD — 930 sa grans 
biautes bie (ml't D) le demist CD — 933 c. le tu frere oie dous 
peres B, c. le tu oie b. p. C, le crois tu oie b. p. D — 934 je c. B 

— 935 7 eil CD, et est eil qui tout saner p. B — 936 q m. C — 
937 7 li ermites (lermites D) li abandonne (babandoune D) CD 

— 938 tout fehlt B — 939—42 fehlen CD, hierfür in B: 7 eil 
qui point ne se dechut | en bü tres grant foi le rechut — 945 ne 
1. B CD — 946 lors CD — 947 7ÜaD — 949—50 stehen iti B 
nach V. 940 -- 951 ci (chi D) pl. BD — 953—4 fehlen CD 



124 



955 Trea douz pere, a Dien von- eommant, 

mefl BD la tin vous (li itant 
({iie vous metez voz braz sor nn\- 
Kt li bona hom plus n'atendi. 
ainz Tembrace mout doucement 

960 et de bon euer et liemeut; 
devant l'autel s'est estenduz, 
bien est ses cuers a Dieu reuduz: 
il clot ses iex et rent sa coupe. 
en Dieu met s'esperance toute. 

965 Ses barisiaus gist sor son pis, 

qui li a fet mout miex que pi>; 
ainc ne le vout lessier oster 
et mors et vis Ten veut porter; 
seur son euer gist sa penitance 

970 et un flueve de repentance 
li a si ruiste cop done 
que Diex li a tout pardone, 
trestout pechie et toute paine. 
Li cuers travaille et li cors paine, 

975 si les covient an .IL partir 
et Tarne du cors departir; 
si s'en issi si escuree, 
si tres nete et si esmeree 
qu'il n'i remest pechie ne tache. 

980 Si tost com Tarne se destache 
del cors et ele en fu issüe, 
li saint angele Tont receüe, 
qui au cors estoient venu. 
A Tarne est mout bien avenu, 



956 pri ie t. B, di iou t. CD — 958—60 si morrai es bras 
mon ami | et lermites mout (mo)t C) doucemeut (douchement CD) j 
la (li a B) embrachie 7 eil (chil D) sestent BCD - 962 tous e. 
CD — 963—4 fehlen CD — 964 de quanqs onqs puet sencoupe B 
— 965 7 li (ses B) bareus (barius C) g. BCD — 967 il ne CD; 
len B — 968 le D — 973 trestous pechies C D, tres pechies B — 
974 li cors t. 7 li cuers p. BCD — 975 il (kil C) le couuint 
(couuient B) BCD — 979 q. ne B: goute ne take CD — 
981 est i. I) 



125 



985 que li saint angele Tont hapee; 
de grant peril est eschapee, 
quar li anemis l'atendoit 
qui tres bien avoir la cuidoit 
et toz en ert seurs et fiz, 
990 mes il s'en va toz desconfiz. 
f. 6r°col. 1. Et trestout ce vit li sainz hom 

de chief en chief jusques en son, 
quar il estoit esperitiex: 
bien vit les angeles a ses iex 
995 qui l'ame en portent avoec aus; 
li cors remest nus et deschaus, 
gisant a povre couverture. 
Mes or oiez quele aventure 
avint a son definement: 

1000 que si Chevalier proprement, 
qui tuit furent entan o lui, 
aus quels il fist trestant d : anui, 
vindrent cel jor par oroisons 
ainsi com fu droiz et resons, 

1005 quar jors ert del grant vendredi. 
Un poi devant le miedi 
vindrent leenz li poingneor, 
si troverent mort lor seignor; 
bien reconnurent s'estature, 

1010 son cors et toute sa feture, 
et le baril connurent bien: 
Leur sire fu, n'en doutent rien, 
qui le cors ot si escillie. 



985 quant li BCD — 989 eu cuidoit estre fis CD — 991 li 
preudom CD — 992 de si (desci C) en (a C) son (som D) BCD 

— 997 couuers de p. c. CD — 999 a s. d. B — 1000 q. li C — 
1001 q. antan (anten C) furent auoec 1. BCD — 1002 a cui BCD; 
il firent tant d. B — 1003 vinrent laiens CD — 1004 ensi c. drois 
ert (est B) BCD — 1005 le iour dou (du D) tres gr. venredi 
CD, ert de B — 1006 p deuant miedi CD — 1007 entrent CD 

— 1008 et troeuuet B, si ont trouue CD — 1010 figure CD — 
1011—3 fehlen CD 



— L36 — 

Lora furent mout desconseülil 

IUI 5 por ce qu'ü ne sorent comment 
morat, ou biea on autrement. 
Chascnns d'aus mout se desconforte, 
mee li preudom les reconforte, 
si leur a dit la veritö; 

1020 de chief en chief leur a conti 
trestout ainsi com li avint 
et comeut il a lui en vint. 
et bien Lor *list Teure et le tan- 
qn'il fu confes et repentans, 

1025 et comment Tarne fu ravi'e 
la sus en parmenable vife, 
et qn'il le vit apertement 
porter aus angeles plainement. 
Li Chevalier graut joie en eurent, 

1030 le cors mout hautement honeurent. 
mout doucement Tensevelirent, 
apres la messe Tenfou'irent: 
et quant orent but et mengie, 
au saint preudomme ont pris congie. 

1035 En leur päis en sont rale, 
par tont ont dit et raconte 
de lor seignor ce qu'il en sorent: 
eil du päis grant joie en orent 
et graut pitie tuit li plusor, 

1040 s'en gracTent nostre seignor. 
f. 6r°col. 2. Or vous ai dit toute la somme 



1014 or f. B hierfür in CD: le cors ont bien apparillie 
(apparilliet D) | or furent bie (vn peu furent D) des9sillie 
(desconsilliet D) — 1016 que ne B — 1018 mais lermites CD — 
1019 et 1. B — 1021-2 fehlen CD — 1025 same B, fu sarme 
(same D) r. CD ~- 1027—8 fehlen CD — 1029—32 si (li D) eh. 
g. j. fisent(nrent D) | moutbelement(moltbielement C)lenseuelirent 
apres (apries C) la messe si lenfueent (lenfeuent C) | puis manguent 
7 si se mueuet (sesmueuent D) CD — 1032 fehlt B, folgt: puis 
ont mengie plus liement — 1034 au s. hermite (hörne C) 
BC, sont au saint homme pris congiet D — 1035 ale CD — 
1036 reuele B — 1039 grant pitie ont de lor signor (signourD) CD 



— 127 — 

que il avint a cel haut nomine, 
si com li samt pere nous dient, 
qui n'en mescontent ne mesdi'ent, 

1045 mes a voir dire tuit s'acordent 

ne de nul bien ne se descordent; 
eil dient comment il ouvra 
et comment Diex le recouvra. 
Encor set Diex ainsi ouvrer 

1050 et les pecheors recouvrer 

qui a Dieu se vuelent retrere, 
que nus ne set tant de mal fere, 
mes qu'a Dieu vueille retorner, 
que Diex nel vueille pardoner. 

1055 Et nus ne doit nului despire, 

chaseuns doit cuidier estre pire, 
et Diex qui les genz set forgier 
genz set et puet a droit jugier, 
quar si jugement sont soutil. 

1060 Ci faut li contes du baril. 
Li Chevaliers ainsi fina. 
Or prions Dieu, qui tout cria, 
qu'il plese a lui que il nous maint 
en la gloire la ou il maint. 

Explicit le dit du barisei. 



1042 cou quil (chou kil CD) a. a (de CD) c. (che CD) saint 
h. (hoine B) BCD — 1043 s. hörne A; vous d. C — 1044 q. ne 
BCD — 1045—6 fehlen CD — 1045 mais au v. B — 1046 quant 
de cestui les mos recordent B — 1047 sil dist c. diex i ouura A, 
7 (si B) d. BCD — 1048 regarda CD — 1049 e. set (seit D) il 
CD — 1052 car (ja D) n. BCD — 1053 se voelle doner B ? ki en 
diu se veule fier (uoelle frjer D) CD — 1054 ne voelle BCD — 
1055 ne n. BC — 1056 car nus ne'set (seit D) qui est li pire 
BCD — 1057 fors diex (dex C) qui les gens (cuers D) set iugier 
BCD - - 1058 eil (il B, chil D) s. BCD — 1062 q. saus (sains B) 
fin a BC, q. pas fin na D — 1063 tous biens en lui q. B — 
1063 — 4 que il (kil D) nous meche emparadys (en sen paradis 
D) | lassus auoecqs ses amis CD 

Explicit dou chl-r au barisiel C — Amen. Explicit du ein 
au barizel D — Kein Explicit in B. 



Die Version 

der 

„Yies des Peres". 



Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungen. 



Bibl. nat, f. fr. 24300 fol. 134r° col. 1 — 147 yo col. 1. 
de celui qui ampli le baril d'une lerme. 

f. 145 r° col. 1. Uoirs est que chascuns cuers se preuue 
selonc le pooir q il treuue 
li petit cuers a petit tent 
si 9me mauuestie la pret 
5 q* le pie sor le col li tient 
si 9 perece sor lui vient 
z le bon euer ades sadrece 
a honor fere z a proesce 
z el bii fere se 9porte 

10 si 9me sa lumiere porte 
ci a gnt deuis z gnt fes 
entre les bons z les mauues 
le bn est leg au pudome 
Z au mauues est ch'ge z söme 

15 .1. oisel est qui vit de proie 
quant il la prise tost lasproie 
z le euer dou uentre li trait 
z dou euer se saole z paist 
ja le cors ne regardera 

20 ne por besolg ne tastera 
aussi damedex anul fuer 
ne q*ert ne ne viaut q le euer 
dou pecheor qnt il la pris 
si est sages z bn apris 

25 q z en dieu son euer abandone 
z a bn fere a lui se donne 
f. 145 r° col. 2. p gaignier ioie sanz ire 



27. Arsen. 3527 hat das verlangte dreisilbige gaegnier. 

9* 



— L39 — 

.1. petit 9te 11 ' uoill diiv 
briemt u <} en dire la some 

30 jadis ot e egipte X home 

q* granz rentefl e sa mal tint 
dont g'uz ypaignies mätint 
t il despendi largement 
ne li chalut ou ne 9int 

35 p la gnt aise ou il estoit 
ou dureint se delitoit 
en obli mist dieu x son nom 
en despit ot 9fession 
l dist bn q musarz estoient 

40 eil qui lor mesp z son 9toient 
as prouoires Z as abez 
ja p aux ne seroit gabez 
q' ia 9fes ne se feroit 
ne sa mauuestie ne diroit 

45 Longemt maitint ee folage 
q por peor de nul damage 
q'l eust ne se 9fessa 
ne sa fole esror ne lessa 
tant cü sergent q il auoit 

50 q* sen cloeure sauoit 
q z trop estoit eracinee 
.1. ior dune croiz a oree 
li dist sire mit me mhieil 
de ce q u 9 ueez a lueil 

55 vre damage ure honte 

q* a dieu z au siecle monte 
de ce q ne uos 9fessez 
Z de mal fere ne cessez 
veez ci la pasq q z viet 



32. Ars. 3527: maitint. — 50. sen cloeure = s 'endo eure ?: 
s. encloeure bei Godefroy im Complement. — 52. Arsen. 3527: 
de la crois. S. Godefroy unter aore und vgl. Crestien's Perceval 
(Abdruck von Baist) V. 6228: C'est li vanrediz aorez = ,Char- 
freitag' und V. 6457 — 8: Apres le servise aora La crou ei %e* 
pechies plora. 



— 133 — 

60 ou dex ne set q eil de vient 
f. 145 y° col. 1. q z a cel ior ne q z ert acorde 
p auoir sa misericorde 
le doz pere q l au ior dui 
souffri mors z paine z anui 

65 encroiz por son pueple sauuer 
z p enfer desbareter 
tuit aloient a däpnemt 
devant son crucefiemt 
I p la croiz ou il morut 

70 n 9 raaint toz z secorut 
z n 9 9quist p sa franchise 
q' crestiens en nule guise 
ne puet aler adäpnemt 
q z est 9fes z se repent 

75 p ce q*l a cez .II. poiz p*s 
si deuez 9me bn ap z s 
qrre le 9seil de üre ame 
musart est q* sor pierre same 
Z qui ases piez met z gite 

80 la reson q on li a dite 
alons pler acel reclus 
q l malt en cel tertre la sus 
preudom est z de bone vie 
neu 9 mes 9seillera mie 

85 ainz u 9 dira raison z droit 
z giuois fet il orendroit 
q' ia 9paignon ni aurai 
z ce quil me dira ferai 
mes u 9 arriere moi uenrez 

90 z 9paignie meferez 

sire u 9 auez mit bn dit 
petit set qui ce 9tredit 
autre chose pl 9 ne 9teret 



78. Same ist 3. Pers. Sing. Ind. Präs. von semer ,säen ' 
ebenso bei Monmerque et Michel, Theätre franc^. au moyen äge 
S. 154: sa paine pert qui ainsi same, vgl. noch asane zu asener 
im Yvain ed. Förster V. 4880. 



i:n 



umtost a lermitage alerent 
f. 145y° coL 2. en la röche on eil se seoit 
96 q z por toz pecheora oroit 

11 ot lor uenue mit chiere 
l ausegnor fist bele chiere 
q f alui pla longement 

100 de ses pechiez priueenit 
z eil bn encerch' le sot 
quant toz ses pechiez dit li ot 
si li dist sire bn sachiez 
de mal seroie tost chargiez 

105 se gnt penitance e portoie 
z a ieuner me metoie 
je sui .1. hom delicieus 
z de bons morsiax e vieus 
si mestuet penitance auoir 

HO q' fere puisse amonpooir 
car lifes tost mabateroit 
z enpechie me renbatroit 
sire u 9 laurez sipetite 
q* ne doit estre 9tredite 

115 dorne tat soit foible ne viaux 
p foi ie ne u 9 demant miaux 
nautre chose ne u 9 demät 
or oiez q ie uos 9mant 
ci desoz acele eue irez 

120 t ce barillet porterez 

tout maitenät q z l sera plais 
z iel tenrai entre mes mais 
deuoz pechiez quites serez 
rnes de pech' vous garderez 

125 ceferai ge legieremet 

a leue corut esraument 
deseur la riuiere sasist 
z le bareil en leue mist 
1 146 r° col. 1. mes tant nes en sot entremetre 

130 eune goute enpoist metre 



108. e vieus = envieus , begierig', s. Ztschr. XXXVII, 609. 



135 



amont z aual lessaia 
mes ne lempli ne ne puisa 
dont duremt se m s ueilla 
son cors z same e auilla 

135 tant q*l aferma e son euer 
q'l ne retorroit anul fuer 
devant q plai lenporteroit 
outremer auät en iroit 
tot maitenant se resorti 

140 z de son dit serepenti 
z dit tel folie feroie 
q* mafame z monor leroie 
z la gnt hautece ou iesui 
bn sai q 9mefox mesmui 

145 jehui matin de mameson 
p dire ma confession 
se mal me viet ceest adroit 
mes ie me repent orendroit 
nifere mes apiece p s sse 

150 nepor bareil ne por 9fesse 
a ce musart q z ca men uoie 
q* p son ienglois me desuoie 
x arriers 9ment men irai 
se ie retor ie lidirai 

155 qest ce fox ce ne porroit estre 
q' ie iades die mon mestre 
james ne me retornerai 
a lauoie matornerai 
z ferai ce q iai pmis 

160 p 9 que afere me sui mis 

n'est pas pudom q 1 se des dist 
de sa promesse deson dist 
f. 146 r° col. 2. jaice pramis q ie tenrai 



154 — 5. Bibl. nat. 25438: se ie retor que li dirai — retornei- 
fox ce ne paet estre ; Arsen . 3527: se jou retour las que uiraj — 
retomer fos ce ne puet estre. — 161 — 3. Bibl. nat. 25438: q r se 
recroit — de sa promesse 7 a bon droit — je lai promis. 



— 136 — 

!c men aoifl pP ni demorrai 

165 dilneqi Bepti atant 

eil c 1 1 1 1 de same douta tat 
bn sot q dex ne Lamoit mie 
nen lui nauoit de bn demte 
tot ades p'st le fral as denz 

170 tot suel as pluies z as uenz 
z asgelees z as froiz 
a pie sen ua tot säz h'noifi 
cinssi va lipeneanciers 
.IL anz z demi toz entiers 

175 poiires maigres z esfond 9 
entre pelez z haut tond 9 
esra q ne pot a9plir 
son ueu ne lebareil eplir 
Un ior a dementer se p z st 

180 por froidure qui le sorp'st 
z dit las ou mesuige rais 
q' de ioie me sui demis 
issi uoil de honte morir 
sencor peusse a9plir 

185 ce q iai enp's ie neusse 
nul mal tot p sante leuse 
las affamez esgarez nuz 
bn sui assis engameuz 
las des9fit p mon folage 

190 i p moneuer nice volage 
detotes ioies essilliez 
de tote uitaille auilliez 
las q' fortune fet oltrage 
dont ja ne me ploiera gage 

195 z me flechit z fet lamoe 
z ma mis p desoz saroe 
f. 146 v° col. 1. z antan estoie audesus 



164. ni = n'i, wo i ,hier' heisst, wie II, 785, s. Aum. zu 
II, 193 — 4. — 176. entrepelez stellenweise kahl'. Zu heut 
tondus vgl. Ztschr. XXXV, 83 ff. —188. Ueber gameuz s. Ztschr' 
XXVI. 720 ff. - 192. Arsen. 3527: toute uiute. * 



— 137 — 

or ai tant fet il nia plus 
belement ptir me 9uiet 

200 buer va amal qui senreuient 
simest il bei q q ie die 
quant ie por dieu maig ceste vie 
je ne lai pflks fet en pdon 
einz en aurai bö gerredon 

205 de dieu qui pecheors auoie 
i qui toz 9fors lor enuoie 
quant illi plest dui ademain 
entät 9 on torne samain 
totes choses ason voloir 

210 a bon droit me doi ie doloir 
jai bn deserui ce q iai 
nus ne leset miex q ie sai 
Un ior auint p .1. orage 
de p dieu li vint en corage 

215 causaint h'mite reuenroit 
z son barillet lirendroit 
z li aconteroit sauie 
dont n 9 pereceus na e vie 
eil qui son oirre dut haster 

220 li besoinz fet uielle troter 
p lamesaise quil auoit 
q z de toutes pz li greuoit 



202. maig steht für maing. — 208. Torne sa main scheint 
«7io xolvov zum Voraufgehenden und Folgenden zu stehen, so 
dass einmal on und das andere Mal Diex Subjekt wäre, einmal 
auch sa main als Objekt und das andere Mal als Subjekt erschiene 
(für toimier sa main vgl. Clef d'amors ed. Doutrepont V. 764). 
Die Arsenalhandschrift 3527 hat die Stelle anders gewendet. — 
220. Es liegt ein Zwischensatz vor. Das Sprichwort begegnet 
auch im Escanor V. 1653, bei Huon le roi (Oeuvr. compl. de 
Rutebeuf ed. Jubinal, nouv. ed. 111,153 V. 184) und zweimal im 
Roman de Renart ed. Martin- 1,149 V. 116, 11,156 V. 55. Aus 
dem 14. Jahrh. weist es Fehse nach (Rom. Forsch. XIX, 576 
n<> 218), aus Sprich Wörtersammlungen Ulrich (Ztschr. f. frz. Spr. 
u. Lit. XXIV, 16). Auch im Neuprovenzalischen ist es anzutreffen, 
s. Pillet, Die neuprov. Sprichwörter der jüngeren Cheltenhamer 
Handschrift S. 98. 






— 138 — 

anderes Bemtal auchemin 
nest pas escrit en pchemin 

225 en 9bn sen reuint arriere 
li h'mites abele chiere 
en sa logete le recut 
jafust q pas nele 9iiut 
p la maigrece por labit 

230 le dir certain len fist 
f. 146 v° col. 2. z lebarillet limoustra 

onques riens p lui ni entra 
Qant le preudora la 9neu 
I le barillet aueu 

235 de ce quil fu repairiez sains 
li h'mites aiointes mains 
rendi graces a ihücrist 
Z lez lui asseoir leiist 
mit lacola z con ioi 

240 i de lui uolent's oi 

lauie quil ot puis menee 
q* mit liot lachar tanee 
I eil li 9ta bonement 
sauie z son erremt 

245 z dou bareil 9qs ne pot 
enplir ne amai ne apot 
dont il estoit mit entrep's 
sire u 9 auez los z pris 
gaaignie ce dit li h'mites 

250 de toz uoz pechiez estes q'tes 
q z auez fet si grant hachie 
dont ioie u 9 en est iugie 
q z auez lessie voz hauteces 
z uoz honors z uoz richeces 

255 z uoz enfanz z ure fame 
p lesauuemt de üre ame 
q' dex li peres u 9 otroit 
si sachiez por uoir orendit 
se en ce point u 9 maltenez 

260 q' es ciex seroiz coroiiez 

si prendrez autre penitance 



— 139 — 

tant qa dien truissiez acordäce 
eil qui ot le euer hüble z doz 
Z adieu se fu donez toz 
147r r 'col. 1. il dist frere tant 9 uiurai 

266 autre penitance naurai 
devant q ceste soit pfete 
z damedex sagrace imete 
lisires a qui tot apent 

270 einssi de bö euer me repent 
si 9me ptir se vouloit 
dou reclus q* por lui ploroit 
z il meismes plora fort 
come eil qui 9nut son tort 

275 dep ihü crist li auint 
q' lebareil devät lui tit 
vne deses lermes chai 
ens q* le barillet epli 
cefist dex q l pas nel hai 

280 einssi eil son veu a 9 pli 

z li fist dex sa demostrance 
p saueraie repent ance 
qnt le miracle e diu viret 
a damedex graces rendirent 

285 z aioie fere se mistret 

z lor orison chas9 distret 
qant sa p z ere ot ehas9 dite 
congie prist eil au .s. h'mite 
z son bareil lirendi piain 

290 tot maitenät se mist au plai 
Z ases bns sen retorna 
z abien fere satorna 
p lonor q dex liot fete 
q 2 est encor en bn retrete 

295 einssi lefist audire voir 

qät q il pot el mont auoir 
mist elseruise ih'ucrist 
z dex si gnt honor li fist 



283. Bibl. nat. 25438: andni, Arsen. 3527 amöedoj. 



— 140 — 

i 1 47 r col. 2. qonor ent're Li donna 

300 l essainz ciex le corona 

car en lalin le troua möde 
einssi 9q'st dieu z le monde 
musarz est eil qui se demet 
dela creance ou dex lernet 

30T> % qui nefet dacoustumäce 
Zession z penitance 
p cni t'stuit sauuez seron 
Z en ioie sanz fin iron 
se li raaufez ne n 9 des uoie 

310 q' par tot son mesage e uoie 
p n 9 deceuoir z souprendre 
.1. essample u 9 uoil apndre 
Sauez u 9 q li forniers fet 
de son chaut for la brese tret 

315 tantost de lestouper se haste 
q' la chalor ne se degaste 
dou feu döt il est eschaufez 
tot autresi fet li maufez 
quant il a lepecheor pris 

320 z p dedenz lasi espris 

depechie le euer z le cors 
riens q il puist ne ira hors 
ainz a en lui mis sigfit touche 
q' 9fession desa bouche 

325 ne puet issir ne autre eure 
eineois se dort z asseure 
li fox tant q mort le sorpnt 
z lideables same pnt 
q / enz elfeu denfer labaigne 

330 einssi lifox pte gaaigne 
z adieu sonpere mesfet 
p ce q confes ne se fet 
t 147 vo col. 1. z cest .1. des poinz cesachiez 
dont anemis est pl 9 iriez 

335 z dont ilest pl 9 amalaise 
sefetes chose q x desplaise 
audeable dont dex soit liez 



— 141 — 

q' de uoz maux nouiax z viez 
v 9 getez par confession 

340 si trouerez remission 
l lauoie douciel ouu s te 
q* ce refuse si ait pte 
au fol doit bn pte venir 
q* enson pechie uelt gesir 

345 lisages doute z se repent 

z fol ne criet devät q'l prent 
cilfet gut sens q z se poruoit 
tant 9me e vie z sain seuoit 



346. Fol ne crient devant qu'ü prent (sc. Schläge), nicht selten 
anzutreffendes Sprichwort (mit gewissen Abweichungen), s. Fabeln 
der Marie de France ed. Warnke 91, 34 und Anm., Jeanroy in 
Romania XXXII, 140 Anm.l, Fehse in Koni. Forschungen XIX, 563 
n" 115, vgl. Ulrich in Ztschr. f, frz. Spr. u. Lit. XXIV, 5 n° 123 
und Anm. Auch im Provenzalischen kommt es einmal vor, s. 
Levy, Prov. Supplementwörterbuch VI, 512 b und Appel, Bernart 
von Ventadorn n<> 30 V. 21. 



Anmerkungen 



zum 



„Chevalier au barisei". 



3. Wegen der Ziffer .1., die gesetzt ist, obwohl doch un- 
bestimmter Artikel vorliegt, s. zu 1, 222. 

5. Mit marche dürfte die bretonische Mark gemeint sein. 

7. Batilliez, in dieser Form auch sonst begegnend, steht 
für ursprüngliches batailliez, womit etwa genülons (V. 385) für 
genoillons, apparissant für apparoissayit , venison für venoison 
zu vergleichen ist; batilliez heisst hier gefestigt', indem altfrz. 
bataille im Plural nicht nur , Schlachten * und , Schlachthaufen', 
sondern auch , Befestigungswerk an Mauern und Türmen', 
, Zinnen * bedeutet. 

8. Artüliez. Die ursprüngliche Form ist atUliez, wie sie 
auch Hs. C aufweist (<C*apticulatus), s. Meyer -Lübke, Roman, 
etymol. Wörterbuch Nr. 564. 

15. ,Und es schien nach seinem Gesichte' . . ., et st hier 
nur = ,und', ebenso V. 315, 499, 719, 790, s. Diez, Gramm.* III, 404. 

16. Debonaire .gutartig', zusammengewachsen aus de bon 
tire ,von guter Herkunft' (Geg. de mal aire, de put aire), neufrz. 
lebonnaire; dass die Verbindung schon in der alten Sprache als 
idjektiv empfunden wurde, zeigt die Flexion, z. B. deboneres 
(V. 139). 

18. Trahitres. Das h hat keine etymologische Bedeutung. 
Der Obliquus lautet trdhitor, ein flexivisches s ist daher nicht 
berechtigt, sondern erst in Analogie angetreten, vgl. lerres (76 etc.) 
sires (223 etc.). Das Substantiv fungiert hier, wie neufrz. traitre, 
als Adjektiv. 

19 — 20. Orguüleus : desdaingneus. Lat. freies ö in -östim 
erscheint hier als eu, ebenso oiseuse : pereilleuse (379 — 80), cin- 
cheuse : honteuse (543—4). Diese Reime sind sogenannte in- 
differente, da überall ebensogut ou oder das ältere o gestanden 
haben könnte; auch dolereus : seus (697 — 8) beweist nichts. Da- 
gegen dürfte eu sichergestellt sein durch den Reim 319 — 20: 
honteus : teus (= tels). Daneben haben wir freilich auch -ous 
in irous (157) und glorious (264), Wörtern, die mit warous und 
vous reimen. Vor r schwankt die Schreibung, wie gewöhnlich: 
poigneor : seignor (1007 — 8) , plusor : seignor (1039 — 40) , aber 
pleure : eure (471 — 2), honeurent (1030) im Reim mit eurent, 
Creatour (96) im Reim mit sciour, vgl. Suchier, Altfrz. Gramm. 
S. 30. 

Schultz- G ora. Zwei altfrz. Dichtungen. \Q 



— 146 — 

±1. Cr est la somtne. Diese häufige Wendung kann 

heissen , das ist ausgemacht 1 , s. Clans und Laris ed. Alton v. 8274 
and Perceval ecL Potvin V.3672, allein das ist nicht, wie A. Schulze 
in der Ztschr. f. frz. 8pr. u. Lit. XXXIX''. 171 zu meinen scheint, 
die einzige Bedeutung. An unserer stelle verlangt der Zusammen- 
hang (wie z. B. auchlpomedon ed. Kölbing und Koschwitz V. •■: 
ein ,um es kurz und einfach zu sagen', und ähnliches gül von 
V. 103, wo man übersetzen möchte: ,wir wollen Euch nur soviel 
bemerken'. In V. 153 und 892 erscheint sie, wie auch in anderen 
Dichtungen, zum Lückenbüsser herabgesunken, und der eigentliche 
Sinn ist hier nicht mehr erkennbar. 

25« Qu'ü nc feist honte du cor8 .dem er nicht einen Schimpf 
am Leibe angetan hätte'; que ist relatives Adverb, das hier, wi< 
auch sonst in der alten Sprache, im Sinn eines Dativs steht. — 
Feist steht für ursprüngliches fesist « fecissef), ebenso (U 
(V. 263) für desisse (< dixissem), preist (V. 515) für presist\ die 
2. Sing. Perf. feis ist schon frühe nachzuweisen. Die Formen 
erklären sich wohl aus Anbildung an v'eis « vidtsti), s. zuli 
Suchier in Gröber, Gr. I 2 , 782 und Baist in Ztschr. XXIII. : 

26. Descors heisst Nichtübereinstimmung'; d.h. mit(> 
und den Menschen ; so auch im Julian 3593 (vgl. Ztschr. f. frz. Spr. 
u. Lit. XLV, 382). Im Rom. de Galerent ed. Boucherie V. 7501 n. 
liest man: En nun Dieu, fait il, je seroie Aussi fei con Noit 
de Home, Qui tant se par descorda d'ome Que son meffaü 
ne fesist nuls. 

52. Zwar findet man in Elie de Saint Gille ed. Förster 
V. 47 moine rechts als zusammengehörig, aber zwei von Ebeline: 
und Alfred Schulze beigebrachte Stellen zeigen, dass moine und 
rechts etwas Verschiedenes waren. Letztere schlössen sich nach 
Wetzer und Weite, Kirchenlexikon, auf das Schulze hinweist. 
für Lebenszeit als , Gefangene Christi' in eine Zelle ein. 

33. Nonnains und convers sind Akkusative, welche durch 
ceus in V. 35 wieder aufgenommen werden, indem das Maskulinum. 
wie auch sonst in solchen Fällen, den Vorzug erhält. 

34. In der alten Sprache steht der Komparativ im Sinne 
des Superlativs in „determinierenden Umstands- und relativen 
Sätzen", daher hier nur jjIus, ebenso V. 74: qui plus de euer a 
Dieu tendirent, s. Diez, Gramm. * III, 12 und Tobler, VB I 2 , 171. 

38. Man würde lieber anceles zu dames gestellt sehen, weil 
beide Ausdrücke einen (verschiedenen) Stand bezeichnen und dem- 
gegenüber veves und puceles nach anderer Richtung hin zusammen- 
gehören würden; aber vielleicht ist die vorliegende chiastische 
Stellung beabsichtigt. 

41. Ghacie a honte. Ebenso Escanor ed. Michelant V. 9873 — 4 : 
Car fai un oncle deshoneste, Ca honte et a dolor me che 

44. Cuidast ,er würde geglaubt haben', ebenso von 
(V. 48) ,er hätte wollen'. Wir haben hier den Konj. Impf, in der 
ursprünglichen Bedeutung, der des lat. Konj. Plusqpf. ; derselbe 



— 147 — 

Sinn liegt vor im Vorder- und Nachsatz des konditionalen Ge- 
füges V. 45—6. — Zur Form aviUier s. Vrai aniel ed. Tobler, 
Anm. zu V. 397. 

47. Voloit rührt aus den Hss. BCD her, während Hs. A 
vousist bietet; das letztere ist vermutlich aus der folgenden 
Zeile eingedrungen, denn es passt hier nicht, wo doch gesagt 
werden soll, dass er täglich Fleisch zu essen pflegte. Voloir 
bedeutet im Altfrz. nicht nur , wollen', sondern auch ,nach 
seinem Willen zur Ausführung bringen', s. Ernst Weber, Ueber 
den Gebrauch von devoir, luissier . . . voloir im Altfrz., Berl. 
Diss. 1879, S. 27 f. 

50. Zu sermon und escripture hat man sich aus dem Vorauf- 
gehenden dir hinzuzudenken ; mit escripture werden die Perikopen 
gemeint sein, welche beim Gottesdienste vorgelesen wurden. 

51. Preudoumes. Die Deklination des Wortes ist in unserem 
Denkmal entsprechend der von hörne: N. S. preudom (285 etc.), 
Obl. S. preudomme (1034), N. PL {preudomme fehlt), Obl. PL 
preudommes (51); diese Deklination ist aber nicht die ursprüng- 
liche, s. Tobler, Vb. I 2 , 136 f. Die Schreibung mit oa begegnet 
innerhalb unserer Dichtung nur hier, ist indessen anderweitig 
anzutreffen. 

53. Par dient zur Verstärkung eines Begriffes (hier de put 
ufere) ; es steht getrennt von demselben, wie dies schon bei per 
im Lat. der Fall sein konnte, s. Diez, EW. 4 655 und Gramm. 4 
III, 14. Tarnt bezieht sich auf den Inhalt des Ganzen, vgl. Anm. 
zu I, 3. — Afere, aus a und dem Inf. fere zusammengewachsen, 
ist altfrz. männlich. 

54. Com = qit'om. 

Hl. Du hon devendres: Devenires steht für gewöhnliches 
divendres, dessen Grundlage diem Veneris ist, während venreäiz 
(78 etc.) nuf Veneris diem beruht, wobei das s verloren gegangen 
ist. Die letztere Stellung wurde siegreich, daher denn neufrz, 
vendredi etc. Hier wird der Karfreitag hon devendres genannt, 
indem bon den Sinn von , heilig' hat, neufrz. vendredi saint] 
V. 693 und 1005 heisst er grcmt vendredi, vgl. V. 78. 

ti3. Levez. Ueber den Nominativ s. Anm. zu I, 70. — 
Mont tres matin. Tres geht mit dem folgenden Worte eine 
enge Verbindung ein, in der sein eigentlicher Sinn so wenig- 
deutlich gefühlt wurde, dass noch mout, bien und si (572, 648, 
720 . . . 940) davortreten können und dass es beim Superlativ 
zwischen plus und dem Adjektiv stehen kann (713), vgl. trestant 
und trestot und Tobler, VB. III 2 , 135 f. Matin ist Adverbium, 
desgleichen matinet (67). 

(J4. Latin heisst hier wie oft bloss , Sprache, Sprechweise-, 
daher denn das häufige latinier (lutimier) einen Sprachkundigen 
bezeichnet. 

67. Das Wollen ist gegenwärtig, aber der Inhalt des Ge- 
wollten ist zukünftig, daher kommt das Futurum voudrai zur 
Anwendung, s. E. Weber 1. c. S. 25. 

10* 



— 148 — 

(>s. /<;/ puis tfirommes. Der elidierte Vokal ist e. indem 
Nebenform von w (s») sieht auch in der Mit 

Satzes, besonders nach puts; es ist da nicht mehr konjunküv 
and für uns anübersetzbar, >. Diez, Gramm. 4 JII. 105 Anm. 2 
Natürlich meint der Bitter nicht, dass er mit den Köchen auf 
Raub ausziehen wird. — Gaamgmer , gewinnen' sciL Beute. 

<>J). Tuii esbahi ,ganz bestürzt*, s. Anm. zu 1.248. 

70. Triste. Das Auslautgesetz ist hier nicht wirksam 
wesen, denn sonst dürfte am Ende kein Vokal stehen; das Vi 
ist also in dieser Form kein volkstümliches. Häufig findet man 
trist rr mit epenthetischem r, s. Anm. zu I, 255. 

12. Sinn: aher Ihr k<")nntet wohl etwas Besseres zum Vor- 
schein h ringen. 

74. Für plus s. Anm. zu V. 34. Gemeint ist wohl: die- 
jenigen von seinen Kittern, die, s. li chev. in Hs. C. 

75. Disent ist eine dialektische Form der 3. Pers. PL Perf. 
(Norden und Osten) für zentralfrz. distrent. 

Hu Lerre8, häufig als Scheltwort gebraucht, vgl. Glossar. 
Font ü , sagen sie*, wiewohl doch schon disent voraufgeht. 
Ebeling im Archiv Bd. 103, S.428; in eingeschobenen Sätzen wird 
bei direkter Rede , sagen' häufig durch faire ausgedrückt, 
auch V. 90, 93, 99 etc., und ist noch neufrz. in /it-il üblich. 

78 ff. ,Und in so hohem Grade ist der Freitag gross, an 
welchem . . ., dass alle Welt heute fasten muss'. Für si beim 
Verb -|- folgendem Adjektiv s. Monmerque et Michel, Theätre 
franc. au moyen äge S. 422 unten: Si estoit grans li und 

für stärkere Getrenntheit eines que von st s. ibid. S. 382: Vo&tire 
amour si mon euer destraint Nuii et jour, et si me contraint 
Desir, qui tout ades s'enforce De plus en plus, Qu'il fault . . . 

79. Que ist relatives Adverb; wir müssen sagen ,an welchen'. 
Noch heute ist dieses que üblich in ä Vheure que, du temps que 
u. dgl. — JJiex = Christus, ingleichen V. 436, 948, s. Aue. und 
Nico!. 7 ed. Suchier Anm. zu 10, 17 und vgl. zu II, 96 — 7. 

SO. Pour nous metre. Für das Pronomen s. Anm. zu 1, 140. 

83. Estrine ist eine Nebenform zu estreine, estraine <C 
strena; das i ist noch nicht befriedigend erklärt, vgl. Auber. zu 
V. 655. Von der ursprünglichen Bedeutung , Neujahrsgabe' (neufrz. 
etrennes) ist es zu der von .Anfang' gekommen (s. Förster zu 
Aiol 655), daher a male estrine = ,zu üblem Anfang', ,zum 
Unglück'. 

84. Descipline ist gelehrt wie mehrere andere der Kirchen- 
sprache angehörige Wörter, welche in unserem Texte begegnen: 
passion (79), sauvacion (80), abstinance (85), penitance (86), con- 
fessions (125), humilite (136), omnipotent (290) u. a. 

85« Jeunes. In jeuner und desjeuner (81, 82) hat zwar e 
keine syllabiscke Geltung mehr (vgl. junerez und junr [361,5971). 
trotzdem habe ich die hdschr. Ueberlieferung von Hs. A nicht 



— 149 — 

geändert und das in ß C D hinter junes stehende et nicht auf- 
genommen. 

87. Et vous volez hui char mengierl Dazu bemerkt Hertz 
im Spielmannsbuch 3 S. 418 sehr treffend: ,Es ist das für die 
moralische Seite der mittelalterlichen Gottlosigkeit höchst be- 
zeichnend. Von all dem ruchlosen Treiben des Wüterichs erregt 
nichts solchen Anstoss, als dass er am Karfreitag die Fasten 
nicht halten will'. 

88. Doit, s. Anm. zu I, 78. 

89. Sifera il , (und) das wird er auch tun'. Für faire s. zu 
1, 46. Zu beachten ist, dass bei dem Verb. vic. ein pronominales 
Subjekt ausgesetzt wird, wenn si, wie hier, eine Bekräftigung, 
dagegen nicht, wenn es einen Widerspruch bedeutet, s. A. Schulze 
in Ztschr. XX, 404 und Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXXIX 2 , 172. 

93 — 4. Wörtlich: ,Habt Ihr mit Bezug darauf Aufschub, 
Gott so viel Schimpf anzutun ? ', d. h. glaubt Ihr, dass Gott, bevor 
er Euch treffe, Euch noch so viel Zeit lassen wird, dass Ihr ihm 
so viel Schimpf antun könntet, wie Ihr vorher (V. 91—2) angäbet? 
Bei den nicht negativen Bestätigungsfragen ist die Regel, dass 
en und * sowie tonlose Pronomina zwischen Verb und Subjekt 
treten, s. Schulze, Frgs. S. 193, 224; dementsprechend heisst es 
auch V. 338: lerez me vous en pais encore?, dagegen finden wir 
als Ausnahme ein anderes Verfahren V. 117: i vendrez vous? und 
V. 267: m'amenastes vous?, s. Schulze, S. 225. — Dieu. Bei 
Personenbezeichnungen kann a fehlen, es genügt der blosse Casus 
obliquus zur Bezeichnung des Dativs. 

95. Deussiez ,Ihr solltet'. Bei allen Verben, in Haupt- 

und Nebensätzen kann der Konj. Impf, ausser der ursprünglichen 

Bedeutung des lat. Konj. Plusqpf. (s. Anm. zu V. 44) diejenige 
des lat. Konj. Impf, haben. 

96—7. Im Mittelalter wird kein scharfer Unterschied 
zwischen Gott und Christus gemacht (s. zu II, 79), und so kommt 
es, dass wir hier, wie auch zuweilen anderwärts, Christus als 
, Schöpfer' bezeichnet finden. — Da ich ein absol. cfier a Dieu 
,zu Gott rufen' nicht kenne, bin ich geneigt, in voz pechiez 
ein gemeinsames Objekt zu cfier und plorer zu sehen, wiewohl 
nur cfier zum voraufgehenden a Jhesucrist passt, vgl. Tobler, 
VB. III 2 , 15. In der Lesung von BCD ist die ganze Stelle 
sehr glatt. 

ICO. Für die hier vorliegende übertragene Bedeutung von 
hamois s. Gloss. und Monmerque et Michel. Theätre franc. au 
moyen äge S. 473: Esgardez, fait il, grant harnoys! 

101. Vous und je stehen im Gegensatze; freilich findet man 
auch sonst ein Pronomen beim Imperativ (hier plorez) ausgesetzt. 

105. Ou steht an Stelle von a cm, s. Anm. zu Aiol 335; 
auch i in V. 107 geht auf den Eremiten, vgl. Anm. zu I, 97. 



— L50 — 

112t ,8oU ich mit Bezug darauf ins Gerede kommen? 1 
Fable hat auch neufrz. noch den Sinn von r Gerede*, ,Gespöi 

errat ist. eine häufige Form für entrerai mit Umstellung des 
ersten r, ebenso \'. 137; auch plouerra (V. 685) für älteres ploerra 

Ls1 aus ji/orrra mit Metathese erwachsen. 

114. Ne<Cnec hat ursprünglich die Bedeutung , und nicht*, 
bekommt dann aber auch die hier vorliegende von ,und', .oder', 
doch ist letzteres nur der Fall in negierten oder bedingenden 
Sätzen, oder wenn, wie hier, der sinn des Ganzen ein verneinender 
ist. Ne kann ganze Sätze oder nur Satzteile miteinander ver- 
binden, s. Näheres im Glossar unter ne ccmj. 

121. Vbstre compaigme trügt einen starken Ton: Eure 
Gesellschaft allein bringt mich dahin. 

122. Amaine ist Imperativ, so dass eigentlich eine stärkere 
Pause dahinter zu denken ist, aber trotzdem erfolgt ein Anschluss 
mit se (s. Audi, zu V. 68); man vergleiche hiermit das Verfahren 
in V. 367, 372, 377. 

12o. Avoec<C(qjud hÖc, neufrz. avec mit Fall des ersten 
diphthongischen Elementes (o oder a), wie neufrz. Auxerre von 
altfrz. Auguerre^Z. Altis&iödorum. 

124. Marlars steht für maslars, wie altfrz. derver für 
desrer, varlet für vaslet u. a., noch neufrz. maXart , wilder Enterich*. 
Maslart ist eine Weiterbildung von masle (<^masculum) mit dem 
häufigen Suffix -art, s. Diez, EW. 4 632 und Behrens, Beiträge zur 
französischen Wortgeschichte und Grammatik S. 302 — 3. Ueber 
den Gebrauch von Vogelnamen zur Bezeichnung des niedrigsten 
Wertes s. G. Cohn in der Deutschen Literaturzeitung 1808, 
Sp. 1528. 

125. Ueber moisson s. Diez , EW. 4 641 ; zahlreiche Belege 
in der Bedeutung , Sperling' bietet Godefroy. 

126. Das Possessi vum leur, das wir schon V. 106 in der 
älteren Gestalt lor vorfanden, bleibt gemäss seiner Herkunft von 
Worum unverändert (bis gegen Ende des 13. Jahrb.). 

128. S'erent fez confesser. Erent steht für regelrechtes 
ierent < erunt , wie schon V. 90 ert für iert begegnete, s. Anm. 
zu I, 26. Was fez betrifft, so verlangt die Regel ja fei (s. Anm. 
zu I, 70), aber fez macht auch nur scheinbar eine Ausnahme, 
denn wir haben eine Akkusativform vor uns, die in Nominativ- 
funktion verwendet ist, wie sich dies in unserem Denkmal noch 
an folgenden Stellen beim Maskulinum beobachten lässt: no (191), 
Dieu (307), ners (665), 7ioir, taint et halle (608), quel besotng (709), 
chien . . . leu (775), un flueve (970), pechie (979; hier freilich 
unter besonderen Verhältnissen, s. Tobler, VB. I 2 , 223 Anm. 2). 
Confesser aac. heisst , jemandem die Beichte abnehmen', der Infin. 
hat also hier passiven Sinn: ,wenu sie sich die Beichte werden 
haben abnehmen lassen'. 

130 — 1. Von der heuchlerischen Beichte, die der Fuchs 
dem Weih (Hubert) ablegte, wird uns im Roman de Eenari 



— 151 — 

berichtet (Meon III, 307 ff.; Martin I, 250 ff.), vgl. S. 82 und 
L. Sudre, Les sources du Eoman de Kenart S. 314 ff.; der Fuchs 
nieinte es dabei so wenig aufrichtig, dass er einen Vorwand 
benutzte, um seinen Beichtvater selber aufzufressen, daher denn 
der Sinn von V. 132 ist : solche Beichte hat keinen Bestand, keine 
Wirkungen. — Benart, der Name des Fuchses, wird als persön- 
liches Wesen gefasst, so dass derCas.obl.ini Sinne eines possessiven 
Genitivs stehen kann, s. Diez, Gramm. III 4 , 140. — untre lui et 
Vescoufle. Nur der Fuchs legt eine Beichte ab. Wenn man an- 
nehmen dürfte, dass faire une confession hiesse , eine Beichte d. h. 
einen Beichtakt vornehmen, veranstalten', dann könnte diejenige 
Verwendung von entre vorliegen, von der Diez, Gramm. III 4 , 408 
Anm. und Tobler, VB. I 2 , 273 reden, und bei der die beiden Wesen 
gemeinsame Träger der betreffenden Handlung sind, denn der 
Weih, der als Beichtvater dem Fuchs scharf ins Gewissen redet, 
kann bis zum gewissen Grade als tätig mitbeteiligt angesehen 
werden. Aber wahrscheinlicher ist, dass eine Mischung von 
Gedanken vorliegt, die zu einer Konstruktionsmischung geführt 
hat (vgl. zu II, 235 — 7) ; der Bitter will eigentlich sagen : , das ist 
die Beichte des Fuchses, die er dem Weih ablegte', also nach fist 
mit a l'escoufle fortfahren (das Gewöhnliche ist prendre confession, 
doch vgl. neufrz. faire sa confession), indessen wird fast gleich- 
zeitig die Vorstellung mächtig und drängt zum Ausdruck, dass 
der (längere) Vorgang sich zwischen dem Fuchs und dem Weih 
abspielte, daher das Eintreten von entre . . . et, das nun zu dem 
faire nicht mehr passt. 

182. Confesse < confessio , auch noch neufrz. Es ist ein 
Kirchen wort, daher seine halbgelehrte Gestalt. Eine (nicht voll- 
ständige) Liste von neufrz. Wörtern, welche auf lat. Nom. Sing, 
zurückgehen bei Lücking, Frz. Schulgramm. S. 435 n° 18. 

1S8. Point erscheint hier als neutrales Mengeadverb, wie 
mout behandelt, indem seine substantivische Natur wohl nicht 
mehr gefühlt worden ist; dagegen poinz in Erec V. 4612: de rohe 
ne U remest poinz. 

142, Anemis für enemis , Teufel'. Sonst wird der Teufel 
neben deable noch maufe und aversier genannt. 

148. Chantant ist Gerundium (s. Anm. zu I, 103), daher 
auch trestont unflektiert. 

146. Altfranzösische Beispiele für Zerlegung des einfachen 
Verbums, wenn ,nur' zu dem letzteren gehört (neufrz. il ne faxt 
que rire) bringt Tobler bei in VB. III 2 , 101. 

147. Die Infinitive in diesem Verse verlangen einen anderen 
Kasus, als den Dativ, welcher V. 145 als (logisch) zu dire gehörig 
steht, s. Anm. zu 1,41. 

148. Ausi com ist für den Sinn entbehrlich. Ueber elliptische 
Infinitivkonstruktionen, bei denen ein ursprünglich zum Vergleiche 
dienendes si (aussi) com in ganz abgeschwächer Funktion erscheint, 



— 152 — 

8. Tobler, VB.I 1 , 104. üeber oindre auc. Jemandem schmeicheln i 
s, Lyoner Tsopet ed. Förster Anm. zu V. 151. 

ir»s. Die regelrechte alte Wortform leu ist noch heute 
erhalten in der Wendung aller ä la queue leu « le) leu .im 
Gänsemarsch gehend — Warous obl. warou kommt von g. 

ewulf. Hier zeigt sich einmal germ. anlautendes "■. das ach 
sonst als gu oder g darstellt [guerre, garou), in der Schreibang 
erhalten. 

15?) — 00. 8es piez regarde mout sovent Bcheint zu bedeuten: 
er scliaut wohlgefällig und selbstzufrieden an seinem Körper 
hinunter (um sich dann wieder im Sattel festzurücken und eine 
stolze Miene anzunehmen); doch ist auch die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen, dass es heisst: er sieht mürrisch und gelangweilt 
auf seine Füsse (da ihm ein Blick auf die Umgebung besonders 
unerquicklich wäre). Von dem nicht überall gleichen Sinn von 
regarder ses piez spricht Tobler in Ztschr. II, 145 zu V. J 
vgl. auch Lommatzsch, System der Gebärden . . ., Diss. Berlin 
(1910), S. 76 ff. 

L61. Ueber quar beim Imper. s. Anm. zu I, 234. 

103. Dien fungiert als Dativ, wie schon V. 94 (s. Anm.). 
Wegen der Konstruktionen von proier (prier) s. Anm. zn I, 234. 
V. 165 haben wir proier mit Akkus, der Person ohne Angabe des 
Erbetenen, wie noch neufrz. prior Viru , beten' vgl. Ebeling, Aub. 
Anm. zu V. 21. 

100. Sinn : Da ich doch nichts Gottgefälliges zu tun gedenke. 

167. Esplottier , betreiben, fördern'; weitere Beispiele bei 
Tobler, Prov. au vil. Anm. zu 251, v 

108.. Je n'ai qiie fere heisst eigentlich ,ich habe nicht was 
zu tun', d. h. ich habe nichts zu schaffen, vgl. V. 354: delicz <u'f 
qui en a que fere, V. 276 und neufrz. je n'eii ai quo faire. 

109. Toute ma journee ist Objekt und ceste äemoree (170) 
ist Subjekt. 

174. Encombrier , Hindernis' ist ein vom Infin. encombrer 
mit Suffix »avium gebildetes Substantiv, ebenso desirrier (855), 
recovrier u.a., s. Tobler, Vr. an. Anm. zu V. 377, und Förster 
zu Aiol V. 135. 

175. Wegen se m'äit Diex s. Anm. zu I, 7. — Ce poise mi. 
Wir haben hier die betonte (dialektische) Form mi für moi 
(s. Anm. zu I, 161 und vgl. S. 29 und 82) hinter dem Verbum 
stehend, ohne dass ein rhetorischer Akzent darauf liegt. Dies 
ist gerade in der Wendung ee poise mi zu beobachten, z. B. certes, 
sire, ce poise mi (Paris et Langlois, Chrestom. du moyen äge 
S. 331 V. 160), begegnet aber auch sonst: nenil, ma fillr, par la 
foi ke doit ti (Anseis de Cartage ed. Alton V. 508). 

170. Für saiyit Bemi s. Anm. zu I, 269. 

177 — 8. Objektsätze, die zu Verben des Wollens gehören, 
bedürfen in der alten Sprache nicht eines einleitenden que (177) 



— 153 — 

daher hat man sich auch nach dem que in V. 178 (== quam) nicht 
etwa ein que als ausgefallen zu denken, mithin steht das eben 
erwähnte que nicht in doppelter Funktion, s. Tobler, VB. I 2 , 224 f. 
— Confes <C confcssum, neufrz. in mourir confes. 

183. Ueber die Natur des que s. Anm. zu 1,69. — Wegen 
puet : seut s. S. 87. 

184. Seut <C solet, s. Anm. zu 1, 148. Das Präsens von soloir 
wird altfrz. sehr häufig im Sinne der Vergangenheit verwendet, 
also hier ,er pflegte'. 

185. Rassaus. Au für ou « ö + /, dem Konsonant folgt), 
das wieder in vaudrez (298), assaudre (927). in assaut und saut 
(927—8) begegnet, ist ein vornehmlich im Norden anzutreffender, 
aber auch in einem Teil des Ostens auftretender Zug, s. Walberg, 
Deux poemes inedits sur Saint Simon de Crepy S. 19 und Schwan- 
Behrens, Gramm.« § 217 Anm. 2 und S. 270, vgl. S. 297. 

186. Mais que ce fu. Mais que heisst hier , ausser dass', 
also wörtlich: ausser dass es unter einer Bedingung war, d. h. 
nur dass er eine Bedingung daran knüpfte ; ebenso führt in V. 349 
mais que nach positivem Satze die Einschränkung ein, s. Tobler, 
VB. III ' 2 , 95. — Wegen der Form fu s. Anm. zu I, 73. 

189. Ueber Fortbleiben von le vor li s. Anm. zu I, 23; le 
ist hier wohl das neutrale, wie auch in V. 205. 

191. No s. zu V. 128. 

193 — 4. Ueber i im Sinne von , hierher', ,hier' s. zuletzt 
E. Sass, L'estoire Joseph, Diss. Berlin 1906, zu V. 323. 

194. Ne sai se bedeutet hier vielleicht '; nur einer wird im 
Augenblick als redend gedacht. 

197. Es liegt die beliebte Umschreibung mit aler und dem 
Gerundium vor (s. Anm. zu I, 103). 

198. Adont steht für aäonc, s. Anm. zu 1, 125. — Apoiant. 
Das Keflexivpronomen kommt wie beim Infinitiv so auch beim 
Gerundium häufig nicht zum Ausdruck, s. Tobler, VB. II 2 , 98. 

199 — 200. Baston : bas ton, äquivoker Beim, s. S. 33. 

203. Für den Fortfall des Pronomens der beiden Verben 
s. Anm. zu I. 151, 263. II, 198. 

204. Fenser habe ich für orer, das Hs. A bietet, aus CD 
aufnehmen müssen, und zwar weil das folgende, auch von Hs. A 
gebrachte penssez ein' vorangehendes penser erfordert. 

205 — (5. ,So denkt nur ordentlich an ihn (sc. Gott)! Wer 
verwehrt es Euch?' Le braucht auch vor den Dativen der 1. 
und 2. Person nicht zum Ausdruck zu kommen (vgl. Anm. zu 
I, 23), s. Tobler, VB. V, 419 und Ebeling zu Auber. V. 655 (S. 138). 
Das folgende que sehe ich als das einen Hauptsatz einleitende 
begründende que ,denn' an, das wir schon V. 102 und 140 an- 
trafen, und erkläre mir sein Eintreten aus einem unausgesprochenen 
Zwischengedanken: ,mich aber lasst in Ruhe!' Je trägt einen 
rhetorischen Akzent. 



— 154 — 

207. 8% ferei »doch! 1 >. Anm. zu [,46. 
209—10. Für den Ausdruck gentü euer - Anm. zu [,197; 
wegen des Reimes b. S. 87. 

214« Die vollkommen zutreffende Erklärung der Verwendung 

des inliuitivs in der direkten Präge auch für genau so j 
Stellen wie die unserige hat Schulz»-. Frgs. S. 131 2 g 
ei ist Fragen einführende Partikel (s. Schulze S. 36); parier und 

je stehen unvermittelt nebeneinander, indem der Kedende sich 
zunächst vergeblich bemüht, eine Verbindung zwischen beiden 
herzustellen. 

215. Für partir, austeilen' , zuteilen' s. Tobler. VB. V, 310—1 
und Ztschr. XXXVI. 86. 

220 — 1. Sinn: Tut es nicht meinetwegen, sondern tut es 
Gottes wegen. — Zu fors «foris) , ausser* kann ein logisch 
nicht begründetes que treten und weiter tant oder seulement, 
oder wie hier tant seulement. Auf die ganze Ausdrucksweise 
sowie auf das Unlogische derselben hat Tobler. VB. EU 2 , 99 hin- 
gewiesen. Die Verbindung tant seulement = , nur begegnet oft 
im Nord- und Südfranzösischen sowie auch in anderen romanischen 
Sprachen. 

228. lere für ier, s. Anm. zu I, 26. 

225. Oroison (ebenso renoisons V. 65, achoison V. 785) er- 
scheint nebst daraus erwachsenem orison (pikardisch) häufig an 
der Seite von regelrechtem oraison « orationem), welche letztere 
Form ich mit Meyer -Lübke, Gramm. II, 5o9 — 40 gegenüber 
Romania XVIII, 551 Anm. als die ursprüngliche ansehe. 

220. Die Erwähnung eines couvent ist befremdend, da 
dieses Wort sich doch nicht mit dem Begriffe einer Einsiedelei 
verträgt; oder bedeutet es hier , Kirche' und steht es also syno- 
nym mit chapele?, s. Du Gange, Gloss. med. et infim. latinit. unter 
conventus 2. 

228. GHrai, s. zu V. 382. 

235 — 7. Es überrascht der Konjunktiv, der sich unter gleichen 
Umständen auch V. 459 und auch sonst nach mar nicht selten 
findet. Man wird von den Fällen auszugehen haben, wo a mal' 
jo?e oder mar mit dem Indikativ steht. Zu dem ersten Gedanken, 
dass etwas vom Uebel ist oder zum Uebel geschehen ist, gesellt 
sich nun ein zweiter, nämlich: möge es doch nicht so sein oder 
wäre es doch nicht geschehen, also hier: zum Uebel wurde die 
Fahrt unternommen, wäre sie doch nicht unternommen worden. 
Beide Vorstellungen verbinden sich zum Ausdruck in einem logisch 
nicht mehr zu zergliedernden Satzgebilde mit a mal/' joie oder 
mar einerseits und dem Konjunktiv andererseits. Ebenfalls aus 
Gedankenmischung, die zu Konstruktionsmischung geführt hat. 
dürften sich Stellen wie ja mar en douterez (Trubert ed. Ulrich 
V. 2Ö20) erklären, während in mar en estuet douter (z. B. in Rev. 
d. lang. rom. 52 S. 27 V. 12959) mar schon geradezu den Sinn von 
nicht' angenommen zu haben scheint. 



— 155 — 

242. II n'i a el ,es gibt da nicht anderes' d. h. nicht anderes 
als folgenden Tatbestand (in den Ihr Euch fügen müsset). 

244. Or beim Imperativ nähert sich nicht selten der Be- 
deutung von unserem ,doch', so hier und V. 395. — Net steht 
für ne le, indem das Pronomen le sich an ein vorangehendes ein- 
silbiges, vokalisch auslautendes Wort anlehnen kann und dabei 
sein e verliert, ebenso jel (V. 416, 419) für je le, s. Tobler, Vb. 4 
S. 36. In V. 919 finden wir das Pronomen les mit je zu jes 
zusammengewachsen. 

246 — 9. Der Sinn ist: ,Eher Hesse ich mir den Hals ab- 
schlagen, als dass ich Euch entwischen Hesse, bis . . .' Eig.: ,Um 
soviel würdet Ihr mich enthaupten können, dass Ihr mir fernerhin 
entschlüpfen würdet (d. h. dass ich Euch entschlüpfen Hesse), um 
irgend etwas, das Ihr tun könntet, bis Ihr mir Euer Leben gesagt 
haben werdet.' — Das erste i in eschapissiez für zu erwartendes 
a erklärt sich wohl aus Analogie Wirkung, vgl. Suchier in Gröber, 
Gr. 1 1,611 (I 2 , 775). — Ueber si (249) = ,bis' nach negativen 
Sätzen (V. 246 — 8 haben negativen Sinn) s. Gaspary in Ztschr. 
II, 95 ff. 

251. Non ferai, ebenso V. 260 und 296 in der Antwort 
(faire ist Verb, vic), s. Perle in Ztschr. II, 2: auch im abhängigen 
Satze ist non beim Verbum möglich, z. B. dist non feroit, s. Diez, 
Gramm/ 1 111,436. 

252. Por tant ,um soviel', nämlich dass Ihr mir derartig 
zusetzet, so dreist in mich dringet. 

258. Quar. Der Umstand, dass der Bitter nicht beichten 
wird, gibt den Grund ab, warum er den Einsiedler töten muss, 
da ihn der letztere doch ohne Beichte nicht wird ziehen lassen 
wollen. 

254. Lessiez m'aler. Es könnte scheinen, dass hier gegen 
die Regel ein unbetontes, vor dem Infinitiv stehendes Fürwort 
auch syntaktisch zu demselben gehöre, da die Elision des e von 
handschriftlichem me aus metrischem Grunde unerlässlich ist, 
allein diese Elision ändert nichts an dem wahren Sachverhalte, 
der folgender ist: Me gehört nicht proklitisch zum folgenden 
Infinitiv, sondern enklitisch zum vorangehenden lessiez, was 
daraus ersichtlich wird, dass andere Wörter zwischen dem un- 
betonten Pronomen und dem Infinitiv auftreten, z. B. courez le 
tost armer, s. Tobler in Ztschr. X, 169 und VB. II 2 , 93. Ein dem 
unserigen ganz paralleles Beispiel ist fai m'öir in den Predigten 
des H. Bernhard ed. A. Schulze § 24, vgl. S. 392. Die Zusammen- 
gehörigkeit von lessiez und me wird auch äusserlich dadurch 
kenntlich, dass beide Wörter nicht selten zusammengeschrieben 
werden und lessiez dabei sein z verliert, so z. B. an unserer SteUe 
in Hs. C laissieme, ebenso Chev. as .11. esp. ed. Förster V. 11396 
(vgl. S. LH). Li regret Guillaume ed. Scheler V. 198, vgl. auch 
latstele Aiol V. 171 u. Anm. In der alten Sprache brauchen nicht 



— L56 — 

die betonten Formen mot und tot hinter dem positiven Lmper 
zu Btehen. 

257 8 stimmen zum grösseren Teile wörtlich aberein mit 
V. 97 B. 

209. Das / in dant hat keine etymologische Berechtigung, 

<iu dominum zugrunde liegt. Der Vokativ lautete hi<*r wie der 

Akkusativ, vgl Beyer in Ztschr. VJI. 431!.; wegen der Akkusativ- 
form prestre b. Amn. zu I, 114. 

200. Ne m'entremetrai. Vielleicht liegt hier anb xolvox 
Anlautes vor, doch erscheint auch soi apercoivre nicht selten ohne 

ein für unser Gefühl unerläßliches cn , s. Colin in Ztschr. f. frz. 
Spr. u. Lit. XXVII 2 , 137 zu Cliges 4882. 

207. M^amenastes vou8. Ein tonloses Pronomen steht in 
der altfrz. Zeit nur dann an der Spitze des Satzes, wenn der 
letztere ein Fragesatz ist, und auch in diesem Falle ist 
Stellung nicht die gewöhnliche, s. Anm. zu V. 93 — 4. 

208. Wörtlich: ,Kahe geht es, dass ich Euch nicht töte*. 

209. En ,von Euch', also auf die zweite Person gehend. 

274. Plus que sirc ,mehr als Gebieter 4 d. h. übermässig 
herrisch. Häufiger trifft man die Wendung in einem anderen 
Sinne an, s. Tobler im Arch. Bd. 85, S. 356. 

278. Que mit Konj. zum Ausdruck des Wunsches kommt 
schon altfrz. häufig im Hauptsatze vor, s. Tobler im Arch. Bd. 91 
S. 108. 

281. Connoistre ist hier faktitiv ,zu erkennen geben', .be- 
kennen'. 

280. Ne garder Veure bedeutet eig. , nicht auf die Stunde 
d. h. nicht auf den bestimmten Zeitpunkt achten' (ein solcher ist 
nicht gegeben), daher , jeden Augenblick des Eintretens eines 
Geschehnisses gewärtig sein', oder auch , jeden Augenblick darauf 
gefasst sein müssen'. Die Wendung begegnet auch noch in dem 
Sinne von ,es sehr eilig haben mit etwas', , es lebhaft wünschen*. 
der erst später erwachsen und von dem häufigen je ne cuit reoir 
Veure bezogen sein wird. Vgl. Walberg, Quelques remarques sur 
l'ancien frangais ne garder Veure que . . . und meine Besprechung 
davon im Archiv Bd. 139. 

287. Sinn: er setzt alles aufs Spiel, er wagt alles. 

290. Der Eremit gestattet sich hier wie späterhin den 
Ausdruck frere, der gleich suer schmeichelnd in vertraulicher 
Anrede gesetzt wird, s. Mätzner, Altfranzösische Lieder S. 
zu V. 1 und vgl. Stowell, Old-French titles of respect in direct 
address, S. 142. Auch neufrz. trifft man noch auf diesen Brauch, 
so sagt Alfred de Musset zu seinem Freunde Tattet: Mais du 
moins faurai pu, frere, quoi qu'il m'arrive, De mon vaehet de 
leuii sceller notre amitte. 



— 157 — 

295. Nul bezieht sich auf pechie in V. 291 zurück. 

297. Si ist geradezu eine Partikel in direkten Fragesätzen, 
die sich, wie der vorliegende, an eine voraufgehende „ den Hörer 
überraschende Aeusserung" anschliessen , s. Schulze, Frgs. S. 51 ; 
ebenso V. 392. Dieses 8i wird im folgenden Verse nach ne « nee) 
wiederholt. 

299. Der Ritter bezeichnet das Bemühen des Einsiedlers, 
ihn zur Beichte zu bewegen, in spöttischer Weise als duel, etwa 
= ,Geklage, Gejammer'. 

300. Que . . . ne steht nicht nur nach verneintem Haupt - 
satze, in welchem Falle der Konjunktiv folgt, sondern es steht 
auch mit dem Indikativ nach bejahendem Hauptsatze; wie hier 
finden wir es auch V. 328, 535, 586. Tobler, VB. II 2 , 128 erklärt 
den von que eingeführten Nebensatz als einen modalen, dessen 
Konjunktion ungefähr besage „unter dem besonderen Verhält- 
nisse, dass". 

302 — 8. Wörtlich; ,Eher werdet Ihr hier bis zur Nacht 
bleiben, als dass ich nicht etwas davon (sc. von Eurem Leben) 
erfahre '. Vgl. V. 507 — 9 und s. Tobler, VB. I 2 , 224. 

305 ff. schliesst sich zwar nicht ganz logisch an das Vorauf- 
gehende an, braucht aber deshalb an dieser Stelle nicht un- 
ursprünglich zu sein; der Sinn des dire in V. 304 ist wohl etwas 
weiter zu fassen: zum Schluss soll von meiner Seite nur noch 
soviel in Worten erfolgen! 

307. Dieu, s. Anm. zu V. 128. 

307 — 8. Es liegt hier, wie in V. 310, die Figur des Hysteron 
Proteron vor. 

312. Das Herz soll nicht länger verstockt sein, eig. es soll 
nicht länger unversehrt sein (von Reue), es soll von der Eeue 
getroffen, gespaltet werden, s. A. Schulze in Ztschr. f. frz. Spr. u. 
Lit. XXXIX' 2 , 174— 5 u. vgl. Eevue des langues romanes XVIII, 126: 
scindite corda vestra et eonvertimini. — Wegen der Form entir 
(neuf rz. entier) s. Schwan -Behrens, Gramm. 9 §50. 

313. Hermites mit sekundärem s findet sich auch V. 753 im 
B-eime ; die ursprüngliche Form ermite « eremita) steht V. 698. 
wo sie gleichfalls (durch das Metrum) gesichert ist. 

314. Dites ist der Form nach Indikativ, fungiert aber 
hier als Konjunktiv; ebenso fetes in V. 482 und 780, s. Tobler 
VB. I 2 , 29. 

316. Tendant, Gerundium, eig. , spannend', hier übertragen 
, scharf. 

323. Maugre lor nes weist A. Schulze aus dem Auberi nach, 
s. Tobler, Mitteilungen aus altfrz. Handschriften I, 265. 

325 — (>. Commencier mit dem Akkus, dessen, was mau 
einzeln aufzuzählen anfängt, ist etwas kühn, doch vgl. Levy. 
Prov. Supplementwörterbuch I, 295 b. 



— 1 58 — 

828. Que, s. Anm. zu V. ; 

881« ConteZy s. zu J, 77; BCD haben conte. 

:j:>ii. Der Ausdruck /v'/w/.s p wiederhergestellt 1 wird hier in 
hüiiniscii übertreibender Weise gebraucht. 

:>:{:;. Encressiei ist Part, von encressier (= 
nenfrz. engraisser (vgl. crcw [218] <crasstm), also: ,wi 
Ihr nun davon fett geworden?' Que ist Lnterrogatn 
und nähert sich dem Sinne von , in wiefern 1 ? 

334. Je cuit, eingeschoben wie in V. 505. 

337. ,Was wird nun mit Bezug darauf Bein? 1 d. h. welche 
Folgen werden daraus erwachsen? Der Fragende verlangt keine 
Antwort zu hören, da er an keine Folgen denkt, sondern er 
stellt gleich eine neue Frage, zu deren Beantwortung er freilich 
ebensowenig dem Eremiten Zeit lässt, da er, im Grunde genommen, 
ihre Bejahung von seiten des letzteren für selbstverständlich 
ansieht. 

388« Lerez i=lmrez) gehört zu einem Infin. laier } welcher 
gleichbedeutend mit lauster, aber anderer Herkunft ist; die Form 
müsste eigentlich laierez lauten, doch ist ans a entstände« vor- 
toniges e vor r auch sonst verloren gegangen, z. B. im Futur 
und Kondit. von doner {donriez 357), s. Schwan-Behrens, Gramm. 8 
§ 267 Anm. und § 361. 

8H« D'ueil que je aie. Hs. A schreibt mit dem bestimmten 
Artikel deVueil, und freilich findet man denselben bei dem Singular 
ueil oft genug, z. B. Lais der Marie de France- ed. Warnke S. 149 
V. 90, M.-E., Rec. 111,277, Wilhelmsleben ed. Förster V. 2793 
(a l'oel), aber schwerlich, wenn ein Relativsatz mit einem Verb 
im Konjunktiv folgt. Darum muss man den anderen Hss. folgen. 
Ebeling hat schon Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 36 prov. d 
que aja verglichen. Ich füge hinzu Monmerque et Michel, Theätre 
franc. S. 394 : ne puis de mesaise plus estre Sur pte que j'ci'/e, 
vgl. auch At de Mons ed. Bernhardt S. 24 V. 906: tot ecu/t pot 
d'uelh vezer und Amadas et Ydoine ed. Hippeau V. 5S1 : que d'uel 
ne voit ne n'oit d'orelle. 

349. Mes que, s. Anm. zu V. 186. — llepentance , innere 
Reue' wird später noch öfter der penüance , äussere Busse' 
gegenübergestellt. 

351. Auques heisst hier wie öfters ,sehr', s. Ebeling in 
Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV, 36 und meine Anmerkung zur 
Vengeance Alixandre des Jehan le Nevelon 1246. Vgl. mhd. ein 
teil = ,sehr. 

352. Bien ist ironisch gemeint. 

354. Dehez (= dehaiz) ist Akkus. Plur. zu dehait , Leid \ also : 
,alle Arten von Leid möge haben wer . . .' Die Verwünschung hat 
in ihrem ersten Teile den Sinn einer kräftigen Beteuerung: ich 
will damit beileibe nichts zu tun haben. 



— 159 — 

355. Beispiele aus der alten Zeit für das Vorkommen des 
vorliegenden le, das, neutral und prädikativ, auf ein Substantiv 
oder Adjektiv zurückweist, bietet Tobler, VB. P, 106. 

857. Donriez, s. Anm. zu V. 338. 

358. Ueber tele (vgl. quele 998, forte 632) s. Anm. zu I, 319. 

362. Dusque dient hier zur ungefähren Zahlenangabe, s. 
Alfred Schulze in Ztschr. XXIX, 489 — 90. 

369. Langes sind wollene Kleidungsstücke, die der Büssende 
auf blossem Leibe zu tragen hatte, s. Anm. zu Aiol V. 8029. 

874. Pesme, der Form nach organischer Superlativ « Pessi- 
mum), hat in der alten Sprache nicht mehr Superlativen Sinn; 
dasselbe gilt von den Superlativen auf -isme, z. B. hautisme (306) 
= ,sehr hoch', saintisme (692) = ,sehr heilig'. — Wegen novele 
s. Anm. zu I, 11. 

875. Dieser Vers erinnert an die Worte, mit denen der 
Fuchs nach seiner Beichte (s. Anm. zu V. 130—1) die vom Weih 
vorgeschlagene Busse als für ihn zu schwer zurückweist: Et je 
comment i entreroie (sc. in eine Abtei) — Qui nid mal soffrir 
ne porroie? (ed. Martin I, 253). 

877. Outre mer, s. Anm. zu I, 252. 

379. Oiseuse trifft man sehr häufig in der Funktion eines 
Substantivs, obwohl ein Adjektiv (otiosa vermutlich Femininum 
und nicht Neutr. Plur.) zugrunde liegt. 

380. Zu pereitteuse s. Einleitung S. 85 und vgl. Meyer-Lübke. 
Gramm. I § 34. 

381. Mit Saint Jame ist der berühmte Wallfahrtsort Santiago 
in Spanien gemeint. Jame steht für Jacme, Jaqueme, das aus 
Jacobam mit Wandel von b zu m erwuchs, vgl. ital. Giacomo; 
daneben bestand altfrz. Jaque (Nom. Jaques) mit Auswerf ung des 
b, daher neufrz. Jacques (mit latinisierendem c). 

382. Je n'irai point ,ich werde nicht dorthin gehen'. Ein 
i wird hier wie in neufrz. j'irai unterdrückt, s. weitere Beispiele 
hier V. 228 und bei Monmerque et Michel, Theätre frang. au moyen 
äge S. 605, 617 ; vielleicht ist das anlautende i von irai die Ursache, 
doch begegnet auch, worauf ich gegenüber Stimming in Ztschr. 
XXXIX, 664 besonders hinweise, je vois ,ich gehe dahin' I.e. 
S. 617. 627 neben g'i vois S. 605, während neufrz. nur fy vais. 

384. Le Dieu mestier ,den Gottesdienst' = le mestier Dieu. 
Der Kasus obliquus von Substantiven, die Personen bezeichnen 
und als possessive Genitive fungieren, kann zwischen den Artikel 
des regierenden Substantivs und dieses selbst treten, s. Tobler, 
VB. I 2 , 69. 

885. Genillons, s. Anm. zu V. 7. 

386. Die ausgeschriebene Ziffer würde deus lauten, welches 
die Form des Femin. ist. 

387. Patrenostre ist weiblichen Geschlechtes, wie auch 
andere Stellen zeigen, z.B. Baud. de Conde S.203 V. 162; Watri- 
quet S. 307 V. 337, s. Näheres bei A. Stark, Syntaktische 



— 1 60 - 

Untersuchungen . . ., Dias. Berlin 1903 S. 14: dai neufrz. familiäre 
patendtre f. erscheint als Portsetzung davon. - Saht. 
der englische Grusa gemeint, das Ave Murin (Lukas 1,28), das 
als Laiengebet neben dem Vaterunser schon im 12. Jahrhundert 
sanktioniert wurde. Solu m. ist Verbalsubstantiv von sdhter 
,grüssen', während das (weibliche) salu der folgenden Zeile von 
item kommt und .Heil' bedeutet; neufrz. salut heisst beides 
und ist Maskulinum. 

890« Vis gilt als eine pikardisch- wallonische Form, die aus 
f analogischem 8, das zunächst zu c& wurde, erwacl 

896» Siferez ,doch'! Der Eremit beantwortet die von ihm 
an den Ritter gestellte Frage selber, und zwar entgegen der von 
seiten des Gefragten zu erwartenden Verneinung mit einer 
kräftigen Bejahung. — Wiewohl si .wenir hie und da in alt- 
französischen Texten begegnet, so kann doch hier das st von 
Hs. A ein Schreibfehler sein, hervorgerufen durch das kurz vorauf- 
gehende st; ich habe es besonders aus einem pädagogischen Grunde 
nicht im Texte belassen, damit nämlich die bekannte Neigung 
der Studierenden, altfrz. si «sie) mit ,wenn' zu übersetzen, 
nicht noch neue Nahrung erhalte. 

$95. Or me fetes. Ueber Stellung des Pronomens beim 
hnperativ (ebenso V. 399) s. Anm. zu I, 8. 

3W>. Man sagte nicht nur por IJiru amor oder por Vamor 
Wich, (de Dien), sondern auch wie hier por amor Dieu, indem 
por amor des Artikels auch dann nicht bedarf, wenn Dieu nach- 
folgt, s. Tobler, VB. I 8 , 70. 

397« Bariseiet. An barisei, das schon Deminutiv von baril 
ist und auf ein *barüicellum zurückgeht (wegen Schwund des / 
s. Anm. zu I, 14 und Suchier, Altfrz. Gramm. § 62) trat noch 
einmal ein Deminutivsuftix (-et) an, so dass wir eine doppelte 
Deminutivbildung (wie bei ruisselet der folgenden Zeile) erhalten ; 
zu beachten ist das tönende s für zu erwartendes c. 

402 — 3. ,Frei und unbehelligt werdet Ihr sein mit Bezug 
auf die Sünden und auf (weitere) Busse/ Wie V. 405 zeigt, 
meint der Eremit nicht, dass der Eitter damit etwa seine Sünden 
getilgt haben würde. — Für deporter auc. ,jem. schonen* s. 
Ebeling, Aub. zu V. 60 (S. 68). 

404. Avoir doutance bedeutet hier .Grund zur Furcht 
haben'; die gleiche Bedeutung kann auch avoir peor, a> 
garde haben, s. Tobler in Ztschr. II, 151, X, 163 und zu Prov. au 
vilain 64, 5. 

400. A moi. Für das Lautliche bei moi<Cmodnm s. 
Ztschr. XXXV, 735 — 6. Was den Sinn betrifft, so kehre ich mit 
Alfred Schulze (Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXXIX' 2 , 176) zu meiner 
in der 1. Auflage gegebenen Deutung , nach Mass' zurück und fasse 
den ganzen Satz als ironisch auf. ohne dass ich die Notwendigkeit 
anerkenne, in ihm. wie Schulze will, einen ironischen Fragesatz 
zu erblicken. 



— 161 — 

412. Or ca , nun hierher ! ' d. h. , her mit dem Fässlein ! ' — 
II me haue im Sinne von ,es beliebt mir' ,es ist mir recht' 
begegnet oft; der Kitter ist damit einverstanden, weil er auf 
diese Weise den Einsiedler bequem los zu werden hofft. 

414. Ausi com lui ne chaille. Lui kann wie die anderen 
Obliqui Personen bezeichnender Pronomina auch ohne a im Sinne 
eines Dativs stehen. Auch die betonten Pronominalformen können 
vor dem Verbum stehen, sind aber in dieser Stellung nicht pro- 
klitisch, wie sich dies dann zeigt, wenn das proklitische ne hinzu- 
kommt, s. Tobler in Ztschr. II, 149. Ungewöhnlich ist nach ausi 
com das Präsens (Konj.) statt des Imperfekts (Konj.); vielleicht 
konnte, wie A. Schulze bemerkt, ein gewissermassen erstarrtes 
chaille, das häufig für chaut eintrat (s. Tobler im Sitzungsbericht 
der Berliner Akademie 1902 S. 99 f.) auch für chaloit, denn auch 
der Indikativ wäre möglich, eintreten. 

419. Wegen des e in baille s. Anm. zu I, 85 und Schwan- 
Behrens, Gramm. 9 §352. 

427. Et si, s. Anm. zu I, 162. 

429. Qu'il Vau estoupe. II geht auf den Eremiten, wiewohl 
derselbe in einer Anzahl voraufgehender Verse nicht genannt ist. 

434. Por emplir. Ein Objektspronomen kommt beim Infinitiv 
im Altfranzösischen häufig nicht zum Ausdruck , s. Tobler VB. 
V, 406, vgl. Friedwagner zur Vengeance Kaguidel 289. 

435. Ainz . . . ne begegnet im Sinne von ainc . . . ne 
, immer' an mehreren Stellen unserer Dichtung und auch in 
anderen Texten. Zur Erklärung wird man von solchen Stellen 
auszugehen haben wie Ains de mes ex si bon cheval ne vi (Bartsch 
et Horning Sp. 141 V. 3), wo die ursprüngliche Bedeutung von 
ainz , früher', , zuvor' noch etwas fühlbar ist. — Goute n'en i 
entra. Man könnte glauben, dass hier wie V. 437, 441, 447, 478 
die vor Vokalen gebräuchliche Nebenform zu ne : neu vorläge 
(Diez, Gramm. 4 111,438 Anm.), indem ja eine Stoffbezeichnung 
nicht ausdrücklich vorher genannt ist, allein .Wasser' ist doch 
leicht aus dem vorangehenden fontaine zu entnehmen, und zudem 
spricht V. 451 deutlich für n'en. En steht altfrz., abweichend 
vom neufrz. Gebrauche, vor i. 

436. Ce qae sera. Das Subjekt ce steht hier vor dem Frage- 
wort; darüber, wie man sich diese in direkter Frage nicht selten 
begegnende Stellung zu erklären habe s. Tobler, VB I 2 , 67. 

437. Grains dient hier als Massbestimmung , soviel Wasser 
wie ein Korn gross ist', ebenso V. 478 u. 627. 

439. De rechiefj neufrz. zusammengezogen zu derechef. 

446. S'afiche et jure. Aus dem Umstände, dass soi afichier 
mehr denn einmal als synonym zu jurer auf tritt, folgt noch nicht 
mit Notwendigkeit ein Gleiches für unsere Stelle, denn soi afichier 
heisst auch ,sich fest hinstellen' (nicht nur in den Steigbügeln), 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungen. H 



— L62 — 

i. B. Tobler, MitteiL ans altfrz. Bandschriften S. [94 V. 27: // 

pa««ö avant, durement tfaficha (Föuquere ist zu Fnss; die stelle 
fehlt bei Tobler, W.), also hier , sich ergrimmt, trotzig hinstellen', 
and .////vv kann auch , fluchen' bedeuten, s. Var. zn V. 428 und 
vgl. Etavnouard, Lex. rom. III, 602. An dieser Auffassung halte 
ich vorläufig noch fest. Die andere (,er beteuert und schwört') 
Lässl sich ebenfalls vertreten, nur erscheint dann das folgend« 
disi als recht schwach. 

451« Que in c'onques hängt von temt ab; der Konjunktiv 
steht, da der Inhalt des Satzes nur etwas Vorgestelltes ist. — 
Lerme ist vermutlich aus lairme < lacrimam entstanden, vgl. 
Förster, (Jlig. S. LIX; hier bezeichnet es , soviel Nass als eine 
Träne enthält'. 

452. Ernte , Seele' seltenere, doch ziemlich früh auftretende 
Form neben arme, das einerseits aus arme < ammam ent- 
standen ist. 

455. 5/ = , bis', s. Anm. zu V. 246 — 9. 

456. Apeler auc. bedeutet hier wie auch später ,jem. an- 
rufen' (um ihm etwas zu sagen). Man hat sich vorzustellen, 

der Ritter im Voraufgehenden zu dem Einsiedler und zu seinen 
Begleitern zusammen gesprochen hat ; nun wendet er sich an den 
letzteren im besonderen. Die Lesart von BCD für V. 444 — 7 
ist freilich viel deutlicher. — Nur an dieser Stelle wird der 
Eremit rendu , Gottgeweihter' genannt. 

457. Trepeü, Verbalsubst. von trepeiMer .unruhig sein', s. 
Diez, EW. 4 691. 

45S. Deable de bareil, ebenso V. 502. Ueber Verbindungen 
dieser Art s. Tobler, VB I*, 135 f. Zu bareil vgl. Einleitung S. 85. 
459. S. Anm. zu V. 235 — 7. 

466. In s'erent ist ein e apostrophiert, indem das ,bis' be- 
deutende sl gleichfalls die Nebenform se hat. Die Lesart von 
BCD scheint den Vorzug zu verdienen, allein es bleibt noch zu 
untersuchen , ob nicht covent auch dann im Plural gebraucht wird, 
wenn es sich nur um ein Gelöbnis handelt, vgl. Erec G276, 
Raynouard, Lex. rom. I, 99 b unten und Bev. d. lang. rom. XVIII, 25 
Z. 36; im Jaufre (Lex. rom. I, 131 b unten) liegt dieser Fall 
sicher vor. 

470. Viancle bedeutet in der alten Sprache seiner Herkunft 
gemäss nur , Lebensmittel' ; gemeint ist hier: Brot oder andere 
Lebensmittel. 

476. Ademetre, das in der hier verlangten Bedeutung .hinab- 
lassen', ,hinabsenken' bei Godefroy fehlt, belegt nunmehr Tobler, 
W. mit dieser Stelle und zwei anderen. Es begegnet ferner so 
noch im Folque de Candie ed. Schulz-Gora II Anlage III b V. 2357. 

482. Fetes, s. Anm. zu V. 314. 

490. , Nicht um des Guten willen oder einem anderen zu 
Gefallen'. 



— 163 — 

488. Par fme arramw. Arramie lässt sich schwer mit 
einem genau entsprechenden Substantiv wiedergeben; Ver- 
sprechen' wäre zu schwach und , Erpichtheit' zu stark. Der 
Sinn ist: ich tue es ausschliesslich, weil ich es einmal gesagt 
habe (s. V. 461 ff.). Die hier vorliegende Bedeutung des alten 
Rechtsausdruckes (s. Behrens in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit XV 2 , 195) 
dürfte der ursprünglichen näher stehen als der späteren , Un- 
gestüm', , Leidenschaftlichkeit'. 

495. ,Wenn Ihr mich reden hört'. 

496. Escole , Unterweisung', , Auskunft'; diese Bedeutung 
ist bei Godefroy nicht angegeben. — Wegen en s. zu V. 809. 

500. lere. Die 1. Sg. statt der 3. infolge von Attraktion 
an das Subjekt des Hauptsatzes. Aehnlich Chev. au lion V. 358—9: 
Je sui, ce voiz, uns Chevaliers Qui quier ce que trover ne pnis. 
Vgl. neufrz. vioi qui Tai dit und Tobler, VB. I 2 , 191 Anm. 

503. Arde. Das Verb steht im Singular trotz zweier Sub- 
jekte im Singular, weil die beiden letzteren fast gleichbedeutend 
sind und als einziges Subjekt angesehen werden. 

51*1. Audirevoir. Voir, urspr. Adjektiv, heisst , Wahrheit ' 
und hängt von dem substantivierten Infin. dire ab, dessen Artikel 
in au steckt. 

514. Nes « ne ipsum) , nicht einmal'. Vom Gebrauche 
in negativen Sätzen wird es zu dem in positiven gekommen sein. 
wo es den Sinn von , sogar' angenommen hat, wie V. 86 (wis); 
wie man sich diesen Uebergang des Näheren zu denken hat, 
wird treffend von Ebeling in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 41 
ausgeführt. 

515. Preist, s. Anm. zu V. 25. 
518. Que . . ., s. Anm. zu V. 300. 

522. Par estrange main. Gemeint ist, dass der Ritter unter 
fremden Leuten keine sanfte Behandlung erfahren wird. Wegen 
ähnlicher Beispiele übertragener Verwendung von main (im Plural) 
s. Ebeling in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXV 2 , 42. 

528. De ses delis könnte heissen ,von seinen früheren Ver- 
gnügungen', aber wahrscheinlicher bedeutet es ,von dem, was 
ihn ergötzt', s. Ebeling zu Auberee 185. 

526. Poverte, neben povrete « paupertatem) stehend, ist 
aus einem pauperta gewonnen, wie tempeste aus tempesta u. a. — 
Sa voisine ist bildlicher Ausdruck; gemeint ist, dass er mit der 
Armut genaue Bekanntschaft machen wird. Weitere Beispiele 
für diese Verwendung von voisin bringt R. Berger, Canchons und 
Partures von Adan de le Haie S. 413 zu XXVI Str. VI V. 1; 
s. ausserdem Einleitung S. 84 — 5. 

530. I weist hier pleonastisch zurück. 

532. Esprendre, von Personen gesagt, findet sich oft in vor- 
liegendem Sinne, der sich zum neufrz. etre epris de und sfeprendre 
de hin^yspezialisiert hat 

11* 



— 1 64 — 

588« Sa grcmt vre ist Nomin.; ebenso gr<mi in V. 843 and 
866. Das ursprüngliche ist grane, aber irie auch die weiblichen 
Substantivs chars and dolor* in 7.370, 563, 843 kein g mehr 
im Xoinin. aufweisen, so ist auch bei den Adjektiven schon 
Schwanken eingetreten, vgl. Anm. zu I, 39. 

586. L'en, s. S. 31 Anm. 1. 

537. Für miwe s. Näheres bei Ebeling in Ztschr. f. frz. Spr. 
u. Lit. XXV y , 43 und besonders F. Semrau, Würfel und Würfel- 
spiel im alten Frankreich (Beihefte zur Ztschr. n° XXIII. 1910) 
S. 50 ff. u. 114 f.; metre tout en la mine dürfte hier den Sinn haben 
,es auf's Aeusserste ankommen lassen'. 

543. Cincheuse gehört zu cince , Lappen. Lumpen', s. G. Paris, 
Vie de Saint -Alexis S. 183 zu 29 d und Ztschr. XXII, 83. 

549. Ueber noir und iaint von der Gesichtsfarbe s. Mätzner. 
Altfrz. Lieder S. 164, vgl. Anm. zu I. 159; dieselbe Verbindung 
kehrt wieder V. 648 u. 068. 

551. Der Vers begegnete schon fast gleichlautend 530, vgl. 
S. 80. So ist auch in CD der V. 560 eine Wiederholung von 
528 (s. Varianten). 

557. Zu esciüie, wie cerchie (621) s. S. 29. — Alec .dahin- 
geschwunden'. 

558. Trespasse a. Das Partizipium ist vorangestellt, da 
die alte Sprache es durchaus vermied, einen Aussagesatz mit 
Formen von avoir und estre beginnen zu lassen. 

561. Ces sauvencines. Das Demonstrativum erscheint hier 
wie auch sonst im Sinne des blossen Artikels verwendet, s. Diez. 
Gramm.' III, 79. Sauvecine steht für sauvacine, das eine Weiter- 
bildung von sauvage « silvaticiun) oder vielmehr sauvache ist: 
über c für eh s. S. 85. Die Bedeutung , Wildnis', welche hier 
durch den Zusammenhang gefordert wird, begegnet neben der 
häufigen ,wilde Tiere ', wie es scheint, nur recht selten, s. Gode- 
froy VII, 332 c. 

563. Desroate (route < ruptam) ist ein ziemlich eigenartiger 
Ausdruck um stark verletztes Fleisch des menschlichen Körpers 
zu bezeichnen, findet sich jedoch auch sonst, wiewohl Godefroy 
kein Beispiel dafür bietet, z. B. RuP. I, 60 Z. 26: noch auffallender 
ist rompre les cheveus, s. Auber. zu V. 611. 

564. Sans. Vor dem flexivischen s ist gemäss lautgesetz- 
licher Entwicklung g (+ w) geschwunden, ebenso g in Ions (651); 
in chans (579) ist ein p gefallen, in ners (665) und vis (716) ein 
v, in chiez (463) ein f (capum > chief). 

568. Gemeint ist, dass er Schmähungen und böse Reden 
zu hören bekommt. 

572. Crueus für älteres cruds, das von *crudalis mit Suffix- 
vertauschung für criuMis kommt, s. Cohn, Suffixwandel S. 60 ff. 



— 165 — 

575. Halle steht für haue, neufrz. häle ,von der Sonne ver- 
brannt' und gehört zum Substantiv altfrz. hasle (harle), neufrz. 
häle. Für die Etymologie s. Meyer-Lübke in Ztschr. XIX, 95. 

576. Estrumele gehört zu trumel, das den unteren Teil des 
Beines und ausserdem die Bekleidung dieses Teiles bezeichnet, 
s. u. a. G. Paris in Komania X, 591 und zuletzt Förster in 
Ztschr. XXXIV, 91 sowie Schultz-Gora eb. S. 375 ff. 

587. Das Reflexivpronomen ist beim Gerundium esmer- 
veillant fortgeblieben, desgleichen bei repentant der folgenden 
Zeile, s. Anm. zu II, 198. 

590. Qoi (gewöhnlich quoi) wird in der alten Sprache auch 
auf Substantiva bezogen, ebenso V. 796, s. A. zu I, 220. 

502. Esiuet (Fut. estovra) hat den Dativ oder Akkus, der 
Person bei sich, wenn ein Infinitiv folgt; hier liegt der Akkus, 
vor, und diese Konstruktion finden wir auch V. 672. 

594. S. Einleitung S. 84. 

598. Wegen des folgenden Verses würde man eher cors 
.Körper' als cuers , Herz' erwarten, doch findet sich auch sonst 
destroit vom Herzen gesagt, z. B. Bartsch et Horning Sp. 335 
V. 15, und es scheint die Anschauung zugrunde zu liegen , dass 
bei körperlichen Leiden das Herz als Hauptorgan der Lebens- 
tätigkeit in erster Linie betroffen wurde. 

601. Du pain. Der Teilungsartikel begegnet gerade bei 
diesem Worte verhältnismässig oft, vgl. Anm. zu I, 31. 

605. Unter France ist die Ile de France verstanden, welche 
im Mittelalter oft unter der blossen Bezeichnung France anderen 
Provinzen Nordfrankreichs gegenübergestellt wird. 

607. Moriane ist das dalmatinische Küstenland, das alte 
Herzogtum Meran (s. Hertz, Spielmannsbuch S. 352), also nicht 
zu verwechseln mit dem savoyischen Alpentale Moriane, das 
in der epischen Dichtung zuerst im Eolandsliede (V. 2318) be- 
gegnet und von Maurigennam kommt. 

608. Puille aus Apuliam mit Aphärese des anlautenden 
Vokals entstanden, wie Guienne aus Aquitaniam. 

609. Momente, prov. Bomania bedeutet gewöhnlich das 
byzantinische Reich, s. G. Paris in Komania I, 41 f. ; da aber trotz- 
dem V. 616—8 in gewisser Weise Barletta und der Aermelkanal 
als Grenzen der Wanderung bezeichnet werden, so ist es möglich, 
dass die Romagna gemeint sei, denn auch für diese begegnet 
zuweilen der Ausdruck Romenie, z. B im Coronement Loöis 
V. 284. 

611. Loheraine ist in der alten Sprache viersilbig, da anch 
das erste e auf ein a zurückgeht. Als später (14. und 15. Jahr- 
hundert) das nach lautem Vokal stehende e in Löeraine fiel, 
wurde es richtig Loraine geschrieben, z. B. Arch. Bd. 43 S. 293, 
388 (die Rubriken stammen aus späterer Zeit als die Niederschrift 



— 166 — 

der Lieder), bo dass '1"; in neufrz. Lorraine keine etymo- 

logische Berechtigung hat — Ausai. 80 oder Aussät Lai 
dal Elsas« im Altfranzösischen: M.-K., Fahl. [,229 \'. ! ; Barhazan- 
.Mt'«»n l. 153, L56; Berte aa grans piea ed. Scheler \'. 1191; Mtous 
ed. Eleiffenher« V. 11405, 17985; Melusine cd. Michel V 707; 

Floovant ed. Sfichelant u. Guessard a) und 20, Bom.de 

Öalerenl ed. Boucherie 7.4197 vl an a. 0. Es liegt also nicht 
Alsatia zugrunde, aher auch Alsatium hätte nur .1 />■//.: oder 
Aisais {Aisais, Ausais) mit stammhaftem Sibilanten ergeben 
kOnnen; lautlich befriedigen würde für A<i±<t ; nur ein Alsacvm 
oder ein *Ateagtum. Neufrz. Alsace ist gelehrt. 

612. Met son euer a essai , er stellt sein Herz auf die 
Truhe', ein auch insofern bemerkenswerter Ausdruck, als er nur 
aus dem Sinne des Erzählenden heraus verständlich ist ; denn 
der Unbussfertige taucht ja nicht in der Absicht <!■ sslein 

überall ein, um daran, je nachdem es sich füllt oder nicht füllt, 
zu erkennen, ob sein Herz wahre Reue empfinde oder nicht, 
sondern doch nur deshalb, weil er durchaus erreichen will, 
er sich trotzigen Sinnes vorgenommen hat. 

014. Trestoute jor. Da jor männlich ist, so erklärt sich 
trestoide jor wohl durch Anlehnung an tote di oder tut<' n 

617. ,Dass zwischen der englischen See hier, welche . . .*. 
Die Bezeichnung mer d'Engletere findet man auch im Rom. de 
Renart ed. Martin 1,414 V. 862: je passai la mer d'Englett 

im Ipomedon ed. Kölbing und Koschwitz V. 1643: tut dekfa 
mer d'Engleterre und im Bauduin de Sebourc (ed. Bocca) 11,45: 
la grant mer d'Engleterre ont tonte trespassee. Wir sehen den 
Genitiv von seinem Regens durch ein Wort (ea) getrennt, es 
liegt also Hyperbaton vor, eine prov. und altfrz. nicht selten 
begegnende Erscheinung, s. Stimming zu Bertran de Born 1 42 
Appel, Prov. inedita S. XXVII, Schultz -Gora in Ztschr. XIV, 476 
und zu den Briefen Rambaut's de Vaqueiras I, 78, Tobler, VB. 
II-, 34 ff., Ebeling, zu Auber. 263. Etwas umfangreichere Ver- 
schränkung von Iledegliedern treffen wir in unserem Texte bei 
V. 755, wo par son plaisir aus dem Objektsatze, in den es ge- 
hört, herausgenommen, und bei V. 783, wo par vo pitance in den 
Objektssatz, in den es nicht gehört, hineingestellt ist. 

618. Cest päis geht auf Engleterre zurück. 

619. Barletj das heutige Barletta am Adriatischen Meere, in 
vorliegender Form auch im Ipomedon ed. Kölbing und Koschwitz 
V. 1686, 2594, 7212, im Sone de Nausay ed. Goldschmidt S. 512 
(viermal), im Gille de Chin ed. Reiffenberg V. 2059 (Bauet), im 
Hunbaut ed. Breuer V. 1271, sowie in einigen Handschriften von 
Bodel's Congies (Romania IX, 242 V. 428 Var.), hier neben Barlete, 
vgl. auch Ztschr. XXIV, 165. — Der Ausdruck seoir sor mer von 
Orten, die am Meere liegen, ist sehr gebräuchlich, vgl. Dante, 
Inf. V. 97 f.: Siede la terra dove uaia fui Su Ja marina\ zu sor 
vgl. V. 5 (sor la mer) und neufrz. Boulogne-sur-Mer. 



— 167 — 

(»21. Fuster , durchstöbern ' wird in dieser Bedeutung von 
Godefroy erst aus dem 14. Jahrh. belegt. 

(»23. Lai ist regelrecht aus lacum entstanden , während 
neufrz. lac gelehrt ist. 

624. Enferme. Man könnte daran denken, enferme mit 
gesundheitsschädlich' zu glossieren (vgl. Arch. 102 S. 177), da 
das Wort, auch vom Wasser gesagt, diese Bedeutung nach- 
weislich gehabt hat, so Julian ed. Tobler, V. 4109 (Arch. 102 
S. 159) und an zwei Belegstellen bei Godefroy, aber an zweien 
dieser Stellen findet sich boire dabei, oder ein Dativ der Person, 
und dann kommt es doch hier dem Dichter nicht darauf an, auf 
die Zuträglichkeit oder Unzuträglichkeit des Wassers hinzuweisen, 
da der Ritter nicht davon trinkt, sondern auf die Art, in welcher 
es auftritt, als stehend d. i. gleichsam krank, und fliessend d. i. 
gleichsam gesund. Diese Uebertragung erscheint ausserdem als 
Vorstufe zu der in , gesundheitsschädlich' liegenden unentbehrlich. 

628. Sinn: weder um einer grösseren noch um einer ge- 
ringeren Anstrengung willen. 

683. Es ist eigentümlich, dass der Dichter das Folgende 
als neues Moment hinstellt, da es doch im wesentlichen V. 568, 
571 ff. gesagt war (vgl. S. 80), und dass als wunderbar bezeichnet 
wird, was doch ziemlich natürlich war, nämlich dass die Leute 
den Wanderer nicht gerne sahen. 

634. Quar kann man, je nachdem man es als die Anwendung 
des Ausdruckes merveille begründend oder als den Inhalt des- 
selben näher angebend ansieht, als quar , denn' (dann Komma 
nach avinü) oder als dasjenige quar auffassen, welches für que 
stehend dem Altprovenzalischen ganz geläufig ist und auch im 
Kordfranzösischen in Subjektsätzen (Reimpredigt ed. Suchier 
St. 4 V. 6) und in Objektsätzen begegnet (s. Tobler in Ztschr. 
f. vergl. Sprachf. N. F. 111,416, Scheler zum Bastart de Bouillon 
V. 289, Ebeling zu Auber. V. 422, Ztschr. VIII, 27 St. 3) und 
hier ebenso wie que in V. 1000 einen folgenden Sachverhalt ein- 
leiten würde. 

637. Aus? que tout ,fast alle'. Que ist pikardisch für com. 
wie V. 868, s. Ztschr. XXXV, 733. Für die Bedeutung von ausi 
que siehe ebenda und füge zu den dort gegebenen Belegen die 
Altfrz. Prosaübersetzung von Brendan's Meerfahrt ed. Wahluud 
S. 5 Z. 25, S. 15 Z. 31— 2, S. 49 Z. 13 und Guiarts Reimchronik 
ed. Buchon II , 5373 und 12243. — Häissent. Inchoativformen 
von häir sind in der alten Zeit noch selten, s. Risop, Studien 
zur Geschichte d. frz. Konj. auf -ir S. 96 und vgl. Arch. 109 
S. 194 Anm. 3. 

648. Noirs — tains, s. Anm. zu V. 549. 

«)50. Qui tant veu l'eust, d. h. der ihn (früher) noch soviel 
gesehen und ihn daher gut gekannt hätte. 

651. Les cheveus /. et h. ist absoluter Akkus.; dasselbe sind 
die Substantiva in V. 658 — 60, 663 — 4. 



— 168 — 

668t Für loquier s. zuletzt Förster, i 'liges Anm. zu V. 1 ir25. 
(*>J. A'o/r geht nur auf le front ei le visage^ jedes einzeln 

genommen; mich dem Sinne nach konnte canes ,weisse Haare' 
nicht dahin gehören. Uebrigens ist noir nicht gerade als , pech- 
schwarz' zu lassen, sondern als ,bräonlich8chw&rz', denn couane 
bedeutet , Schwarte', , Speckseite', prov. codena, ital. cotenna 
neufrz. couenne, Couane begegnet als coawne — diesen Beleg 
verdanke ich Tobler — bei Barbazan-Meon I, 260 V. 5-17; einen 
weiteren (handschriftlichen) Beleg gibt Godefroy im Oomplement 
unter couenne. 

(>.">(>. Jusqu'a Cos. Os steht hier wohl prägnant, indem das 
Schlüsselbein gemeint sein dürfte. 

657« Peius , behaart', neufrz. poüu nicht zu verwechseln 
mit pele ,kahl'. Es ist wohl gemeint, dass, da der Hunger die 
Haut hat einschrumpfen lassen, die darauf befindlichen Haare 
stark hervortreten, so dass er ganz behaart erscheint, vgl. Moniage 
Guillaume ed. Cloetta V. 3580— 1: Li quens estoit maigres et des- 
carnes, Tous ert peius, les iex ot eyifosses und Gautier de (Joinsy. 
Miracles ed. Poquet S. 429 V. 27: Toute pellte estoit de fam. 

(>5S. Ich habe die Lesart von Hs. A les iex ot grunz sortis 
velas deshalb verworfen, weil ich den selteneren Ausdruck les 
iex repus ,die Augen tief in den Höhlen liegend' für den ur- 
sprünglicheren halte. 

659« Der Vers hat hier keine glückliche Stelle, allein der 
Dichter wollte eben sagen, dass die Rippen des Abgemagerten 
zu sehen waren, und dazu schien es ihm nötig, die Bemerkung 
voranzuschicken, dass dessen Seiten entblösst waren. 

(>(>S. Wegen der Akkusativformen s. S. 82 — 3. 
670. Foible, das schon V. 199 begegnete (neufrz. faible), 
ist unter Konsonantendissimilation aus flebilem erwachsen. 

(>72. Wegen der Konstruktion von estuet s. Anm. zu V. 592. 

678. Li siens cors, s. Anm. zu 1,14. Siens steht in An- 
lehnung an miens für ursprüngliches suens, ebenso tiens in V. 895 
für tuens. 

081. Puet. Pooir steht hier absolut im Sinne von , Kraft 
haben'. 

082. Faire V estuet , man muss es tun ' wird als ein Begriff 
gefasst und wie ein Substantiv mit dem Artikel versehen, der 
in ou steckt, welches seinerseits dialektisch aus el (= en le) 
erwachsen ist, ^s. Nehb in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXIV, 241. 
Das Sprichwort ist sehr oft anzutreffen (in zum Teil etwas ab- 
weichender Gestalt). Tobler, VB. V, 368 und l esonders Förster 
im Archiv 88, 383 haben eine Reihe von Belegen beigebracht, 
denen sich noch hinzufügen lässt: Oeuvres de Beaumauoir ed. 
Suchier II, 265 V. 254, Escanor ed. Michelant V. 12338, Guillaume 
le Marechal ed. P. Meyer V. 2320, Cleomades ed. van Hasselt 



— 169 - 

V. 1273. Für das Vorkommen in Sprichwörtersammlungen s. 
Ulrich in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXIV, 13 n° 472 und S. 16. 
Einen weiteren Sinn, den von , Entschlossenheit' zeigt das sub- 
stantivierte faire Vertuet in H. de Mery's Tournoiement Antecrit 
ed. Wimmer V. 1738. 

683. Arriere gehört zu il s'en rira. Natürlich hat man sich 
den Ritter zu sich selbst sprechend zu denken. 

685. Plouerra s. Anm. zu V. 112. 
698. Ermite s. S. 82. 
609. ,Der sich seiner nicht versah'. 

706. Autre foiz, ohne Artikel wie neufrz. autrefois, dagegen 
Vautre jor (z. B. RuP. III, 6 V. 3) u. a., vgl. Anm. zu 1, 1. 

710. In Bestimmungsfragen kann das nominale Objekt (hier 
cel baril) dem Fragesatz vorangehen, ohne dass es nachher durch 
ein Pronomen aufgenommen zu werden braucht, s. Schulze, Frgs. 
S. 217 f. 

712. Hui a un an ist ein eingeschobener Satz, ebenso 
V. 736. — Das z in defoiz, welches Wort von *defesum (aus 
defensum) kommt, steht wie so oft in unserem Texte infolge 
umgekehrter Schreibung für s, s. S. 87 Anm. 2. 

713. Wegen tres s. Anm. zu V. 63. 

714. Unter empire de Borne ist das durch Karl den Grossen 
wiederhergestellte imperium Bomanum verstanden. Es begegnet 
häufig in Texten, sobald ein gewaltiges Gebiet bezeichnet werden 
soll, z.B. in Crestien's Gral (Abdruck von Baist 1912) V. 2741: 
Et je cuidoie que il fust Chevaliers tex que il n'eust Meillor an 
Vempire de Borne, vgl. ebenda V. 2651. 

718. Or me di. V. 710 gebraucht der Eremit noch vous. 
Solcher Wechsel der Person bei der Anrede ist in der alten 
Sprache recht gewöhnlich, innerhalb unseres Denkmals ist er am 
auffälligsten für uns wegen seiner Unmittelbarkeit in V. 883 — 4, 
vgl. auch V. 782 — 4. 

721. Für depris s. Anm. zu Aiol V. 3779. 

722 — 3. , Angenommen, dass die Sarazenen dich gefangen 
(und ausgeplündert) hätten, so bist du doch (dafür) recht ärmlich 
und entblösst'. 

734. Je vous dirai, s. zu V. 205 — 6. 

736. Et me charjastes. Es liegt hier Uebergang der relativen 
Konstruktion in die demonstrative vor: ,und Ihr ludet mir (da- 
mals), Euer Fass als Busse auf ' ; für solchen Konstruktionswechsel 
s. Tobler VB. III 2 , 15. 

738. Qui m. fehlt in Hs. A, indem ein Stück von der Ecke 
des Blattes fortgerissen ist; ich habe nach den anderen Hss. 
ergänzt. 

747—8. Jeder dieser Verse begegnet schon in genau der- 
selben Gestalt als V. 426 und 448. 



— 1 70 — 

741). Da das qtn ron A B weder in der Bedeutung \ 
.denn' Doch in der von ,so dass' befriedigt, habe Ich ei wnCD 
in den Text gesetzt; Ereilich besteht die Möglichkeit, dass hier 
eine Lücke irorli< 

7.VJ. J'nr mout grcmt (fad, vgl V.7Ö5. 

7:>s. Tant gue, s. Tobler, VB. DE 2 , 49, wo mehrere Bel< 
ans dem Alt frz. rar tcmi mit dem Singular ein< tantivs, 

nicht etwa ein Stoffname Nt geboten werden. 

77."). Var 8on plesir, s. Anm. zu V. 617. 

782« Suefres sehe ich als 2. Sing, des Konj. Präs, an, der 

im Sinne des Imperativs steht; es könnte freilich auch eine 
2. Plur. sein, indem der Diphthong in die unbetonte Silbe ein- 
gedrungen wäre (s. Risop, Stud. z. Gesch. d. frz. Konjug. am 
§.117 Anm. 1) und s, wie auch sonst (z. B. <h DE, 162, 

apelis II, 192), für z stünde. Mit povrece ist das Elend gemeint, 
das der Unglückliche durchgemacht hat und in dem er sich noch 
jetzt befindet. 

783* Par vo püanee, s. Anm. zu V. 617. 

7s 1 . Es dürfte hier ein Akkus, la (auf povrece gehend) 
nicht zum Ausdruck gekommen sein (s. zu I, 23), und man wird 
daher zu verstehen haben: Wendet ihm sein Elend zur Busse 
d. h. rechnet es ihm zur Busse an; vgl. für torner Yder ed. Geizer 
V. 355 und Eracle ed. Löseth V. 664 und 972. 

785. Wegen i s. zu V. 193 — 4. — Achoison hat Godefroy 
von ochoison getrennt aufgeführt, es ist aber nur eine häufige 
Nebenform von letzterem, das von occasionem kommt; s. im 
übrigen zu V. 225. 

7S(>. ,Ich werde Rechenschaft ablegen müssen'. Der Klausner 
übertreibt hier sein Verantwortlichkeitsgefühl, da er doch im 
Grunde nichts anderes getan als dem Ritter eine leichte Busse 
auferlegt hatte. 

788 — 90. Der Gedankengang des Klausners scheint mir 
folgender zu sein: Wenn du einen von uns beiden zu dir nimmst 
d. h. glückselig werden lassest, so nimm ihn (nachdem er bereut 
hat) und lass mich hier ruhig im Ohngefähr des Lebens zurück, 
d. h. ich will gerne hier im Ungewissen über mein Schicksal 
bleiben, wenn er nur glückselig wird. — Die V. 788 im Reime 
stehende Ziffer ist natürlich des Reimes wegen in deus aufzulösen. 
— Qoi (V. 789) kommt in diesem Zusammenhang dem Sinn von 
.ohne Umstände', , nur' recht nahe. Für en arenture ,in der 
Unsicherheit', dem , Ohngefähr' (des Lebens) vgl. At de Mons ed. 
Bernhardt I, 2009 — 10: aventura de vida. — Mit cestr creature 
(V. 790) wurde der Sünder schon V. 769 von dem Klausner be- 
zeichnet. 

797 — 9. Sinn: Dieser Mann gehört nicht zu mir, d. h. hat 
keine Gemeinschaft mit mir, ausser mit Bezug auf Gott, d. h. 



— 171 — 

ausser dass auch er wie ich ein von Gott geschaffener und ihm 
untertaner Mensch ist; für apartenir a auc. in gleichem Sinne 
bringt A. Schulze in Ztschr. f. frz. Spr. u. Lit. XXXIX 2 , 181 eine 
weitere Stelle bei, vgl. das neufrz. il ne m'est de rien ,er steht 
in keiner Beziehung" zu mir'. Zu tenir a auc. s. Tobler zu Prov. 
au vil. 47, 3. 

800. ,Und doch verzehrt er sich so (in Gram) um meinet- 
willen ', vgl. ital. struggersL — Et = .und doch', ebenso V. 853, 
s. Anm. zu I, 162. 

809. En ,über mich', also auf die erste Person gehend; 
ebenso V. 814 und schon V. 496. 

815. Ceste paine bedeutet die dem Eremiten bereitete Pein. 

818. Carchiez. C vor a statt ch ist pikardisch. Ch statt 
g in ica nach Konsonant ist nach Förster, Chev. as .II. espees 
3. LIV pikardisch und anderen Dialekten eigen. 

820. Se je i ai mespris hat den Sinn: wenn ich dabei keine 
wahre Eeue bezeigt habe. 

822 Der Vers kehrt in gleicher Gestalt als V. 918 im Munde 
des Eremiten wieder. Vez ci treffen wir auch V. 931, 932. Die 
Form vez ist 2. Sing. Präs. von veoir, die sonst, und auch in 
Verbindung mit ci, voiz « vieles) lautet ; sie erklärt sich daraus, 
dass in dieser Verbindung das Verbum leicht den Eigenton an 
das folgende ci abgeben konnte, so dass freies i nicht zu ei, oi, 
sondern, weil unbetont, zu e wurde. Tobler hat zuerst bemerkt 
(Arch. Bd. 94 S. 642), dass neufrz. voiei auf solches voiz ci, vez ci, 
das man auch zusammenschreiben kann, zurückgeht, indem „vides 
(im Sinne von videsne) eine Frage mit dem Sinne der Auf- 
forderung ist." 

829. Ueber prendre mit a und Infin. s. Anm. zu I, 160; das 
se gehört zu confondre. 

831. ,Da warf er alles Irdische hinweg'. 

882 — 8. Die Vorstellung, dass die Tränen aus dem Herzen 
herauf dringen, trifft man häufig an, z. B. : Les larmes de son euer 
corrent de tel ravine (RuP. I, 59 V. 60) — Uns clers fluns Tel du 
euer me kernt Par les iex (B. de Conde ed. Scheler S. 226 V. 635) 
— Ueaue du euer li est jusques aus iex montee (Jubinal, Nouv. 
rec. I, 30) ; auch im Mhd. heisst es bei Uolrich von Guotenburc : 
Uz zuo den ougen (daz ist ein wunder) Von dem herzen daz icazzer 
mir gät (Haupt, Minnesangs Frühling S. 79 V. 6—7). Ja das Herz 
selbst wird als weinend bezeichnet: Seigneurs, tout le euer me 
lermie De pitie (Monmerque et Michel, Theätre francais au moyen 
äge S. 566), vgl. De Viaue de son euer a sa face arosee (Revue 
des langues romanes Bd. 49 S. 181 V. 80). 

885. Uns ist Akkus. Plur. und heisst , einige'. 

840. Die Verbindung escurez en lermes , in Tränen gereinigt ' 
ist etwas kühn, vgl. die Varianten. 



— 172 — 

B41« dies nähert sich hier, wie auch sonst nicht selten im 
Adtfranzösfechen (8. meine Ausgabe der Vengeance Alixandre zu 

V. 954), stark dem Sinne von .und'. 

s43. (Iratit (lohn- wie grant lernte 866, b. zu I. :::* und ?gi 
zu II. L28. 

845« Dtieu ist Dativ. Avoir en <ovent u aucun beissl 

. jemandem angeloben'. 

851« Das Relativum steht ziemlich weit von seinem Be- 
ziehungswort (fitmsiaus) entfernt, s. Anm. zu I. 203. 

852« Wegen Schwundes des / in baris s. Anm. zu 1, 14 und 
II, 397. 

853« , Und doch gingen alle seine Wünsche dahin, dass . . \ 
— Für et s. Anm. zu V. 800. — Ce weist auf den folgenden Satz 
hin. — Tout findet sich als Nom. Plur. für tuit seit dem 13. Jahr- 
hundert, s. Schwan -Behrens, Gramm. 9 § 336 a; es begegnete 
schon V. 637. 

855 — ?• Infolge lockerer Fügung hat vit eigentlich ein 
doppeltes Objekt »(vgl. zu V. 1U41), nämlich so)t desirrier und 
den folgenden Objektsatz, der für V. 857 (,ohne dass es dabei 
Heuchelei gab') regierender Satz ist (vgl. Anm. zu V. 300). — 
Nach famtise liegt leichtes Anakoluth vor, indem der ganze Satz 
noch einmal mit lor fist Diex beginnt. 

8G0 — 1. Der Dichter meint: Deshalb gebrauche ich den 
Ausdruck cortoisie nicht, weil (ich denke, dass) Gott jemals eine 
vilonie getan hätte. Statt eines Satzes mit que tritt V. 861 para- 
taktisch an das Voraufgehende. 

864. Pot ,er hatte Veranlassung' s. Anm. zu I, 310. 

867. Sorjon, s. Diez, EW. 4 681. Godefroy belegt das Wort 
nur einmal und zwar als surjeon; andere Stellen, an denen es 
begegnet, sind (Euvr. de Adam de la Halle ed. Coussemaker S. 91, 
Baud. de Conde ed. Scheler S. 528, Watriquet ed. Scheler S. 440 
(sourdon). 

808 — 9. Man verstehe: So wie ein Bolzen dahinschiedet, 
fliesst sie gerade in das Fässlein, vgl. S. 80. 

870* Escripture, s. S. 81. 

882—3« Toi — vous, s. Anm. zu V. 718. 

891. Wegen des Dativs (a un seid komme) s. die Aus- 
führungen von Tobler, VB. I 2 , 202 ff. 

903. Vor Dieu merci ,um der Gnade Gottes willen' (s. 
Anm. zu V. 396), d. h. weil Gott in seiner Gnade mich zu sich 
nehmen will. 

915. Dist li hermites. Der Satz kann mit dem Verbuin des 
Sagens dire (oder faire) beginnen, s. Friedwagner zur Vengeance 
Raguidel 4408 und M.-R., Fabl. I, 75, 78. 

922. Einen ähnlichen Wortlaut hat V. 328. Man hat sich 
unseren Vers als parenthetische Einschaltung zu denken, indem 
der Inhalt von V. 923 — 4 nur auf V. 921 zurückgehen kann. 



— 173 — 

925. En bezieht sich auf euer der vorangehenden Zeile; 
für den Gedanken s. Anm. zu V. 832—3. 

928 — 30. ,Und so grosse Habe spendete er ihm, wie den 
ganzen Leib Christi; dessen grossen Wert setzte er dabei wohl 
auseinander'. — Die Hss. CD schreiben com dou (du) c.\ wie 
dies zu verstehen sei, darüber Tobler, VB. I 2 , 16, wo unsere Stelle 
angeführt ist. 

938. Si ,so' d h. wie ich dir eben gesagt habe, dass der 
Leib Christi ist. — Ott, neufrz. oui. Das in öil steckende 
Pronomen il ,er' wurde nicht mehr gefühlt; das Ursprüngliche 
wäre in vorliegendem Falle o je, was BCD hier auch bieten, 
vgl. Tobler, VB. I» 2. 

937. S'i abandone , macht sich schleunigst daran', nämlich, 
ihm den Leib des Herrn zu geben. 

939 — 40. Man beachte die asyndetische Nebeneinander- 
stellung der Sätze. — Mit ne se degoit ist gemeint, dass er den 
Leib nicht unwürdig geniesst. — Das erste bien in V. 940 ist 
Adverbium, das zweite Substantiv. 

943. Das i in acommeniez hat wie im folgenden niez di« 
Geltung von iL 

944. Niez steht für niiez. Godefroy belegt dieses Simplex 
nicht, dagegen mehrfach das Kompositum esneier, esnier , reinigen'. 

962. Est renduz. In der alten Zeit wird der passive Aus- 
druck oft mit reflexivem Sinne gebraucht. Näheres darüber bei 
Tobler, Vr. an. zu V. 166 und VB. II 2 , 65. 

963. Bendre sa coupe , seine Schuld bekennen' dürfte selten 
begegnen, während batre s. c. und damer s. c. wohlbekannt sind. 
Ueber die Assonanz s. S. 87. 

966. Das Gesagte ist begründet, da das Fässlein ihm zum 
ewigen Heile verholfen hat. 

969. Penitance ist das Fässlein, das zu füllen ihm als Busse 
auferlegt war. 

970—1. Der Ausdruck ist nicht ganz durchsichtig. Li geht 
wohl auf die ganze Person und nicht auf euer, und dann scheint 
V. 970 heissen zu sollen: ein Reuestrom hat ihn so sehr erschüttert, 
dass . . .'. Die ganze Stelle ist recht entbehrlich, da schon Gesagtes 
darin nur variiert wird. 

973. Paine ist das anderen zugefügte Leid, vgl. Anm. zu 
V. 815. 

975. , Beide müssen sich (voneinander) trennen und die 
Seele muss sich vom Körper scheiden'. — Wie bei estuet (s. Anm. 
zu V. 592) kann auch bei covient der Akkus, stehen, wenn das 
Erforderte im Infin. folgt. 

977 — 9. Logischer wäre es gewesen zu sagen: Die Seele 
war so gesäubert, dass kein Fleckchen an ihr gebSeben war, und 
so rein trat sie aus dem Körper heraus. — Wegen pechie s. Anm. 
zu V. 128. 



— 174 — 

'.»si !M>. Ein Kampf zwischen Engeln und Teufel um eine 
Seele begegnet In der altrrz. Dichtung Belten, vgl. haute, p 
V. loitf. uikI Dossier, Entwicklungsgeschichte der GNJttlic 
Komödie 8. 763. 

982« De chief en chdef, das V. 1020 wiederkehrt und 
.von einem Ende bis zum anderen' bedeutet, dürfte hier nur 
einen abgeschwächten Sinn ,ganz und gar' haben, denn - 
stünde jusques en son .bis zum Höchsten' d.h. ,bis zum Ende* 
in recht fühlbarem Pleonasmus da. 

993* Esperitiex < spirü(u)dlts. Wir sehen hier wie bei 
anderen Wörtern in a vor / -f Kons, eine noch nicht befri» 
erklärte Entwicklung zu ie, vgl. Förster zum Chevalier a> deus 
espees S. XLI, Suchier, Altfrz. Gramm. § (>1 und Meyer- Lübke, 
Hist. Gramm, d. frz. Spr. I § 77. 

1000. Que, s. Anm. zu V. 634. — Proprement ,eijL r ^n-- 

kommt hier dem Sinne des identifizierenden Pronomens recht nahe, 
also etwa , dieselben Ritter von ihm'; dies schliesst nicht aus, dass 
es sonst ,in passender Weise* heisst, z. B. Li Regret Guillauin 
Scheler V. 355. Für die erstere Bedeutung lässt sich demainen 
vergleichen. Letzteres heisst, auf Personen gehend, .selber*. .in 
eigener Person', so Gatineau, Martinsleben ed. Söderhjeln. 
V. 9121, Romania 41 S. 414, Villehardouin, Conquete de * !on- 
stantinople ed. N. deWailly S. 128: Morchufles demainement (BF 
meesmement) , vgl. S. 132 ses cors domaines (CDEF meismes); 
auf Zeitbestimmungen sich beziehend, kommt es wieder dem 
identifizierenden Pronomen nahe: a ciel jor demeinement (Troja- 
roman ed. Constans 5818) , gerade an demselben Tage', cele nuü 
domaignement (Villehardouin S. 104; B meismes, F proprement) 
.noch in der gleichen Nacht'. 

1001. Die Verwendung des Perfekts im Sinne des Plusquam- 
perfekts, die hier in furent wie V. 1002 in fist und V. 1016 in 
morat vorliegt, ist besonders in Relativsätzen häufig zu beobachten, 
s. Körnig, Der syntaktische Gebrauch des Imperfekts und des 
historischen Perfekts im Altfranzösischen, Diss. Breslau, 1883. — 
Entan, das für antan steht, bedeutet hier gemäss seiner Herkunft 
von ante annum ,vor einem Jahre', von wo aus es dann zum 
weiteren Sinne von , ehemals' gelangt. 

1000. Männliches mtedi ist wohl durch mzenuit hervor- 
gerufen, wie tote jor durch tote nuü, s. Anm. zu V. 614. 

1009. Estnture, gelehrtes, auch sonst begegnendes Wort. 
Intervokales t, welches lautgesetzlich fallen musste, ist erhalten 
geblieben, wie in ermite. 

1027. Le, s. S. 85. 

1028. Aus angeles. Für den Dativ s. Anm. zu V. v 
Angeles ist zweisilbig wie V. 982, 985, s. S. S6. 

1020. Eurent, s. S. 85. 

1033. But. Die alte, regelrechte Form ist beu. Wegen 
Falles des vortonigen Vokals in diesem Worte s. Tobler, Vr. an. 



— 175 — 

S. XXVII. Wegen Erhaltung von isoliertem t s. Anm. zu I, 157 
und Deux anciens poemes inedits sur Saint Simon de Crepy ed. 
Walberg (1909) S. 23. 

1034. Die Verbindung samt preudommc ist auffällig; auch 
Saint hermite von B befriedigt wenig. Vielleicht hat C das Ur- 
sprüngliche mit: au saint home (öt pris ogie), und die Lesarten 
der anderen Handschriften würden sich dann als Aenderungen 
erklären können, die vorgenommen wären (in D durch andere 
Wortstellung), um den Hiat zu vermeiden. Immerhin bleibt zu 
beachten, dass in unserer Dichtung Hiat bei auslautendem un- 
betontem e sonst nicht vorkommt. 

1041. Ai dit steht in doppelter Funktion, indem auch der 
Satz mit que davon abhängt, vgl. Anm. zu V. 855 — 7. 

1042. Bei der indirekten Frage ist im Altfrz. ein blosses 
que ganz gewöhnlich, während neufrz. ein ce davortreten muss. 

1043. Berufung auf die Quelle, s. S. 81. 

1051. Vuelent. In der 1., 2., 3. Person Sing, und in der 
dritten Person Plur. des Präsens ist der Stamm betont, daher 
diphthongiert freies lat. ö zu ue, während es in der 1. — 2. Pers. 
Plur. des Präs., sowie im Infinitiv, Imperfektum und anderen 
Zeiten, wo der Akzent auf der Endung liegt, bestehen bleibt, 
also z. B. voloir, voloie. Andere Beispiele davon, wie je nach 
dem Hin- und Herrücken des Akzentes bei den Verbalformen der 
Stamm in dieser oder jener Gestalt erscheint, sind in unseren 
Texten u. a. : aim (I, 35) , amer (I, 44) — dueil (I, 108) , doloir 
(I, 51) — flere (II, 286), ferir (II, 376) — muert (II, 785), morir 
(I, 62) — sueffre (II, 555), souffrir (II, 375) — tient (II, 798), 
tenir (II, 672) — vient (I, 67), vendrez (II, 117) — voi (I, 9), veez 
(I, 116) — vueil (I, 55), volez (II, 87). Wegen vez in vez ci s. 
Anm. zu V. 822. 

1062. Die aus Vokaldissimilation zu erklärende Form cr'ier 
«creare) ist die gewöhnliche. 



Glossar. 



Schultz -Grora, Zwei altfrz. Dichtungen. 1*2 



I bezeichnet die erste, II die zweite der herausgegebenen 
Dichtungen. 

Bei der Anführung der Wörter ist Vollständigkeit erstrebt 
worden: was die Belegstellen betrifft, so findet man nur dann 
nicht alle derselben angegeben, wenn es sich um sehr gewöhnliche 
oder in unseren Texten häufig begegnende Wörter handelt. 

Nomina sind in der Hegel im Akkus. Sing., die einzelnen 
Verbalformen unter dem Infinitiv aufgeführt. 





Afokürzunge 


n : 




adj. 


= Adjektiv. 


konj. 


= Konjunktion. 




adv. 


= Adverbium. 


m. 


= masculinum. 




Art. 


= Artikel. 


Nom. 


= Nominativ. 




dem. 


= demonstrativum. 


Obl. 


= Obliquus. 




f. 


= femininum. 


P. 


=5= Partizipium. 




fig. 


= figürlich. 


pers. 


= personale. 




Fut. 


= Futurum. 


Pf. 


= Perfektum. 




gebr. 


= gebraucht. 


PL 


= Pluralis. 




Ger. 


= Gerundium. 


poss. 


= possessivum. 




gew. 


= gewöhnlich. 


Pr. 


= Präsens. 




Imp. 


= Imperativ. 


pron. 


== Pronomen. 




imp er s 


. = impersonale. 


prp. 


= Präposition. 




ind. 


= indefinitum. 


rel. 


= relativum. 




Ind. 


= Indikativ. 


rel. 


= reflexivum. 




Inf. 


= Infinitiv. 


s. 


= siehe 




int. 


= Interrogativ. 


s. 


= Substantiv in s. m., 


s.f, 


intr. 


= intransitiv. 


Sg- 


= Singularis. 




i P f. 


= Imperfektum. 


subst. 


== substantiviert. 




Komp. 


= Komparativ. 


tr. 


= transitiv. 




Kond. 


= Konditionalis. 


V. 


= Verbum. 




Konj. 


= Konjunktiv. 


verb. 


= verbunden. 





11' 



A. 

,\ }»•}>. OerÜich: cm, in, zu, auf, nach I, 1, 157, 202, 273 IL 199, 
381, 398, 410 etc. — Zeitlich I. 29, L52, 301 U. 187. 472, 691, 
999. — Zugehörigkeit, Besitz I, 16, 30, 72, 232, 255 II, 45, 798. 

— Dativ I, 5, 6 etc. II, 34 etc. — Richtung, Ziel I, 249, 262 etc. 
II, 60, 61, 74, 80 etc., (mit Inf.) 1, 140, 147, 160 etc. — II, 215 rfe. 

— Art und Weise, Charakter, od. begleit. Umstand I, 70 etc. 
Im Explicit des Chevalier a/u barisei, II, 35, 36, 41, 83, 200, 
235 etc. — Veranlass. Umstand II, 132. — 6n . Mass, 
Verhältnis I, 21, 90, 91, 95, 135, 229 etc. II, 15 149, 244, 406 
etc. — Mittel, Werkzeug II, 994. — A tant I, 67. 155, 20 I 
II, 141, 686 da (eig : bei soviel). 

abandoner v. rfl, Pr. 3. Sg. abandoue II, 937 sich schneü an etw. 
machen 

abelir v. intr., Pf. 3. Sg. abeli I, 92, 233 gefallen. 

abstinance s. f. II, 85 Enthaltung. 

acliater, v. fr., Pf. 2. PL achatastes I, 220 kaufen. 

achoison s. f. II, 785 Anlass, Schuld. 

acoler v. tr., Pr. 1. Sg. acole I, 178 — Imp. 2. PI. acolez I, 170 
umarmen. 

acommenier v. tr., P. Pf. acommenie II, 943 jem. mit dem Abend- 
mahl versehen. 

acorder v. rfl., Pr. 3. PI. acordent II, 1045 übereinstimmen. 

adaingnier v. tr., Pr. 3. Sg. adaingne II, 643 für würdig halten. 

ademetre v. tr., P. Pf. ademis II, 476 hinablassen, hinabsenken. 

ades adv. I, 102 II, 630 immer fort; I, 176 im Augenblick, alsbald. 

adole II, 809 traurig, bekümmert. 

adonc adv. I, 246 II, 456, 510 etc. da. 

adont (= adonc) adv. II, 198 da. 

adrecier v. rfl, Pr. 3. Sg. adrece II, 866 — Pf. 3. Sg. adreca II, 690 
sich tuenden, seinen Weg nehmen. 

aerdre v. tr. 1,227 fassen, ergreifen — aers (P. Pf. von aerdre 
v.intr.) 11,34, u60 anhängend, ergeben. 

afere s. m. II, 53 Tun, Treiben; II, 167, 390 Angelegenheit. 

afickier v. rfl. Pr. 3. Sg. afiche II, 446 sich fest {trotzig) hinstellen. 

afruitier v. mtr., Pr. 3. Sg. afruite II, 390 fruchten, Nutzen bringen. 

agreer v. mtr., Pr. 3. Sg. agree I, 117, 118. 194 angenehm s 
gefallen. 



— 181 — 

ahan s. m. II, 677 Not, Qual. 

aide s. f. I, 254 Hilfe. 

aidier v. I, 245 — Konj. P. 3. Sg. äit I, 7, 88 II, 175 — Kund. 

3. Sg. aideroit II, 293 helfen ; II, 856 rfl. weh fördern. 
aie s. f. I, 253 Hilfe (estre en aie a auc). 
aigre II, 787 herb, bitter. 
aillors adv. I, 256 anderswo. 
aim s. amer. 

ainc ne II, 535, 593, 967 nimmer. 
aineois, angois II, 91, 256 zuvor; aingois que konj. I, 228 II, 394 

bevor. 
aine s. m. II, 666 Leiste (am menschlichen Körper). 
ainsi adv. I, 23, 197, 199, 285 II, 511 etc. so; II, 419 unter solchen 

Umständen; ainsi com II, 1004, 1021 so wie. 
ainz adv. II, 302, 313, 345, 405, 507 etc. eher, vielmehr; ainz qne 

konj. I, 59 bevor; ainz . . . ne II, 58, 426, 435, 449, 747; ainz 

mes ne II, 720 niemals. 
äir s. m. II, 433, 537, 600 Zorn, Grimm. 
aise s. f. II, 462, 595 Behagen, Bequemlichkeit. 
äit s. aidier. 
alaine s. f. I, 70 Atem. 
aler v. intr. I, 188, 197, 199 II, 254 — Ind. Pr. 1. Sg. vois I, 289 

II, 127, 197, 410 3. Sg. va I, 248, 257 II, 143, 268, 510, 522 etc. 

vait II, 198 3. PI vont I, 103 II, 105, 144, 145, 150, 180 — 

Ind. Pf. 3. Sg. ala II, 645 — Konj. Ipf. 3. PI. alaissent II, 178 

— Fut. I Sg. irai II, 119, 122, 228, 382, 468, 949 3. Sg. ira 
II, 113 L PL irrommes II, 68 2. PI. irez II, 255 3. PI. iront 
II, 129, 174 — Kond. 1. Sg. iroie II, 116 — Imp. 1. PI. alons 

I, 193 II, 107 2. PI. alez II, 315, 367, 369, 381, 383 — P. Pf f 
alee II, 557 gehen, ziehen ; rfl. (mit en) I, 289 II, 174, 178, 
198, 339, 468, 492, 949, 990 fortgehen, dahinziehen. — Für 
aler mit Ger. s. Anm. zu 1, 103. 

alumer v., intr. gebr. Pr. 3. Sg. alume II, 532 entflammen. 

amasser v. tr., P. Pf. amasse II, 56 anhäufen. 

ame s. f. I, 97 II, 382 etc. Seele. 

amender v. tr., Fut. 1. Sg. amenderai 11,733 gut machen; refl. 

Imp. 2. PI. amendes II, 162 sich bessern. 
amener v. tr., Pf. 3. Sg. amena II, 709 2. PI. amenastes II, 267 

— Imp. 2. Sg. amaine II, 122 herführen, herbeiführen. 
amer II, 378, f. amere II, 474 bitter. 

amer v. tr. I, 43, 171 (subst.) — Ind. Pr. 1. Sg. aim I, 35, 62 3. Sg. 
aime I, 198, 199 2. PI. amez I, 244 — Konj. Ipf. 1. Sg. amaisse 

II, 176, 900. — Kond. 1. Sg. ameroie II, 124, 218 lieben — 
amer miex I, 35, 62 II, 124, 176, 218 lieber icollen. 

ami s. m. I, 14, 140, 143 etc. II, 277 etc. Freund, Geliebter. 

am'ie s. f. I, 29, 164, etc. Freundin, Geliebte. 

anriete s. f. I, 316 Freundin, Geliebte. 

amistie s. f. II, 807 Freundlichkeit, freundliche Gesinnung. 

amolier v. tr. II, 584 erweichen. 



— 182 — 

amor 8. f. I, 117. 214, 292, 307 II. 396 etc. Liebe; par amore I. 244 

hi wahrer hiebe. 
amorete 8. f. I, L34, L52, I9ö, 29 / &« 
an 8. m. II. 57, 362, 363 etc. Jahr. 
ancele 8. /'. [L 38 Magd. 
ancoia ocfo. II, 91 eher, 8. ain$ois. 
an. II. (= andous, andeus), 11,880. 975 beide. 
anemi 8. m. II, 142, 310, 987 Teufel. 
angele s. m. II, 982, 985, 994, 1028 Enget. 
angoisse s. f. 11,442, 445 innere Aufregung. 
anter (gew. hanter) v. tr., F. Pf, ante 11,745 aufsuchen, besuchen. 
anui s. ro. I, 13 IL 234, 489, 565, 581, 851, 1002 Verdruss, Aerger 

Widerwärtigkeit 11,146 Verdruss erregende Worte. 
anuier v. impers., Konj. Pr. 3. Sg. anuit I, 190 II, 301 verdries 

leid sein. 
anuit adv. I, 191 diese Nacht. 

apartenir v. int., Fr. 3. Sg. apartient II, 797 gehören s. Anm. 
apeler v. tr., Fr. 3. Sg. apele II, 239 — Ff. 3. Sg. apela II, 456, 

707 etc. — Im}). 2. Fl. apeles II, 192 — F. Pf. apele II, 330 

rufen, anrufen. 
apertement adv. II, 1027 offenbar, deutlich. 
apoier v. rfl., Fr. Sg. apoie II, 673 — Ger. apoiant II, 198, 687 

sich stützen. 
aporter v. tr. Fr. 2. Fl. aportez, II, 401 herbeibr'nigen. 
aprendre v. tr. II, 592 lernen. 

apres prp. II, 1032 nach; adv. II, 421 hinterlier II, 602 darauf. 
apreste II, 822, 918 bereit. 
ardoir v. tr., Konj. Fr. 3. Sg. arde II, 503 — F. Ff. ars II, 92 — 

Ger. ardant 1, 103, 104 verbrennen ; intr. F. Fr. ardant II, 834, 

875 glühen. 
ardure s. f. II, 445 innere Glut, Erregtheit. 
arest s. m. II, 151 Aufenthalt. 
arramie s. f. II, 488, s. Anm. 
arriere adv. I, 249, 683 zurück. 
ars s. ardoir. 

artillier v. tr. F. Pf. artillie II, 8 herrichten, zurüsten. 
as (aus a -f les) II, 64. 

assaillir v. tr., Fr. 3. Sg. assaut II, 539 angreifen. 
assambler intr. gebr., Fr. 3. Sg. assamble I, 259 Zusammenkommen. 
assaudre v. tr. (gew. assoudre) II, 927 — Fr. 3. Sg. assaut II. 927 

jem. Absolution erteilen. 
assaut s. assaillir und assaudre. 
assez adv. I, 299, 300 II, 72 viel, weit (beim Komparativ)] I, 302 

II, 527, 596, 723 zur Genüge, sehr. 
ataindre v. tr., Fr. 3. Sg. ataint II, 550 — F. Ff. ataint II, 647 : 

670 erreichen, angreifen, schicächen. 
atendre v. tr., Ipf. 3. Sg. atendoit II, 987 erwarten — F. Ff. atendu 

II, 466 (Versprochenes halten); intr. I, 264, 305 — Ff. 3. Sg. 

atendi II, 958 — Ger . atendant II, 315 warten. 



— 183 — 

atirer v. tr. Imp. 2. PL atirez II, 65 herrichten, zubereiten. 

atrere (älter atraire) v. tr., Pr. 3. Sg. atret II, 867 heranziehen. 

au (aus a + le) I. 26, 69, 71 etc. II, 61 etc. 

aucun, e pron. ind. II, 303 irgend ein (adjektivisch). 

aumosne s. f. II, 225, 229 Almosen. 

auques pron. neutr. ind. II, 115 irgend etwas; adv. II, 351 sehr, 

ganz. 
aus (aus a + les) II, 576, 579, 652, 660, 1002. 
aus (= eus) pron. pers. II, 995, 1017, s. S. 86. 
ausi (aussi) adv. , ausi com I, 221 II, 414 als ob II, 654 (ausi . . . 

com) so . . . wie ; zu II, 148 s. Anm. — ausi que II, 868 (vgl. 

Tobler, VB. I 2 , 174) so wie; II, 637 so gut wie, fast. 
autel s. m. II, 180, 241, 961 Altar. 

autre II, 706, 755, 952 (adj.) anderer — Obl. autrui II, 490 (subst.). 
autrement adv. II, 322, 1016 auf andere Art 
autriert (Y) adv. I, 1 neulich, einst. 
avaler v. intr. I, 200 herabkommen, herankommen. 
avant adv. I, 196 II, 192, 239 vorwärts (apeler auc. avant jem. 

auffordern heranzukommen) ; avant que konj. I, 210 bevor. 
avarisce s. f. I, 40 Geiz. 
avenir v. intr. Ind. Pr. 3. Sg. avient I, 49 — Konj. Pr. 3. Sg. 

aviegne II, 137 — Pf. 3. Sg. avint 1, 1 II, 60 ; 633, 696 etc. 

P. Pf. avenu I, 274, II, 984 geschehen, gelangen zu. 
a venture s. f. II, 287 Gefahr (metre en a venture aufs Spiel setzen) 

II, 789 das Ungewisse, das Ohngefähr des Lebens II, 998 Be- 
gebenheit. 
avillier v. rfl. II, 44 sich erniedrigen. 
avironer v. tr., Pr. 3. Sg. avirone, I, 75 umgeben (flg.). 
avoec prp. II, 123 etc. mit; avoec ce que II, 669 ausserdem dass. 
avoir v. tr. I, 15, 59, 63 etc. II, 209 etc. — Ind. Pr. 1. Sg. ai I, 61, 

79 etc. II, 100 etc. 2. Sg. as II, 725 etc. 3. Sg. a I, 31, 32, 77 etc. 

2. PI. avez I, 230 II, 76. 93 etc. 3. PI. ont I, 107, 200 etc. — 
Konj. Pr. 1. Sg. aie I, 59, 111, 167 II, 341 etc. 3. Sg. ait I, 272 
II, 354, 429 etc. 2. PI. aiez I, 214 II, 386 — Ind. Ipf. 3. Sg. 
avoit I, 68, 305 II, 6 etc. 1. PI. aviens I, 184 2. PI. aviiez II, 292 
— Konj. Ipf. 1. Sg. eusse I, 210 II, 335 3. Sg. eust II, 16, 
475 etc. 3. PI. eussent II, 722 — Pf. 3. Sg. ot I, 2, 247 II, 41 etc. 

3. PI. orent II, 1033, 1088 eurent II, 1029 — Fut. 1. Sg. avrai 

I, 7 II, 91 etc. averai 1, 125, 127 II, 455 3. Sg. avra I, 192, 271 

II, 523 etc. avera II, 595 2. PI. avrez I, 21, 64 II, 239, 404 — 
Kond. 2. PL avriez II, 351 — Imp. 2. PL aiez I, 193 — P. 
Pf. eu II, 504 haben, erhalten. — Subst. I, 39, 42, 71 etc. II, 14, 
514, etc. Habe, Besitz. — Impers. (mit oder ohne i oder Pro- 
nomen) Pr. 3. Sg. I, 272 II, 104, 222, 242, 374, 407 etc. — Ipf. 
3. Sg. II, 545, 580, 857 — Pf. 3. Sg. I, 283, 302 — Kond, 3. Sg. 
avroit II, 389 es gibt. etc. 



184 



B. 

bacon 8. m. I. 32 Schinken, 

bailiier v. tr. t Pr. t 8g. baille II, US baille EI, 413 übergeben. 

baier /•. intr., riwp. 9. 7V. I. 234, 243 tawt*< 
bareil s. m. IL 458 Fass. 
bari] ». w. II. 413, 415, 450, 502 e*c. Fass, 
barisel s.w., .Y<>//>. >V/. barisiaus B.438, 51 etc. Fässlein. 

bariseiet s. m. II, 3!)7 ganz Ideines Fa 

bas, hasse I, 250 niedergeschlagen^ IL '200, 688 to&; en bas IL 794 
J/ßise, 

baston >. ///. n, 199, 430, 672, 687 Stock. 

batillier v. tr., P. Pf, batillie II, 7 mit Zinnen versehen, befestigen, 

batre v. tr. II, 376 — P. P/'. batu II, 342 schlagen. 

bei, e I, 90, 312, 313 II, 13, 548, 713 etc. schön I, 12, 46, 122 

II, 207, etc. lieb; sahst, bele I, 234 Schnur. 
belement adv. II, 183 gut. 
besier (älter baisier) v, tr., Imp. 2. PL I, 170 — P. Pf. b< 

II, 880 küssen. 
besoing s. m. IL 709 Bedürfnis. 
besoingne s. f. 11,182 Nottuende*. Angelegenheit. 
beste s. f. I, 221 II, 755 Tier. 
biaus, biau s. bei. 
biaute s. f. I, 85 Schönheit. 
bien adv. I, 15 (s. Anm.) 55, 78 etc. II, 7, 46 ete. woAJ, »eÄr, 

reichlich, bestimmt, in Wahrheit II, 125 beim Adjektiv. 
bien s. m. II, 224, 298, 392, 462 etc. Gutes, Gut; por bien II, 490 

in guter Ab sich 1. 
blasmer v. tr. I, 45, 46 — Imp. 2. PL blasmez I, 269 tadeln. 
ble s. m. I, 31 Getreide. 

blecier v, tr., P. Pf. blecie II, 400 verwunden. 
blondet, e I, 318 blond. 

boillir v. intr. P. Pr. boillant II, 876 schäumen. 
boillon s. m. II, 877 das Schäumende, der Schaum. 
bois s. m. I, 188, II, 104, 640 Gehölz, Wald. 
boivre v. intr., P. Pf. but II, 1033 trinken. 
bon, bone (II, 777 bonne) I, 195, 292 II, 61, 238, 344 etc. gut. 
bonement adv. II, 189 aufrichtigen Herzens. 
bonte s. f. II, 118 Güte, gütiges Tun II, 930 Wert. 
bouche s. f. II, 844 Mund. 
boujon s. m. II, 868 Bolzen. 
bouter v, tr., Pr. 3. Sg. boute IL 425 — P. Pf. boute II, 430, 746 

stossen. 
braz s. m. II, 957 Arm. 
brere (älter braire) v. intr. I, 237 schreien. 
but II, 1033 s. boivre. 



185 



C. 

.c. Abkürzung für cent II, 111 hundert. 

ca adv. II, 191, 617 hier II, 412, 646, 709 hierher. 

cainture s. f. I, 22 Gürtel. 

canes s. f. II, 653 iveisse Haare. 

ce (c') neutr.pron. 1,55. 104, 114, 118 etc. II, 22, 99, 112, 113 etc. 
dieses, das. 

cel, celui, ceus, cele, celi s. eil. 

celestre I, 255 himmlisch. 

cerchier v. tr., Pf. 3. Sg. cercha II, 603 — Fut. 1. Sg. cercherai 
II, 507 — P. Pf. cerchie (cerchie für cerchiee) II, 621 auf- 
suchen, durchsuchen, durchziehen. 

certes adv. II, 89, 102, 195 etc. sicherlich. 

ces, cest, cestui, ceste s. eist. 

cesser v. intr. II, 106 — Kond. 2. PI. cesseriez II, 233 aufhören, 
ablassen. 

chacier v. tr., P. Pf. chacie II, 41 jagen, bedrängen. 

chaille s. chaloir. 

chaloir v.impers., Pr. 3. Sg. chaut I, 130 — Konj. Pr. 3. Sg. 
chaille II, 414 es ist an etwas gelegen. 

champ s. m. II, 579, 640 Feld. 

chancon s. f. I, 52, 56, 296, 304 Lied. 

chanconnette s. f. I, 78, 187 (changonnete) kleines Lied. 

changier v. tr. II, 541 — P. Pf. changie II, 438 verändern, ein- 
tauschen. 

chanoine s. m. II, 32 Kanonikus. 

chans s. champ und chant. 

chant s. m. II, 580 Gesang. 

chanter v. tr., intr., Ipf. 3. Sg. chantoit I, 288 3. PI. chantoient 

I, 242, 303 — Fut. 1. Sg. 1, 169, 194 — Ger. chantoient I, 132, 
160 II, 143 singen. 

chape s. f. II, 546 Mantel mit Kappe. 

chapele s. f. II, 227, 240 Kapelle. 

chapelet s. m. I, 35 kleiner Kranz. 

chaperon s. m. II, 546 Kapuze. 

char s. f. I, 32 II, 47, 83, 87 (essbares) Fleisch II, 370, 563 Fleisch 

des menschlichen Körpers. 
chargier v. tr., Pf. 1. Sg. charjai II, 713 3. Sg. charja II, 710 2. PI. 

charjastes II, 736 — P. Pf. carchie (dial.) II, 818 aufladen. 
charpenter v. tr., P. Pf. charpente II, 459 zimmern. 
chaseun, e pron. ind. (adj.) II, 373, 383, 529, 550, 837; (subst.) 

II, 182, 587, 1017, 1056 jeder. 
chastel s. m. II, 6 Schloss. 

chastelain s. m. I, 2, 16, 74, 201, 249 Schlossherr. 

chastelaine s. f. I, 72, 73 Schlossfrait; im Explicit der erstm 

Dichtung : Schlossfräidein. 
chatel s. m. II, 569 Gut, Habe. 



— L86 — 

chaacemente >■. f. [1,556 FussbeJdeidtmg. 
chaul g. chaloir. 

ehaut, oi>l. Tl. chaua II, 560 Bitte. 
chemin g. m. II. 27, 150, 172 Weg. 

clicini.se g. /'. II. 369 Hemd. 
cheoir /•. wtfr., Fr. 3. Sa. chiet II, | 
cheval g. ///. J, 183 II. L22, 439 /y^- 
chevali.T s. m. II. ?:;. 208, 792, 889, 1029, 1061 Bitter. 
cheveus .s. ///. Obl. Vi. [1,651 Haare, 

Chief s. m. iVbm. Sto. cliiez II, 440, 463 A'oyv; 691 - <ie chief 

en chief II, 992, 1020 von Anfang bis zu Ende, ga gar. 

chien g. m. II, 158, 7.")."). 7r»7 Hund. 
chier, e II, 207, 804 lieb. 
chiere s. f. I, 250 Gesicht. 
chiet s. cheoir. 
chiez g. chief. 

chose s. f. II, 303, 682 Sache. 
ci arZy. I. 17, 18 II, 164, 302, 374, 398, 409 hier, s. auch Anm. zu 

I, 273 II, 267, 717 hierher. 

eil pron. dem. (subst und adj.) I, 186, 196, 229 etc. II, 62, 134, 
142 etc. — Obl. Sa. cel I, 8, 30 etc. II, 104 etc. celui 

II, 211, 254 — Nom. Fl. eil II, 144, 148, 179 etc, — Obl. PI. 
ceus II, 35 — Fem. cele I, 159 II, 309, 410, 875 Obl. Sg. celi 
(subs.) I, 91 jener, jene. 

cincheus, e II, 543 lumpig , fetzenhaft. 

eist pron. dem. II, 813 eis II, 390, 797, 804 — Obl. Sa. eest I. 42 

— II, 299, 398 etc. cestui (sahst.) II, 780 — mm. Fl. eist 

II, 378 - Obl Fl. ces II, 123 — Fem. eeste I, 52, 118, 233 

II, 118, 170 etc — Obl. Fl. ces II, 561 dieser, di 
clamer v. tr., Fr. 1. Sg. claim I, 33 erklären (clamer quite) 3. 

claime I, 196 beanspruchen. 
clerc s. m. II, 31 Geistliclier. 

clore v. tr., Fr. 3. Sg. clot II, 618, 963 einschliessen, schlie* 
coi 8. quoi. 

coiutement adv. I, 243 anmutig. 
col s. m. II, 512, 655 etc. Hals. 
color s. f. I, 95 Farbe. 
com, come adv. (Ausruf) I, 98 II, 472, 474, 898; (indir. Fr.) II, 696; 

(Vergleich) 1, 133, nach tel I, 319 II, 358 wie; nach ainsi, ausi, 

si, tant s. daselbst. 
coinander v. tr., Fr. 1. Sg. cominant II, 313, 955 — F. Ff. comande 

I, 306 befehlen, anempfehlen. 
comble II, 873 das Uebervolle. 
come s. com 
comencier v. intr., Fr. 3. Sg. comence I, 237 II, 920 — Jmp. .2. Fl. 

commenciez II, 282 — F. Ff. commencie II, 292 : mit a und 

Inf 1,237; tr. 11,325 anfangen. 
comment adv. II, 297, 320, 392, 730 (frag. Ausruf) ; IL 1015, 1022, 

1025, 1047. 1048 (indir. Frage) wie. 



— 187 — 

compaignie 8. f. II, 121 Begleitung. 

compaingnete (compaignete) 1, 189, 190 Gefährtin. 

comparer v. tr., Pr. 3. Sg. compere I, 49 büssen. 

condicion s. f. II, 912 Bestimmung, Anordnung. 

confes II, 177, 1024 jem., der eine Beichte abgelegt hat. 

confesse s. f. II, 132,' 329 Beichte. 

confesser, v. tr. II, 128 Pf. 2. PI. confessastes II, 735 jem. die 

Beichte abnehmen; rfl. II, 105 — Imp. 1. PL confessons II, 107; 

intr. gebr. 11,111, 203 beichten. 
confession s. f. II, 126, 130 Beichte. 
confondre v. rfl. II, 829 gerührt werden. 
couf orter v. tr., P. Pf. conforte II, 813 trösten. 
congie s. m. 1, 304, II, 1034 Abschied. 
conjurer v. tr., Pr. 1. Sg. conjur II, 305, 309 beschwören, flehentlich 

bitten. 
connoistre v. tr., Pf. 3. Sg. connut II, 703 704 3. PI. connurent 

11,1011 — Konj. Ipf. 3. Sg. coneust 11,649 erkennen; Konj. 

Pr. 2. PI. connoissiez II, 281 bekennen. 
conte s. m. 1, 14, 232 II, 9 Graf. 

conte s.m. 11,42 Bechnung, Zahl; 11,740, 1060 Erzählung. 
conter v. tr. II 614 — Pf. 1. Sg. contai II, 907 3. Sg. conta II, 327, 

921 — Kond. 1. Sg. conteroie 11,613 — P.Pf, conte 11,331, 

1020 erzählen. 
contre prp. 1, 48 gegen. 

eontredit s.m. 11,75 Widerrede; sanz condredit ohne weiteres. 
contree s. f. 1, 149, 294 II, 741 Gegend. 
contremont adv. II, 832 aufwärts. 
contrere s. m. 1, 212 Feindseligkeit. 
contrichion (s. S. 85) s. f. II, 911 Zerknirschtheit. 
convers s. m. II, 33 Mönch. 
convoier v. tr., Pr. 3. Sg. convoie II, 518 geleiten. 
cop s.m. 11,837, 971 Stoss, Erschütterung. 
corage s. m. II, 917 Sinn. 
coroucier v. rfl., P. Pf. coroucie II, 480 zornig werden ; tr. P. Pf. 

II, 908 erzürnt, ergrimmt. 
corre v. intr. II, 421 — Pr. 3. Sg. cort II, 878 laufen; corre seure 

a auc. auf jem. zueilen. 
cors s. m. I, 68, 167 II, 13, 25 etc. Körper. 
cors s. m. I, 257 Lauf. 
cortois, e 1,312 höfisch, fein gebildet. 
cortoisi'e s. f. II, 859 Artigkeit, höfliches Tun. 
coste s. f. II, 661 Bippe. 
coste s. m. II, 659 Seite. 
couane s. f. II, 654 Speckseite. 
coupe s. f. II, 963 Sclmld. 
couverture s. f. II, 997 Decke. 
couvine s. m. II, 261 Treiben, Handlungsweise. 
coyenir, couvenir v. impers., Pr. 3. Sg. covient 1, 19, 66, 208, 236, 



— 1 88 — 

268 [1,245, 975 — Pf. 3.8g. covinl H,54fl Fut. 3 

cotjvendra tl, 786 es ist nicht nötig. 
covent, convenl 8. w. 11,227 Kloster, Kvrche(J)\ n, 186, 228, 416, 

466,845 MniKiihnmi. Versprechen, Gelöbnis] avoir Dien eil 

covent II, 845 6?oft angeloben. 
cranche 8. w. [, 222 Krebsgeschwür. 
cras II. 21 S /W/. 

creatom 8. m. II, 96 Schöpfer (= Christus). 
creature 8. /'. II, 769, 790 Geschöpf. 
cremoit, cremu s. criembre. 
cremor 8. /'. II, 909 Frucht. 

crever r\ mir. I, L68 — P. P/". creve II, 839 platzen. 
criembre v. tr., lpf 3. Sg. cremoit II, 9, 21 — P. Pf. cremu IL 140 

furchten, zu fürchten Im heu. 
crier v. tr., Pf. 3. Sg. cria II, 1062 schaffen. 
crier v. intr. I, 160 — Pr. 3. Sg. crie II, 765 zurufen, schreiet* ; fr. 

II, 97 ausrufen, verkünden. 
croire o ; fr. I, 55 — Pr. 1 Stf. croi I, 146, II, 169, 219, 934 2. Sg. 

crois II, 933 glauben, glauben an. 
croiz s. f. I, 252, 255 II, 212, 278, 308 Kreuz. 
cru, e I, 32 roh, ungekocht. 
crüel [ 572 (irausam. 
euer s. m. I, 27, 28, 40, 41, 51, 61 etc. II, 209, 432 etc. Herz\ de 

euer I, 169, 288 II, 74 del euer II, 924 aus vollem Herzen. 
cui s. qui. 
cuidier v. tr. II, 1056 — Pr. 1. Sg. cuit I, 110. 272 II, 52, 334 etc. 

cuide I, 86 3. Sg. cuide II, 429 — lpf. 3. Sg. cuidoit IL 988 

— Konj. lpf. 3. Sg. cuidast II, 44, 46 glauben, wähnen. 
cuir, s. m. II, 660 Haut 
cuire v. tr., P. P., cuit, e I, 32 koclien. 
cuisine s. f. II, 525 Küche {im Sinne von , Essen'). 
cuisse s. f. II, 576, 663 Schenkel. 
cuite {gew. quite) I, 33 II, 402 frei, quitt. 
cuite s. cuire. 
eure s. f. I, 246 II, 49, 100 Sorge. 



D. 

dame s. /*. I, 87, 90 etc. II, 37 Dame. 

dangier s. m. II, 594 wählerisches, willkürliches Verhalten (mit 
Bezug auf das Essen). 

dant {gew. dan) s. m. II, 260 Herr {Anrede). 

de prp. von, aus, über, mit, mit Bezug auf etc. Herkunft, Aus- 
gangspunkt: I, 99, 100, 104 etc. II, 473, 495 etc.: de si a 
I, 273, de si que II, 418 bis, s. Anm. zu I, 273. — Trennung, 
Entfernung I, 13 II, 58, 106, 164, 217 etc. -— Richtung II, 129, 
427, 873. — Besitz, Zugehörigheit I, 14, 222, 252, 279 etc. — 
Mittel, Werkzeug I, 69, 133. 220 II 373, 687, 776. — Ursache 



— 189 — 

I, 40, 151, 168, 181, 258 etc. II, 112 etc. — Nach Mengeaus- 
drücken II, 30, 41, 91, 94, 250, 280 etc. — Nähere Bestimmung 
eines Substantivs I, 22, 32, 43, 171, II, 100 etc., eines Verbums 

I, 3 II, 4, 53, 135 etc., eines Adjektivs I, 138 II, 13, 14 etc. — 
Nach Komparativ I, 271 II, 57. — Beim Passivum II, 371. — 
Bei conjurer Li, 305, 306, 309, 311 beschwören bei. — Mit 
Inf. 1,246 11,49, 94 etc. — Bei parier 11,214. — Bei öir 

II, 253. — Den Breis angebend II, 590. — Eine Gattung ein- 
führend II, 458, 502 (deable de bareil). — Bei sog. Teilungs- 
artikel I, 31 II, 601. 

deable, diable, s. m. II, 111, 214, 458, 502 Teufel. 

debonaire, (debonere) II, 16, 139 gutartig. 

decoivre v. tr., Pr. 3. Sg. decoit II, 939 betrügen. 

decoler v. tr. II, 246 enthaupten. 

dedenz adv., prp. I, 158, 223, 240 II, 168, 425, 426, 430, 441, 451, 

627, 846 hinein, drinnen, in; par d. II, 450 hinein. 
deduit s. m. I, 43 Vergnügen, Lust. 
defineinent s. m. II, 999 Ende, Tod. 
del'oiz (gew. defois) s. m. II, 712 Verbot, Widerspruch. 
defors adv. II, 155 draussen. 
dehet (älter dehait) s. m. II, 354 Leid. 
deisse, deist s. dire. 
del (aus de -f le), II, 692, 693 etc. 

delessier v. tr., Imp. 1. PI. delessons II, 108 lassen, ablegen. 
delit s. m. II, 523 Genuss, Freude. 
delivre II, 269 frei) tenir a delivre IL 36 zu freier Verfügung 

haben. 
delivrement adv. II, 254 unbehindert. 
delivrer v. tr., P. Pf. f. delivree I, 293 befreien. 
demaine s. demeuer. 

demander v., a auc, Imp. 2. PI. demandez I, 116 jem. fragen. 
demener v. tr., Pr. 3. Sg. demaine I, 291 II, 533 führen, beherrschen. 
dementer, v. rfl., Ipf. 3. Sg. dementoit II, 585 klagen, jammern. 
demi e II, 534 halb. 
demoree s. f. I, 150, II, 170 Zögern. 
demorer v. intr., I, 139, 260 zögern, verweilen. 
denier s. m. I, 30 II, 469 Heller. 
dent s. m. (f.) I, 226, 227 II, 442 Zahn. 
denz s. dent. 
departir v. tr., Pr. 1. Sg. depart I, 307 austeilen ; intr. IL 976 sich 

trennen; Pf. 3. Sg. departi II 692 — subst, Inf. 1. 152 II, 216 

aufbrechen, scheiden. 
deport s. m. II, 510 Zögerung, Aufenthalt. 
deporte II, 402 frei, entledigt. 

deprier v., a auc., Pr. 3. Sg. deprie I, 205 jem. bitten. 
derriere prp. II, 143 hinter. 
derve (für desve) II, 158, 484, 905 verrückt, toll. 
des prp. I, 177 II, 666 von . . an. 
des (aus de + les) I, 226, 227 II, 586 etc. 



— 190 — 

descendn*. r. fr. I. 301 herabheben (vom Pferde) — intr. Pf 

de8oendi [1,234 — lmi>. 2. PI descendÄ 11,161 absteigen 
(vom Pferde). 

descbauz, descbaus II, B67, 559, 996 barfu 
deschevauchiei v. tr. II. 17:; vom Pferde werfen. 
descipline 8. f. II, 84, 372 Zucht, Kasteiung] Geissdung. 

descoinhrcr v. tr. J'r. .7. 8g. descombre II, 824 frei >nn> 
desconfire v. tr. II, 360 — F. Ff. desconfit II, 990 vernick 

austilgen, 
desconforter v. rfl. II, 864 — Pr. 3. Sg. desconforte I, 285 II. 1017 

— P.Pf, desconforte 11,81-1 verzagen, trostlos mn. 
desconseillie II, 1014 ratlos, unglücklich. 

descorder v. rfl. Fr. 3. PI. descordent II, 1046 nicht übereinstimmen. 
descort 8. m. II, 26 Nichtübereinstimmung (s. Anm 
descovrir v. tr. y Fr. 3. Sg. descuevre II, 824 — F. F., descouvert 

II, 659 cntblössen. 
descrire v. tr., Ff. 3. Sg. descrist II, 930 he schreiben, auseinander' 

setzen. 
desdaing. 8. m. II, 407 Geringschätzung, Hochmut. 
desdaingneus II, 20 nicht achtend, hochmütig. 
desdaingnier v. tr., Fr. 3. Sg. desdaingne 11,644 geringschdü 
desdire /;. tr. I, 123 widersprechen. 
deseure adv. II, 877 Jwrauf. 
desfaire v. tr. F. Ff. destait (desfet), 11,92, 702 verunstalten, >'nt- 

stellen. 
desfendre v. tr. II, 539 verteidigen — Fr. 3. Sg. deslant II. 

verwehren, 
desir s. m. II, 853 Wunsch, verlangen. 
desirrier s. m. II, 855 Verlangen. 
des jeuner v. intr. II, 82 das Fasten breclwn. 
desloial II, 17 unredlich. 
desouz adv. II, 661 darunter. 

despendre v. tr. F. Ff. despendu II, 589, 772 ausgeben. 
despire v. tr. II, 1055 verachten. 
depit 8. m. II, 94 Verachtung. 

despondre v. tr. Fr. 3. Sg. despont I, 23 auseinandersetzen, er/dar 
despris II, 721 entblösst. 

desrober v. tr., Ipf. 3. Sg. desroboit II, 29 berauben. 
desrochier v. tr. F. Ff. desroebie II, 702 in elende Verfassung 

bringen, zugrunde richten. 
desrout e II, 563 aufgebroclien, zerrissen. 
destachier v. rfl., Fr. 3. Sg. destache II, 980 sich loslösen. 
destraindre v. tr., Fr. 3. Sg. destraint 1, 161 bedrä>igen. 
destrece 8. f. I, 174 II, 781, 865 Drangsal, Not. 
destrier s. m. I, 201 Streitross. 
destroit II, 598 bedrängt. 
destruire v. tr. Fr. 3. Sg. II, 310 — F. Ff. destrnit II, 23 

nichten, zugrunde richten; rfl. Fr. 3. Sg. destruit II. 800, 

805 sich rerzehren. 



— 191 — 

deus Nom. Sg. zu duel, s. daselbst. 

deusse, deussies, deust s. devoir. 

devant prp. örtlich I, 311 II, 144, 145, 180 etc., zeitlich II, 1006 
vor; adv. II, 191, 398 vorne. 

devendres (gew. divendres) s. m. II, 61 Freitag. 

devenir v. intr., Pf. 3. Sg. devint II, 319 werden. 

devoir v. intr., Pf. 1. Sg. doi J, 78, 153, 154, 277, 296 3. Sg. doit 
I, 15, 45, 188, 197, 199 II, 81, 88, 109, 110 etc. 2. PI. devez 
I, 231, II, 209 — Kon]. Pr. 2. PI. doiez I, 120 — Konj. Ipf. 

I. Sg. deusse II, 173 3. Sg. deust II, 440 2. PI. deussies II, 95 
sollen, müssen; mit Fug, mit gutem Becht (etwas tun) I, 78, 
153, 154, 277, 296. 

(lifthlf* s deat)lp 

dieu s. m. I, 7, 13, 88 etc. II, 21, 34 etc. Gott, II, 79, 436, 938 = 

CJhri^ tu^ 
dire v. tr. 1,12, 78, 277 II, 146, 276 etc. — Pr. 1. Sg. di II, 304, 

506 etc. 3. Sg. dit I, 41 2. PI. dites I, 11, 25 II, 314 3. PI. 

dient II, 149, 1043, 1047 — Konj. Pr. 3. Sg. die II, 541 — 

Konj. Ipf. 1. Sg. deisse II, 263 3. Sg. deist II, 636 — Pf. 3. Sg. 

dist I, 10, 20, 66 etc. II, 200, 260, 289 etc. 3. PL disent II, 75 

(dial.) — Fut. 1. Sg. dirai II, 230, 323 etc. 2. PI. direz II, 256. 

297 — Kond. 1. Sg. diroie II, 645, 677 — Imp. 2. Sg. di 

II, 718, 732, 919 2. PI. dites II, 265, 291, 359, 496 — P. Pf. 
dit, e I, 250, 260 II, 64, 76 etc. sagen, erzählen; subst. Inf. 
II, 513 ; dire de I, 287 II, 11 erzählen von ; dire absolut (ohne 
ausgesprochenes Objekt) I, 84, s. Anm. ; dire intr. II, 72, 273, 
321, 343 reden, sprechen: c'est a dire I, 283 das heisst. 

dit s. m. im ExpUcit der zweiten Dichtung: Erzählung; Obl. PI. 

II, 55 568 Beden. 
doinst s. doner. 

dolant I, 79, 133 II, 30 bekümmert. 
dolereus II, 697 schmerzerfüllt. 
doloir v. intr. und rfl. 1, 51, 230, 310 — Pr. 1. Sg. dueil I, 108, 109 

Schmerz empfinden. 
dolor s. f. 1, 96 II, 843 Schmerz. 
domage s. m. 1, 268 Schaden. 
donc adv. II, 359, 919 (beim Imp.) also, doch. 
donner v. tr. I, 4 — Pr. 3. Sg. done I, 71, 76, 87 etc. — Konj. Pr. 

3. Sg. doinst II, 136, 280, 388 — Pf. 1. Sg. donai I, 209, 2. PI. 

donastes I, 219 — Kond. 2. PI. donriez II, 375 — Imp. 2. PI. 

donez II, 811 — P. Pf. done I, 26, 77, 93, 108 II, 971 geben. 
donques adv. II, 133, 732 (bei Imp.) also, doch; II, 862 da. 
dont (= donc) adv. I, 211, 232 II, 429, 438, 947 da; I, 125 II, 220 

(in Frage u. bei Imp.) denn, also ; II, 779 (Nachsatz einleit.) 

dann. 
dont adv. II, 724 (ind. Frage) woher ; relativ, auf Personen und 

Sachen I, 92, 101, 108, 295 II, 11, 98, 258, 276 (auf ce bez.), 

404, 515, 673; auf Satz bez. II, 766, 829. 
douaire s. m. I, 295 Morgengabe. 



— 192 — 

doublier >. m. II. 470 Quersach 

doucemenl adv. I. 170 II. 185, 190, 204 etc. sanft, n 

doutance >. f. I. L93 II, 404 Furcht 

doute s. m, LI, -~>77 Zweifel. 

donter /•. wtfr., Pr. v. p/. doutent II, 1012 zweifeln. 

douz [,98, L00, L05 *te. II, 708 4&; /'. douce 11.77: tm- 

genehtn, lieb. 
drap 8. w». [,22 II. r>16, 590 VW*, Gewo 
draa 8. drap. 

droit II, 150 gerade; adv. II, 61 tont droit gerade 
droit 8. m. f, '214, 296 II, 1004 Becht] par droit ///// IfecÄt; a droit 

11,294, 856, 1058 in regelrechter Weise. 
droiture s. f. 11,869 gerade Bieht/wng\ a droiture geradesweg$. 
du (aus de + le) 1,31, 157, 293 11,25 etc., s. de. 
duc 8. m. II, 10 Herzog. 
dueil s. doloir. 

duel s. m. I, 151, 203 II, 299, 752, 787 Schmerz, Leid. 
dur, e II, 524, 770 hart. 
durement adv. II, 446 stark, heftig. 
durer r. Mr. 11,901 — IV. 3. fy dure 11,556 — i'. 7'/. dun- 

II, 679 dauern, von Dauer sein, fortbestehen. 
durte 8. f. II, 825 Ifärte. 
dusque oefo. II, 302, 362, 652 bis. 



E. 

eaue s. f. II, 624, 743 Wasser. 

el (aus en -f le) 1, 167 U, 16, 154, 180, 336, 869. 

el neiitr. II, 179, 242 anderes; ne un ne el II, 497 garnic 

ele pron.pers. f. I, 6, 122 II, 981 — 0Z>7. li I, 111. 

embracier v. tr. Pr. 3. Sg. embrace II, 959 umarmen. 

embronc II, 571 finster, unmutig. 

embrons s. embronc. 

empire s. m. II, 714 Reich. 

emplir v. tr., 11,434, 854 — Pf. 3. Sg. empli 11,826 — P.P\. 
empli II, 871 fidlen, anfüllen. 

emprendre v. tr. P. Pf. f. emprise IT, 236 unternehmen. 

en prp. 1, 149, 155, 174, 185 etc. 11, 2, 47 etc. in, nach; s. taut: 
beim Ger. I, 82, 102, 107, 132, 160 etc. II, 587 etc. 

en (ent II, 492) adv. auf Sachen und Personen bez. I, 45, 54, 60. 
61, 78, 97, 106, 135, 209 etc. II, 30, 42, 48, 93, 120 etc. davon, 
mit Bezug darauf, darüber, deshalb etc.; bei Verben der Be- 
wegung 1, 148, 158, 180, 248, 249, 25t etc.; bei rfl. taire 
11,365, 379: scheinbar beziehungslos 11,451. 

enchanter v. tr. P. Pf. enchante II, 505 verzaubern. 

encoloree f. I, 94 rotfarbig. 

encombrier s. m. II, 174 Hindernis. 

encor adv. 1,14: noch 1,275 noch (immerhin) II. 272. 1049 immernoch. 



— 193 — 

encore adv. I, 28 II, 89 noch II, 727, 852 immer noch II, 838 

künftighin noch. 
encressier v. tr. Fr. Pf. encressie II, 333 fett machen. 
endurer vtr. II, 902 - P. 3. Sg. endur II, 555 — P. P/". endure 

II, 680 ertragen. 
enfant s. enfes. 
enfer s. m. II, 884 Rolle. 
enferme f. (Obl. Sg. m. enfer) II, 624 verdorben, faulig (vom 

Wasser), s. Anm. 
enfes s. m. Nom. I, 47 II, 475 — Nom. Fl. enfant II, 86 Kind. 
enfoui'r v. tr. Ff. 3. Fl. enfouirent II, 1032 begraben. 
enluminer, intr. gebr. Fr. 3. Sg. enlumine II, 537 in Glut geraten. 
enragie (für enragiee f.) I, 225 wütend. 
ens adv. II, 162 hinein. 
ensamble adv. I, 217 zusammen, zugleich. 
enserrer v. tr. Fr. 3. Sg. enserre II, 618 einschliessen. 
ensevelir v. tr. Pf. 3. Fl. ensevelirent II, 1031 in ein Leichentuch 

wickeln, zur Bestattung herrichten (so noch neufrz.), s. Bisop 

im Archiv 109 S. 211 und A. Schulze eb. 110 S. 472. 

ensi adv. II, 57, 59 so. 

ent s. en. 

entan adv. II, 1001 Jahrs zuvor. 

entechier v. tr. F. Ff. entechie IL 98, 258, 806, 885 beflecken. 

entendre v. tr. Ff. 1. Sg. entendi II, 12 — P. Ff. f. entendüe I, 238 

hören. 
entente s. f. II, 448, 748 Aufmerken, Bemühung. 
enterra s. entrer. 

entir II, 312, 938 ganz, unversehrt, s. Anm. zu 312. 
entre prp. II, 1, 131, 617 zivischen. 
entremetre v. rfl. II, 449 — Fut. 1. Sg. entremetrai II, 266 sich 

einlassen auf, sich befassen mit. 

entrer v. intr., Conj. Ipf. 3. Sg. entrast II, 441, 451 — Pf. 3. Sg. 
entra II, 426, 435 etc. 3. Fl. entrerent II, 153 — Fut. 1. Sg. 
enterrai II, 112 3. Sg. enterra II, 437 — P. Ff. entre I, 240; 
rfl., Pf. 3. Sg. I, 158 eintreten, eindringen. 

envie s. f. I, 168 Neid, Missgunst ; II, 250 feindselige Gesinnung. 

environ prp. II, 23 rings um, um . . . herum. 

enyvre II, 262 betrunken. 

enz adv. II, 235 hinein. 

ere, ert, erent 8. estre. 

erme (gew. arme, ame) s. f. II, 452 Seele. 

ermitage s. m. II, 152, 690, 695 Einsiedelei. 

ermite, hermite s. m. II, 32, 181, 184, 313, 330 etc. Einsiedler. 

errer v. intr., Fr. 3. Sg. oirre II, 547, 570, 571, 602 3. PI. oirrent 

II, 171 tv andern, zielten. 
es (aus en + les) II, 666. 
es s. estre. 
esbahi, e I, 133, 186 II, 69 bestürzt, blöde. 

Schul tz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungen. 13 



— 194 — 

eschaper ?\ intr., K<n<j. Ipf. 2. PL eschapissiez II, 247 — P. Pf 

eschape II, 986 entrinnen. 
escharnir v. tr., Pr. 8. PI. esc.harnissent 11,638 verspotten, erkühnen. 
escient in mien escient I. 284 meines Wissens. 
escil s. m. II. 501, 788 Elend, 
escillier v. tr., P. Pf. escillie II, 1013, f. escillie (für escilliee) 

II, 557 übel zurichten^ zu Grunde rirhten. 
escole 8. /'. II, 496 Unterweisung, Auskunft. 
escoufle 8. /'. II, 131 Weih, Hühnergeier. 
escouter v. tr., intr., Fut. 1. Sg. escouterai II, 282 — Imp. 2. PL 

escoutez II, 384 anhören, aufhorchen. 
escrier v. rfi, Fr. 3. 8g. escrie 1, 132 — Pf. 3. Sg. escria I, 232 

II, 767 — P. Pf. escrie, e I, 70, 211 ausrufen. 
escripture s. f. II, 50, 288 heuige Schrift; II, 870 schriftliche Quelle. 
eseuier s. m. I, 311 Knappe. 

escurer v. tr., P. Pf. escure, e II, 840, 977 säubern. 
esforcier v. rjl., Pr. 3. Sg. esforce II, 620 — Pf. 3. Sg. esforga 

II, 689 sich anstrengen. 
esmaier tr. gebr., Pr. 3. Sg. esmaie I, 60 zum Verzagen bringen. 
esmerer v. tr., P. Pf. f. esmeree II, 978 reinigen, läutern. 
esmerveillier v. rfi , Pr. Sg. esmerveille II, 796 — Ger. esmer- 

veillant II, 587 sich verwundern, erstaunt sein. 
espandre v. tr., P. Pf. espandu II, 874 ausgiessm. 
espardre v. tr., P. Pf. espars II, 874 verstreuen. 
espargnier v. tr. II, 48 — Ipf. 3. Sg. espargnoit II, 31, 39 cei-- 

schonen, ausnehmen. 
espars s. espardre. 
espaule, s. f. II, 652 Schulter. 
esperance s. f. II, 828, 964 Hoffnung. 
esper du I, 248 bestürzt. 
esperitiex Nom. (s. Anm.) II, 993 überirdisch, Jem. dessen Geist 

erleuchtet ist, der in himmlische Dinge eingeweiht ist. 
espine s. f. II, 562 Dom. 

espirs s. m. II, 836 Geist, II, 882 sains e. lieilige Geist. 
esploitier v. tr., Imp. 2. PI. esploities II, 167 betreiben. 
espousee f. I, 115 Angelobte, Braut. 
espouser v. tr., P. Pf. f. espousee I, 210 heiraten-, Pr. 1. Sg. espouse 

I, 131 — Imp. 2. PL espousez I, 113 durch Trauung an- 
vermählen. 
esprendre v. intr. gebr., Pr. 3. Sg. esprent II, 532 sich entzünden, 

sich erhitzen. 
espringuier v. tr., Imp. 2. PI. espringuiez I, 243 springen, hüpfen. 
esprover v. tr., Pr. 3. Sg. esprueve II, 530, 551 auf die Probe stellen. 
essai s. m. II, 196, 612 Versuch, Probe. 
essaier v. tr., Pr. 3. Sg. essaie II, 427 versuclien. 
estanchier intr. gebr., Pr. 3. Sg. estanche 11,833 anhalten, sich 

erschöpfen. 
estature s. f. II, 1009 Gestalt. 
estavoir (gew. estovoir) v. impers. I, 20 — Pr. 3. Sg. estuet II, 321, 



— 195 — 

672, 682, 936, 952 — Fut 3. Sg. estovra II, 592, 902 nötig 
sein] par estavoir I, 20 II, 272 notwendigerweise. 

estendre v. rfl, P. Pf. estendu II, 879, 961 sich hinstrecken. 

estouper v. tr., P. Pf. estoupe II, 429 verstopfen. 

estout II, 20, 432 stolz, hochfahrend. 

estraindre v. tr., Pr. 3. Sg. estraint II, 442 zusammenpressen. 

estraingne, estrange II, 2, 522 fremd, abgelegen. 

estrangler v. tr., P. Pf. f. estranglee II, 371 aufzehren, vernichten. 

estre v. intr. I, 254, 256 II, 46, 322 — Pr. 1. Sg. sui I, 44. 58, 135 
etc. II, 210 etc. 2. Sg. es II, 719 721, 724 etc. 3. Sg. est 1, 14, 
70. 74 etc. IL 23 etc. 2. PI. estes II, 98, 208, 243, 258 etc. 
3. PI. sont 1. 280, 281, 282 II, 141 etc. — Konj. Pr. 1. Sg. soie 

I, 29, 164 II, 139, 355 2. Sg. soies II, 887 3. Sg. soit 1, 56, 253, 
273 etc. II, 52 etc. 2. PI. soiez II, 201, 385, 484 etc. — Ipf. 
3. Sg. ere I, 5 ert 1, 159 II, 26, 250, 588, 670, 727, 989, 1005 
estoit I, 3, 312 II, 4, 6 etc. 3. PI. erent II, 34, 661 estoient 

II, 853, 983 — Konj. Ipf. 1. Sg. fusse II, 898 fuisse I, 221 
3.Sg. fust 1, 114 11,45, 53, 236, 459 etc. 2. PI fussiez II, 177, 
334 — Pf. 1. Sg. fui II, 904 3. Sg. fu I, 73, 186, 202 II, 58, 63, 
186 etc. 3. PI. furent II, 69, 1001, 1014 — Fut. 1. Sg. iere 
II, 223, 500 ere I, 26 serai I, 136 II, 464 etc. 2. Sg. seras 
II, 885 3. Sg. ert II, 90, 337, 411, 463, 526, 787 sera I, 315 
II, 436 1. PI. serons 1, 191 2. PI. serez II, 302, 400 3. PI. erent 
II, 128, 465, 466 — Kond. 1. Sg. seroie II, 140 3. Sg. seroit 
II, 269, 370 1. PI. seriens 1, 185 sein-, subst. II, 259, 271 Wesen, 
Leben. 

estuet s. estavoir. 

estrier s.m. I, 202 Steigbügel. 

estrine s. f. II, 83 in a male estrine, s. Anm. 

estrumele II, 576 mit zerfetzter Unterbeinbekleidung, s. Anm. 

et konj. I, 13, 22 etc. II, 1 etc. und-, I, 234, s. Anm.; II, 60 und 
zwar; 11,214 Frage einleitend; 11,800, 853 und doch; et — et 
sowohl — als auch II, 156, 217 etc.; et si 1, 162 II, 427, 448, 
629, 748 und doch. 

eu, eusse, eust, eussent s. avoir. 

eure s. f. 1, 110 II, 286, 472, 1023 Stunde. 

eve s. f. II, 508, 529, 550, 758 Wasser. 

ez I, 67, 155 siehe da. 



F. 

fable s. f. II, 112 Gerede. 

faillir v. intr., Pr. 3. Sg. fallt II, 1060 zu Ende gehen I, 27, 28 

II, 953 — Fut. 1. Sg. faudrai 1, 166 versagen, im Stiche lassen. 
fain, faim s. f. II, 599, 657 Hunger. 
faintise s. f. II, 857 Heuchelei. 
faire, fere v. tr., I, 213, 236, 296 II, 54, 94, 109, 179, 273, 275, 276 

etc. — Pr. 1. Sg. faz II, 487, 488, 3. Sg. fait, fet I, 51, 151, 

13* 



— 196 — 

215 [1,90, 99, 111, L19, 137, L46, I6ö etc. 2. PL fetea [1,482, 
780 3. PI. tont JI. 70, 86, 93 rtc. Konj. Pr. 1. 8g. face I. 
II. 135 2. PI faafez I, 130 Zp/. •>'. 8g. fesoil [£35 K 
Zjp/; .;. >//. fgisl 11,25, 335 Pf. 1.8g. fta [,266 [1,777 3.8g. 
tot [,213 [1,30, 131, 452 ete. Fw*. /. S^. ferai [,50, 235 
[1,120, 224 etc. 3.8g. fera [1,179, 847 Z.P7. ferou 11,71 
v. /V. ferez 1 1. 207, 2^7, 392 — Kond. 1 8g. feroie I. :;7 II. L66, 
365 Imp. 2. PI. fetes 11, L18, 22 \ 395 - P. Pf. mit. fet, e 
I, L18, 23Qetc. 11,6, 91, 128 etc., s. toutafait, ?/?"'•/> 
fuhren, schaffen, veranlassen, dichten, singen (s. inm. -zw 
[,235 t*. 296), sagen {in eingeschobenen Sätzen); mit doppeltem 
Akkus. II, 353; faire joie IL 891 Freude bekwnden ; ohne Objekt 
1,46 handeln; als Verb. vic. in verschiedenen Zeiten 1.47. 11,251, 
260, 296, 301, 363, 368. 

fait, fet s. w. II, 55, 331 Tat. 

l'ame 8. /*. II, 45 Frau. 

famine 8. f. II, 538 Hanger. 

faus II, 18 falsch. 

faut 8. faillir. 

faz. s. faire. 

feist 8. faire. 

fei Nom.Sg. 11,17, 156, 250, 284 06/. / J /. felons IL 572 &< 

fere s. faire. 

ferir #. fr*. II, 376 — Konj. Pr. 3. Sg. fiere II, 286 schlagen. 

fermer v. tr. II, 6 befestigen. 

ferre m cheinin ferre II, 150 gepflasterter Weg [ßuchier im Glos 

zu Los Narbonnais: route empierree avec les scories des mines 

de fer). 
festu s. m. II, 515 Strohhalm. 

feture {älter faiture) s. f. II, 1010 Ausselien, Körperbeschaffenheit. 
feu s. m. II, 503 F'euer. 
fez (gew. fais) s. m. II, 460 Last. 
ti, iVom. Sg. fiz II, 989 softer, 
fiancier v. tr. I. 65 sich mit jem. verloben (von der Frau gesagt, 

die sich mit e. Manne verlobt). 
fier, e II, 19, 222, 285 stolz, stark, gross. 
fierement adv. II, 160, 491 unicirsch, stolz. 
fiex s. fil. 
fil 8. m., Nom. Sg. filz 1, 14, 232 üex II, 915, 931 Sohn (auch kosend 

in der Anrede). 
file s. m. II, 667 Gesponnenes, Kleidungsstück. 
fille 8. f. I, 2, 16, 46, 72 Tochter. 

fin s. f. II, 913, 914 Ende, Ausgang; en la fin 11,956 schliesslich. 
fin, e I, 197 echt, treu; II, 488 (par fine arramie) rein (im Sinne 

von ,nur c , ,ausschliesslich ( ). 
finer v. intr., Ff. 3 Sg. fina 11,1061 - Fut. 1 Sg. 11,454, 467. 

950 aufhören, sterben. 
fiz s. fi. 



— 197 — 

flambe s. f. II, 503 Flamme. 

flor s. f. I, 35, 175 Blume. 

flos s. flot. 

flot s. m. II, 925 JF7ttf . 

ilueve s. m. II, 970 Strom. 

foi s. f. I, 124, 128 II, 90, 137 Treue. 

foible II, 199, 670 schwach. 

t'oison s. /*. II, 841 Fülle. 

foiz s. /*. II, 706, 711 Jfo/. 

fol II, 270 närrisch. 

foli'e s. f. II, 946 Nichtigkeit, eitles Trachten. 

Miete s. f. I, 270 Torheit, törichtes Tun. 

fondre v. intr. II, 830 zerschmelzen. 

fontaine s. f. II, 399, 410, 425 e£c. Quelle. 

force s. f. 1,213 11,273, 275, 321, 629 Gewalt, Kraft- par force 

II, 343, 592 mit Gewalt, notgedrungen. 
forest s. f. II, 152 Wald. 
forgier v. tr. II, 1057 schaffen. 
fors s. fort, 
fors jörp. II, 146, 516, 518, 585, fors que II, 221, 799 ausser; adv. 

mit de 11,428, 511 aus — heraus (issir). 
fort, e II, 8, 574, 632, 715, 838 stark; II, 156 gewalttätig; adv. I, 60 

11,171 sehr. 
fouler v. tr., Imp. 2. Sg. foule I, 17, 18 treten. 
franchise s. f. II, 858 edle Tat. 

frere s. m. II, 290, 472, 708 etc. Bruder {kosend in der Anrede). 
froit, froide II, 525 kalt; subst. Obl. PI. froiz II, 560 Kälte. 
front s. m. II, 653 Stirn. 
fu, fui, fusse etc. s. estre. 
fuir v. intr., Ger. I, 248, 257 flielien; rfl. mit en Imp. l.Pl. fuions 

I, 251 entfliehen. 
fuster v. tr., F. Pf. f. fustee II, 621 durchsuchen, durchstöbern. 



g' 8; je- 

gaaignier v. $r. I, 265 gewinnen; objektslos II, 68 Beute machen. 

gabois s. m. II, 99 Spott, Scherz. 

garde s. f. II, 504 IZw^ Gewahrsam, s. prendre. 

garder i?. tr., Pr. 3. Sg. garde II, 286 — Konj. Pr. 3. Sg. gart 1, 13 
II, 775 — Ipf. 3.Sg. gardoit II, 27 — Fut. 1. Sg. garderai I, 34 
— P. Pf. garde II, 884 beachten, beschützen, behüten, über- 
wachen; rfl. II, 187 sich hüten. 

gelee s. f. I, 175 Frost. 

genillon s. m. in a genillons II, 385 auf den Knien. 

gent s. f. II, 41, 725 — Nom., Obl. PI. genz II, 64, 105, 571 (wi.), 
1057, 1058 Leute, Volk. 

gentil II, 209 — Nom. Sg. gentiz I, 112 lieb, edel. 



— 198 — 

gentiz s. gentil. 

genz s. gent. 

gesir v. itifr., Pr. 3. Sa. gist II, 965, 969 Ipf. >. 8g. g^soit II. 57!). 

— (irr. rasant II, 907 liegen. 
geter t?. //•., Ipf. 3. 8g. getoit II. 835 — Pf. -eta II, 831 

werfen; geter puer (II, 831) fortwerfen, geringschätzen. 
gironee s. f. einen Schoss voll, in a gironees I, 307. 308, 309 in 

Fülle. 
gloire s. f. II, 1064 himmlische Herrlichkeit. 
glorious II, 264 ruhmreich. 
goute s. f. II, 426, 435, 441 etc. Tropfen. 
graci'er v. tr., Pr. 3. PI. gracient II, 1040 danken. 
grain 8.1». 11,437, 478, 627, 760 Korn (flg.: kleine Menge). 
graut I, 75, 85, 174 etc. II, 4, 26, 75, 78 etc. gross. 
gre s.m. I, 298 Gefallen. 
grenier s. m. I, 31 Kornkammer. 
gresle II, 656, 664 dünn. 
grevain, e II, 632 schwer, drückend. 
grever v. tr., Konj. Pr. 2. PI. grevez II, 483 kasteien; mit Dativ 

d. Person II, 674 (greva Pf. 3. Sg.) schwer sein, drücken. 
gros II, 655 dick. 
gue 8. m. II, 758 Furt. 

H. 

ha I, 112 II, 730, 810 ha! 

häir v. tr., Pr. 3. Sg. het II, 644, 761 3. PI. häissent II, 637 hasseti. 

haitier v. impers., Pr. 3. Sg. haite II, 412 belieben. 

halle {gew. hasle) II, 575, 668 von der Sonne verbrannt. 

haper v. tr., P. Pf. f. hapee II, 985 hasclien, schnappen nach. 

harnois s. m. II, 100 eig. Harnisch, hier fig. = Zur ästung , Um- 
stände. 

haster v. rfl., Pr. 3. Sg. haste I, 143 — Imp. 2. PI. hastes II, 936 
sich beeilen 

haut, e 1,3, 297 11,3, 11, 1042 hoch, vornehm; 1,70 11,767 
laut. 

hautement adv. II, 1030 stark, sehr. 

hautisme II, 306 sehr hoch. 

herbregier v. tr. II, 578 beherbergen. 

hericie II, 651 struppig. 

hermite s. ermite. 

het s. häir. 

hiraudi'e s. f. II, 542 schlechter Kittel. 

hom s. m. Nom. Sg. II, 3, 11, 52, 199, 238, 344 etc. — Obl. Sg. 
homme 1, 272 II, 21, 104, 154, 544 etc. Nom. PI. homme II, 145, 
421 — Obl. PI. hommes II, 92, 491 Mensch, Mann. 

honir v. tr., Ipf 3. Sg. honissoit II, 51 — P. Pf. honi II, 46 jem. 
Schimpf antun. 

honorer v. tr., Pr. 3. PI. honeurent II, 1030 ehren. 



— 199 — 

honte s.f 1,15, 231 11,25, 41 Schimpf, Schande; 11,639, 641 

Schimpfrede; a honte II, 35 in schmählicher Weise. 
honteus, e II, 319 beschämt; II, 544 schambereitend. 
hors adv. II, 837 Jieraus. 

hui adv. I, 253, 254 II, 81, 87, 202, 233, 236, 307 etc. heute, jetzt. 
huimes adv. II, 696 nunmehr. 
humelier v. rfl. II, 583 sich demütigen. 
humilite, umilite s. f. II, 38, 136, 826, 942 Demut 



i adv. I, 9, 139, 161, 259, 283, 291 II, 181, 224, 229, 230, 231 da, 
dort (in V. 9, 161, 291 fast pleonastisch) , I, 268 II, 102, 328, 
922, 930 dabei, II, 121, 127, 423, 435, 437 dorthin, II, 193, 
194, 509 hierher, 11,785 hier; auf Sachen, Abstr. und Person 
bezüglich 1, 102, 280 II, 107, 114, 117, 205, 206, 823, 945, 979; 
auf Folgendes hinweisend II, 937; pleonastisch auf Voran- 
gehendes zurückweisend II, 530; bei a, avoit etc. s. avoir. 

iere s. estre. 

iex s. oeil. 

il pron. pers. m., Nom. Sg. I, 31, 49, 69, 77, 143 etc. II, 9 etc. — 
Obl. Sg. lui II, 23, 26, 56, 116, 131 etc., Bat. a lui II, 1063 
Nom. PI. il 1,281 11,75 — Obl. PI, eus 11,127, 143, aus 
II, 995, 1017 er. 

il neutr. I, 1, 97, 130, 194 etc. II, 66 etc. es. 

irai, ira etc. s. aler. 

ire s. f. 1, 13 II, 326, 443, 849 etc. Aerger, Zorn; II, 751 Kummer. 

ireeraent adv. II, 486, 726 in zorniger Weise. 

irous II, 157 zornig. 

isnel I, 65 schnell; isnel le pas sofort. 

issir v. intr., Pr. 3. Sg. ist II, 428 3. PI. issent II, 925 — P. Pf. 
issu, e 11,511, 981; rfl. Pf . 3. Sg. issi 11,977 hinausgehen, 
herauskommen. 

itant neutr. II, 956 soviel. 

J. 

ja adv. 1, 58, 114 schon, I, 9, 10 II, 950 gleich, bald, I, 73 ehemals, 

1,29 11,355 jemals (nach negativ. Hauptsatze); ja ne (ja . . . 

ne), ne . . . ja I, 7, 26, 110, 124, 128 II, 48, 102, 137, 224 etc. 

niemals; ja mes I, 137, 166, 228 II, 140 etc. fernerhin, II, 52, 

177 jemals. 
jadis adv. II, 3 ehemals. 
Jalousie s. f. I, 215, 224 Eifersucht. 
jambe s. f. II, 663 Bein. 
J e Q!> g') pron. pers., Nom. 1, 9, 10, 12 etc. II, 11 etc. — Obl. moi 

I, 8, 127, 140 etc. II, 213 etc., mi (dial.) I, 271, 272 II, 175 

(ce poise mi), 957. 



— 200 — 

je] (aus je le) II. 416, 41!». t. Le (verb. fron. Ohl. m.y 

jes (aus je les) II. 919. 

jeune 8. m. II, 86 "Fasten. 

jeuner, junei v. vni/r. [1,81 — Pr. 3. >'//• i 1111 *- 11,597 /•'/*'. 2. PL 

jnnerez II, 861 festen. 
joie 8. f. 1,83, 104, 181, 315 etc. Freude II. 235 male joie (ironische* 

Oxymoron?) schlechte Freude <l. k. keine Freude, 
joindre in a mains jointes II, 923 mit gefalteten Händen. 
joli, e 1,69, 135, 13(5, 179 lustig, vergnügt. 
jolüement adv. I. 171, 172 in schöner Weise. 
joliet, e I, 44, 299, 300 lustig. 
jolietement adr. I, 289, 290, 291 in niedlicher Art. 
jor s. m. I, 29, 137, 165, 166 II, 48, 61, 109 etc. Tag; toz jora II. 109, 

532, 892 immer, in eitlem fort. 
jornee s. /'. If, 169 Tagewerk. 
jugement s. m. II, 1059 Urteil. 
jugier v. tr. II, 1058 richten. 
june, junerez s. jeuner. 

jurer v. intr., Pr. 3. Sa. jure II, 446 schworen, fluchen, s. Anm. 
jus adv. II, 202, 646 Itemieder, abwärts; metre jus ablegen, 
jusque, jusques adv. II, 576, 619, 656, ti66, 992 bis. 



K. 

keu s. m. II, 64, 69 Koch. 



la adv. I, 8, 116, 121 II, 168, 1026 dort II. 646, 1064 dorthin. 

la (F) verb. pron. Obl. f. I, 4, 33. 187 etc. 

la (T) ^4r£. f. I, 24, 56 etc. II, 5 etc. 

laborer stiftst. In/". I, 262, 263 Arbeiten. 

lai s. m. II, 623 See. 

laier v. tr., Fut. 2. PI. lerez II, 338 lassen. 

lais s. lait. 

lait II, 568, 575 hässlich. 

lange s. w. II, 369 ivolle>ier Stoff. 

las, se I, 125 II, 584 matt, elend, unglücklich. 

latin II, 64 lateinisch, Art und Weise zu reden. 

l'autrier s. autrier. 

laver v. tr., P. Pf. lave II, 463 waschen. 

le (P) verb. pron., Obl. m. 1,7, 8, 17, 18, 59 etc.; angelehnt : II. 416, 

419, s. jel. 
le (1') werft, pron. neutr. I, 49, 129, 213 II, 12, 73 ete. es; einen 

vor auf gehenden Begriff aufnehmend II, 355; angelehnt II, 244. 

487, 1054, s. nel. 
le werft, pron. Obl. f. I, 93, 116, 196 II, 356, 359, 1027, s. S. 29 u. 85. 
le (T) ^4/7. I*. I, 18. 19, 76 etc. II. 22 etc. 



— 201 — 

le Art. f. II, 599, 8. S. 85. 

leaument adv. I, 244, 245 auf treue, redliche Weise. 

ledengier {älter laidengier) v. tr., Fr. 3. PI. ledengent II, 638 

schmähen. 
leenz adv. II, 153, 223, 697, 698, 1007 dorthinein. 
legier II, 216 flink, sehr bereit. 
Ten II, 636 = li en, s. pron. li u. S. 31 Anm. 1. 
lerez s. laier. 
lerme s. f. 11,830, 832, 866 etc. Träne; 11,451 das Mass einer 

Träne. 
lerres Nom. (Voc.) Sg. zu larron II, 76, 479, 753 Spitzbube (als 

Schimpfwort), böser Mann. 
les verb. pron. Obl. PI. m., f. I, 247, 284, 306 II, 27 etc., s. jes. 
les Art. Obl. PI. m., Nom., Obl. PI. f. I, 108, 165, 222 etc. II, 27, 

33 etc. 
lessier {älter laissier) v. tr. II, 967 — Imp. 2. Sg. lesse II, 789 2. PI. 

lessiez I, 261 II, 254 zulassen, zurücklassen, unterlassen. 
leu, Heu s. m. I, 191, 313 (fig.) II, 563, 634, 692 Ort, Stelle. 
leu s. m. II, 158, 755 Wolf; leu warou Werwolf. 
leur, lor pron. poss. m., f. II, 106, 126, 155, 1008, 1012, 1035, 1037. 
leur verb. pron. Bat. m., f. II, 146, 496, 1019, 1020. 
lever v. rfl. Konj. Ipf. 1. Sg. levaisse II, 237 — Pf. 3. Sg. leva 

II, 443 — P. Pf. leve II, 63 sich erheben. 
lez prp. I, 178, 188, 205 neben, bei. 
li (1') Art. Nom. Sg. m. 1, 14, 15, 20, 24 etc. II, 11 etc. 
li Art. Nom. PI. m. I, 280, 282 II, 69 etc. 
li verb. pron. Bat. m., f. I, 23, 24, 33, 40, 105 etc. II, 75 etc. 
li s. ele. 

lie II, 334, 887 froh. 
lie s. f. II, 945 Hefe. 

liement (für lieement) adv. I, 169, 242, 288 II, 960 froh. 
lieu s. leu. 

lignage s. m. II, 14 Verwandtschaft, Sippe. 
lis s. lit. 

lit s. m. II, 524 Bett, Lagerstätte. 
löer 17. tr., P. Pf. löe II, 916 loben. 
lonc I, 142, 146, 173, 651, 656 lang. 
longuement adv. II, 792 lange. 
Ions s. lonc. 
loquier (für lochier) v. tr., P. Pf. loquie II, 652 schütteln, s. Förster 

zum Cliges 1925. 
lor s. leur. 

lors adv. I, 86 II, 75, 234, 283, 318 etc. dann, da. 
lui s. il. 
luite s. f. II, 389 Anstrengung. 



— 202 — 

1. 

m' 8. ma, me. 

ma du'; pron. voas. Sa. f. I, 97, 99, 100, 117 etc. II, 382 etc. 

main aap. II, 237, 52l /riefe. 

niiiin s. f. II, 238, 923 ftwwf; 11522 fty. peftr., 8. Am. 

maine *. mener. 

mains Komp. neutr. 1,135, 136 weniger; le mains 11,628 das Gö- 

ringere; au mains II, 226 wenigstens. 
maint 8. mener. 

maint, e Prow. ütdL II, 129, 558, 559, 563, 564, 711 mancher. 
maintenant adv. I, 149 II, 823 sofort. 
mais 8. mes. 

mal, e I, 96, 217 II, 235, 457, 472 etc. schlecht, schlimm. 
mal s.m. 1,96, 108, 171 etc. 11,54, 58, 91, 106, 109 etc. üebel t 

Leid\ im PI. auch = , übles Tun 1 II, 58, 91, 106, 202. 
malice s. f. II, 108 Boslieit, böses Tun. 
mance (für manche) s. f. II, 545 Aermel, Pnmkärmel. 
mancheron s. m. II, 545 Meiner Aermel. 
maniere s. f. II, 499 Art, Weise. 
manoir s. m. II, 952 Wohnung. 
manoir v. intr., Pr. 3. Sg. maint II, 1064 — //>/. 3. Sg. manoit 

II, 3 — P. Pr. manant I, 273 wohnen. 
mar adv. II, 237, 459 zu übler Stunde. 
mar che s. f. II, 5 Mark, Grenzmark. 
marcheant s. m. II, 29, 172 Kaufmann. 
mari s. m. I, 59, 63, 64, 125 II, 45 Gemahl. 
mari I, 61 II, 70 bekümmert. 
mariage s. m. I, 4, 36, 37 Heirat. 

mari'er v. rfl., Pr. 3. Sg. marie I, 53, 57 sich vermählen. 
marlart s. m. II, 124 ivilder Enterich. 
martir s. m. II, 311 Märtyrer. 
marvoie II, 905 verirrt. 
mas s. mat. 
mat II, 318 matt. 
matin adv. II, 63 frühe. 
matinet adv. II, 67 frühe. 
maufe s. m. II, 504 Teufel. 
maugre prp. I, 126, 127 II, 323 trotz. 
maus s. mal. 

mautalent s. m. II, 728 Unlust; par mautalent ärgerlich. 
mauves I, 36, 37, 63, 64 schlecht. 
me (m') verb. pron. Dat., Akkus. I, 7, 11, 13, 17, 18, 28 etc. mir, 

mich. 
meisme pron. II, 305, 691 selbst. 
membru IL 574 starkgliedrig. 
mendis II, 567 bettelnd. 
mener v. tr., Pr. 3. Sg. maine II, 121 2. PL menez II, 316 — Konj. 



— 203 — 

Pr. 3. Sg. maint II, 1063 — Pf. 3. Sg. mena II, 240 — P. Pf. 
mene II, 770 führen, mit jem. verfahren. 

mengier (gew. mangier) v. tr., intr. II, 47, 67, 83 etc. — Konj. Pr. 
3. Sg. menjust I, 33, 223 — P. Pf. mengie II, 1033 essen, 
speisen. 

mentir v. intr., Pf. 3. Sg. menti II, 134 trügen. 

menu, e II, 664 Mein. 

mer s. f. I, 252 II, 5, 377, 380 etc. Meer. 

merci s. f. II, 163, 718, 780, 903 Gnade, Huld. 

mere s. f. I, 73 II, 473, 773 Mutter. 

merveille s. f. II, 633, 679 etc. Wunder, wunderbare Sache. 

mes, mais konj. I, 24, 41, 51, 65 etc. II, 17, 72, 101 etc. aber, viel- 
mehr (II, 841 fast = ,und c ); adv. I, 177 II, 187 fernerhin in 
des or m. und a toz jors m., s. ja und ainz; mes que konj. 
II, 186, 349 ausser dass (Ind.), II, 685, 1053 wofern nur 
(Konj.). 

mes pron. poss. Nom. Sg. m. I, 140, 143, 179, 181 etc. — Obl. Sg. 
mon I, 34, 41, 101 etc. — Nom. PI. mi II, 465, 466 — Obl. 
PI. mes I, 297 II, 907. 

mesaise s. f. II, 586 Unbehagen. 

mescheoir v. intr. I, 141 unglücklich ausschlagen. 

mesconter v. tr. und intr., Pf. 3. Sg. II, 328, 922; intr., Pr. 3. PI. 
mescontent II, 1044 schlecht erzählen. 

mesdire II, 642 Uebles sagen, schmähen (mit Dat. d. Person). — 
Pr. 3. PI. mesdient II, 1044 schlecht sagen. 

mesfaire v. tr. und intr., Fut. 3. Sg. mesfera II, 848 — P. Pf. 
mesfet II, 732 zu Leide tun, übel tun. 

meson (älter maison) s. f. I, 155, 276 II, 217, 226, 640 Haus. 

mesprendre v. intr., Pr. 3. Sg. mesprent I, 88 — P. Pf. mespris 
II, 820 fehlgreifen, falsch handeln. 

mesprison s. f. II, 244 Missgeschick. 

messe s. f. II, 49, 1032 Messe. 

mestier s. m. II, 384 Dtenst. 

mestre (älter maistre) s. m. II, 161 Herr, Gebieter. 

metre v. tr. 11,80, 450, Pr. 3. Sg. met II, 287, 530, 551 etc. — Konj. 
Pr. 3. Sg. mete II, 279 2. PI. II, 957 — Pf. 3. Sg. mist 1, 157, 
517 — P. Pf. mis I, 146, 173, 313 II, 141, 278, 420, 448 etc, 
setzen, stellen, legen, aufwenden (von der Zeit), s. jus; metre 
une chose a l'essai II, 612 etwas auf die Probe stellen, soi 
metre a voie (a la voie) II, 141, 420, 517, 686 sich auf den 
Weg machen-, soi metre en l'essai d'une chose II, 196 etwas 
versuchen. 

mi s. je, s. mes (pron. poss.) s. parmi. 

mi'e s. ne. 

miedi s. m. II, 1006 Mittag. 

mien pron. poss. m. I, 14, 83, 145, 284 mein. 

miex Komp. neutr. 1,35, 62, 69 11,72 besser, s. amer; 11,966 
Besseres. 

mine s. f. II, 537 Art Würfelspiel; metre en la mine, s. Anm. 



204 



moi 8. je. 

moi 8. //'. II. 406 Scheffel] a moi nach Mass, in entsprechender 

Weise. 

molliei s. /'. II. 4:; Ehefrau. 

limine 8. m. II, 31 Match. 

moifl i. v». II, 864 Äfonat 
moisson 8. ///. II, 125 Sperling. 
mon 8. nies (pron. poss.). 
monde 8. >». II. 269, 836, 508 MW/. 

monoie 8. /'. I, 21 II, 468 r/r/./. 

mont 8. in. r, 42 II, 16, 81, 84, 644, 831 Welt. 

monter v. fr., Fr. 3. Sg. monte 1, 187 — Imp. 2. PI. montez I. 183 
heben, emporheben ; intr., Imp. 2. PL montez 11,133 aufs 
Pferd steigen. 

mordre v. tr.', Fr. 3. Sg. mort II, 310 beissen. 

morir v. intr. I, 62, 153, 154 II, 936 — Pr. 3. Sq. muert II, 785 — 
Pf. 3.Sg. morut 11,1016 — Fut l.Sg. morrai 1,9, 10 11,749 
2. PL inorrez 11,299 — P.Pf, mort 11,716, 968, 1008 sier\ 

morselet s. m. II, 601 kleines Stück. 

mort s. f. II, 211, 308, 309, 436 etc. Tod. 

mot s. m. 1,212 11,378, 616, 793 etc.; mot a mot 11,327 Wort 
für Wort. 

moustier 8. m. II, 154, 180, 383 Kirche. 

mout neutr. II, 30, 41, 91 viel; adv. I, 3, 5, 68, 209 etc. II, 2 etc. sehr. 

mouton s. m. II, 218 Hammel. 

movoir (mouvoir) v. rfl., Fut. 1. Sg. mouverai II. 164 sich fort- 
bewegen. 

N. 

naistre v. intr., Pf. 2. PL nasquistes II, 473 geboren werden. 

ne adv. I, 26, 27, 54 etc. II, 9 etc. nicht; ne . . . mie I, 28, 163. 280, 
II, 90 etc.; ne . . . pas I, 43, 64, 79, 95 etc. II, 92 etc.; ne . . . 
point II, 382, 857 nicht, garnicht; ne . . . plus II, 312, 315, 
599 etc.; plus . . . ne (plus ne) 11,750, 958 fernerhin nicht, 
nicht mehr, s. ainc, ainz, ja, nes, nient, nul. 

ne konj. 1, 137, 166 II, 230, 298, 463, 464, 465, 536, 546 etc. Haupt- 
sätze verbindend, indem der erste Satz negiert ist oder ne- 
gativen Sinn hat (es folgt ein ne) und nicht, noch: 1,106 
II, 667, 1046 Hauptsätze verbind., indem der erste Satz positiv 
ist (es folgt ein ne) und nicht; II, 114, 139, 355, 778 etc. 
Nebensätze verbind, bei Ungewisslieit oder negativem Sinne = 
,und', ,oder ( ; 11,10, 32, 50, 158, 225, 341, 376 etc. Satzteile 
verbind, in negiertem Satze oder solcliem mit negativem Sinne 
= ,noch { , ,oder'; ne . . . ne I, 96, II, 9, 21, 31 etc. weder . . . 
noch, s. el und quoi (ne un ne el, ne ce ne qoi II, 497). 

neant, neent s. nient. 

nel (aus ne le) II, 244, 487, 1054 8. le (verb. pron, neutr.). 

nerf s. m. II, 665 Sehne. 



— 205 — 

lies s. m. II, 323 Nase. 

nes, nis adv. 11,86 sogar; 11,478, 514, 760 bei vorauf g. ne nicht 

einmal; IT, 808 w«c/i negiert. Hauptsatze: wenigstens. 
net, e II, 978 rein. 
ni s. m. I, 279 iVestf. 
niche II, 39 dumm, einfältig. 
nient, neeiit, neant II, 772 nichts; ne . . . n. II, 253 nichts: ne . . . n. 

II, 206, 762 durchaus nicht. 
nier v. tr., P. Pf. nie II, 944 (s. Anm.) reinigen. 
no s. nostre. 

noir, e II, 549, 648, 654, 664, 668 schwarz, schwärzlich. 
nommer v. tr., Imp. 2. Sg. nomine II, 719 nennen. 
non II, 264, 299, 364, 368 nein; beim Verb. vic. faire II, 251, 260 

296, 363; se — non s. se. 
nonnain (Nom. nonne) s. f. II, 33 Nonne. 
nostre pron. poss. 11,1040; no 11,96, 191, 226, 227, Obl PI noz. 

II, 108 (s. S. 85) unser. 
nous pron. pers., Nom. Bat. Obl. I, 113, 251, 253, 254 II, 71, 80, 

118 etc.; nos I, 184. 
novel, e I, 265, 303 neu. 

novele s. f. 1, 11, 118 II, 374 Nachricht, SacJie (s. Anm. zu 1, 11). 
nu, e II, 573, 663, 723, 880, 996 nackt 
nuit s. f. II, 302, 373, 454, 521, 566 etc. Nacht. 
nul, e (Nom. nus) adj. (mit ne), I, 89 II, 295, 392, 453, 496 kein; 

im Satz mit negat. Sinne und nach sanz I, 29, 113 II, 95. 

151, 650, 675 etc. irgend ein; subst. (mit ne) I, 45, 53, 91. 

188, 271 II, 423, 518, 639, 1052, 1055, Obl nului II, 24, 643, 

1055 niemand. 
nus s. nul. 

o. 

o s. ou (rel. adv.). 

o prp. II, 1001 mit. 

ocire v. tr., Pr. 1. Sg. oci II, 268 — Pf. 3. Sg. ocist II, 42 töten. 

oeil, ueil s. m. I, 103, 107 II, 341 — Obl. PI. iex I, 222 II, 658. 

756, 776 etc. Auge. 
oevre s. ovrer. 

offrir v. rfl., Pf. 3. Sg. offri II, 212 sich darbieten, opfern. 
öil I, 181 II, 933 ja. 
oindre v. intr. II, 148 (fig.) schmeiclieln. 
oir v. tr. 11, 49 — Pr. 1. Sg. oi I, 12 3. Sg. ot II, 407, 471, 751. 

794 2. PI. öez II, 495 — Konj. Pr. 2. PL oiez II, 862, 998 — 

Pf. 3. PI. öirent II, 73 — Fut. 1. Sg. orrai IL 265, 919 2. PL 

orrez II, 253, 295, 300, 696 hören, anhören. 
oirre, oirrent <s. errer. 
oiselet s. m. I, 80, 82 Vöglein. 

oiseuse f. im Sinne e. Subst. II, 379 müssiges Gerede. 
om s. on. 



— 206 — 

omnipotent II, 290 aümächtig, 

on, oin I. 161, 182 [1,54, 109, 110, 202, 641 man. 

ongle 8. in. II, 465 uägd (mw Körjh 

onqaes adv. II, 43, 134, 828, 451 rtc. jemals, 

or b. m. I. 22 GtoW. 

or, ore r/r//-. I, 177, 182, 195, 286 etc. 11,90, 95, 133, 171, lUetc. 

jetZt, HKK. 

orendroit adv. II, 771) jetzt, nunmehr. 
orgueil 8. m. II. 825 Uebermut, Hoffart. 
orguilleus II, 19 hochfahrend. 

oroison s. f. 11,225, 386, 1003 Gebet 

orteil s. m., Ohl. PL orteus II, 666 Zehe. 

os s. m. II, 656, 660 Knochen, Schlüsselbein (?). 

oser v. tr., Pr. 3. Sg. ose I, 123 wagen. 

ostel 8. w. II, 570 — Obl. PL osteus II, 524 Herberge 

oster v. ir. I, 101 II, 967 — Imp. 2. PL ostez I, 8 fort/nehm 

osteus s. ostel. 

ot 8. avoir, s. öir. 

otroier v. tr., Pr. 1. Sg. otroie I, 105 3. PL otroient II, 189 ge- 
währen, zusagen. 

ou Jconj. 11,381, 597, 716 oder; ou — ou 11,270, 601 entweder — 
oder, II, 1016 ob — oder. 

ou, o rel. adv. 1,67, 192 11,591, 1064 wo; 11,105 wohin (auf 
Person bezogen); II, 625 wohinein. 

ou II, 682 aus el (= en le), s. el und Anm. 

oublier v. tr. I, 162, 163 — P. Pf. f. oubliee I, 142 vergessen. 

outrageus II, 157 Schimpf zufügend. 

outre prp. I, 252 II, 377 über — hinaus, jenseits. 

outrer v. tr., P. Pf. f. outree II, 742 durchschreiten, durchziehen. 

ovrer, ouvrer v. intr. II, 1049 — Pr. 3. Sg. oevre II, 823 — Pf. 
3. Sg. ouvra II, 1074 ivirken, verfahren, leben. 



paier v. tr., P. Pf. paie II, 352 bezaMen. 

pain s. m. II, 470, 525 etc. Brot. 

paine s. f. I, 217 II, 409, 527 etc. Leid, Muhe; a paines II, 671 

mit Mühe. 
paine s. pener. 

pais, pes s. f. II, 178, 338, 498 Frieden, BuJie. 
päis s. m. 1, 185 II, 22, 494, 618, 741, 1035, 1038 Land, Gegend. 
pale I, 159 bleich. 
palefroi s. m. I, 157 Zelte)'. 
paor s. f. I, 258 II, 285, 828 Furcht. 
papelart s. m. II, 123 ScheinJieiliger. 
par prp.; räuml. II, 172, 547, 758, 830 hindurch, über... hin, par 

tout II, 431, 612, 746, 1036 überall hin, in jeder Beziehung; 

zeitlich 1, 141, 185, 519, 676, 749 bei (par tens beizeiten, bald); 



— 207 — 

Mittel und beweg. Ursache 1,4, 20 II, 186, 479, 481, 488 etc.; 
Beteuerung I, 97 II, 90, 137, 176, 368, 382 etc. bei; modale 
Bestimmung I, 212, 244, 277, 296 II, 228, 234, 272, 275, 321, 
326, 343 etc. prendre auc. par la main II, 238 jem. an die 
Hand nehmen; par froiz, par chauz II, 560 bei Kälte, bei 
Wärme. — Adv. II, 53 einen Begriff verstärkend. 

paradis s. m. I, 86 Paradies. 

parage s. m. I, 3, 267 Abkunft, Geschlecht ; I, 259 Verwandtschaft. 

parclose s. f. in a la parclose II, 304 zum Schlüsse. 

pardoner v. tr. II, 1054 — P. Pf. pardone II, 886, 972 verzeihen. 

parfaire v. tr. f P. Pf. f. parfaite II, 888 vollenden. 

parfont adv. II, 766 tief. 

parier v. intr. 11,214, 245, 340 etc. — Konj. Pr. 2. PI. parlez II, 213 
— Pf. 3. Sg. parla II, 408 3. PL parlerent II, 181 sprechen; 
subst. I, 60. 

parmenable II, 1026 ewig. , 

parmi prp. II, 561, 562, 631, 662, 865 mitten durch, mitten in; adv. 
II, 839 (par mi) mitten durch, entzwei. 

paroir v. intr., Pr. 3. PI. perent II, 662, 665. — Ipf. 3. Sg. paroit 
II, 15 scheinen, sichtbar sein. 

parole s. f. I, 233, 238 II, 495 Wort. 

part s.f. II, 129, 873 Bichtung, Seite; de toutes pars nach allen Seiten. 

partir v. tr. I, 106 trennen, scheiden, II, 215 austeilen, zuteilen, 
s. Anm. dazu. 1, 151 zerspringen (vom Herzen gesagt) s. Anm. 
dazu; intr. gebr. II, 975 sich trennen; rfl. Konj. Pr. 2. PI. 
partez II, 394 — Fut. 1. Sg. partirai I, 286 scheiden, auf- 
brechen. 

pas s. isnel, s. ne. 

passer v. tr. — Pr. 3. Sg. passe 1, 184 — Pf. 3. Sg. passa II, 528 
überschreiten, durchziehen — Fut. 1. Sg. passerai I, 137 zu- 
bringen — intr., Pf. 3. Sg. passa II, 59, P. Pf. passe II, 594 
vergehen. 

passion s. f. II, 79 Leiden (Christi). 

patrenostre s. f. II, 230, 387 Vaterunser, s. Anm. zu V. 387. 

pechie s. m. II, 97, 257, 281, 291 etc. Sünde. 

pechiere s. m. Nom. Sg. II, 803. — Obl. Sg. pecheor II, 1050 Sünder. 

pel s. f. II, 662 Haut. 

pelerin II, 28, 171 Pilger. 

pelu II, 657 behaart. 

pendre v. tr. II, 116 — P. Pf. pendu II, 92, 705 aufhängen, er- 
hängen; intr. Pr. 3. Sg. pent II, 850 — Pf. 3. Sg. pendi II, 308 
hängen. 

peneant s. m. II, 353 Büsser. 

pener v. intr. Pr. 3. Sg. paine II, 974 Mühsal erdulden. 

penitance s. f. II, 86, 279, 350, 357, 403 etc. Busse. 

penser , pensser v. intr. II, 204 — Pr. 1. Sg. pens I, 102 2. PI. 
penssez II, 205 — Fut. 1. Sg. pensserai II, 206 — Imp. 2. PI. 
penssez II, 54, 205 denken, sich vorstellen; subst. I, 98, 100; 
tr., Ipf. 3. Sg. penssoit II, 54 ersinnen. 



— 208 — 

pensal s. m. II. 55 Credanke. 

perdw r.tr [,228 11.440 - P.Pf, perdu, e 1.114. 145, 

II. 771 rlieren. 

per« >•. m. I. 6, L2, 20, 28, 38, 18 ßfc. II. 707, l"- 

röfe oti oeii Klausner) etc. - Nom. J't. pere II. L043 Täter. 

illeus. e II, 380 gefahrvoll. 
perenl 8. paroir. 
pnil .v ///. II. 986 Gefahr. 

. pais. 
peser v.intr. mit Vat.d. Person. Pr.3.Sg. p<>i>»- II. 175 leid tun. 
pesme II. :;74 se&r schlecht. 
petit II, 125 fcfemj netrtr. 11,556 wenig. 
pgusse, peust, })i : ussiez 8. pooir. 
pie 8. /. 1,279 AV.sVo-. 

pir. piel l, L57 II. 114, 159, 870 Ftoj: a pie II. 467 ?« P 
piece 8. /'. II, 601, 602 Stück, Stück Weges. 
piez 8. pie. 

pincier /•. fr. II. 147 zwicken. 
piot 8. »i. I, 280, 282 Ideine Elster. 
pire Komp. Nom. Sg. 11,754, 1056 schlimmer, schlechter] mit Art 

11,802. 
pia Komp. Neutr. I, 215, 271, 274 II, 766 Schlimmeres. 
pia 8. 0». II, 965 Brn>t. 

pitance s. /*. 11,481, 783 Barmherzigkeit] 11.764 Bührung. 
pitie 8. /'. II, 808, 1039 itf/toVZ. 
plaidieu 8. m. II, 222 Streitender. 
plaidier v. intr. I, 246 streiten. 
plaie 8. /'. II, 342 Wunde. 

plain (0ffw. plein) I, 31, 83, 401 II, 250, 455 etc. roll. 
piain s. m. II, 610 Ebene. 

plaindre v. rfl, Fr. 3. Sg. plaint I, 285 II, 688 sich beklau 
plainement adv. II, 1028 sachte, sanft 
plaire s. plere. 
plenier, e II, 744 voll. 

plente s. f. I, 21 Fülle] a plente in Hülle und Fülle. 
plere (älter plaire) v. intr., Pr. 3. Sg. plest II, 256, 393 — Konj. 

Pr. 3. Sg. plese II, 1063 — Konj. Ipf. 3. Sg. pleust IL 778 

gefallen. 
plesir (älter plaisir) s. m. II, 775 Gefallen, Huld. 
plet (älter plaitj s.m. 1,113 Verhandlung] sanz nul plet ohn** 

Umschweife. 
plongier v. tr., P. Pf. plonaie II, 625 eintauchen. 
plorer v. intr. I, 138 II, 99 — Fr. 3. Sg. pleure II, 345, 471 etc. 

plore II, 765 — Fut. 1. Sg. plorerai II, 102 3. Sg. plouerra 

II, 685 — Imp. 2. Fl. plorez II, 101 — Ger. plorant II, 144, 

923; subst. I, 261; tr. II, 97 beweinen. 
pluie s. f. II, 547 Begen. 
plus adv. I, 9, 10, 257, 264, 305 II, 6, 34, 57 etc. mein;, ferner, 

länger, s. ne; le plus II, 628 das Mehr: plus et plus II, 630 



— 209 — 

mehr und mehr; zur Bildung des Komparativs I, 225, 299, 

300 II, 16 etc. 
plusor in tuit li plusor II, 1039 die allermeisten Menschen. 
poi, pou neutr., adv. 11,523 (pou), 525, 552, 1006 wenig ; siebst. 

un poi II, 213, 361; por un poi que . . . ne, a poi que . . . ne 

I, 180 II, 428 beinahe. 

poindre v. tr. II, 147 — P. Pf. point II, 766 stechen, verwunden. 

poing s. m. II, 765 Faust. 

poingneor s. m. II, 1007 Streiter, Krieger. 

poins s. poindre, s. poing. 

point II, 138 irgend etwas (nach negiert. Satze) s. Anm.\ s. m. 

II, 729 Punkt, Lage. 
poise s. peser. 

poissance s. f. I, 192 II, 812 Macht 

poissant II, 395 vermögend, mächtig. 

poli I, 68 geglättet, fein, sauber. 

pooir tr. mit Inf., Pr. 1. Sg. puis I, 84, 101, 162, 163 II, 339, 

582 etc. 3. Sg. puet II, 54 2. PI. pöez II, 72 — Konj. Pr. 3. Sg. 

puist 1, 227, 228, 254 II, 54, 554, 641 — Ipf. 3. Sg. pooit II, 24 

— Konj. Ipf. 1. Sg. peusse II, 987 3. Sg. peust II, 854 2. PI. 
peussiez II, 248 — Pf. 3. Sg. pot II, 583 — Fut. 1. Sg. porrai 
II, 750, 901 3. Sg. porra 1, 141 3. PI. porront II, 188 — Kond. 

I. Sg. porroie 11,614 poroie 11,366, 375 2. PI. porriez 11,246 
können; I, 139 (puet) umschreibend gebraucht, s. Anm. und 
Levy, Prov. Supplement -Wörterbuch VI, 408; I, 310 (puet) 
11, 8.4 (pot) Anlass haben; mit Akkus. II, 768 (Pr. 2. Sg. pues) 
vermögen; intr., 1, 69 II, 681 (puet) vermögen, Kraft haben. 

por, pour prp. 1,30, 76, 87, 121, 161 11,113, 166 etc. für, an 
Stelle von; 1,105, 206, 269 11,118, 119, 120, 192, 193, 194 etc. 
wegen, um . . . zvillen, s. poi und quoi; den Preis angebend 

II, 246, 252; mit Inf. I, 168 II, 80, 116, 127, 148 etc. um... 
zu; por ce que mit Ind. II, 346, 573, 701, 1015 weil; por ce 
que mit Konj. II, 388 damit. 

porte s. f. II, 511 Tür. 

porter v. tr. 1, 148 II, 968, 1028 — Pr. 3. Sg. porte I, 284 II, 512, 
514 3. PL portent II, 995 — Konj. Pr. 2. Sg. portez II, 397 

— Fut. 1. Sg. porterai 1, 124, 128 II, 469 3. Sg. portera II, 114 

— P. Pf. porte II, 675 tragen. 
pou s. poi. 

pour s. por. 

poverte s. f. II, 526 Armut. 

povre II, 40 (subst.), 567 arm ; II, 524, 542 r 543, 720, 997 ärmlich, 

armselig. 
povrece s. f. II, 782 Armseligkeit, Elend. 
povrete s. f. I, 75 Armut. 
praing s. prendre. 
preist s. prendre. 
prendre v. tr. I, 120, 304 II, 43, 115 — Pr. 1. Sg. praing II, 405, 

416 2. Sg. prens II, 788 3. Sg. prent II, 531 etc. — Ipf. 1. Sg. 

Schultz-Gora, Zwei altfrz. Dichtungren. 14 



— 210 — 

prendoie < 8. 30) [,88 3.8g. prenoit 11,40. 699 - A 
Inf. ::. 8g. pröisl 11,515 Pf tSg. pris 
11. 238, 415 — Fut /. fy. prendrai I. 80 IT. 417 - Kond. l. 
prendroie 1,82 — Imp. 2. Sg. pren II. 79 ! '. P7. prenez 11. 

— P.Pf, pris 0,817, 722 fassen, ergreifen, nehmen, 
nehmen, gefangen neh Hangen] prendre moillier I! 
eine Frau eur "Ehe nehmen] prendre congie 1,304 ( 

11. KCM Abschied nehmen. - Jufr. mit a und Inf. I. L60 II 

752, 829 anfangen. - Befl. mit a [,262,26: . 

**//; 1,90, 91, 95 heranreichen an, rgleichen mit; 

soi prendre garde d'auc. II, 099 sich Jem. versehen, 
pres adv. 11,27, 268 nahe, genau] prea de II. 5 rca/ie bei. II. 534 

aafe an (Zeitbestim.). 
prester v. lr., P. Pf: presto II, 917 verleihen. 
prestre (s) s.m.Now. Focat.Sg. 1.112. 119, 129, 131 11,210, 260 

— Obl. prestre {für provoire) I, 114 Priester, Gei 
preudomme, preudoume (Nom. Sg. preudom) s. m. 11.51, 2£ 

413, 751, 813, 1018, 1034 braver Mann. 
prier, proier mit Dat. oder Akkus, d. Person. Vr. 1. Sg. pri I, 
11,779 3. PI. proient II. 190 — Kond. 1. Sg. proieroie II, 165 

— Imp. 1.PI. prions 11,1062 2. PI. proiez 11.774: p. auc. 
d'auc. rien 1, 234, p. auc. rien a auc. II, 163 (proierez) J 
um etwas bitten; absol. 11,950 {Imp. 2. PI. proiez) beten. 

prince 8. .•;/. II. 10 Ferst. 

pris, prist s. prendre. 

prison s. f. 11,243 Gefangenschaft. 

privance 8. f. II. 520 Vertrautheit, freundliche Behandlung (in 

ironischem Sinne). 
profitier v. intr. mit Dat. d. Person, Vr. 3. Sg. profite II. 

Nutzen bringen. 
proiere s. f. II, 224 Bitte. 
proprement adv. II, 1000 eigens, s. Anw. 
pucelage s. m. I, 34 Jung frauschaft. 
pucele s. f. I, 10, 24 etc. II, 37 Mädchen, Jungfrau. 
pucelete s. f. I, 77, 301 junges Mädchen. 
puer adv. II, 831 fort, hinweg. 
pues, puet s. pooir. 
puls adv. 11,(58, 190, 408, 717 dann, darauf, seitdem: puis que 

konj. II, 208, 322, 412, 522 da. 
puis s. m. II, 884 Pfuhl. 
puisier v. tr., Imp. 2. PI. puisiez II. 399 — P. Pf. puisie II, 477, 

626, 759 eintauchen, schöpfen. 
pur II. 944 rein. 
put, e II, 53 übel. 



— 211 — 

Q- 

qoi 's. quoi. 

quanques pron. neutr. ind. I, 25, 206 wie viel auch immer. 

quant Jconj. I, 85, 178, 204 etc. II, 36 etc. wenn, als; mit kausal. 

Nebensinn I, 276 II, 166, 460; neutr. II, 798 in (ne) tant ne 

quant, s. tant. 
quar konj. I, 39, 58, 76, 79, 110 etc. II, 44 etc. denn; beim Imp. 

I, 234 II, 161, 192, 774 doch; = konj. que II, 634. 
quaresme s. m. II, 60, 77 Fastenzeit. 

que I) pron. int. (dir. Frage) II, 76, 215, 333, 337, 436 (nach ce), 
645, 677, 732; (indir. Frage) l, 130 11,613, 862, 1042 was, 
in wiefern. — 2) pron. rel., Akk. zu qui, s. qui ; neutr. a) auf 
ce bezogen II, 336, 366, 1037 b) beziehungslos in je n'ai que 
fere 11,168, 276, 354; adverbial 1,69 11,79, 183, 692; kon- 
zessiv in quoi que II, 541, cui que II, 301. 

konj. 1) vergleichend nach Komp. I, 36, 63, 214, 226 etc. 

II, 126 etc. als, (als dass) II, 303, 509; nach si, ausi II, 637, 
694, 868 wie. — 2) konsekutiv nach si, tant, tel I, 61, 84, 93 
II, 9, 21, 28, 263, 321 etc. dass, II, 794 so dass, s. si que unter 
si. — 3) Subjekts- und Objektssätze einführend I, 2, 29, 42, 
47, 49 etc. II, 16 etc. dass; unabhängigen Wunschsatz einf. 
1,182 11,134, 278; einen Hauptsatz einf., de- einen Sach- 
verhalt angibt II, 1000, vgl. Anm. zu II, 634. — 4) einen 
modalen Nebensatz einf. (s. Anm. zu II, 300) in que . . . ne, 
welches mit , ohne dass ' zu übersetzen ist II, 25, 300, 328, 
535, 536, 539, 635, 857. — 5) eine Begründung einf. II, 102, 
140, 206, 461, 469, 518, 797, 1052 denn, s. a poi que . . . ne, 
por poi que . . . ne , aingois que , ainz que , avant que , ausi 
que, avoec ce que, de si que, por ce que, puis que, si que, 
tant que, en tant que. 

quel pron. int, adj. (dir. und indir. Frage) m. f. I, 115 II, 357, 

520, 709, 719 — f. quele II, 998 welcher ; pron. rel le quel 

II, 1002. 
querre v. tr. I, 156, 241 II, 600, 952 — Pr. 1. Sg. quier II, 340 — 

P. Pr. querant II, 284 suchen, aufsuchen, icünschen. 
qui pron. rel. , Nom. 1) beziehungslos I, 87, 198, 199 II, 354, 355, 

635 — Obl. (Dat.) cui in cui que s. que — 2) bezogen I, 3, 

5 etc. II, 4 etc. — Obl. (Dat.) cui I, 233. a cui I, 274 — Obl 

(Akk.) que 1,12, 76, 165, 278 11,54 etc., qui = cui 11,142 

welcher. 
qui pron. int, Nom. II, 205, 710 (dir. Frage) wer. 
quier s. querre. 
qoi (gew. coi) II, 494, 498, 789 ruhig, s. für V. 789 Anm. zu 

V. 788-90. 
qoiement adv. II, 846 still. 
quoi, qoi, coi 1) pron. int (betonte Form) in por coi II, 165 (dir. 

Frage) warum — 2) pron. rel. in de qoi I, 220 II, 541, 590, 

796; im ne ce ne qoi II, 497 garnichts. 

14* 



vi 2 



EL 

iraconter v. tr. II, 294 - Hr. 3. Sg. racont* FO P.jy. 

racontä II. L036 erzählen, berieht 
raemplir /•. //•.. J'. Pf raempli II. 872 anfüllen. 
raficnier v. /•//., Pr. ■">. Sg. rauche U. 160 sich wieder \< 

(im Sattel). 
rage s.f. 1. 218 Wut, Tollheit. 
raler v. mir., Fut. 3. Sg. rira II, 683 — P. Pf. rale II, 1035 

gehen. 
rameiitevoir auc. rien a auc, Pr. 3. Sg. rameutoit 11,288 Jem. ">< 

etwas erinnern. 
ramper v. intr., Pr. 3. PL rampent II, 832 hriechen^ emporsteigen. 
ramposne s. f. II, 568 Schmähwort. 
rampoBner v. tr. II, 147 schelten, schmäl 
rapaier v. tr., P. Pf. rapaie II, 351 zufriedenstellen. 
raporter v. tr., Konj. Pr. 1. Sg. raport il.7A) ( .) zurückbringen. 
rassaudre (gew. rassoudre) v. tr., P. Pf, ras.saus II, 185 

(von Sünden). 
raverdir v. intr., P.Pf. f. raverd'ie I, 177 icieder grün werden (fig.). 
ravir v. tr., Pf- /'. ravie II, 1025 entrücken. 
ravoir v. tr. I, 208 wiedererhalten. 

rebouter v. tr., Vr. 3. Sg. reboute II, 433 wiederum stosseu. 
recevoir v. tr. II, 553 — Pr. 3. Sg. recoit II, 940 — Konj. Pr. 3. Sg. 

recoive II, 914 — P. Pf. f. receüe II, 982 bekommen, empfar* 

aufnehmen. 
rechief m de rechief II, 439 von Neuem. 
reconforter v. tr. I, 147 II, 863 — Pr. 3. Sg. reconforte II, 1018 

trösten. 
reconiioistre v. tr., Pf. 3. PL reconnurent II, 10C9 wiedererkennen. 
recouvrer v. tr. II, 1U50 — Pf. 3. Sg. recouvra II, 1048 wieder- 
gewinnen, erlösen. 
redouter v. tr. Ger. redoutant II, 197; mit a und Inf. II, 578 (Pr. 

3. Sg. redoute) fürchten. 
refaire v. tr., P. Pf. refait II, 332 wiederherstellen, zufriedenstellen. 
regarder v. tr., Pr. 3. Sg. regarde II, 159, 283, 700 — Konj. Pr. 

3. Sg. regart II, 776 — Imp. 2. Sg. regarde II, 769 — P. Pf. 

regarde II, 793, 883 — Ger. regardant I, 102, 107 (s. An in. 

zu 102) anblicken. 
regart s. m. I, 92, 105 Blick. 

rehaitier v. rfl., Imp. 2. Sg. rehaite 11, 887 sich freuen. 
remanoir v. intr. II, 951 — Pf. 3. Sg. remest 11, 945, 979, 996 — 

P. Pf. remez (für remes) II, 155 bleiben, zurückbleiben. 
remeuer v. tr., Imp. 2. PL remenez II, 493 zurückführen. 
remirer v. tr., Pr. 1. Sg. reniire I, 85 betrachten. 
remis, e U, 370 geschwächt, aufgelöst. 

rempaindre v. tr., P. Pf. rempaint II, 438 icieder Jdneinstossen. 
remi'ier v. rfl., Konj. Ipf. 1. Sg. remuaisse 11,899 sich entfernen v 



— 213 — 

renclus II, 32 Einsiedler, der sich auf Lebenszeit in eine Zelle 

etnSChlo S S 

rendre v. tr. TL, 786 — Pr. 3. Sg. rent II, 841, 962 — Fut. 1. Sg. 
rendrai II, 418 — Imp. 2. PI. rendez I, 207 — P. Pf. rendu 
II, 455, 962 wiedergeben, hingeben ; rendre reson II, 786 
Eechenschaft ablegen; rendre sa coupe II, 963 seine Schuld 
bekennen. 

rendu II, 456 Gottgeweihter, Mönch. 

renon s. m. II, 4 Buf. 

renoveler v. tr., Pr. 3. Sg. renovele I, 203 erneuern. 

repentance s. f. II, 280, 349, 763 etc. Eeue. 

repentir v. rfl. II, 203 — Pr. 3. Sg. repent I, 57 II, 346, 849 — 
Konj. Pr. 3. Sg. repente I, 54 — P. Pr. repentant II, 1024 — 
Ger. repentant II, 588 — P. Pf. f. repenti'e 1, 58 Eeue empfinden 

repondre v. tr., P. Pf repus II, 658 verstecken. 

repos s. m. II, 417, 453 Buhe. 

repus s. repondre. 

requerre v. tr., Pr. 1. Sg. requier II, 210 3. Sg. requiert 1, 16 suchen, 
begehren, ersuchen. 

rescorre v. rfl. II, 422 sich befreien, sich losmachen. 

reson (älter raison) s. f. I, 154, 277 II, 348, 786, 1004 Vernunft, 
Grund, Auseinandersetzung, s. rendre; par reson (1, 154, 277) 
mit gutem Grunde. 

respit s. m. II, 93 Aufschub. 

respondre v. tr., Pr. 3. Sg. respont I, 24 II, 251, 486 etc. 3. PI. 
respondent II, 70 — Pf. 3. Sg. respondi I, 6, 122 antworten, 
sich seinerseits äussern (ohne vorangegangene Frage). 

restanc Nom. restans II, 58 ablassend. 

retenir v. tr., Ipf. 3. Sg. retenoit II, 28 zurückhalten, festhalten. 

retorner v. intr. II, 1053 — Imp. 2. PI. retornez II, 232 ; rfl., Pf. 
3. Sg. retorna II, 444 zurückkehren. 

retrere (älter retraire) v. rfl. II, 110, 1051 sich zurückwenden. 

revenir v. intr., Pf. 3. Sg. revint II, 717 — P. Pf. revenu I, 276; 
rfl. II, 695 zurückkehren. 

reveoir v. tr. I, 140 wiedersehen. 

rez (für res) II, 464 geschoren. 

riebe I, 5 II, 14; snbst. II, 40 reich. 

richece s. f. I, 39 Beichtum. 

rien, riens s. f. II, 248, 263, 300 (riens), 777 Bing, Sache, irgend 
etwas (bei Negiertheit, negativem Sinne oder Ungewissheit 
des Satzinhaltes) ; ne . . . rien, rien ne ; riens ne 1, 25, 239 II, 120, 
166, 220, 297, 328, 365 etc. nichts ; ne . . . rien, riens ne I, 88 
11,390, 848, 1012 in keiner Weise; I, 89 Wesen. 

rira s. raler. 

rire v. intr. II, 344 — Pr. 3. Sg. rit II, 407 — Fut. 1. Sg. rirai 
II, 101 3. Sg. rira II, 684 lachen. 

ris s. m. II, 580 Lachen. 

riviere s. f. II, 622, 743 Strom. 

robe s. f. II, 540, 569 Kleidungsstücke. 



214 



rober r. -in fr. IT, 121) rauben. 

roi 9. m. 1. 256 EL 9 799 Kanu/. 

roinscea Obl. PI f. II, 562 Brombeergestrüpp. 

rooinh* im ii La roonde II, 507 in der Bunde. 

rose g. f. [,94 Rose. 

rouvelent 11,548 röüich (pon der Gesichtsfarbe gesagt), 

ruisselel s. m. II, 398 Bach. 

ruiste II, 971 stark, heftig. 



s. 

sa (s') pron. poss. f. I, 39, 73, 85 etc. II, 135 etc. 

sadete f. I, 317 schmackhaft, lieblich. 

sage II, 39 (subst.) klug. 

sai s. savoir. 

saillir v. intr., Ipf. 3. Sg. sailloit II, 837 springen. 

sain, e II, 624 frisch, fliessend (vom Wasser). 

saint, e I, 252, 255, 269 II, 77, 176, 368, 381 etc. (saint m Eigen- 
namen ist in Hs. abgekürzt); sitbst. II, 311 heilig, Heiliger. 

saintisme II, 692 sehr heilig. 

sale s. f. I, 158 Saal. 

salu s. m. II, 387 englischer Gruss. 

salu s. f. II, 388 i?e?7, Bettiuig. 

Sambier v. //>//•., Pr. 3. Sg. samble 1,218 2. Fl. samblez 11,270 — 
Ipf. 3. Sg. sambloit II, 836 scheinen. 

sanc s. m. II, 564 Blut. 

sans s. sanc. 

sante s. f. II, 932 Gesundheit, Heil. 

sanz, sans #rp. I, 113, 189 etc. II, 75, 95 etc. oline. 

saudre (gew. soudre), Pr. 3. Sg. saut II, 928 zahlen, spenden. 

sauvacion s. f. II, 80 Bettung, Erlösung. 

sauve f. zu sauf I, 251 heil. 

sauvecine s. f. II, 561 Wildnis. 

sauver v. tr. II, 935 erlösen. 

sauvere JYbm. £#. £14 sauveor II, 934 Erlöser. 

sauvete s. f. II, 931 Bettung, Heil. 

savoir r. er., Pr. 1. Sg. sai I, 115, 266 II, 42, 194 etc. 2. Sg. sez 
II, 768 3. Sg. set II, 681, 1049, 1052 etc. 2. Fl. savez II, 906 
— Konj. Fr. 1. Sg. sache 11,303 2. Fl. sachiez 1,47, 129 II, 513, 
519 (als Imp.) — Ff. 1. Sg. soi II, 449 3. Sg. sot II, 422 3. Fl. 
sorent II, 1015, 1037 Fut. 3. Sg. savra II, 519 2. Fl. savrez 
II, 261 — Kond. 1. Sg. savroie II, 620 lassen, erfahren; II, 762 
(set) Geschmack finden an, — Subst. I, 266 faire savoir Ver- 
ständiges tun. 

se(s') konj. 1,9, 11, 27, 31, 32, 38 etc. 11,45, 115 etc.] mit Konj. 
I, 109 II, 175 (s. Anm. zu I, 7) wenn; 1, 117 II, 194, 716 ob; 
se — non II, 639, 842 ausser. 



— 215 — 

se (s') verb. pron. Dat., Akk. I, 53, 57, 90 etc. II, 44, 63 etc. sich. 

se, Nebenform von si, s. sL 

sechier v. tr., Pr. 3. Sg. seche I, 40, 175 — P. Pf sechie (für 

sechiee) I, 176 austrocknen, verdorren machen (fg.). 
secorre v. tr., Konj. Pr. 3. Sg. sequeure I, 109 — P. Pf secoru 

I, 275 helfen. 

seignor s. m. II, 195, 200, 1008, 1037 Herr, Gebieter; nostre 

seignor II, 1040 = Gott. 
sejor, sejour s. m. II, 95, 461, 675 Aufenthalt, Rast, Verzug. 
semaine s. f. II, 534 Woche. 

semondre v. tr., Pr. 3. Sg. semont I, 41 auffordern, mahnen an. 
sens s. m. II, 427 Bichtung. 
sens s. m. II, 428 Verstand. 
sentir v. tr., Pr. 1. Sg. sent 1, 96, 178 — Ipf. 3. Sg. sentoit II, 586 

fühlen, empfinden. 
seoir v. intr., Pr. 3. Sg. siet II, 232, 619 passen, gefallen, liegen 

(von e. Ort). 
sequeure s. secorre. 
sermon s. m. II, 50 Predigt. 
servir v. tr., Konj. Ipf. 1. Sg. servisse II, 900 -— Imp. 2. PI. servez 

II, 485 dienen. 

ses pron. poss. Nom. Sq. m. I, 93, 259 etc. — Obl. Sg. son I, 6, 39, 
48 etc. - Nom. PL si I, 103, 107, 241 II, 73 etc. - Obl. PL 
ses I, 30, 31 II, 58 etc. sein. 

seson (älter saison) s. f. II, 66 Zeit, rechte Zeit. 

set s. savoir. 

seul II, 291, 367, 517, 616 etc. allein, einzig. 

seulement adv. II, 395 nur; II, 221 tant seulement einzig und 
allein. 

seur s. sor. 

seur II, 989 sicher. 

seure adv. II, 878 über, s. corre. 

seus s. seul. 

seut s. soloir. 

sez s. savoir. 

si adv. so : beim Adj. Partiz. Adv. 1, 173, 179, 267 II, 8, 19, 20, 78, 
98 etc. s. tres; beim Verbum 11,18; ein prädikatives Adjektiv 
vertretend I, 136; zurückweisend II, 933; si come so ivie 
1,175 11,12, 184 etc.; si fait (fet) 11,694, 701, 729 so be- 
schaffen; si que II, 577, 579 so dass; leitet eine Beteuerung 
ein I, 7, 13, 88; dir. Frage einleit. II, 297, 298, 392; Haupt- 
satz einleit. II, 205, 367, 372, 377 (es folgt Imp.). 

si (Nebenform se, s') koordinierte Sätze verbindend I, 22, 
78, 135, 183, 207, 212, 214 etc. II, 70, 89, 107, 123 (nach Imp.), 
160, 162, 163, 181 etc., mit et 11,15, 315, 499, 555, 719, 790, 
mit ,bis c zu übersetzen 11,249, 455, 466; Nachsatz einleit. 
1,33, 205 11,129, 351, 477, 540, 591 etc.; Verbum einleit. nach 
Subjekt II, 866, nach Adverbium II, 68, 330, 602; einen 
Gegensatz ausdrüclcend: doch (bei Verb. vic. faire) 1, 46 II, 207, 



— 216 — 

277, 296, 301, 393, mit et I, 162 II, 427, 448, 555, 629, : 
Nachsatz emeit. II, 723. 

si /// de si a. dt* si que, s. de. 

sieu pron. po88. m. II,67<s sein. 

siet 8. seoir. 

rire(s) 8.m. (OW.seignor) 11,223, 271, 317, 407, L012 Herr, < 

biet d. Anrede 1,122, 129 11,71, 103. 117 etc. 

Bodomite 8. ///. IT. 7.'.'') Sodomie 
soie s. f. I, 22 Seide. 
goir 8. //>. II, 521 Abend. 
solaz 8. m. I, 111 Kurzweil, Vergnügen. 
sol, e 1, 138 satt, übersatt. 
soloir 0. Mtfr v IV. 5. 8g. seut II, 184 — Ipf. 3. Sg. soloit II. 

pflegen, gewöhnt sein. 
somme s. f. 11,1041 Hauptsache, Hauptinhalt', ce est (c'est) 1 

II, 22, 103, 153, 892 s. Anm. zu V. 22. 
son in en son II, 992 bis zu Ende. 
sor, seur prp. I, 183, 201 II, 405, 957, 965, 966 auf: II, 5, 619 

(sor mer) an. 
sorcius II, 658 Obl. PL zu sorcil s. m. Augenbrauen. 
sorjon s. m. II, 867 Quelle, Sprudel. 
sorprendre v. tr., P. Pf. sorpris II, 318 bezwingen. 
sot s. savoir. 
souef adv. 1, 193 sachte. 
souffrir v. tr. II, 375, 599 — Pr. 3. Sg. sueffre II, 555 — Konj. Pr. 

2. Sg. suefres II, 782 (als Imp.) — Pf. 3. Sg. sonffri II, 79, 

211, 307 — P. Pf. souffert II, 680 — Imp. 2. PI souflrez 

II, 815 ertragen, erleiden, zulassen. 
soufle s. m. II, 132 Hauch. 
souspir s. m. II, 835 Seufzer. 
souspirer v. intr., Pr. 3. Sg. souspire II, 801 — Ger. souspirant 

II, 924 seufzen. 
soustenir v. rfl. II, 671 sich aufrecht erhalten. 
soutil II, 1059 fein, klug. 
souvrain II, 774, 799 hoch, herrschend. 
sovenir v. impers., Pr. 3. Sg. sovient I, 97 — Pf. 3. Sg. sovint 

II, 535 sich erinnern. 
sovent adv. I, 49, 203 II, 30, 159, 526 etc. oft. 
sus adv. 11,646, 1026 aufwärts; sus et jus aufwärts und abwärts. 



T 

t' s. ta te. 

ta (V) pron p>oss. f. II, 718, 762 etc. 
tache s. f. II, 979 Flecken. 
tai s. m. II, 623 Tümpel. 

taint, e I, 159 II, 549, 575, 648, 668, 669 grau (von Körper und 
Gesichtsfarbe). 



— 217 — 

taire v. rfl., Imp. 2. PI. tesiez {älter taisiez) II, 365, 379 schiveigen. 

talent s. m. II, 344 Lust. 

tans, tanz s. tens. 

tant adj. in tantes II, 758 Obl. PI. f. so viele. — Neutr. II, 42, 94, 
280, 304, 395 etc. so viel; por tant II, 246, 252; tant ne quant 
(nach ne ,und nicht 1 ) II, 798 ganz wid gar nicht; a tant, 
s. a; tant seulement, s. seulement. — Adv. so sehr, so 1,83, 
312 (auf ganzen Satz bez.), I, 60 (beim Adv.), I, 92, 278, 
II, 53, 150, 449 etc. (beim Verbum); tant com, en tant que 

I, 97, 167 II, 188, 596 so lange als; tant que (tant . . . que) 

II, 60, 241, 385 — 6, 645—7 so lange bis, bis. 
tantost adv. II, 370 gar bald. 

te (f) verb. pron. Dat., AJck. II, 722, 731, 732 etc. 

tel adj. m. f. 1, 11, 87, 187 etc. II, 100, 228, 320, 416 etc., tele /'. 

I, 319 II, 358; subst. I, 283 solcher. 
tencier v. intr. II, 642 streiten. 

tendre II, 62 zärtlich, freundlich. 

tendrement adv. II, 345, 471 etc. liebevoll, rührend. 

tendre v. intr., Pf. 3. PL tendirent II, 74 — Ger. tendant II, 316 

( straff ) streben 
tenir v. tr.', Pr. 3. Sg. tient I, 171, 172, 229 — Ipf. 3. Sg. tenoit 

II, 36 — Pf. 3. Sg. tint I, 218 — Imp. 2. PI. tenez II, 244, 498 
halten, festhalten, in der Gewalt haben, ansehen als (a) ; intr. 
II, 798 in Beziehung stehen zu (a) ; rfl. II, 494, 672 sich halten, 
sich verhalten. 

tens (tans, tanz) s. m, 1,142, 146, 173 11,47, 59, 77 etc. Zeit; 

par tens, s. par. 
tenter v. tr., P. Pf. f. tentee II, 622 versuchen, auf die Probe stellen. 
terme s. m. II, 926 richtiger Zeitpunkt. 
terre s. f. I, 240 II, 2, 742 Land, Gegend, Besitzung ; a terre 1, 157 

zu Boden. 
tertre s. m. II, 528, 559 Hügel, Anhöhe. 

tes II, 886 pron. poss. Obl zu Nom. Sg. tes , Obl. Sg. ton dein. 
tesiez s. taire. 

teste s. f. I, 222 II, 756 Kopf. 
teus s. tel. 

tien pron. poss. II, 895 prädilc. : der deinige. 
tire s. f. II, 325 Beihe ; en une tire hintereinander. 
tissu s. m. II, 667 Gewebe, Kleid. 
toi s. tu. 
toldre (toudre) v. tr., Imp. 2. PI. tolez I, 206 — Fut. 3. Sg. toudra 

II, 170 fortnehmen, rauben. 
ton s. m. II, 200, 688 Ton. 

tondre v. tr., P. Pf. tondu II, 464, 465 scheeren, beschneiden. 
tordre v. tr., Pr. 3. Sg. tort II, 785 winden, ringen, 
tormenter v. tr., Pr. 3. Sg. tormente I, 52 quälen. 
torner v. tr., Imp. 2. PI. tornez II, 784 tuenden, kehren, s. Anm. 
tost adv. 1, 113, 182 II, 65, 167, 411 etc. bald, schnell; si tost com 

II, 980 sobald als. 



— 218 — 

tot. tont, e m/j., Nom. PI m. fcuit (tout II L) Sp. g< 

mit Art., pron. poss. oder dem. [,42,61,259 II 
dem Subst. nachgestellt [1,448, 7 ; toz li pire II. 

der aller schlechteste \ ohne Art. !><■> LäncL rnamen LI, 611; 
{ohne Art.) [1,825 — 2) /'/. aJfe (mit und ohne Art. oder 

> pron. poss.) 1,282, 297 [1,47, 51, 54, 109, ü 
202 etc., s. jor, part, plusor, wie; aß [,242 H 

145, 637, 662, 1001, 1045. — 3) Jfew*r. alles \\. 
33(;, '-h e$c, par tout s. par. — 4) Adv. ganz (oft 
stärkend) I, 80, 149 II, 61, 198, 234, 467, 687 ^c; tout a 
II, 335 ganz und gar. — 5) Adj. (statt deutscht', 
beim Verbum 11,537, 826, beim Adj. oder Partiz. 1,248*11,69, 
317, 455, 477, 505, 509, 517, 559 etc., bei tien 11,895. 

touchier v. intr., Pr. .;. Sg. touche II, 843 nahe gehen. 

toudra s. toldre. 

touse s. f. 1, 132 Mädchen. 

tout s. tot. 

trahiner v. tr., P. Pf. trahine II, 757 schleppen. 

trahitor s. m. — Nom. Sg. trahitres (älter trahitre) II, 18 \ t / / 
verräterisch. 

traire v. tr., Pr. 2. PI. traiez I, 210, 217 zielten, tragen (fig.). 

trait s. m. II, 868 Schuss, Flug. 

trambler v. intr., Pr. 3. Sg. tramble I, 258 zitt 

travail s. m. II, 501, 554 — ObL PL travaus II, 527 Mülisal. 

travailler v. intr., Pr. 3. Sg. travaille II, 974 sich quäl 

trepeil s. m. II, 457 Mühe, Qual. 

tres in enger Verbindung mit folg. Worte II, 63, 289, 474, 572 etc. 
(s. Anm. zu II, 63) sehr. 

trespasser ü. tr., P. Pf. trespasse I, 297 II, 558 überwinden, durch- 
ziehen, durchwandern. 

trestant neutr. II, 851, 1002 so viel. 

trestot, trestout I, 165, 281 II, 143, 319, 445, 648 etc. gleicher- 
massen verwendet wie tot. 

triste II, 70 traurig. 

tristece s. f. II, 615 Trübsal. 

trois Obl. II, 363 drei. 

trop neutr. II, 555 Vieles; adv. I, 51, 139, 142, 146 11,13, 26, 44. 
222, 533 zu sehr, sehr. 

trover v. tr. 11,24, 570, 620 — Pr. 3. Sg. trueve 11,432, .Vi:». 
3. PI. truevent II, 154 — Konj. Ipf 3. Sg. trovast II, 635 — 
Pf. 3. PI. troverent II, 1008 — Fut. 3. Sg. trovera IT, 520 — 
P. Pf. trove, e I, 195, 279 II, 725 finden. 

truander v. intr. II, 593 betteln. 

trufer v. tr. II, 127 verspotten. 

tu pron. pers. Nom. II, 719, 721 — Obl. toi II, 882. 

tuer v. tr., Fut. 1. Sg. tuerai II, 252 töten. 

tyran (tyrant) s. m. II, 283 Wüterich. 



— 219 — 

u. 

ueil s. oeil. 

uevre s. f. II, 552 Werk. 
umilite s. humilite. 

un nentr. in ne un ne el II, 497 s. el; un, e Art. I, 2, 5, 35 etc. 
II, 2, 3, 6 etc. ein — Obl. PI. uns II, 835 einige. 



Y. 

vain, e II, 816 leer, nichtig. 
vaine s. f. II, 665 Ader. 
vair I, 103, 107 schillernd. 

val s'm. I,*184 — 0W. PZ. vaus II, 528 Tal. 

valee s. f. II, 558 TaZ. 

valoir v. intr., Pr. 3. Sg. vaut I, 25, 43, 239 II, 531 wert sein, von 

Nutzen sein. 
veisse s. veoir. 
vendra, vendrez s. venir. 

vendre v. tr. II, 540 — P. Pf. vendu II, 590 verkaufen. 
vendredi, venredi s. m. II, 78, 362, 364, 693, 1005 Freitag ; grant 

vendredi (II, 693, 1005) Karfreitag. 
vengier v. rfl. II, 88 sich rächen. 
venir v. intr. I, 147 II, 193 — Pr. 3. Sg. vient I, 67, 99 1. PI. 

venons 1, 245 — Konj. Pr. 3. Sg. viegne 1, 196 II, 138 — Ipf. 

3. PI. venoient I, 241 — Pf. 3. Sg. vint I, 304 II, 59, 241 etc. 

3. PI. vindrent II, 1003, 1007 — Fut. 3. Sg. vendra II, 194, 

423 2. PI. vendrez II, 117 — Imp. 2. PI. venez II, 162, 231 

— P. Pf. venu, e 1, 151, 156, 294 11,201, 424 etc.; rfl. 1,249 
(vint) kommen. 

venoison s. f. II, 65 Wildpret. 

vent s m. \. 547 ^Vind. 

veoir v. tr. 1, 110, 341 — Pr. 1. Sg. voi I, 9 II, 761, 795 2. Sg. voiz 
II, 768, vez in vez ci II, 822, 918, 931, 932, s. Anm. zu II, 822 
3. Sg. voit II, 538, 849 3. PI. voient II, 179, 573 — Konj. Pr. 
3. Sg. voie I, 182 II, 685, 890 - Konj. Ipf. 1. Sg. veisse 
II, 731 — Pf. 1. Sg. vi II, 720 3. Sg. vit II, 701, 855 etc. — 
Fut. 2. PI. verez II, 226 — Imp. 2. PI. veez I, 116 II, 739 

— P. Pf. veu I, 200, 204, 247 II, 650 etc. 
vergele s. f. II, 373 Bitte. 

verite s. f. II, 506, 941, 1019 Wahrlieit. 

vermine s. f. II, 371 Ungeziefer. 

vers s. m. I, 278 Vers. 

vers prp. II, 62, 848 gegen, gegenüber. 

vertu s. f. II, 306, 812 Kraft, Gotteskraft. 

vesqui s. vivre. 

vestir v. tr., P. Pf. vestu II, 516 anziehen, anlegen. 



— 220 — 

v.w >. f. II. 38 Witwe, 

viain • . m. EI, 15 Gte«< Äfc 

viande s. f. II, 47o Lebensmittel, 

viiuis ewft?. II. L63, 291, 339 wenigstens. 

viV g. f. I. K57, 251 11,249, 255 etc. Leben. 

vic.x [1,803 Nom. Sg, zu vil gemein, verworfen. 

vilain s. w. 1,5, 8, 15, 18, 19, 26 ete. Bauer. 

\ ilain, e 1,292 gemein, hässlich. 

vilonie .s. /'. II, Ö61 g< meines Tun. 

violer v, tr., P.Pf, viole 1,278 fiedeln, geigen, s. Arm. 

virenli s.m. 1,235, 236 Art Tanzlied, Ta\ 

vis s, ///. 11,548 Gesicht; 11,714 Ansicht in ce m'est a vif 

scheint es mir, 
vis II, 716, 968 Nom. Sg. zu vif lebendig. 
visage s. m. II, 13, 653 Gesicht. 
visconte s. m. II, 10 Vizegraf. 
vistement adv. II, 415 schnell. 
vivier s. m. II, 623 Weiher. 
vivre r. intr. 11,35, 750 — Pf 3. Sg. vesqui II. 57 — Fi**. 7. Sa. 

vivrai 1,165 3.% vivra 11,596 — lmp. 2. PL vivez II. 

leben. 
vo 8. vostre. 

voiage s. m. II, 740 Heise. 
voie 8. f. 11,141, 236, 420, 517, 688 Weg, Fahrt, s. metre: totes 

voies II, 689, 817 allerwegen, immerhin. 
voir adv. I. 127 11,207, 252, 260, 274 etc. wahrhaftig. 
voir, e 1,56 wahr; subst. 11,513, 1045 Wahrheit 
voire adv. I, 104 wahrhaftig; II, 125 sogar. 
vois s. aler. 

voisine s. f. II, 526 Nachbarin (flg.). 
voiz s. f. II, 767 Stimme. 
volente s. f. II, 71, 135, 149, 536 etc. Wille. 
volentiers adv. II, 359, 898 gerne. 
voler v. intr., Pr. 3. Sg. vole 1, 181 II, 869 — P. Pf. vole 1, 2 

Ger. volantI,81, 82 fliegen; rfl. mit en 1, 180, 281, 282 (vole, 

vole) davonfliegen. 
voloir v. tr. mit Inf., Pr. 1. Sg. vueil I, 55, 106 II, 196, 259, 910 

3. Sg. veut 1, 148 II, 193, 355, 481 etc. 2. PI volez (voulez) 

II, 82, 87, 271, 273 etc. 3. PI. vuelent II, 106, 1051 — Konj. Pr. 

3. Sg. vueille II, 1053, 1054 — Ipf. 1. Sg. voloie I, 319, 356 

3. Sg. voloit II, 47, 836 2. PI. voliez II, 350 — Konj. Ipf. 3. Sg. 

vousist I, 256 II, 48 — Pf. 3. Sg. volt. vout I, 4 II, 43, 967 

3. PI. voudrent II, 421 — Fut. 1. Sg'. voudrai II, 67 2. PI. 

vaudrez (für voudrez) II, 298 — Kond. 2. PI. voudriez II, 358 

wollen, wünschen, II, 47 (voloit) pflegen; subst. 1,48, 50, 135, 

229, 309 Wille, Wunsch, 
vostre pron.poss. 1,150, 165, 224 11,121, 261 etc.; vo 1,183, 185 

II, 217, 294, 312, 482, 483 etc. — Obl. PL voz II, 97, 257, 281 

314 etc. (s. S. 29 und 85) euer. 



— 221 — 

vous pron. pers. Nom. Dat. AM. 1,12, 18, 66, 118 etc. 11,11 etc.] 

vos 1, 155. 
vousist s. voloir. 

vrai, e II, 136, 279, 867, 920 wahr, echt. 
vueil, vuelent s. voloir. 
vuit m., vuide /'. II, 431, 8 IG, 852 leer, nichtig. 



w. 

warou s. leu warou. 



Y. 

yvre II, 270 trunken. 



Eigennamen. 



Abraham s. Saint Abraham. 

Alemaingne II, G09. 

Anjou 11,603. 

Ausai m. 11,61 1 Elsass, s. Audi. 

ßarlet IL 819 Barletta, s. Anm. 

Borgoingne II, 605. 

Bretaigne II. I . 

Calabre II, 608. 

Engleterre II, 617. 

Espaingne II, 606. 

France II, 605 Ile de France, 

S. Anw. 
Gascoingne II, 606. 
Gille s. Saint Gille. 
Honguefie II, 607 Ungarn. 
Jame s. Saint Jame. 
Jhesncrist II, 96, 929 s. Anm. zu 

11,79 und 96—7. 
Loheraine II, 61t Lothringen, 

s. Anm. 
Lombardie II, 610. 
Maine, le 11,604 eilte Provinz 

Frankreichs. 
Marie s. Sainte Marie. 
Moriane II, 607 Dalmatien, s. 

Anm. 



Nicholas I, 112. 

Normendie II, 1, 605. 

Poitou II, 604. 

Provence II, 606. 

Puille II, 608 Apulien, s. A 

Remi .s. Saint Remi 

Renart II, 13( ) Na me des l 
= Reinhai 

Romenie II, 609 oyz 
Reich {oder die Romagm 
s. Anm. 

Romme I, 273 II. 
II, 714 empire de R., s. Anm. 

Saint Abraham IL 368. 

Saint Gille I, 1 Ort in Frank- 
reich, s. S. 

Saint Jame 11,381 Santiago 
Spanien, s. Anm. 

Saint Remi 1, 269 II, 1 70 h . Rem i- 
gins, s. Anm. zu I. 2 

Sainte Marie II, 773. 

Sarrasin Nom.Fl. 11,722 Sara- 
zenen, 

Toraine U, 604. 

Toscane II, 608. 



Index zu den Anmerkungen, 



a 1,15-6; (fehlend) II, 93 - 4, 
163. 

acoler (et baisier) I, 170. 

ademetre II, 476. 

Adjektiv statt Adverb I, 60. 

adverbiales s I, 25. 

afere II, 53. 

afichier (refl.) II, 446. 

aw . . . ne II, 435. 

ater (umschreibend) I, 103. 

amer par amors 1, 244. 

amors, amoretes im Plural 1. 134, 
152, 244, 298, 307. 

Anakoluth I, 49; II, 855—7. 

cmemi II, 142. 

apartenir II, 297 — 9. 

and xoivoG S. 137 zu 208; 11,266. 

arram'ie II, 488. 

Artikel (bestimmt.), Fortbleiben 
1,27, 276; 11,341; Stellung 
1,65—6; A. beim präpositio- 
nalen Infinitiv I, 304. 

arMUier II, 8. 

auques II, 351. 

ausi com II, 148. 

ausi que (ausi com) II, 637. 

aventure (en) II, 788 — 90. 

avironer (fig.) I, 75. 

avoec II, 123. 

avcnr doutance II, 404. 

bariseiet II, 397. 

batülier II, 7. 

ömws (Anrede) 1, 12. 

feaew im Fragesatz I, 15 — 6. 

Blondheit 1,316—7. 



chaille II, 414. 
commencier 11,325 



G. 



confesse II, 132. 
confesser auc. II, 128. 
confession (faire 7 prendre) II, 

130-1. 
couvent II, 227. 
coikw« (Plur.) II, 466. 
covient (Konstruktion) I, 65 — 6; 

II, 975. 
cranche I, 222. 

Creatour (== Christus) II, 96 —7. 
e>w aora? S. 132 zu 52. 
euer (umschreibend) 1, 197 ; de c. 

I, 169. 
mre in n'avoir eure I, 246. 

debonaire II, 16. 
deter (Akkus. PI.) II, 354. 
demainement II, 1000. 
demener S. 61 Anm. 1. 
departir I, 307. 
deporter II, 402 — 3. 
descort II, 26. 
desrout 11, 563. 
destraindre I, 161. 
devendres II, 61. 
IWew (== Christus) II, 79, 96 7. 
efore Satz beginnend II, 915. 
douaire I, 295. 
dweZ I, 203. 

dusque (bei Zahlenangaben) II, 
362. 

en (auf Person bez.) I, 97; II, 
269, 809; Stellung II, 93 — 4, 
435; Fehlen 11,266. 

encombrier II, 174. 

en/er, f. enferme (fig.) II, 624. 

Engleterre s. wer d'i£. 

enft"r II, 312. 



224 



entre ...ei II, 130—1. 
enmeu* 8. L84 zu 108. 
es in en es fe pas I, 65 — 6. 
/// (mon, mieri) I, 284. 

r.sro/r II, 496. 

estavoir (par) I, 20. 

estreviere {estre a /') I, 202. 

estr&r (r.s7/v a I, 202. 

estrine II, 83. 

estinmeU II, 576. 

esftiet (Koiistr.) II, 592; s. auch 

/aeVe, Vestaet. 
ei w 1,162; 11,427. 
ethischer Dativ I, 8. 

/aftfe II, 112. 

/atrö (Bedeut., Funktion) 1,46; 
11,76, 89, 207,251; f. Vestaet 
II, 682; s. auch unter cow- 
fession und «e. 

/aw-* I, 27. 

fiancier I, 65 — 6. 

/m (euer) I, 197. 

/bZfc (/mre) I, 266. 

fölietc I, 270. 

fors que 11,220-1. 

fort 1, 60. 

Frage 1,15-6, 104, 118; 11,170. 

frere II, 290. 

gameuz S. 136 zu 188. 
garder s. we #. Teure, 
gentil {euer) 1, 197; II, 209-10. 
gironees (a) I, 307. 

harnois II, 100. 

Äatd towdw S. 136 zu 176. 

Hyperbaton II, 617. 

Hysteron Proteron II, 307—8. 

i (auf Pers. bez.) 1,97; 11,105; 
Stellung II, 93—4, 435 ; Fehlen 
II, 382; = ,hier', , hierher' 
11,193—4 und S. 136 zu 164. 

Infinitiv (in direkter Frage) II, 
214. 

Inversion I, 77, 102 — 3, 114. 

isnel Je pas I, 65 — 6. 



Kamp! zwischen Engeln und 
Teufel II, 984—90. 

Komparativ im sinne des Super- 
lativs II, 34. 

Kongruenz dea Part. refl. V< 

I. 70; 11.6:;. 
Konjunktiv IL 451 ; bei mm 

„mir joie II, 235 —7; Konj. 

Impf. (Bedeutung) II, 95. 
Konstruktionsmischung 1 1 . 

— 1, 235-7. 
Konstruktionswechsel II, 736. 

latin II, 64. 

Va/utrier I, 1. 

le ,es' auf Folgendes hinweisend 
1. 8 : prädikativ zurückweisend 

II, 355. 

- 11, 76. 
leu ,Wolf' 11,158. 
Ueu I, 313. 
lor II, 126. 

main (fig.) II, 522. 

mais (mes) 11,841; mais que 

II, 186. 
male joie (a) II, 235 — 7, Vgl. 

Gloss. unter jo 
mar II, 235—7'. 
marlart II, 124. 
maugre 1,126; )/>. mon nes 

11, 323. 
mer d'Engleterre II, 617. 
mes s. mais. 

mi in ce poise mi II, 175. 
m'iedi II, 1006. 
mine II, 537. 
moi (a) II, 406 
werte ,Mark< I, 137—8. 

ne 1,106; 11,114; n'ai que fere 

II, 168; ne faire fors -f Inf. 

11,146; ne garder Veure II, 

286; ne — pas I, 43. 
lies (<Cnrc ipsum) 11,514. 
Nichtkongruenz im Numerus 

I, 260. 
noir II, 541). 
non II, 251. 



— 225 — 



novele I, 11. 
nul I, 29. 

Obliquus der Gangart I, 65—6. 

öil I, 181; 11,933. 

oindre (fig.) II, 148. 

oiseuse II, 379. 

or II, 244. 

oroison II, 225. 

ow (Funkt.) I, 67; 11,105. 

o«4re wer I, 252. 

par II, 53. 

parage I, 3. 

Part. Perf. I, 70, 77. 

partir 1,151; 11,215. 

patrenostre II, 387. 

peZw II, 657. 

Perfekt (für Plusquamperfekt) 
1, 1001. 

pte I, 279. 

piez s. regarder ses p. 

piain ,voir I, 31. 

Plusquamperfekt (für Perfekt) 
I, 306. 

poi s. por un poi que . . . ne. 

point II, 138. 

pooir I, 139—40, 310; II, 681, 
s. auch Glossar. 

por un poi que . ..ne I, 180. 

poverte II, 526. 

prendre absol. S. 132 zu 346; 
s. confession. 

pres va que . . . ne II, 268. 

preudoume II, 51. 

prier (Konstr.) 1,205, 234; II, 
163. 

Pron. pers. (Form) I, 140, 161; 
11,414; (Stellung und Bezie- 
hung) 1,4, 8, 65 — 6; 11,93 
—4,254; (Nichtwiederholung) 
I, 41 ; (Unterdrückung) I, 23, 
84, 102—3, 151, 263; 11,89, 
198, 205—6, 434, 587. 

Pron. poss. I, 14, 268, 270. 

Pron. relat. 1,203; 11,851. 

proprement II, 1000. 

quanques I, 25. 
quar 1,234; 11,634. 



que (Fragepron.) I, 130; II, 
1042; (Frageadverb) II, 333 
(beziehungsloses Relat.) 1, 69 
(relat. Adverb) II, 25, 79 
(Konjunktion) II, 177—8, 278 
modal II, 300; einen Sach- 
verhalt einleitend II, 1000 (s. 
Anm. zu 634); Fortbleiben 

I, 137—8. 

rage I, 218. 

raverdir 1, 176 — 7. 

regarder ses piez II, 159 — 60. 

renclus II, 32. 

rendre sa coupe II, 963. 

riens (Akkus.) I, 43, 88. 

sade, sadete I, 316 — 7. 

salu II, 387. 

saoler I, 137—8. 

sauf I, 251. 

sauvecine II, 561. 

savoir (faire) I, 266. 

se (Nebenform von si) I, 78; 

II, 68, 122. 

sechier (fig.) 1,40, 176—7. 

si (et si) ,und* 1, 21; (in Be- 
teuerungen) I, 7; ,bis' K, 
246 — 9; (nach Adv.) 11,68; 
(in dir. Frages.) II, 297; = ci 
1,273; s. auch 11,393. 

soing in n'avoir soing I, 246. 

sol ,satt< (fig.) I, 137—8. 

soloir II, 184. 

somme (ce est la) II, 22. 

sovient (il m J en) I, 97. 

Sprichwörter II, 682, S. 137 zu 
220, S. 141 zu 346. 

suer II, 290. 

taint I, 159; II, 549. 

tant I, 60; II, 758; a tant I, 67; 

taut seidement II, 220—1. 
Teilungsartikel 1,31; 11,601. 
tendant (mener) II, 316. 
tot I, 248. 
Tränen aus d. Herzen kommend 

II, 832—3. 
trahitre IL 18. 



— 226 — 



frrs II. 68. 

triste II, 70. 

PO* L 103. 

venrecU II, Gl. 

veour I, 110. 

Vergleichung (kompendiarische) 

I, 94-5. 
wjsr et II, 822. 
violer I, 278. 
t-iVc^' (virenli) I, 235. 
eotre 1, 104. 



vomn (lig.) II. 526. 

ro/^- ^fliegen 1 (fig.) I, 180. 

/Vy/o/V II 

warou II, 15 

Wechsel der Person in der An- 
rede II, TIS. 
Wortstellung 1,4 7, 8, 21,65 

77, 102—3; II, 03-4, 8 
395, 436, 7K). 

Ziffern für Zahlen 1,222; 11,3. 



Berichtigungen. 



S. 49 Z. 10 v. 


unten lies Diex statt Diex. 


S. 55 Z. 8 „ 


„ „ Die ,, die. 


„ Z. 19 „ 


„ „ Lanfranc „ Lantranc. 


S. 59 Z. 1 „ 


„ „ Chans, „ Dhans. 


« Z. 4 r 


„ „ Chrest. „ Chres. 


S. 80 Z. 12 v. 


oben „ insofern „ insoforn. 


S. 97 V. 179 


„ Semikolon „ Komma. 


S. 104 V. 386 


„ Komma nach oro^ 


S. 122 V. 898 


„ Ausruf ungszeichen „ fm 


S. 169 Z. 21 v. 


unten „ Clwvaliers statt Chevaliers. 



Druck von Ehrhardt Karras G.m.b.H. in Halle (Saale). 



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59 QUEEN'S PARK CKESCENT 

TORONTO-5, CANADA 



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